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Unruhiges Umfeld vs. Beste Fans der Liga

Hier finden Sie die Diskussion Unruhiges Umfeld vs. Beste Fans der Liga im Nationaler Fußball Forum. Diese befindet sich in der Kategorie Fußball-Foren; Hallo liebe FC-Fans, ich gehe nun seit etwa 20 Jahren ins Stadion und speziell seit letzter Saison stört mich die ...


 
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Alt 24.09.2010, 13:59   #1
 
Geschlecht: Männlich
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Unruhiges Umfeld vs. Beste Fans der Liga

Hallo liebe FC-Fans,

ich gehe nun seit etwa 20 Jahren ins Stadion und speziell seit letzter Saison stört mich die Stimmung dort doch sehr. Ich habe so das Gefühl, dass viele Leute nur ins Stadion gehen, um zu meckern und zu schimpfen. Da hört man doch immer wieder, dass diese Leute ein schönes Spiel sehen wollen. Da kann ich nur zu sagen: Werdet Fans von Bayern oder Leverkusen und lasst uns und unsere Mannschaft mit eurer negativen Einstellung in Ruhe!

Letzte Saison war es doch schon oft so, dass die Mannschaft ganz gut aus der Kabine kam und dann aber nach 10 Minuten völlig verunsichert war. Da wurde ja teilweise nach 10 Minuten gepfiffen weil noch kein Tor gefallen war. Der Gipfel war aber sicher das Pfeifkonzert zur Pause gegen Schalke beim Spielstand von 0:0! Oder die Hetzkampagnen gegen Maniche, Ishiaku("sieht aus wie 39") und Wome("Netto"), der von den eigenen Fans 60 Minuten ausgepfiffen wurde. Da muss man sich auch nicht wundern, wenn man den einen oder anderen Spieler in der Transferperiode nicht bekommt, weil der sich sowas nicht antun möchte.

Der FC ist nicht von ungefähr so heimschwach! Da geht bei jedem Fehlpass ein Raunen durchs Stadion und eigene gute Aktionen der Mannschaft werden nicht mal beklatscht. Anfeuerungen von der Tribüne? Fehlanzeige. Die Fans von der Südkurve nehme ich da mal raus. Aber wenn man mal mitbekommen hat wie die St. Pauli Anhänger letzte Woche ihre Mannschaft 90 Minuten lang aus vollen Kehlen nach vorne gepeitscht haben, obwohl die speziell in der 1. Hälfte wie ein Absteiger gespielt haben, dann weiss man doch was in Köln fehlt.

Mal ehrlich was hat uns als Kinder an Fussballspielen fasziniert als wir noch mit unseren Papas ins Stadion gegangen sind? Das war doch die tolle Atmosphäre. Man hatte das Gefühl, dass man Einfluss aufs Spiel nehmen konnte. Indem man die eigene Mannschaft anfeuert, hat diese besser gespielt und ist über sich hinaus gewachsen. Da ging man nach Hause und hatte das Gefühl, dass man was zum Sieg der eigenen Mannschaft beigetragen hat. Das habe ich in Köln zuletzt im Heimspiel gegen Bayern (da ist es dann auf einmal Ok sich hinten reinzustellen) und im Pokal gegen den amtierenden Deutschen Meister erlebt (da waren nur 35000 im Stadion und die Atmosphäre war besser als wenn es ausverkauft gewesen wäre, weil die ganzen Ich-gehe-nur-einmal alle-2-Jahre-ins-Stadion-und-will-dann-aber-ein-schönes-Spiel-sehen-Fans nicht da waren). Es wäre schön wenn wir das mal wieder öfter erleben könnten, aber da hilft kein Gemecker übers Spiel, sondern da hilft nur anfeuern. Viele sind sich glaube ich gar nicht bewusst wie diese Gemecker unten auf dem Spielfeld ankommt und das man damit eigentlich nur das Gegenteil von dem erreicht was man eigentlich möchte. Da muss sich die Fanszene einfach auch von innen reinigen. Die Mentalität muss eine andere werden. In die Köpfe der Fans muss hinein, dass Fussball in Köln die nächsten 10 Jahre nur Überlebenskampf sein wird. Hier muss mehr Fussball gekämpft werden. Da muss man sich über jeden gewonnen Zweikampf freuen. Da muss eine Abwehrschlacht zelebriert werden. Man muss sich halt auch mal drüber freuen, wenn ein Podolski vorne einen Ball erobert oder wenn ein Geromel zum x-ten Mal das Kopfballduell in der Abwehr gewinnt. Solche Dinge werden leider zu oft als selbstverständlich hingenommen. Übrigends wenn der eine oder andere das jetzt als lächerlich abtut. Im Rurpott ist sowas völlig normal und diese Mannschaften sind nicht umsonst als heimstark bekannt.

