Willkommen im Fanlager!

Dein letzter Besuch war: Heute um 23:27 Uhr
Beiträge der letzten 24 Stunden/3 Tage anzeigen.
Abonnierte und unbeantwortete Themen auflisten.


Presseschau

Hier finden Sie die Diskussion Presseschau im Nationaler Fußball Forum. Diese befindet sich in der Kategorie Fußball-Foren; Schwere Zeiten für den VfB "Es ist die Widersprüchlichkeit, die den Fußball so reizvoll macht - häufig auch schwer verständlich: ...


 
Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Ansicht
Alt 23.09.2005, 11:02   #1
 
Benutzerbild von borible
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 01.09.2004
Ort: BAD CANNSTATT
Presseschau

Schwere Zeiten für den VfB

"Es ist die Widersprüchlichkeit, die den Fußball so reizvoll macht - häufig auch schwer verständlich: Emotionen und Enthusiasmus überlagern mitunter nüchternes Kalkül und Sachverstand. Und deshalb sind auch nur jene Anhänger des VfB Stuttgart von der aktuellen Situation wirklich überrascht, die mit dem Namen Giovanni Trapattoni einen Automatismus verknüpften, den der Fachmann in der Kürze der Zeit so ohne weiteres nicht herstellen würde: großer Name gleich großer Erfolg.
Der Maestro gilt als erfolgreichster Trainer der Welt, er ist hoch erfahren, und er genießt in der Öffentlichkeit enorme Sympathien - doch wer von der hochkomplexen Welt des Profifußballs nicht spricht wie der Maulwurf von der Farbe, dem war von Anfang an klar: Erfolge entstehen nicht durch Handauflegen. Sie sind die Früchte harter Arbeit. Es wird seine Zeit dauern, ehe der neue Trainer zu einer harmonischen Einheit zusammenfügt, was sich bei seinem Dienstantritt als unübersichtliche Baustelle darbot: neuer Trainer, neue Spieler, neue Taktik, neue Spielphilosophie. So weit die fachliche Sicht der Dinge, die sich inzwischen bestätigt.
Die gefühlte Welt der VfB-Anhänger tut sich naturgemäß schwer mit dieser realistischen Sicht der Dinge. Wer alle zwei Wochen tief in die Tasche greift mit der Erwartung auf 90 Minuten feinste Unterhaltung, wer den Helden in kurzen Hosen Kultstatus zurechnet und wer vom weit verbreiteten Irrglauben ausgeht, dass mehr Geld automatisch auch mehr Tore schießt, reagiert bitter enttäuscht auf das jüngste Auf und Ab des VfB Stuttgart. Auf jeden Sieg, auf jede Hoffnung folgt prompt eine Enttäuschung. Der Frust der weiß-roten Gemeinde ist - so betrachtet - verständlich. Zumal VfB-Präsident Erwin Staudt in seiner hellen Freude über den Coup mit Trap zum Saisonbeginn wenig dazu tat, die Kluft zwischen gefühlter und realistischer Erwartung ein wenig zu schließen. Allen Warnungen zum Trotz schürte der VfB-Chef die Erwartungen mit vollmundigen Aussagen. Sportdirektor Herbert Briem versprach, ohne rot zu werden: Die neue Mannschaft sei so gut wie die vorherige - mindestens. Derlei Sprüche kurbeln den Vorverkauf der Dauerkarten an, sie steigern das Medieninteresse und nähren den Stolz der Fans. Aber sie werden zur Hypothek, wenn sie sich als das entpuppen, was sie in Wahrheit sind: warme Worte der PR-Strategen.
Seither beginnt der branchenübliche Mechanismus zu greifen: Schuld ist der Trainer. Statt der Öffentlichkeit den Widerspruch zwischen den leichtfertig geschürten Erwartungen und der rauen Wirklichkeit offensiv zu erklären, flüchteten sich die VfB-Verantwortlichen zunächst in abwartende Durchhalteparolen. Erst in den letzten Tagen begannen die VfB-Granden, öffentlich und selbstbewusst zu vertreten, womit sie nach der verkorksten Saison unter Matthias Sammer begonnen hatten: den notwendigen Umbau der Mannschaft.
Dass Giovanni Trapattoni mit bisweilen eigenwilligen Methoden den Weg zum Erfolg sucht, mag irritieren. Ob die permanente Rotation des Personals der Weisheit letzter Schluss ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Auch die Spielweise unter dem "Mister" findet nicht bei jedermann Gefallen. Doch das ist nicht das eigentliche Problem. Er verlangt nichts, was ein Fußballprofi nicht umsetzen könnte. Und wo immer Trapattoni bisher arbeitete - auf Dauer hatte er mit seinen Methoden Erfolg.
Dass der Coach nun unter wachsendem Erfolgs- und Zeitdruck steht, muss er zwar verantworten, die alleinige Schuld daran trägt er nicht. Giovanni Trapattoni verfügt über das notwendige Können und Format, um das sportliche Tief durchzustehen. Doch eine wirkliche Chance hat er nur dann, wenn die Spieler nicht den Trainer missbrauchen, um eigene Schwächen zu vertuschen. Und wenn ihm die Club-Verantwortlichen noch zu 100 Prozent vertrauen. Trapattoni zu feuern wäre der Ausdruck eigenen Versagens. Mit ihm zusammen die schweren Zeiten zu meistern, dagegen ein Beweis wachsender Qualität im VfB-Management."

