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Brief von FCK Fan

Hier finden Sie die Diskussion Brief von FCK Fan im Nationaler Fußball Forum. Diese befindet sich in der Kategorie Fußball-Foren; "Von den Höllenqualen eines Lautrers oder: Vom Sein oder Nichtsein eines Fussballfans Wo soll ich anfangen? In welche Vorurteilsschublade zuerst ...


 
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Alt 03.05.2005, 13:45   #1
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 04.10.2004
Brief von FCK Fan

"Von den Höllenqualen eines Lautrers oder:

Vom Sein oder Nichtsein eines Fussballfans



Wo soll ich anfangen? In welche Vorurteilsschublade zuerst greifen? Welche Fragen zuerst stellen?



Ist alles nicht so einfach.



Einfach ist eigentlich nur das Spiel, dem ich mich verschrieben habe. Es gibt 22 Männer, die um eine Lederkugel kämpfen und diese möglichst kunstvoll im gegnerischen Gehäuse unterzubringen versuchen. Das ist eigentlich alles. Jeder Trottel kann es leidlich erlernen, sofern er über zwei gesunde Beine, etwas Ausdauer und Freude daran verfügt.



Die Regeln sind genauso simpel wie das Spiel: man spielt die Kugel mit dem Fuß oder Kopf, treten, spucken und sonstige Widerlichkeiten sind verboten und wenn jemand unfair spielt, gibt’s ´nen Freistoß.



Der ungeheure Erfolg dieses Spiels liegt schlicht und ergreifend in seiner Einfachheit und jeder noch so desinteressierte Mensch im Himalaya kapiert die Grundzüge innerhalb einer Halbzeit.



Und jeder, der auch nur halbwegs über einen IQ von mehr als 10 verfügt kapiert spätestens im 2. Spiel, das er sieht, auch noch ein oder zwei andere Dinge mehr, die dieses Spiel neben seiner nötigen Technik und hin- und wieder aufblitzenden Eleganz ausmachen.



Zum einen ist das Spiel in seiner Gänze ein Kampfspiel mit genau festgelegten Regeln und zum anderen braucht jeder Spieler trotz aller individueller Klasse ein gewisses Mass an Disziplin, Mannschaftsgeist und Siegeswillen, weil spätestens in der E-Jugend eigentlich klar ist, das nur eine Mannschaft als Ganzes und nicht der Einzelne ein Spiel gewinnen kann.



Und jeder Spieler trägt Verantwortung. Verantwortung den eigenen Mitspielern gegenüber, immer das Bestmögliche zu geben zum Wohle der Mannschaft und zum anderen den Zuschauern gegenüber, ohne die ja das Spiel überhaupt nicht stattfinden würde.



Das witzige dabei ist, das all´ diese Dinge für jeden Spieler und jedes Spiel im gesamten Universum zutreffen, ganz gleich ob der Kick jetzt am Strand von Rio oder irgendwo in der A-Klasse im Nordsaarland stattfindet.



Und das allerbeste dabei ist: Fußball macht Spaß. Du rennst herum, du haust dich auf die Wiese, du schwitzt dich zu Tode und bekommst auch manchmal einen ab. Du machst haarsträubende Fehler, verlierst im Getümmel den Überblick oder spielst völlig unbedrängt deinem freistehenden Gegenspieler fünf Meter vor dem eigenen Tor den Ball zu. Fünf Minuten später gelingt dir ein Hackentrick oder ein Sololauf über 30, 40 Meter oder du donnerst die Pille volle Lotte unter den Querbalken – nicht, das du es etwa geplant hättest, aber drin war er trotzdem. Und davon zehrst du wochen- und monatelang, weil du vielleicht für fünf kleine Sekunden lang der Allergrößte warst. Und wenn´s nicht so war und der Ball zehn Meter drüberging oder du den spielentscheidenden Fehler gemacht hast, dann fühlst du dich beschissen, leer und deprimiert. Zehn oder dreizehn andere Männer haben vielleicht 90 Minuten lang ihr Bestes gegeben und es hat trotzdem nicht gereicht. Vielleicht wirst du nächste Woche nicht von Anfang an aufgestellt und du schläfst ein, zwei Nächte lang wirklich schlecht.



Aber dann geht’s wieder weiter. Du trainierst wie ein Blöder, hängst dich voll rein. Irgendwann kriegst du wieder eine Chance und dann machst du es eben besser. Solange wie du eben Freude daran hast und tief in dir drin noch Leidenschaft und Emotionen sind. Denn wenn keine Leidenschaft und keine Emotion mehr da sind, dann ist es das Beste für alle, wenn du aufhörst und deinen Platz jemand anderem überlässt.



Genau so funktioniert das Spiel, völlig einfach. Geradezu lächerlich simpel.





Es gibt nur eine Ausnahme:



Profisport.





Im Profibereich gelten vollkommen andere Regeln. Wer sich etwas anderes einredet, gehört spätestens seit Samstag in die Klapse, soviel steht jedenfalls mal fest.



