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Was am 15. April 1989 in Sheffield geschah

Hier finden Sie die Diskussion Was am 15. April 1989 in Sheffield geschah im Fußball-Stammtisch Forum. Diese befindet sich in der Kategorie Fußball-Foren; Heute vor 30 Jahren ... Es war die größte Katastrophe der britischen Sportgeschichte und veränderte den Fußball in ganz Europa ...



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Alt 15.04.2019, 14:21   #1
Bayerischer Hulk
 
Benutzerbild von Kerpinho
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 02.08.2004
Ort: Unterfranken
Was am 15. April 1989 in Sheffield geschah

Heute vor 30 Jahren ...

Es war die größte Katastrophe der britischen Sportgeschichte und veränderte den Fußball in ganz Europa für immer. Am Rande des FA-Cup-Halbfinals zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest starben am 15. April 1989 96 Menschen, Hunderte wurden verletzt.


Das Spiel in Sheffield war seit Wochen ausverkauft. Trotz der größeren Fangruppe hatte der FC Liverpool den kleineren Teil des Hillsborough-Stadions zugeordnet bekommen. Viele Fans reisen in der Hoffnung, auf dem Schwarzmarkt fündig zu werden, auch ohne Karte an. Vor dem "Leppings Lane End" stauen sich die Besucher, die Lage spitzt sich zu. Schon eine halbe Stunde vor Spielbeginn gibt es in dem kleinen Eingangsbereich - für mehr als 10.000 Fans gibt es nur drei Tore und sieben Drehkreuze - keine Chance mehr, der Masse zu entfliehen, ob man nun eine Eintrittskarte hat oder nicht.

Im Stadion ist der mittlere Block schon jetzt hoffnungslos überfüllt, von draußen drängt die Masse, die es pünktlich zum Anpfiff hinein schaffen will und von der Situation im Stadion nichts ahnt. Der Anstoß wird nicht verschoben - eine von vielen Fehlentscheidungen. Die Polizei ist völlig überfordert und der unerfahrene Einsatzleiter David Duckenfield trifft eine fatale Entscheidung: Um die brenzlige Lage vor dem Stadion zu entschärfen, lässt er "Gate C" öffnen, das eigentlich nur als Ausgang gedacht ist und über keine Drehkreuze verfügt.

Das Match wird um 15 Uhr pünktlich angepfiffen

Die Folge: Tausende von Fans strömen binnen weniger Minuten unkontrolliert ins Stadion. Durch einen langen, engen Tunnel gelangt die Masse in den schon vorher hoffnungslos überfüllten Mittelblock des "Leppings End", von hinten drängen immer neue Zuschauer nach. Ordnungskräfte, die den Menschenstrom in die noch halbleeren Nebenblöcke hätten umleiten können, gibt es nicht. Der Ernst der Lage wird völlig verkannt, das Match um 15 Uhr pünktlich angepfiffen. Fans, die sich noch vor den Stadiontoren befinden, drängen verstärkt nach, um nicht noch mehr zu verpassen.

Die Besucher, die weiter unten im Block stehen, kämpfen da schon ums Überleben. Von der Masse werden sie unnachgiebig gegen die Absperrzäune gedrückt. Erst als die Fans versuchen, sich über den Zaun aus dem tödlichen Gedränge zu retten, bricht der Schiedsrichter die Partie in der sechsten Minute ab. Andere Zuschauer werden von Besuchern aus dem oberen Rang aus der Masse gezogen. Die Polizisten sehen lange tatenlos zu und öffnen die Tore zum Spielfeld nicht. Ein Platzsturm soll um jeden Preis verhindert werden. Gegen 15.30 Uhr ist die Last für den massiven Eisenzaun zu hoch, er bricht zusammen.

Kompletten Artikel lesen: Die Katastrophe von Hillsborough - Was am 15. April 1989 in Sheffield geschah

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Alt 16.04.2019, 23:46   #2
Schalke-Sympathisant
 
Benutzerbild von Forumskollege04
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 23.05.2008
Ort: Worms am Rhein
Ich war erst zwei Jahre alt als das passierte und hab erst mit ca. 10 Jahren angefangen mich für Fußball zu interessieren. Dementsprechend war diese Tragödie für mich immer ein Stück weit entfernt. Ich hatte ein Fußball-Lexikon, in welchem unter "H" auch "Heysel" und "Hillsborough" erwähnt wurden. Da lief es mir eiskalt den Rücken runter als ich las was passiert ist. Aber auch dann sollte es noch Jahre dauern, bis ich mal Bilder von diesem Unglück sah. Genauer gesagt bis wir Ende 2000 Internet bekamen.