Stuttgarter Nachrichten 23. September 2005

ujiop

borible ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 23.09.2005, 11:03   #2
 
Benutzerbild von borible
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 01.09.2004
Ort: BAD CANNSTATT
Die Allzweckwaffe, die mit dem Gras spricht

"Wie sieht der Alltag der Leute aus, die beim VfB dafür sorgen, dass der Laden läuft? Folge sieben unserer "Betriebsführung" stellt den Hausmeister vor: Kurt Kücherer ist der Mann mit dem Generalschlüssel.
Block 6, Reihe 28, Platz 19. Dort hockt er normalerweise und zittert. Nur am Mittwoch war er nicht im Stadion - nicht, weil er das Elend gegen den HSV hat kommen sehen. Es war einfach zu spät.
"Des isch nix für mich", sagt der VfB-Hausmeister. "Zwölfe nachts wär´s gworda, bis i wieder dohoim gwä wär - und um halb Fünfe morgens muss i ja schon wieder uffstanda." Kurt Kücherer, 58, macht einen ausgeschlafenen Eindruck, als er uns willkommen heißt. Abends um halb neun, erzählt er, geht er normalerweise daheim in Nürtingen ins Bett, um morgens so topfit zu sein wie jetzt, wo er am Schreibtisch seines Hauptquartiers im VfB-Klubheim sitzt, hinter der Eingangstür, die zu den Spielerkabinen führt. Seinem wachen Blick entgeht nichts.
"Dieses Haus", sagt Kücherer, "hüte ich wie mein Eigentum." Er ist das, was man einen schwäbischen Hausmeister nennt - und auf keinen Fall zu verwechseln mit dem Hausmeister Krause, den Tom Gerhardt in seiner Fernseh-Comedy spielt und der mit Cordhut und Kittel etwas behämmert und mies gelaunt seine Pflichten tut - und den Hausbewohnern das Leben zur Hölle macht. Zwar steckt auch Kücherer in einem Kittel, rot, mit Vereinswappen drauf ("Ich bin VfBler mit Haut und Haaren"), und auch die nötige Strenge bringt er mit ("Respekt vor einem Hausmeister muss sein") - doch pfiffig macht er allen das Leben leicht.
"Hallo, Kurt", grüßt ihn im Vorbeigehen ein Jugendtrainer und legt ihm einen zerbrochenen Schrankschlüssel auf den Tisch. "Danke, Kurt", sagt der Mitarbeiter vom VfB-Sportshop, dem er blitzschnell mit Klopapier aus der Patsche hilft. "Kurt, kannst du uns eine Birne auswechseln?" kommt ein Hilfeschrei aus der Verwaltung. Kurt kann alles, Kurt ist da - und angesichts der Vielfalt an Handgriffen, die er jeden Tag nötig hat, fragen wir den Hausmeister vom Cannstatter Fußballwasen spontan, welche typische Handbewegung er beim "Heiteren Beruferaten" bei Robert Lembke angewandt hätte. "Klarer Fall", sagt Kücherer und dreht geschwind die rechte Hand - zum Zeichen des Türöffnens mit seinem Generalschlüssel.
Morgens um sechs geht´s los. Als Erster, der da ist, schließt er das Klubheim auf, um die Putzkolonnen ins Haus zu lassen und zu überwachen - was allerdings gar nicht nötig ist, "denn die sind", sagt er, "alle vertrauens-würdig. Und die türkische Putzfrau kann die Notizen auf dem Tisch beim Präsidenten sowieso nicht lesen".
Anschließend macht Kücherer seinen Rundgang und schaut, ob auch im Sportshop noch alles da ist. Einmal ging dort die Alarmanlage los, und mitten in der Nacht ist er von Nürtingen hingerast. Ein Einbruch? "Ach was", sagt er, "es war bloß was omgfalla." An der Kreidetafel im Gang teilt er jetzt die Kabinen fürs Training ein, für 14 VfB-Mannschaften hat er elf Räume. Zwischendurch wechselt er einen Toilettendeckel, schraubt in der Sauna, schaut nach dem Elektrischen, oder repariert die Lüftung. Besonders akribisch prüft er das Wasser im Whirlpool der Profis, "der PH-Wert muss genau 7,2 sein" - sonst verlieren sie auch noch gegen Lautern.
Wie wird man VfB-Hausmeister? Man fängt klein an. Als Fan. Alles hat Kücherer mitgemacht, von den Bundesliga-Anfängen 63 bis zu Daums Auswechselfehler in Leeds 92 ("Ich war selber dort, hab aber au nix gmerkt"). Als Kiebitz war er öfter mal beim Training, und weil er als Karosseriebauer und Landwirt "handwerklich gschickt" ist, hat er auch einmal dem damaligen VfB-Hausmeister Alois Rehberger bei der Reparatur der Klubheimtür geholfen und ihn beiläufig gefragt, wann er in Rente geht. "Bald", sagte Rehberger, "bewirb dich halt."
So begann die VfB-Karriere des Kurt Kücherer. Zunächst als Platzwart. An der Wand im Büro hängt ein Foto, wie er Felix Magath an dessen erstem Trainingstag einweist. Später hat ihn Magath ("Kurt, was hast denn heute wieder für ´ne Wiese?") beim Grasmähen zu Höchstleistungen getrieben - ja sogar zu der Erkenntnis: "Als Platzwart muss man mit dem Gras sprechen." Dieses Gespräch ging so weit, dass Kücherer die Halme irgendwann so akkurat auf drei Zentimeter schnitt, dass Magath ihn vor zwei Jahren zum Hausmeister vorschlug - und selbst als zäher rechter Verteidiger in Schlaitdorf war Kücherer früher nicht zuverlässiger.
Übern Mittag stärkt er sich mit dem Vesper, das er sich von daheim mitgebracht hat, und schon geht´s weiter. Er legt Platten, er streicht Fenster, und statt nach dem Flaschner zu telefonieren, greift die VfB-Allzweckwaffe selbst zur Zange - und spart Geld. "A Zeitlang", erinnert er sich, "hen mir ons ja koin Nagel mehr leischta könna." Auch auf die Kleinbusse der Jugendmannschaften wirft er noch ein prüfendes Auge.
Freitags ist am meisten los. Also heute. Da muss er auch noch die Kabinen für die Punktspiele am Wochenende zuteilen - und weil er nichts vor sich herschiebt ("Lieber schaff ich zusätzlich noch was im Voraus"), dauert so ein Freitag, so wie der letzte, oft 16 Stunden bei ihm.
Was sagt da die Frau? Kücherer lacht. Natürlich, sagt er, hat sie schon mal die Nase gerümpft - worauf er zu ihr sagte: "Droba isch dr Koffer." Und, wie hat sie reagiert? "Dr Koffer", sagt er, "isch immer noch da. Und d´Frau auch." Was nur damit zu erklären ist, dass er ihr versprochen hat: "Sobald der VfB Meister wird, hör ich auf."
Nach Lage der Dinge bleibt also noch viel zu tun - jedenfalls über diesen Winter hinaus. Apropos Winter: "Christbäume fürs Klubheim", sagt Kurt Kücherer, "muss ich au bald wieder kaufa.""