Profis sind andere Menschen. Nüchtern und kühl, Situationen und Möglichkeiten messerscharf kalkulierend und abschätzend.



Wie viele Schritte muß ich tun, um in wie viel Prozent der Fälle den nächsten Zweikampf gewinnen zu können? Und wie viel Euro hab ich bis auf meinem nächsten Weg zur Mittellinie verdient? Und wäre es nicht effektiver, einfach hier stehenzubleiben und meinem Mitspieler/ Geschäftspartner den nächsten Zweikampf zu überlassen, schließlich ist der ja laut Statistik bisher noch etwa 13 Meter weniger gelaufen als ich? Und das bei höherem Gehalt!



Außerdem ist es ja heute viel zu warm. Und der Rasen! Oh Gott oh Gott! Eine Zumutung. Unmöglich! Gegen wen spielen wir heute eigentlich? Ach ja, Bayern. Dann müssen wir ja mal.



Wenn´s denn sein muß. Und wieder so viele Leute hier im Stadion. Gäähn! Was wollen die denn überhaupt? Wenn sie Unterhaltung suchen, sollen sie sich eben ne Kinokarte kaufen. Hab´ ich überhaupt heute schon meinen Broker angerufen?!? Ah, nein, Mist, muß ich gleich nachher in der Pause nachholen. Und wenn ich... Huch! 0:1... Oh, na ja, macht ja nix. Die Bayern werden ja eh Meister. Wo war ich noch gleich?!? Ach ja! Ich glaub, ich sollte mir ein paar Schering-Obligationen kaufen. Oje, ist das heiß heute. Und dieser Holländer, warum läuft der bloß so schnell? Oh! Der ist aber ziemlich frei da. Na ja, 0:2, ist ja auch nicht so schlimm. Die Welt dreht sich weiter. Mein Gott, wie unzufrieden diese Idioten hinter dem Zaun mal wieder sind. Was wollt ihr denn? Feuert mich doch an! Wenn ihr pfeift, hab´ ich erst recht keine Lust mehr!



Na ja, sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Die verlangen Dinge heutzutage, ts ts!! Kampf, Leidenschaft, Emotion, Vereinstreue – lächerlich. In welcher Welt leben die denn? Die alten Zeiten, immer nur die alten Zeiten! Bla bla! Und warum zum Teufel soll ich mir hier weh tun, nur um in den UI-Cup zu kommen? UI-Cup... Nein danke! Das sind ja drei Wochen weniger Urlaub. Nä, nä! Vor der Saison haben wir gesagt, wir wollen nicht absteigen. So weit sind wir doch! Was wollt ihr denn noch mehr? Noch drei Spiele und dann hau´ ich mich an den Strand.



Oh, 0:3, das war aber ein leichtes Tor. Schon wieder dieser Holländer, ist ja voll wild drauf heute. Zum Glück ist jemand anderes Schuld, hä hä! Wo war ich gleich? Ach ja, beim Urlaub! Vielleicht ruf ich mal meinen Berater an, wird echt langsam Zeit. Schon zwei Jahre beim selben Club und ablösefrei bin ich ja auch. Wird wieder ein toller Zahltag! Hier gibt’s ja eh nix mehr zu holen. Und wie viel haben die mir letzte Woche angeboten? Ne halbe Million Handgeld? Na ja, ist zwar ein bisschen dünn, aber wir werden sehen. Welcher Verein war das überhaupt noch mal? Aachen...? Amsterdam...? Ahlen...? Alkmar?? Ach Kacke, ich hab´s schon wieder vergessen. Ist eh egal. 0:4 stehts jetzt endlich auch, dann geh ich jetzt mal duschen. Heute Abend geht’s zum Italiener und dann in die Disse. Und am Dienstag muß ich schon wieder zum Training, äääähhhh!



...





Und ich war draußen. Draußen vor der West, diesem wachsenden Ungeheuer, Lauterns „berühmtester Kurve“. Nach dem 0:2. Ich konnte es nicht mehr sehen. Ich WOLLTE es nicht mehr sehen.



Ist mir noch nie passiert: Siebzehn Saisons lang, 389 Spiele hab ich für meinen Club gemacht. Ganz genau 389 mit dem am Samstag.



Ich hab sie gezählt. Jedes einzelne. Weil ich stolz drauf war, dabei gewesen zu sein und für meine Farben immer eingestanden bin. Weil ich dieses Spiel und meine Mannschaft liebe und es mehr als einmal meine Rettung aus tiefster Seelennot gewesen ist, die ganze Woche lang bis zum Samstag auszuharren. All den ganzen Mist irgendwie loszuwerden, den angestauten Frust hinauszuschreien. Und Emotionen auszuleben, etwas von mir selbst mit einzubringen, ohne eine andere Gegenleistung von meinem Team zu erwarten außer dieselbe Leidenschaft und dieselbe Emotion, wie ich sie mitbringe.