Von Vereinsseite wird das Thema ja nicht angefasst. Da heisst es immer nur: "Wir haben die besten Fans der Liga". Aber in Wirklichkeit haben wir die anspruchsvollsten Fans der Liga. Wahrscheinlich muss man beim FC auch Angst um seinen Job haben, wenn man so ein Thema anschneidet. Was ich mir von Vereinsseite aber auch mal wünschen würde, wäre, dass man konsequent versucht die Erwartungshaltung herunter zu drücken. Das Saisonziel: "Mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben" war meiner Meinung nach von Anfang an unrealistisch, da die Mannschaft schlechter besetzt ist als im Vorjahr. Da ist es einfach kontraproduktiv wenn man andauernd propagiert, dass man in so-und-so-viel Jahren in der oberen Tabellenregionen vorstoßen will. Ein Soldo macht das aber meiner Meinung nach genau richtig. Mit der Mannschaft kannst dich nur hinten reinstellen und auf Konter spielen. Um ein Spiel zu bestimmen, braucht man spielstarke Mittelfeldspieler und gute Außenverteidiger. Die haben wir aber nicht und die können wir uns wohl auch nicht leisten. Oder wollt ihr lieber wie Gladbach ins offene Messer laufen? Was man Soldo echt hoch anrechnen muss, ist dass er im unruhigen Kölner Umfeld die Nerven behält und die Nachwuchsspieler nach vorne bringt. Das war nämlich unter Daum nicht so und da hat die Mannschaft noch viel schlimmer gespielt (immer nur lange Bälle nach vorne usw.).

Vielleicht sollte man auch mal wieder den Megafon Ansager weglassen. Dann ist auch mal wieder Raum für neue Gesänge. Z.B. wars doch letzte Saison im Spiel gegen Gladbach nicht so, dass wirklich alle Fans den Pierre Wome auspfeifen wollte. Das Publikum war da durchaus gespalten. Aber versuch dann mal einen Pierre Wome Gegengesang zu starten. Da kommst du gegen das Megafon nicht an. Ich habe auch lange kein "Scheiss Tribüne" mehr gehört. Und das ewige "FC" ist doch ein schon bisschen monton. Wie soll der Typ hinterm Megafon auch beurteilen können, was gerade am besten auf die Situation passt? Der bekommt vom Spiel doch gar nix mit.

Außerdem könnte man von Vereinsseite auch mal überlegen, ob man nicht auf ein bisschen Geld verzichtet und statt Tageskarten mehr Dauerkarten verkauft. Die Ich-gehe-nur-einmal alle-2-Jahre-ins-Stadion-und-will-dann-aber-ein-schönes-Spiel-sehen-Fans drücken nämlich die Stimmung, sorgen dafür das man wichtige Punkte verliert (ich weiss ist nicht bewiesen) und letztlich geht die Rechnung nicht auf, weil wegen der schlechteren Stimmung weniger Leute ins Stadion gehen und dieses nicht mehr ausverkauft ist.

Statt der üblichen Hetzkampagnen gegen Trainer, Spieler und Manager (Leute betet nicht immer alles nach was die Zeitung mit den nackten Frauen schreibt, das ist ja peinlich!) möchte ich eine Kampagne gegen die Ich-gehe-nur-einmal alle-2-Jahre-ins-Stadion-und-will-dann-aber-ein-schönes-Spiel-sehen-Fans.

Euer Rastelli

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Alt 24.09.2010, 17:41   #2
Jugendbuchautorin
 
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Interessanter Beitrag

Ich finde, die Fans haben zweierlei Funktionen. Einerseits sollen sie ihr Team durch Anfeuerungsrufe unterstützen, andererseits sollen sie aber auch deutlich machen dürfen, wenn ihnen etwas nicht passt.
Also würde ich Pfiffe der Fans nicht grundsätzlich verdammen. Dennoch gebe ich dir recht, dass einige Leute einen falschen Maßstab ansetzen. Wenn der Einsatz der Mannschaft stimmt und sie einfach unterlegen sind braucht man nicht zu pfeifen. Wenn sie allerdings lustlos übers Feld schlendern, dauernd Rückpässe machen usw., dann finde ich das angebracht.
Natürlich kann man als FC-Fan nicht erwarten, dass man Schalke, Bayern oder Bremen an die Wand spielt. Leute, die gegen Topgegner ins Stadion kommen und dann mit nem deutlichen Heimsieg rechnen, haben einen an der Klatsche.
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Alt 11.10.2010, 15:02   #3
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War aus Bequemlichkeitsgründen schon länger nicht mehr im Stadion. Man kann ja über die FC-Fans sagen, was man will, aber es ist doch bemerkenswert, mit welcher Treue und Inbrunst sie trotz der dürftigen Heimspiele (schon länger) in großer Anzahl ins Stadion kommen und lauthals (auch mit Liedern, davon gibt's ja in Kölle einige) ihren Verein unterstützen.
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Alt 11.10.2010, 15:16   #4
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Zitat von Wupeffzee Beitrag anzeigen
War aus Bequemlichkeitsgründen schon länger nicht mehr im Stadion. Man kann ja über die FC-Fans sagen, was man will, aber es ist doch bemerkenswert, mit welcher Treue und Inbrunst sie trotz der dürftigen Heimspiele (schon länger) in großer Anzahl ins Stadion kommen und lauthals (auch mit Liedern, davon gibt's ja in Kölle einige) ihren Verein unterstützen.