Stuttgarter Zeitung 23. September 2005

abc
borible ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 23.09.2005, 11:06   #3
 
Benutzerbild von borible
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 01.09.2004
Ort: BAD CANNSTATT
Staudt: Wir befinden uns in einer Übergangssaison

Der VfB-Präsident glaubt zwar weiter an die positive Entwicklung der Mannschaft, präzisiert aber die Saisonzielsetzung - Doch die Schonfrist ist vorbei

STUTTGART. Die Verantwortlichen des VfB Stuttgart klammern sich nach der 1:2-Niederlage gegen den HSV an spielerische Fortschritte, die erkennbar waren. Trotzdem: das nächste Spiel gegen Kaiserslautern hat schicksalshaften Charakter - auch für Giovanni Trapattoni.

Von Felix Bingesser

Das Herz ist der Optimist und der Kopf ist der Pessimist. Wo steht er denn nun, der VfB nach der 1:2-Heimniederlage gegen den Hamburger Sportverein? Befindet er sich tatsächlich am Ende seiner Findungsphase? War das im Vergleich zu den dürftigen, ja peinlichen Heimauftritten gegen Köln, Bielefeld und Domzale gewiss verbesserte Spiel gegen den HSV ein letztes Indiz dafür, dass sich die Mannschaft endlich gefunden hat? Dass nun das viel zitierte System Trapattoni greift?

Das Herz sagt Ja, der Kopf sagt Nein. Nicht nur, weil sechs Punkte nach sechs Spielen nur eine unmerkliche Steigerung zur verkorksten Schlussphase der vergangenen Saison sind, als man in den letzten sechs Spielen gerade noch vier Punkte gewonnen und die Qualifikation für die Champions League fahrlässig verspielt hatte. Und es ist auch nicht allein die in der laufenden Saison erschütternde Punkteausbeute mit einem Platz im Niemandsland der Tabelle, die derzeit für Alarmstimmung sorgt.

Es ist vielmehr die Tatsache, dass man auch nach zehn Vorbereitungsspielen, sechs Meisterschaftsspielen, einem Pokal- sowie einem Uefa-Pokalspiel nach wie vor und auch mit bestem Willen nicht erkennen kann, dass da etwas am Entstehen ist und eine geschlossene Mannschaft mit klarem Auftrag und klarer Strategie auf dem Platz steht. Das von Trapattoni zu Saisonbeginn abgegebene Versprechen, dass "überall wo ich gearbeitet habe, die Mannschaft meine Handschrift trägt", ist nach wie vor nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Denn der leise Aufschwung gegen den HSV hat vorwiegend mit der Klasse einzelner Akteure zu tun.

Die Dänen Jon Dahl Tomasson und Jesper Grönkjaer sind klare Verstärkungen und kaschieren derzeit viele Mängel im VfB-Spiel. Die Rückkehr von Cacau, der mit seinem wuseligen Stil und seinen läuferischen Qualitäten Räume schaffen kann, war eine offensichtliche Bereicherung für das VfB-Spiel, die Klasse von Timo Hildebrand und Fernando Meira, an dessen Seite sich auch einer wie Matthieu Delpierre stabilisiert, ist unbestritten. So waren vorwiegend individuelle Glanzlichter ausschlaggebend dafür, dass man in der zweiten Halbzeit den HSV doch in Verlegenheit gebracht hat. Und zugute zu halten ist dem Trainer, dass er jungen Spielern wie Mario Gomez oder Christian Gentner regelmäßig die Chance eröffnet, sich in der Bundesliga zu bewähren.