Das man bei solch naiver Betrachtungsweise der Dinge bei einem Fussballprofi über kurz oder lang enttäuscht wird, ist ja wohl völlig klar. Man baut sich im Prinzip ja ein Luftschloss auf. Von einer Mannschaft, die eben keine Söldnermentalität hat und für die Begriffe wie Stolz und Ehre auch Inhalte haben und nicht nur hohle Phrasen sind.



All davon habe ich am Samstag nix gesehen, wie schon so viele Male zuvor auch nicht. Und das war auch nie ein Beinbruch, weil letztendlich ja selbst der Allereingefleischtete nicht so dumm sein kann, auch nur im Ansatz heutzutage daran zu glauben, in einem Bundesligaprofi würde auch nur ein Fünkchen von all dem stecken, was ich oben angedeutet habe. In erster Linie zählt ja auch der Club und nicht die Mannschaft. Und noch weniger der einzelne Spieler.



Aber am Samstag war´s einfach einen Tick zu offensichtlich, wie die Dinge in Wahrheit stehen:



Unser Sport ist so gut wie tot und den Protagonisten, die dafür verantwortlich sind, ist es vollkommen scheißegal. Genau so egal, wie unseren Spielern am Wochenende das Ergebnis am Ende war oder die Tatsache, das der meistgehasste Verein Deutschlands ausgerechnet in unserem Stadion nach einem lockeren Trainingsspielchen ohne jede Gegenwehr die Meisterschaft feiert.



Und wir machen uns einen ab, fahren durch die Gegend, schreien uns die Hälse wund und geben unser letztes Hemd, nur um dabei zu sein. Wir gründen Fanclubs und Faninitiativen, machen uns wochenlang Gedanken, verteilen Flyer und malen Doppelhalter. Wie dumm sind wir eigentlich?





Als ich endlich zu Hause war, allein in meiner dunklen Bude und vollkommen demoralisiert im Bad auf dem Boden neben dem Klo und meine Sachen ausgezogen hab, da war ich mir sicher, das dies mein letztes Ligaspiel gewesen ist - mein letztes Spiel für den FCK überhaupt. Und viele Dinge, die mir bis auf der Autobahn bis Freisen und auf dem Parkplatz dort an den Kopf geknallt wurden, lassen mich seither nicht schlafen.



Es gibt wirklich Leute, die am Fussball kaputt gehen. Und wenn ich ehrlich bin, dann muß ich mich dazu zählen und mir die Frage stellen, auf welch schmalen Grat ich mich zur Zeit bewege.



Es gibt eben doch Grautöne zwischen schwarz und weiß, eine schwierige Sache für mich. Keine Ahnung, wann das begonnen hat und wohin es letztendlich führt, aber es stellt definitiv meinen Platz in dieser Kurve in Frage. Ich weiß auch gar nicht mehr, wie es früher einmal war und ob ich die Dinge da lockerer gesehen habe.



Das scheint alles Lichtjahre entfernt zu sein, aber ich kann mich glaub ich, nicht an ein einziges Spiel erinnern, wo ich wirklich jemals Spaß gehabt habe. Vielleicht am Abend gegen Rejkjavik, als wir um das Stadion in die Ost gewandert sind und den Gudjohnson solange angefeuert haben, bis er endlich sein Tor gemacht hat.



Das waren feine Zeiten! Da schien irgendwie alles möglich. Heute ist da nur noch ein einziger Alptraum. Unsere Kurve eine Lachnummer, die unsere Derbygegner anfeuern und unsere Mannschaft ein Trümmerhaufen aus Möchtegern-Rastellis und selbsternannten Heilsbringern, die aber bei allem Gequatsche über ihre Taten im Spiel selbst einfachste Dinge wie eine ordentliche Grätsche oder einen sauber geführten Zweikampf vergessen.



Viel liegt definitiv auch am Alkohol, da gibt’s überhaupt keine Frage. Manchmal hab ich so eine Wut in mir, das ich am liebsten selbst auf den Platz rennen und jemand abgrätschen würde, wenn ich denn nur über den Zaun käme. Und ich brauche all meine Selbstbeherrschung, um nicht loszubrüllen und um mich zu schlagen, wenn jemand mit nem Mainzerschal in den 8-er kommt.



Vielleicht bin ich auch mittlerweile ein Dinosaurier, der den Anschluß an den modernen Sport von heute verpasst hat oder ich will es einfach nicht sehen und saufe deshalb so viel, keine Ahnung.



Fakt aber ist, das am Samstag sehr viel bei mir kaputt gegangen ist und alles wirklich letzten Endes darin mündet, mich selbst zu fragen, ob das alles noch einen Sinn für mich hat. Ob der Profisport von heute, all dieser Kommerz und der billige Glitter es wirklich noch wert sind, mein Herzblut und Seelenheil daran zu hängen, mein Geld zu versaufen oder bis nachts um halb drei nach irgendeinem Auswärtsspiel in irgendeiner Bummelbahn herumzuhängen. Ob es nicht besser wäre, hier im Nordsaarland ein paar hundert sauschlechte, aber ehrliche A-Klasse-Spiele anzusehen, anstatt in der Bundesliga zu Mr. Hyde zu mutieren, der anderen verdienten Fans den Spaß vermiest, so sehr, das sie sich genötigt sehen, wegen mir zu Hause zu bleiben.