Da sah ich dann zum ersten Mal Bilder von den Leuten, die gegen den Zaun gequetscht wurden. Besonders die Frau in der roten Jacke wird mir da immer in Erinnerung bleiben, besonders als ich las dass diese Frau tatsächlich auch unter den Opfern war (Marian Hazel McCabe glaube ich?). Das lässt einen so leicht nicht mehr los. Traumatisch für mich, weil man sich mit 13 noch nicht wirklich mit dem Tod auseinandersetzt. Sollte sich mit diesen Bildern und dem Ereignis vom 11. September 2001 ändern.

Ganz ganz fürchterlich was da passiert ist. Besonders wenn man bedenkt welch große Rolle die Polizei hierbei gespielt hat, deren Job es eigentlich ist Leben zu beschützen...

Duckenfield kam ja jetzt ohne Verurteilung davon. Den Falschen hätte es sicherlich nicht getroffen, hätte man ihn verurteilt. Auch wenn er nur einer von mehreren Sündenböcken an diesem Tag war.


Möge so etwas nie wieder passieren.
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Alt 17.04.2019, 00:49   #3
 
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Registriert seit: 21.05.2018
Hillsborough wird von den Engländern, insbesondere den Liverpool-Fehns gerne überhöht.
Der eigentliche Einschnitt war Heysel.
Auch wenn da vergleichsweise weniger Tote gab.
Heysel steht für den gemeinen Liverpool-Hool.
Heysel ist eine Tragödie von kontinentaler Wertigkeit, Hillsborough mehr ein regionales Geschehen.

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Alt 17.04.2019, 23:07   #4
Grenzwertig Biertrinkend
 
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Registriert seit: 31.08.2004
Ort: Brigade Rheinland
Zitat von Forumskollege04 Beitrag anzeigen
Ich war erst zwei Jahre alt als das passierte und hab erst mit ca. 10 Jahren angefangen mich für Fußball zu interessieren. Dementsprechend war diese Tragödie für mich immer ein Stück weit entfernt. Ich hatte ein Fußball-Lexikon, in welchem unter "H" auch "Heysel" und "Hillsborough" erwähnt wurden. Da lief es mir eiskalt den Rücken runter als ich las was passiert ist. Aber auch dann sollte es noch Jahre dauern, bis ich mal Bilder von diesem Unglück sah. Genauer gesagt bis wir Ende 2000 Internet bekamen.

Da sah ich dann zum ersten Mal Bilder von den Leuten, die gegen den Zaun gequetscht wurden. Besonders die Frau in der roten Jacke wird mir da immer in Erinnerung bleiben, besonders als ich las dass diese Frau tatsächlich auch unter den Opfern war (Marian Hazel McCabe glaube ich?). Das lässt einen so leicht nicht mehr los. Traumatisch für mich, weil man sich mit 13 noch nicht wirklich mit dem Tod auseinandersetzt. Sollte sich mit diesen Bildern und dem Ereignis vom 11. September 2001 ändern.

Ganz ganz fürchterlich was da passiert ist. Besonders wenn man bedenkt welch große Rolle die Polizei hierbei gespielt hat, deren Job es eigentlich ist Leben zu beschützen...

Duckenfield kam ja jetzt ohne Verurteilung davon. Den Falschen hätte es sicherlich nicht getroffen, hätte man ihn verurteilt. Auch wenn er nur einer von mehreren Sündenböcken an diesem Tag war.


Möge so etwas nie wieder passieren.

Und um das ganze abzurunden - Bradford im Mai 85.
Für jeden Brandsachverständigen und Feuerwehrmann wohl DIE Katastrophe schlechthin.
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Alt 18.04.2019, 00:06   #5
 
Benutzerbild von Le Chef
 
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Registriert seit: 19.05.2018
Zitat von Forumskollege04 Beitrag anzeigen

Ganz ganz fürchterlich was da passiert ist. Besonders wenn man bedenkt welch große Rolle die Polizei hierbei gespielt hat, deren Job es eigentlich ist Leben zu beschützen...

Kann man im Nachhinein nicht so wirklich verstehen wie es dazu kommen konnte, dass die Polizei massiv Rettungskräfte berhindert hat, bzw die Rettungswagen nicht hat passieren lassen.Auch warum die Tore nicht geöffnet wurden, während die Menschen zerquetscht wurden und um ihr Leben kämpften ist für mich nicht nachvollziehbar.

Besonders schlimm muss es für die Angehörigen gewesen sein, dass sich vor allem die Boulevardpresse nach der Tragödie noch über die Toten verächtlich machte, so als wären sie selbst schuld, dass das passierte.

Habe vor ein oder zwei Jahren eine Doku gesehen, in der es um die Aufarbeitung des Versagens der Polizei ging, aber auch genrell darum, was dieser Tag für die Stadt bedeutet. Gefallen hat mir, dass eines der englischen Revolverblätter (glaube die Sun) in Liverpool bis heute kein Bein auf den Boden bekommt, wegen ihrer ekelhaften Berichterstattung zu dem Unglück.

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