Daneben aber gibt es weiter taktische Dispositionen und Experimente des Trainers, die für viele Betrachter nach wie vor erstaunlich und nicht nachvollziehbar sind. Thomas Hitzlsperger etwa war im Spiel auf der rechten Seite im Mittelfeld eine komplette Fehlbesetzung, Andreas Hinkel ist verzweifelt auf der Suche nach seiner Form - und Ludovic Magnin ist noch weit davon entfernt, Nachfolger von Philipp Lahm zu sein. Und im Zentrum fehlt nach wie vor der Spielgestalter.

Es gibt viele Schwachpunkte, von einer Krise zu sprechen verbittet sich aber der Präsident Erwin Staudt. "Eine Krise ist etwas anderes. Wir sind in einer schwierigen Phase", sagt er und ergänzt: "Wir befinden uns in einer Übergangssaison." Eine Formulierung, die Spielraum für Interpretationen lässt. Darum präzisiert Staudt: "Wir sind in einer Übergangssaison, in der wir aber trotzdem die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb schaffen wollen." Zeitungsberichte, wonach man dieses Ziel bei weiter ausbleibendem Erfolg mit dem Trainer Klaus Augenthaler in Angriff nehmen wolle, bezeichnet Staudt als "ausgemachten Schwachsinn. Da ist gar nichts dran."

Dass zwischen Präsidium und Aufsichtsrat in Sachen Saisonzielsetzung eine gewisse Diskrepanz besteht, ist ein zusätzlich brisanter Aspekt des derzeit gebeutelten Vereins. Die Forderungen des Aufsichtsratspräsidenten Dieter Hundt schweben jedenfalls wie ein Damoklesschwert über der sportlichen Führung. Hundt verlangt unmissverständlich die Champions-League-Qualifikation und einen Platz im Halbfinale des Uefa-Pokals.

Die Schonfrist für die Mannschaft und damit auch für den Trainer Giovanni Trapattoni neigt sich dem Ende entgegen. Der VfB muss die Wende schaffen. Jetzt, und nicht in den nächsten Wochen oder Monaten. Das weiß die Vereinsführung, das weiß der Trainer, das wissen die Spieler. Und das weiß auch der Sportdirektor Herbert Briem, der dem Sonntag der Not gehorchend zuversichtlich entgegenblickt. "Ich habe keine Bedenken, was das Spiel gegen Kaiserslautern betrifft. Wir konnten gegen einen Spitzenklub mithalten, wir hätten das Spiel gegen den HSV mit ein wenig Glück gewinnen können. Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg."

Und der VfB, ergänzt Briem, sei ja nicht der einzige Verein, der am Ende der Saison die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb in der Tasche haben wolle. "Die Ansprüche, die wir haben, die haben acht andere Klubs auch." Bayer Leverkusen zum Beispiel. Ebenfalls ohne Augenthaler. stuttgarter nachrichten, 23.09.05

abx
borible ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 23.09.2005, 11:07   #4
 
Benutzerbild von borible
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 01.09.2004
Ort: BAD CANNSTATT
Nagelprobe gegen Kaiserslautern: "Eine Charakterfrage"
VfB vertraut weiter Trapattonis Fähigkeiten

"VfB, i steh zu dir. I woiß genau, uns wirft nix om. Hand mir uns zwei, wird alles andere klei. Mir halted zsamma, ganz egal was au kommt. Mir haltet zueinander, nix ond niemand duet uns weh. So sind mir, so isch der VfB. VfB, wir stehn zu Dir, wir halten zusammen, egal was auch kommt."



Selten trafen die Zeilen der VfB-Hymne von David Hanselmann die Gemütsverfassung der roten Gemeinde im Daimlerstadion besser. Ob auf den Rängen oder im inneren Machtzirkel des Bundesligisten: Man lässt sich nicht durch populistische Kritik auseinander dividieren. Im Gegenteil: Die jüngste Niederlage gegen den Hamburger SV schweißt den VfB eher zusammen.

Trotz der bitteren Enttäuschung, zwei Minuten vor dem Ende alles verloren zu haben, gab es keine Schmährufe und nur vereinzelt Pfiffe. Trotzig glauben alle an die Wende - mit Trainer Giovanni Trapattoni. So kurios es klingt: Sollten Herbert Briem bisher Zweifel an Trapattoni gepeinigt haben, so sind sie spätesten seit Mittwochabend verflogen. Der Sportdirektor und das Präsidium vertrauen dem Trainer.