Keine Ahnung, ich weiß es wirklich nicht. Wir werden es am Samstag sehen. Ich glaube aber ehrlicherweise gesagt nicht, das ich kommen werde. Ich weiß noch nicht mal, ob ich in dieser Saison überhaupt noch mal kommen werde, denn im Moment geht mir der FCK 2005 echt am Arsch vorbei und erscheint es nicht mal wert, auf Premiere angesehen zu werden.



Außerdem schäme ich mich auch, einfach rausgegangen zu sein, meine Farben im Stich gelassen zu haben. Die Gefolgschaft verweigert zu haben. Und falls ich je wieder in einem Erstligastadion auftauchen werde, dann sicherlich in zivil.

Ein immer noch völlig demoralisierter
:::
xy
P.S.: Rechne am Samstag lieber nicht mit mir."






Ich denke das dieser Brief vielen Fans aus der Seele spricht ich sehe das zumindest genauso.
Es muss was geschehen.

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Alt 03.05.2005, 15:03   #2
 
Benutzerbild von kriggebächler
 
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Wie schon die Überschrift verrät:

Traurig aber wahr....
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Alt 03.05.2005, 16:37   #3
Kapitän Team Franziskaner
 
Benutzerbild von Waschbaerbauch
 
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so siehts aus.. allerdings eindeutig zu lang geschrieben und zu viel dabei gelabert...

kurz und prägnant wäre sicher einprägsamer
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Alt 03.05.2005, 17:04   #4
Jugendbuchautorin
 
Benutzerbild von FCK-Fan-Simone
 
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Nachvollziehbarer Text. Geht uns wohl allen ähnlich....leider
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Alt 03.05.2005, 19:14   #5
da27 ; jok32
 
Benutzerbild von Kaiserkrone90
 
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Zitat von Scally85
"Von den Höllenqualen eines Lautrers oder:.......................
Ich denke das dieser Brief vielen Fans aus der Seele spricht ich sehe das zumindest genauso.
Es muss was geschehen.

Das kann sicher jeder echt Fußball-Fan nachvollziehen.
Du hast Recht, in Lautern muss was passieren. Aber nicht nur im Club, auch unter den Fans muss ein Umdenken geschehen. Denn das was mit Jara gemacht wurde, war unmenschlich....
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Alt 03.05.2005, 19:57   #6
Kapitän Team Franziskaner
 
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Ort: Heilbronn
Zitat von Kaiserkrone90
Denn das was mit Jara gemacht wurde, war unmenschlich....

jemand der seinen abschied des öfteren provoziert.. sich ständig mit fans anlegte und schon längst einen neuen job hat...??? was ist der dann?


Geändert von Waschbaerbauch (03.05.2005 um 20:13 Uhr).
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Alt 04.05.2005, 00:44   #7
 
Benutzerbild von Junker
 
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Ort: Offenbach
Mir gefällts einfühlsam beschrieben, er ist ein Fan, davon gibts nur Wenige und die Länge ist ok, denn er hat etwas zu sagen, wer von Euch kann auf diese Leistung der Livespiele zurückblicken
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Alt 04.05.2005, 07:54   #8
 
Benutzerbild von BMW-supporter
 
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Einfall toll der Brief...

So stelle ich mir das Leben eines Profis vor...

Du sprichst vielen Fans auf dem Betzenberg aus der Seele...

Hoffentlich liesst das mal auch ein Spieler. vielleicht geht ihm dann ein Lichtlein auf...
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Alt 04.05.2005, 10:06   #9
 
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das traurige daran ist, dass sich wohl kein profi an so etwas noch "aufgeilen" kann.
dass ist ja das ganze dilemma.
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Alt 04.05.2005, 10:49   #10
Bienenkönigin
 
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Zitat von Waschbaerbauch
jemand der seinen abschied des öfteren provoziert.. sich ständig mit fans anlegte und schon längst einen neuen job hat...??? was ist der dann?

Womit hat er seinen Abschied provoziert ? Damit, dass er den FCK von einem Abstiegsrang ins gesicherte Mittelfeld führte ? Damit, dass er an der Seitenlinie nicht den Hampelmann spielte, sondern seiner Art treu blieb ? Und muß ein Trainer sich von den sogenannten "Fans" alles gefallen lassen ?