Wenn man es negativ mit dem FC Fan meint könnte man auch sagen wielange sie sich schon verarschen lassen.
Aimar ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 11.10.2010, 15:45   #5
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Zitat von Aimar Beitrag anzeigen
Wenn man es negativ mit dem FC Fan meint könnte man auch sagen wielange sie sich schon verarschen lassen.


Versuche (jedenfalls hin und wieder) positiv zu denken, auch wenn die Entwicklung beim FC seit Jahren nicht unbedingt Anlass dazu gibt!
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Alt 11.10.2010, 15:46   #6
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Rückschlüsse von Gemecker auf die Heimschwäche zu ziehen, halte ich für sehr gewagt.
Ich vergleiche mal wieder mit Stuttgart. Dort wird seit Jahren gemotzt, gemeckert und gemosert. Und dennoch war der VfB über Jahre eine der heimstärksten Mannschaften der Liga (die aktuelle Saison mal ausgenommen, wobei man die fehlende Cannstatter Kurve auch bei der Stimmung merkt )

Ansonsten geb ich dir weitestgehend recht.
Ultras und die Vorsänger mit den Megaphons dominieren die Stadien. Ich will das nicht so sehr verdammen wie viele es tun. Auf diese Art und Weise wird eine Stimmung generiert, die man ohne den Ultrablock nur bei entsprechendem Spielverlauf und gut gelaunten Fans hinbekommt. Auch hier kann ich den VfB als Beispiel hernehmen. Dieses berühmte Heimspiel gegen Bochum Anfang Dezember 2009, nach dessen Schlusspfiff es Ausschreitungen vor dem Stadion gab und in der Folge Babbel seinen Hut nahm. Dieses Spiel haben die Stuttgartultras über 90 Minuten boykottiert. Und abgesehen von wenigen Aktionen wie vor Freistößen und Eckbällen war es weitestgehend ein Geisterspiel ohne Fangesänge. Wenn es in einem Spiel läuft, bin ich davon überzeugt, dass Stimmung generiert werden kann - das funktioniert dann aber auch mit den Ultras. Aber ein Spiel nach Rückstand umzubiegen, ist in der heutigen Zeit wohl ohne den sogenannten Stimmungsblock kaum noch möglich...

Man muss den Zuschauern das Recht auf Protestäußerungen gewähren. Immerhin zahlen diese zum Teil horrende Preise für anderthalb Stunden Fußball. Und wenn dies dann zur Qual für Aug und Seele ausartet, kann man nicht erwarten, dass diese bedingungslos "Hurra" schreien. Das ist aber mitunter auch ein Produkt der kommerzorientierten Fußballwelt, in der wir heute leben. Müsste man wie vor einigen Jahren für die teuersten Plätze ungerechnet nur 10-20 Euro auf den Tisch legen, dann läge die Frustrationstoleranz wohl auch erheblich höher

Auch Hetzkampagnen gegen einzelne Spieler fußen auf dieser Tatsache. Wenn man sieht, was Maniche, Wome usw. verdienen und was sie auf der anderen Seite für Leistung bringen, dann ist das einfach zum aus-der-Haut-fahren. Da will ich eigentlich niemandem wirklich einen Vorwurf machen - auch wenn es vielleicht sinnvoller wäre, man würde gerade diese Spieler durch Anfeuerungsrufe zusätzlich motivieren
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Alt 11.10.2010, 16:09   #7
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Zitat von Kronkorken Beitrag anzeigen
Man muss den Zuschauern das Recht auf Protestäußerungen gewähren. Immerhin zahlen diese zum Teil horrende Preise für anderthalb Stunden Fußball. Und wenn dies dann zur Qual für Aug und Seele ausartet, kann man nicht erwarten, dass diese bedingungslos "Hurra" schreien. Das ist aber mitunter auch ein Produkt der kommerzorientierten Fußballwelt, in der wir heute leben. Müsste man wie vor einigen Jahren für die teuersten Plätze ungerechnet nur 10-20 Euro auf den Tisch legen, dann läge die Frustrationstoleranz wohl auch erheblich höher