"Diese unglückliche Niederlage darf eine Mannschaft, die Charakter hat, nicht zurückwerfen. Die Saison ist sehr lang. Die Mannschaft kann ihren Charakter auch zum Schluss zeigen", erklärt der Milanese mit stoischer Ruhe. Und dies ist keineswegs eine aufgesetzte Gelassenheit. Trapattoni verkörpert die absolute Selbstsicherheit. Seine Souveränität wirkt auf die Granden vom Wasen überzeugend. Die Leistung der Mannschaft hat die VfB-Führung in ihrem Glauben bestärkt. Es war der erste Auftritt, der einen Plan erkennen ließ. Gegen den HSV wurde zumindest andeutungsweise klar: Da will Trapattoni hin. "Endlich war Druck da, endlich waren wir offensiv ausgerichtet", atmet Briem auf, "ich habe heute eine ganz andere Truppe gesehen. Die sind ganz anders in die Zweikämpfe gegangen, fast jeder hat sich etwas zugetraut."

Freilich läuft nicht alles optimal. Es bleibt die Kritik an der Rotation. Auch die Systemfrage wird den VfB weiter beschäftigen. Gerade gegen den HSV, der im zentralen defensiven Mittelfeld auf den langsamen Stefan Beinlich setzte, hätte ein dynamischer Zehner entscheidende Vorteile gehabt. Aber der 66-jährige Trainer verweigert sich im Gegensatz zu Herbert Briem dieser Diskussion. Briem hält es für vorstellbar, dass beispielsweise Jon Dahl Tomasson diese Rolle hinter zwei Spitzen übernimmt: "Man muss über alles reden."

Aber wie gesagt: Gegen den HSV waren weder die Rotation, das System, die Vorbereitung, das Training noch die Aufstellung der Grund für die Pleite. Vielmehr brachten individuelle Patzer den VfB auf die Verliererstraße - das Team funktionierte. Woraus sich zwei Schlüsse ziehen lassen.

Erstens: Die Trainerfrage stellt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Zweitens: Es liegt jetzt vor allem an der Mannschaft, sich aus dieser prekären Lage zu befreien. Jetzt ist - wie Trapattoni mehrfach betont - Charakter gefragt.

Doch eines wissen auf dem Wasen alle. Ohne Erfolg ist auf die Dauer alles nichts. Mit jedem weiteren Misserfolg ginge ein Stück Vertrauen verloren. Das der Spieler in die eigene Leistungsfähigkeit. Und das Vertrauen in den Trainer. Andreas Hinkel drückt es so aus: "So langsam kommen wir in Schwung, aber es fehlen die Punkte."

Für den VfB bedeutet das: Gegen Kaiserslautern am Sonntag (17.30 Uhr) zählt nur der Sieg. Sonst verlieren die besten Argumente und Vertrauensbeweise für Giovanni Trapattoni an Überzeugungskraft. Und die Gerüchte um Klaus Augenthaler als potenziellen Nachfolger des Maestros werden nicht weniger.


Martin Haar

stuttgarter zeitung, 23.9.05
borible ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 23.09.2005, 11:14   #5
ΜΟΛΩΝ ΛΑΒΕ
 
Benutzerbild von zariz
 
Registriert seit: 31.08.2004
Trapattoni zu feuern wäre der Ausdruck eigenen Versagens. Mit ihm zusammen die schweren Zeiten zu meistern, dagegen ein Beweis wachsender Qualität im VfB-Management.

mal schauen
zariz ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 26.09.2005, 10:33   #6
 
Benutzerbild von borible
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 01.09.2004
Ort: BAD CANNSTATT
26.09.2005
1:0 - Schwache Partie, wichtiger Sieg