Und für die Behauptung, dass Jara schon längst einen neuen Job hatte wäre ich dir für einen Beweis dankbar. Tatsache ist nämlich, dass es am Tag bevor Jara bei euch den Kram hinschmiß ein erstes Infogespräch in Salzburg gab. Und entschieden war zu dem Zeitpunkt mit Sicherheit noch nichts...
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Alt 04.05.2005, 10:56   #11
 
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Zitat von Flash
Tatsache ist nämlich, dass es am Tag bevor Jara bei euch den Kram hinschmiß ein erstes Infogespräch in Salzburg gab. Und entschieden war zu dem Zeitpunkt mit Sicherheit noch nichts...

und wo steht dass bittesehr ?
tatsache ist zum beispiel, dass sich jara eine woche zuvor von 3.000 fans in leverkusen trotz niederlage feiern lies, um 1 woche später nach der heimniederlage gegen hannover sich von 15! anhängern auf der haupttribüne in die suppe spucken lässt...
ein gestandener mann lässt sich von so etwas nicht aus der ruhe bringen...sofern er nicht schon längst aus anderen gründen einen entschluss gefasst hätte.

wenn dem doch so wäre, würde mittlerweile jeder zweite coach in der buli vorzeitig und freiwillig seinen hut nehmen.
siehe advokaat, neururer, van marvejik, finke, lienen, und noch viele mehr.
der einzige jedoch, der völlig kritikunfähig scheint und dabei auch kein dickes fell besitzt, ist kurt jara.
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Alt 04.05.2005, 10:57   #12
 
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Das Thema Jara ist wohl abgehakt.
Scally85 ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 04.05.2005, 11:12   #13
Bienenkönigin
 
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Zitat von kriggebächler
und wo steht dass bittesehr ?
tatsache ist zum beispiel, dass sich jara eine woche zuvor von 3.000 fans in leverkusen trotz niederlage feiern lies, um 1 woche später nach der heimniederlage gegen hannover sich von 15! anhängern auf der haupttribüne in die suppe spucken lässt...
ein gestandener mann lässt sich von so etwas nicht aus der ruhe bringen...sofern er nicht schon längst aus anderen gründen einen entschluss gefasst hätte.

wenn dem doch so wäre, würde mittlerweile jeder zweite coach in der buli vorzeitig und freiwillig seinen hut nehmen.
siehe advokaat, neururer, van marvejik, finke, lienen, und noch viele mehr.
der einzige jedoch, der völlig kritikunfähig scheint und dabei auch kein dickes fell besitzt, ist kurt jara.

Es konnte schon deshalb keine früheren Gespräche gegeben haben, weil die Übernahme vom SV Salzburg durch den Herrn Mateschitz erst einen Tag vor Jaras Abschied beim FCK über die Bühne ging. Dienstag gabs das erste Info-Gespräch mit Beckenbauer und dem Herrn Mateschitz und am Mittwoch dann der Rücktritt beim FCK. Hier von einem "längst" fixen Vertrag zu sprechen und das nur weil der Waschbaer den Jara von Anfang an nicht leiden konnte ist schlicht und einfach nicht in Ordnung.

@Scally85 nachdem Jara nun Trainer bei meinen Salzburgern ist, ist das Thema für mich alles andere als abgehakt. Und wenn jemand Blödsinn verbreitet, so erlaube ich mir das richtig zu stellen.

edit: noch was zum Thema "dickes Fell". Wenn Jara das nicht hätte, wäre er schon im Herbst weg gewesen als man auf einem Abstiegsrang und es mehr als vielleicht 15 waren die lautstark Jaras Rauswurf forderten. Ich denke es war wohl eher die Enttäuschung darüber, dass bei dem Tabellenstand von dem man ein halbes Jahr vorher nur träumen konnte es immer noch ein paar Verblendete gab die gleich wieder "Jara raus" rufen.

Geändert von Flash (04.05.2005 um 11:15 Uhr).
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Alt 04.05.2005, 11:25   #14
 
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Dann schreib das nit hier rin hat nix mit dem Thema zu tun.
Außerdem sei doch froh das er jetz bei euch Trainer is oder beschwerst du dich jetz das wir ihn angeblich vergrault ham un ihr ihn jetz am hals habt.
Scally85 ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 05.05.2005, 13:05   #15
 
Benutzerbild von kriggebächler
 
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es bestreitet ja niemand, dass jara in KL einen sehr schweren stand hatte.
aber zu einer "scheidung" gehören immer zwei.

und es ist schlichtweg falsch den FCK-fans alleine den schwarzen peter zuzuschieben.
aber eigentlich können doch nun alle zufrieden sein.
jara ist wieder in seiner gelieten heimat, und in Kaiserslautern ist man den ungeliebten trainer los.
kriggebächler ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 11.05.2005, 18:36   #16
Lieber, kleiner Teufel
 
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Ort: Baden Württemberg
Zitat von Scally85
"Von den Höllenqualen eines Lautrers oder:

Vom Sein oder Nichtsein eines Fussballfans



Wo soll ich anfangen? In welche Vorurteilsschublade zuerst greifen? Welche Fragen zuerst stellen?



Ist alles nicht so einfach.



Einfach ist eigentlich nur das Spiel, dem ich mich verschrieben habe. Es gibt 22 Männer, die um eine Lederkugel kämpfen und diese möglichst kunstvoll im gegnerischen Gehäuse unterzubringen versuchen. Das ist eigentlich alles. Jeder Trottel kann es leidlich erlernen, sofern er über zwei gesunde Beine, etwas Ausdauer und Freude daran verfügt.