"Es war zwar kein Fußballfest, aber zumindest erfolgreich. Der VfB Stuttgart besiegte den 1. FC Kaiserslautern in einem schwachen Spiel mit 1:0 (1:0). Das Tor des Tages erzielte Jon Dahl Tomasson.
Wahrscheinlich wird sich Giovanni Trapattoni nicht mehr ändern. 66 Jahre alt ist der Trainer des VfB Stuttgart, aber noch immer ist er an manchen Tagen auf der Suche nach Gelassenheit. Vor allem an Tagen, an denen seine Mannschaft spielt. Dann steht er am Seitenrand, rudert mit den Armen, rauft sich die Haare, zuckt und brüllt. Das war am gestrigen Abend nicht anders. "Manchmal verliere auch ich etwas die Geduld", entschuldigte er sich lächelnd.
Man konnte den Italiener verstehen. So wie ihm ging es vielen, die den Weg ins Daimlerstadion gefunden hatten. 35 000 waren gekommen, und richtig belohnt wurden sie dafür nicht. Unter der Woche hatte das Team mit 1:2 gegen den Hamburger SV verloren, die Mannschaft stand gegen die Pfälzer enorm unter Druck. Nach einer Niederlage wären ungemütliche Zeiten angebrochen. Doch der VfB hat das Schlimmste vermieden. "Es wächst etwas heran", sagte Trapattoni, "aber wir brauchen noch Zeit. Die Mannschaft hatte ein wenig Angst."
Das war nicht zu übersehen. Und als alles vorbei war, merkte man den Protagonisten die Erleichterung an. Jon Dahl Tomasson atmete tief durch, Zvonimir Soldo blickte fast demütig in den Himmel. Nach einem schwachen Spiel, an das sich schon in wenigen Wochen keiner mehr erinnern wird. "In der jetzigen Situation darf man von uns keine Wunderdinge erwarten", sagte Christian Gentner, "da zählt nur das Ergebnis." Und alleine, wie das Tor des Tages (10.) fiel, sagte sehr viel aus über diese Partie. "Äußerst überflüssig", ärgerte sich Gästetrainer Michael Henke. Eine Analyse, die breite Zustimmung fand. Ein langer Ball von Torwart Timo Hildebrand, eine Kopfballverlängerung von Danijel Ljuboja - und ein Lupfer von Tomasson über FCK-Schlussmann Jürgen Macho. Es war bereits der vierte Treffer des Dänen. Und es führt zu der nahe liegenden Frage: Was würden die Roten eigentlich ohne die individuelle Klasse von Tomasson machen? "Benfica Lissabon wollte ihn auch verpflichten", erzählte Trapattoni, "dort sind sie jetzt ziemlich sauer, dass ich ihn nach Stuttgart gelotst habe."
Ansonsten gab es nicht viel Künstlerisches zu bewundern. Die Roten hatten zwar mehr vom Spiel, arbeiteten sich aber kaum eine Chance heraus. Vielleicht auch, weil die Mechanismen noch nicht greifen, die Mannschaft nicht eingespielt ist. Selten hat ein Trainer das Prinzip der Rotation so konsequent umgesetzt wie Trapattoni. Diesmal nahmen Andreas Hinkel, Thomas Hitzlsperger, Silvio Meißner und Jesper Grönkjaer auf der Bank Platz. Dort fand sich auch Mario Gomez, der Torschütze vom Mittwoch, wieder. Verstanden hat das nicht jeder. Doch bei VfB-Präsident Erwin Staudt fand diese Art der Personalführung großen Anklang: "Andere Trainer machen das auch. Das ist eine gute Geschichte."
Aber es sorgt zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht gerade für den höchsten Unterhaltungswert. Auch wenn sich der VfB-Coach darauf versteifte, zumindest eine gute erste Hälfte gesehen zu haben: "Das Einzige, was gefehlt hat, war das zweite Tor." Man muss den Italiener verstehen. Er ist kein Coach, der das Spektakel will. Er will, dass seine Mannschaft das Spiel kontrolliert, was am gestrigen Tag nicht allzu schwer war. Selten war eine harmlosere Mannschaft im Daimlerstadion zu Gast. Der 1. FC Kaiserslautern verschanzte sich mit Mann und Maus in der eigenen Hälfte - trotz Rückstands. Und auch Henke gab zu: "Wir waren nicht gerade torgefährlich." Ein richtiger Gegner zum richtigen Zeitpunkt."
Stuttgarter Nachrichten 26. September 2005

abc
borible ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 26.09.2005, 10:35   #7
 
Benutzerbild von borible
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 01.09.2004
Ort: BAD CANNSTATT
26.09.2005
Ein Mann sucht seine Rolle

"Es war wie eine Reise in die Vergangenheit für Andreas Brehme. Der Co-Trainer des VfB Stuttgart stand nach dem 1:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern in den Katakomben des Daimlerstadions und kam aus dem Händeschütteln gar nicht mehr heraus - denn der Gegner hatte viele alte Bekannte mitgebracht. Zehn Jahre war Brehme als Spieler in der Pfalz, zwei Jahre als Trainer. "Natürlich war das für mich ein besonderes Spiel", sagte er. Den 44-Jährigen verbindet sehr viel mit dem 1. FC Kaiserslautern. Nicht nur aus sportlicher Sicht. Neuerdings ist der gebürtige Hamburger auch Zeuge.
Zeuge der Anklage.
Im Prozess gegen das ehemalige Führungstrio des 1. FCK - Jürgen Friedrich, Gerhard Herzog und Robert Wieschemann - sollte Brehme Licht ins Dunkel bringen. Die Anklage wirft der ehemaligen FCK-Führung vor, durch verschleierte Gehaltszahlungen an fünf ehemalige FCK-Profis über Briefkastenfirmen im Ausland Lohnsteuer hinterzogen zu haben. Doch Brehme zuckt nur mit den Schultern: "Ich weiß gar nicht, was die von mir wollen." Am 13. Oktober weiß er mehr. Da wird das Urteil verkündet.
Dann ist der Fall Kaiserslautern abgeschlossen. Aber wohl nicht für Brehme. Dafür gibt es für ihn zu viele schöne Erinnerungen. Mit den Roten Teufeln ist Brehme Meister und Pokalsieger geworden. So etwas vergisst man nicht. Diese Bindung hat der Weltmeister von 1990 zu seinem neuen Arbeitgeber noch nicht gefunden. Sein Lebensmittelpunkt ist (und bleibt wohl) München. Dort wohnen seine Frau Pilar, die Söhne Ricardo (17) und Alessio (11). Sein Zweitwohnsitz ist Kitzbühel. "Aber mit jedem Tag in Stuttgart fühle ich mich hier wohler", sagt Brehme. Auch wenn einige Spieler lieber einen klassischen Co-Trainer hätten, einen Vertrauten, der zwischen Mannschaft und Chef-Trainer vermittelt. Brehme ist Trapattonis Freund und Dolmetscher. "Ich kann nicht immer nur auf Seiten der Spieler sein", sagt er. Das alles macht es für ihn allerdings nicht leichter, seine Rolle bei den Roten zu finden. Oft wirkt er unterkühlt, unnahbar. Richtig leidenschaftlich wird Brehme lediglich, wenn es um seinen Chef geht. Für Giovanni Trapattoni geht er durch dick und dünn - und ergreift emotional Partei für den Cheftrainer: "Was hier mit Giovanni passiert, ist eine bodenlose Frechheit - denn wir sind auf einem guten Weg."
Er meint auch sich selbst."
Stuttgarter Nachrichten 26. September 2005

hjk
borible ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 26.09.2005, 10:52   #8
 
Benutzerbild von borible
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 01.09.2004
Ort: BAD CANNSTATT
26.09.2005
Delpierre - der Musterprofi

"Die Erleichterung beim VfB ist nach dem Sieg über den 1. FC Kaiserslautern groß, der Jubel auch. Vor allem bei Matthieu Delpierre: "Wichtig ist, dass wir endlich einmal zu null gespielt haben." Zum ersten Mal in dieser Bundesligasaison. Und der Franzose hatte daran keinen geringen Anteil. Seine Bilanz war beeindruckend: Delpierre gewann 82 Prozent seiner Zweikämpfe. Keiner hatte an diesem Abend einen besseren Wert.
Es ist ein steiler Aufstieg, den Delpierre dieser Tage auf dem Wasen erlebt. Und er ist ein Signal für den Umbruch beim VfB. Dabei sah es vor dieser Saison gar nicht gut aus für den Franzosen. In der Innenverteidigung galten Fernando Meira und Markus Babbel als gesetzt. Beide sind Führungsspieler, Babbel gilt außerdem als Integrationsfigur für die jungen Spieler. Und als Giovanni Trapattoni kam, schien Babbels Position erst recht gefestigt zu sein. Der Trainer hatte schon beim FC Bayern große Stücke auf ihn gehalten. Und neben Delpierre wollen Boris Zivkovic und Martin Stranzl einen Platz im Abwehrzentrum. Es gab schon bessere Voraussetzungen für eine Bundesliga-Karriere. Doch davon hat sich der 24-Jährige nicht verrückt machen lassen: "Ich wusste schon vorher, dass es schwer werden würde, in diese Mannschaft zu kommen."
Doch früher oder später, da war er sicher, würde sich seine Geduld auszahlen. In den Vorbereitungsspielen bekam er auch seine Chance. Doch dann holte ihn erneut das Pech ein. "Ich hatte schon in der letzten Saison Probleme mit Verletzungen", sagt er. Nun zog sich Delpierre im Ligapokalfinale gegen Schalke 04 einen Bänderriss im rechten Sprunggelenk zu. Doch er hat sich innerhalb weniger Wochen zurückgekämpft, bis in die Stammelf. Gegen Kaiserslautern lief er zum fünften Mal in Folge von Beginn an auf. "So, wie es gerade läuft, bin ich zufrieden", sagt er. Aus der "Momentaufnahme", die Babbel vor kurzem noch gesehen hat, ist eine Dauerlösung geworden.
Auf dem Wasen wundert das die wenigsten. Über Delpierres Qualitäten waren und sind sich alle einig. Felix Magath wollte ihn schon vom OSC Lille holen. Auch Matthias Sammer freute sich über Delpierre - nachdem es ihm zu BVB-Zeiten nicht gelungen war, den Franzosen nach Dortmund zu locken. Delpierre hat die hoch gelobte französische Schule durchlaufen und in allen Jugendnationalteams gespielt. Er bringt nicht nur die körperlichen Voraussetzungen (1,93 m/86 kg) für den Posten in der Abwehrzentrale mit, neben seiner Kopfballstärke zeichnen ihn auch Dynamik und ein gutes Passspiel aus. Er ist ein Innenverteidiger der neuen Generation - deshalb hat er es geschafft, Babbel zu verdrängen.
Vor allem die Art und Weise imponiert. Heimlich still und leise hat sich Delpierre nach oben gearbeitet. Große Sprüche sind seine Sache nicht. Gegen ihn wirkt sogar der schweigsame Formel-1-Pilot Kimi Räikkönen wie ein Dampfplauderer. Und weil er außerdem bei Lob nicht überheblich wird und die Bodenhaftung bewahrt hat, gilt er als Musterprofi - als "helle Freude für jeden Trainer" (Sammer). Der vollmundigste Spruch, der Delpierre in Stuttgart je über die Lippen kam, lautet: "Ich war mit Lille in der Champions League - dort will ich auch mit dem VfB wieder hin." Ansonsten überlässt er das Reden lieber anderen. Sein Motto: "Wer viel arbeitet, erntet irgendwann viel Anerkennung." Jetzt scheinen die Früchte seiner Arbeit reif zu sein."
Stuttgarter Nachrichten 26. September 2005

hbjk
borible ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 26.09.2005, 10:55   #9
 
Benutzerbild von borible
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 01.09.2004
Ort: BAD CANNSTATT
26.09.2005
Stimmen zum Spiel

"Giovanni Trapattoni (VfB-Trainer): "In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, die Führung war verdient. Wir hatten die Herrschaft auf dem Spielfeld und den meisten Ballbesitz. Ich hatte allerdings Sorgen, ob wir das 1:0 nach Hause bringen können."
Michael Henke (FCK-Trainer): "Der Gegentreffer hat unsere Konzeption über den Haufen geworfen. Insgesamt waren wir nicht torgefährlich."