Die Regeln sind genauso simpel wie das Spiel: man spielt die Kugel mit dem Fuß oder Kopf, treten, spucken und sonstige Widerlichkeiten sind verboten und wenn jemand unfair spielt, gibt’s ´nen Freistoß.



Der ungeheure Erfolg dieses Spiels liegt schlicht und ergreifend in seiner Einfachheit und jeder noch so desinteressierte Mensch im Himalaya kapiert die Grundzüge innerhalb einer Halbzeit.



Und jeder, der auch nur halbwegs über einen IQ von mehr als 10 verfügt kapiert spätestens im 2. Spiel, das er sieht, auch noch ein oder zwei andere Dinge mehr, die dieses Spiel neben seiner nötigen Technik und hin- und wieder aufblitzenden Eleganz ausmachen.



Zum einen ist das Spiel in seiner Gänze ein Kampfspiel mit genau festgelegten Regeln und zum anderen braucht jeder Spieler trotz aller individueller Klasse ein gewisses Mass an Disziplin, Mannschaftsgeist und Siegeswillen, weil spätestens in der E-Jugend eigentlich klar ist, das nur eine Mannschaft als Ganzes und nicht der Einzelne ein Spiel gewinnen kann.



Und jeder Spieler trägt Verantwortung. Verantwortung den eigenen Mitspielern gegenüber, immer das Bestmögliche zu geben zum Wohle der Mannschaft und zum anderen den Zuschauern gegenüber, ohne die ja das Spiel überhaupt nicht stattfinden würde.



Das witzige dabei ist, das all´ diese Dinge für jeden Spieler und jedes Spiel im gesamten Universum zutreffen, ganz gleich ob der Kick jetzt am Strand von Rio oder irgendwo in der A-Klasse im Nordsaarland stattfindet.



Und das allerbeste dabei ist: Fußball macht Spaß. Du rennst herum, du haust dich auf die Wiese, du schwitzt dich zu Tode und bekommst auch manchmal einen ab. Du machst haarsträubende Fehler, verlierst im Getümmel den Überblick oder spielst völlig unbedrängt deinem freistehenden Gegenspieler fünf Meter vor dem eigenen Tor den Ball zu. Fünf Minuten später gelingt dir ein Hackentrick oder ein Sololauf über 30, 40 Meter oder du donnerst die Pille volle Lotte unter den Querbalken – nicht, das du es etwa geplant hättest, aber drin war er trotzdem. Und davon zehrst du wochen- und monatelang, weil du vielleicht für fünf kleine Sekunden lang der Allergrößte warst. Und wenn´s nicht so war und der Ball zehn Meter drüberging oder du den spielentscheidenden Fehler gemacht hast, dann fühlst du dich beschissen, leer und deprimiert. Zehn oder dreizehn andere Männer haben vielleicht 90 Minuten lang ihr Bestes gegeben und es hat trotzdem nicht gereicht. Vielleicht wirst du nächste Woche nicht von Anfang an aufgestellt und du schläfst ein, zwei Nächte lang wirklich schlecht.



Aber dann geht’s wieder weiter. Du trainierst wie ein Blöder, hängst dich voll rein. Irgendwann kriegst du wieder eine Chance und dann machst du es eben besser. Solange wie du eben Freude daran hast und tief in dir drin noch Leidenschaft und Emotionen sind. Denn wenn keine Leidenschaft und keine Emotion mehr da sind, dann ist es das Beste für alle, wenn du aufhörst und deinen Platz jemand anderem überlässt.



Genau so funktioniert das Spiel, völlig einfach. Geradezu lächerlich simpel.





Es gibt nur eine Ausnahme:



Profisport.





Im Profibereich gelten vollkommen andere Regeln. Wer sich etwas anderes einredet, gehört spätestens seit Samstag in die Klapse, soviel steht jedenfalls mal fest.



Profis sind andere Menschen. Nüchtern und kühl, Situationen und Möglichkeiten messerscharf kalkulierend und abschätzend.



Wie viele Schritte muß ich tun, um in wie viel Prozent der Fälle den nächsten Zweikampf gewinnen zu können? Und wie viel Euro hab ich bis auf meinem nächsten Weg zur Mittellinie verdient? Und wäre es nicht effektiver, einfach hier stehenzubleiben und meinem Mitspieler/ Geschäftspartner den nächsten Zweikampf zu überlassen, schließlich ist der ja laut Statistik bisher noch etwa 13 Meter weniger gelaufen als ich? Und das bei höherem Gehalt!



Außerdem ist es ja heute viel zu warm. Und der Rasen! Oh Gott oh Gott! Eine Zumutung. Unmöglich! Gegen wen spielen wir heute eigentlich? Ach ja, Bayern. Dann müssen wir ja mal.