Erwin Staudt (VfB-Präsident): "Heute ist ein ganzer Lkw an Steinen von mir abgefallen, ich glaube es wächst zusammen, was zusammenwachsen muss."

Jon Dahl Tomasson: "Nach meinem Tor musste ich meine Emotionen rauslassen. Dass man fürs Trikotausziehen die Gelbe Karte bekommt, ist eine schlechte Regel, aber ich zahle die Strafe gerne."

Fernando Meira: "Das war ein schöner Tag für mich. Es war mein 100. Bundesligaspiel, wir haben gewonnen und zu Null gespielt. Jetzt müssen wir konzentriert nach Domzale fahren."

Ludovic Magnin: "Es ist toll zu sehen, dass die Mannschaft nie die Köpfe hat hängen lassen. Wir haben zwar nicht überragend gespielt, aber das war wieder ein Schritt nach vorn.""

Stuttgarter Nachrichten 26. September 2005

kop
borible ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 26.09.2005, 10:58   #10
 
Benutzerbild von borible
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 01.09.2004
Ort: BAD CANNSTATT
26.09.2005
Die Sicherheit geht über alles

"Man wird sich daran gewöhnen müssen. Unter Giovanni Trapattoni gilt zuerst: Der VfB Stuttgart muss so sicher stehen wie die Bank von England. Entsprechend zögerlich und zurückhaltend wirkte das Spiel der Roten. Da der 1. FC Kaiserslautern ähnlich dicht gestaffelt agierte, entwickelte sich das übliche Geduldsspiel: Wer gibt als Erster seine Defensiv-Ordnung auf? Doch jedes Bollwerk lässt sich überwinden: Mit schnellem Spiel über die Außenpositionen, mit Flanken in den Rücken der Abwehr, mit Steilpässen in die Nahstellen der gegnerischen Viererabwehrkette. Der VfB versuchte viel, geklappt hat eher wenig. Am Schluss machte der 1. FCK auf, der VfB konnte den Raum nicht nützen. Fazit: Hauptsache gewonnen."
Stuttgarter Nachrichten 26. September 2005

jk
borible ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 26.09.2005, 10:58   #11
 
Benutzerbild von borible
 
Geschlecht: Männlich
Registriert seit: 01.09.2004
Ort: BAD CANNSTATT
26.09.2005
VfB-Fans demonstrieren für neue Fußballarena

"Ein reine Fußballarena ist der Traum vieler Fans des VfB Stuttgart. Mit einem Demonstrationszug durch die Innenstadt wollen am Sonntag rund 1000 Fußballanhänger Druck auf die Stadt ausüben, das Stadion baldmöglichst umzubauen.
Laute Gesänge hallen durch die Innenstadt und über den Schlossplatz. Die Stimmung bei den Fans ist gut. Was ihnen in den Häuserschluchten der City gelingt, fällt aus Sicht der rund 1000 Demonstranten im Gottlieb-Daimler-Stadion schwer. "Man kann kaum eine Heimspielatmosphäre schaffen", klagt Oliver Schätzle, ein treuer VfB-Fan mit jahrelanger Stadionerfahrung. Spielverderber ist die Leichtathletiklaufbahn, darin sind sich die Fans einig.
"Wir brauchen ein reines Fußballstadion. Wenn dort die Stimmung stimmt, kommen die Leute - egal, ob wir oben stehen oder auf Tabellenplatz zwölf", meint Schätzle. "Dieses Stadion ist alle 14 Tage unsere Heimat, unser Wohnzimmer. Und da muss die Laufbahn raus", fügt VfB-Anhänger Thomas Schäufele hinzu. Fußball in der Bundesliga ohne entsprechendes Stadion sei ein enormer Standortnachteil des VfB gegenüber anderen Vereinen.
Doch einem schnellen Umbau des Daimlerstadions in eine Fußballarena steht zunächst das World Final der Leichtathleten im Weg. Die Stadt hat sich bis 2008 die Austragung dieser Veranstaltung gesichert. Die Fans sehen in ihrem jetzigen Begehren für eine Fußballarena aber keine verlorene Liebesmüh.
"Warten wir mal ab, wie erfolgreich das World Final wird. Wir werden bereits 2006 fragen, ob es sich gelohnt hat", kündigt Andreas Armbruster, Initiator der Fan-Demo, an. Er ist sich sicher, dass das Stadion größtenteils leer bleibt oder nur mit einer Flut von Freikarten zu füllen ist. Armbruster will dann erneut mit einer Demonstration erreichen, dass das World Final 2006 der Abschied der Leichtathletik aus dem Gottlieb-Daimler-Stadion wird. Es ist wohl zu erwarten, dass einige Fans erst Ruhe geben werden, wenn die Stadt ihren Traum von einer Fußballarena erfüllt - egal, ob das World Final ein Erfolg wird oder nicht."
Stuttgarter Nachrichten 26. September 2005

iop

borible ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are an
Pingbacks are an
Refbacks are an


Forum Statistiken

  • Mitglieder: 15,097
  • Themen: 57.913
  • Beiträge: 2.888.248
Aktuell sind 404 Fans auf Fanlager.de aktiv.

Sportwetten

Kontakt

Fußball News Infos