Wenn´s denn sein muß. Und wieder so viele Leute hier im Stadion. Gäähn! Was wollen die denn überhaupt? Wenn sie Unterhaltung suchen, sollen sie sich eben ne Kinokarte kaufen. Hab´ ich überhaupt heute schon meinen Broker angerufen?!? Ah, nein, Mist, muß ich gleich nachher in der Pause nachholen. Und wenn ich... Huch! 0:1... Oh, na ja, macht ja nix. Die Bayern werden ja eh Meister. Wo war ich noch gleich?!? Ach ja! Ich glaub, ich sollte mir ein paar Schering-Obligationen kaufen. Oje, ist das heiß heute. Und dieser Holländer, warum läuft der bloß so schnell? Oh! Der ist aber ziemlich frei da. Na ja, 0:2, ist ja auch nicht so schlimm. Die Welt dreht sich weiter. Mein Gott, wie unzufrieden diese Idioten hinter dem Zaun mal wieder sind. Was wollt ihr denn? Feuert mich doch an! Wenn ihr pfeift, hab´ ich erst recht keine Lust mehr!



Na ja, sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Die verlangen Dinge heutzutage, ts ts!! Kampf, Leidenschaft, Emotion, Vereinstreue – lächerlich. In welcher Welt leben die denn? Die alten Zeiten, immer nur die alten Zeiten! Bla bla! Und warum zum Teufel soll ich mir hier weh tun, nur um in den UI-Cup zu kommen? UI-Cup... Nein danke! Das sind ja drei Wochen weniger Urlaub. Nä, nä! Vor der Saison haben wir gesagt, wir wollen nicht absteigen. So weit sind wir doch! Was wollt ihr denn noch mehr? Noch drei Spiele und dann hau´ ich mich an den Strand.



Oh, 0:3, das war aber ein leichtes Tor. Schon wieder dieser Holländer, ist ja voll wild drauf heute. Zum Glück ist jemand anderes Schuld, hä hä! Wo war ich gleich? Ach ja, beim Urlaub! Vielleicht ruf ich mal meinen Berater an, wird echt langsam Zeit. Schon zwei Jahre beim selben Club und ablösefrei bin ich ja auch. Wird wieder ein toller Zahltag! Hier gibt’s ja eh nix mehr zu holen. Und wie viel haben die mir letzte Woche angeboten? Ne halbe Million Handgeld? Na ja, ist zwar ein bisschen dünn, aber wir werden sehen. Welcher Verein war das überhaupt noch mal? Aachen...? Amsterdam...? Ahlen...? Alkmar?? Ach Kacke, ich hab´s schon wieder vergessen. Ist eh egal. 0:4 stehts jetzt endlich auch, dann geh ich jetzt mal duschen. Heute Abend geht’s zum Italiener und dann in die Disse. Und am Dienstag muß ich schon wieder zum Training, äääähhhh!



...





Und ich war draußen. Draußen vor der West, diesem wachsenden Ungeheuer, Lauterns „berühmtester Kurve“. Nach dem 0:2. Ich konnte es nicht mehr sehen. Ich WOLLTE es nicht mehr sehen.



Ist mir noch nie passiert: Siebzehn Saisons lang, 389 Spiele hab ich für meinen Club gemacht. Ganz genau 389 mit dem am Samstag.



Ich hab sie gezählt. Jedes einzelne. Weil ich stolz drauf war, dabei gewesen zu sein und für meine Farben immer eingestanden bin. Weil ich dieses Spiel und meine Mannschaft liebe und es mehr als einmal meine Rettung aus tiefster Seelennot gewesen ist, die ganze Woche lang bis zum Samstag auszuharren. All den ganzen Mist irgendwie loszuwerden, den angestauten Frust hinauszuschreien. Und Emotionen auszuleben, etwas von mir selbst mit einzubringen, ohne eine andere Gegenleistung von meinem Team zu erwarten außer dieselbe Leidenschaft und dieselbe Emotion, wie ich sie mitbringe.



Das man bei solch naiver Betrachtungsweise der Dinge bei einem Fussballprofi über kurz oder lang enttäuscht wird, ist ja wohl völlig klar. Man baut sich im Prinzip ja ein Luftschloss auf. Von einer Mannschaft, die eben keine Söldnermentalität hat und für die Begriffe wie Stolz und Ehre auch Inhalte haben und nicht nur hohle Phrasen sind.



All davon habe ich am Samstag nix gesehen, wie schon so viele Male zuvor auch nicht. Und das war auch nie ein Beinbruch, weil letztendlich ja selbst der Allereingefleischtete nicht so dumm sein kann, auch nur im Ansatz heutzutage daran zu glauben, in einem Bundesligaprofi würde auch nur ein Fünkchen von all dem stecken, was ich oben angedeutet habe. In erster Linie zählt ja auch der Club und nicht die Mannschaft. Und noch weniger der einzelne Spieler.



Aber am Samstag war´s einfach einen Tick zu offensichtlich, wie die Dinge in Wahrheit stehen:



Unser Sport ist so gut wie tot und den Protagonisten, die dafür verantwortlich sind, ist es vollkommen scheißegal. Genau so egal, wie unseren Spielern am Wochenende das Ergebnis am Ende war oder die Tatsache, das der meistgehasste Verein Deutschlands ausgerechnet in unserem Stadion nach einem lockeren Trainingsspielchen ohne jede Gegenwehr die Meisterschaft feiert.



Und wir machen uns einen ab, fahren durch die Gegend, schreien uns die Hälse wund und geben unser letztes Hemd, nur um dabei zu sein. Wir gründen Fanclubs und Faninitiativen, machen uns wochenlang Gedanken, verteilen Flyer und malen Doppelhalter. Wie dumm sind wir eigentlich?





Als ich endlich zu Hause war, allein in meiner dunklen Bude und vollkommen demoralisiert im Bad auf dem Boden neben dem Klo und meine Sachen ausgezogen hab, da war ich mir sicher, das dies mein letztes Ligaspiel gewesen ist - mein letztes Spiel für den FCK überhaupt. Und viele Dinge, die mir bis auf der Autobahn bis Freisen und auf dem Parkplatz dort an den Kopf geknallt wurden, lassen mich seither nicht schlafen.



Es gibt wirklich Leute, die am Fussball kaputt gehen. Und wenn ich ehrlich bin, dann muß ich mich dazu zählen und mir die Frage stellen, auf welch schmalen Grat ich mich zur Zeit bewege.



Es gibt eben doch Grautöne zwischen schwarz und weiß, eine schwierige Sache für mich. Keine Ahnung, wann das begonnen hat und wohin es letztendlich führt, aber es stellt definitiv meinen Platz in dieser Kurve in Frage. Ich weiß auch gar nicht mehr, wie es früher einmal war und ob ich die Dinge da lockerer gesehen habe.



Das scheint alles Lichtjahre entfernt zu sein, aber ich kann mich glaub ich, nicht an ein einziges Spiel erinnern, wo ich wirklich jemals Spaß gehabt habe. Vielleicht am Abend gegen Rejkjavik, als wir um das Stadion in die Ost gewandert sind und den Gudjohnson solange angefeuert haben, bis er endlich sein Tor gemacht hat.



Das waren feine Zeiten! Da schien irgendwie alles möglich. Heute ist da nur noch ein einziger Alptraum. Unsere Kurve eine Lachnummer, die unsere Derbygegner anfeuern und unsere Mannschaft ein Trümmerhaufen aus Möchtegern-Rastellis und selbsternannten Heilsbringern, die aber bei allem Gequatsche über ihre Taten im Spiel selbst einfachste Dinge wie eine ordentliche Grätsche oder einen sauber geführten Zweikampf vergessen.



Viel liegt definitiv auch am Alkohol, da gibt’s überhaupt keine Frage. Manchmal hab ich so eine Wut in mir, das ich am liebsten selbst auf den Platz rennen und jemand abgrätschen würde, wenn ich denn nur über den Zaun käme. Und ich brauche all meine Selbstbeherrschung, um nicht loszubrüllen und um mich zu schlagen, wenn jemand mit nem Mainzerschal in den 8-er kommt.



Vielleicht bin ich auch mittlerweile ein Dinosaurier, der den Anschluß an den modernen Sport von heute verpasst hat oder ich will es einfach nicht sehen und saufe deshalb so viel, keine Ahnung.



Fakt aber ist, das am Samstag sehr viel bei mir kaputt gegangen ist und alles wirklich letzten Endes darin mündet, mich selbst zu fragen, ob das alles noch einen Sinn für mich hat. Ob der Profisport von heute, all dieser Kommerz und der billige Glitter es wirklich noch wert sind, mein Herzblut und Seelenheil daran zu hängen, mein Geld zu versaufen oder bis nachts um halb drei nach irgendeinem Auswärtsspiel in irgendeiner Bummelbahn herumzuhängen. Ob es nicht besser wäre, hier im Nordsaarland ein paar hundert sauschlechte, aber ehrliche A-Klasse-Spiele anzusehen, anstatt in der Bundesliga zu Mr. Hyde zu mutieren, der anderen verdienten Fans den Spaß vermiest, so sehr, das sie sich genötigt sehen, wegen mir zu Hause zu bleiben.



Keine Ahnung, ich weiß es wirklich nicht. Wir werden es am Samstag sehen. Ich glaube aber ehrlicherweise gesagt nicht, das ich kommen werde. Ich weiß noch nicht mal, ob ich in dieser Saison überhaupt noch mal kommen werde, denn im Moment geht mir der FCK 2005 echt am Arsch vorbei und erscheint es nicht mal wert, auf Premiere angesehen zu werden.



Außerdem schäme ich mich auch, einfach rausgegangen zu sein, meine Farben im Stich gelassen zu haben. Die Gefolgschaft verweigert zu haben. Und falls ich je wieder in einem Erstligastadion auftauchen werde, dann sicherlich in zivil.

Ein immer noch völlig demoralisierter
:::
xy
P.S.: Rechne am Samstag lieber nicht mit mir."






Ich denke das dieser Brief vielen Fans aus der Seele spricht ich sehe das zumindest genauso.
Es muss was geschehen.

WOW!

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