Da muss ich widersprechen.
Wer wird denn gezwungen ins Stadion zu gehen? Niemand und es wird auch niemand gezwungen die "horrenden Preise" zu zahlen. Wenn man nur auf Unterhaltung aus ist, dann kann man sich das doch zu Hause gemütlich vom Sofa angucken und jederzeit ausschalten, wenn man keine Lust mehr hat. Genauso kann man auch jederzeit das Stadion verlassen(was ich persönlich ein Unding finde, aber es ist ja jedem freigestellt)
Wenn man allerdings im Stadion ist, dann sollte man die Mannschaft motivieren. Was bringen denn Pfiffe, wenn eine Mannschaft sowieso schon angeknackst ist? Meiner Menung nach nichts. Deswegen finde ich es auch sehr positiv, dass es so etwas bei Union nicht gibt.


Zitat von Kronkorken Beitrag anzeigen
Auch Hetzkampagnen gegen einzelne Spieler fußen auf dieser Tatsache. Wenn man sieht, was Maniche, Wome usw. verdienen und was sie auf der anderen Seite für Leistung bringen, dann ist das einfach zum aus-der-Haut-fahren. Da will ich eigentlich niemandem wirklich einen Vorwurf machen - auch wenn es vielleicht sinnvoller wäre, man würde gerade diese Spieler durch Anfeuerungsrufe zusätzlich motivieren

Hetzkampagnen gegen einzelne Spieler sind meiner Meinung nach das Letzte. Zuerst ist Fussball ein Mannschaftssport, man gewinnt zusammen und man verliert zusammen. Und wie du selber schon feststellst. Anfeuerungsrufe sind dort die richtige Lösung. Wieso sollten Pfiffe oder andere Unmutsäußerungen dem Spieler Selbstvertrauen geben? Ich persönlich möchte einen Kenan Sahin nach seinem Auftritt in der zweiten Mannschaft gegen den BFC am liebsten nicht mehr im Uniontrikot sehen. Wenn er aber aufgestellt wird, dann unterstütze ich ihn trotzdem. Das gehört für mich dazu.


Zu den beiden ersten Absätzen bin ich ganz bei dir
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Alt 11.10.2010, 18:55   #8
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Es ist ein Phänomen, das man in fast jedem größeren Stadion beobachten kann. Die Fans, die vor 20 Jahren im Stadion waren (und für die tolle Stimmung gesorgt haben), sind heute zum Teil noch immer da - und Teil der Fankurve. Damals hatten wir allerdings einen Zuschauerschnitt, der um 20-25k niedriger lag als heute. Demnach sind viele Plätze hinzugekommen, die eben im hochpreisigeren Segment liegen und ein anderen Typ Fan ansprechen. Das sind Fans, die vor 20 Jahren nicht im Stadion waren.
Ich will das nicht rechtfertigen, aber ich kann es nachvollziehen. Wenn ich sehe, dass beim Spiel VfB gegen Dortmund vor einigen Wochen zum Teil deutlich über 50 Euro pro Tribünenplatz verlangt wurde (keine Loge!), dann will ich diesen auch das Recht zusprechen sich kritisch über die Mannschaftsleistung äußern zu dürfen, wenn das Spiel absolut zu davonlaufen ist.

Fußball ist nicht nur noch Religion, Fußball ist zum Event geworden. Entertainment für Besserverdienende.

Ich kenn mich bei Union viel zu wenig aus, als dass ich mir da ein Urteil bilden könnte. Aber bist du dir sicher, dass es bei euch ähnlich aussehen würde, wenn ihr seit 20 Jahren im Olympiastadion spielen würdet?
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Alt 11.10.2010, 19:02   #9
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Ich kenn mich bei Union viel zu wenig aus, als dass ich mir da ein Urteil bilden könnte. Aber bist du dir sicher, dass es bei euch ähnlich aussehen würde, wenn ihr seit 20 Jahren im Olympiastadion spielen würdet?

Kann man nicht viel zu sagen. Die Alte Försterei gehört ja schon ewig zum Verein, aber es ist auch nach dem Umbau der Großteil der Stehplätze geblieben. Denke sowas sieht man heutzutage auch eher selten. Insofern gehört zum Verein, sonst hätte er sich sicherlich nicht so entwickelt. Ist allerdings ne reine Vermutung.
Mich wird man auf jeden Fall niemals in einem Fussballstadion gegen die eigene Mannschaft pfeifen sehen! Und das geht vielen bei Union auch so. Denn Pfiffe gab es auch beim durchreichen von 2. Liga bis 4. Liga nicht.
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Alt 11.10.2010, 21:36   #10
 
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Wenn sich bspw. eine Mannschaft zu Hause lustlos und ohne Einsatz abschlachten lässt darf man m.M.n. gegen Ende eines Spiels auch durchaus mal pfeiffen.
Oder wenn eine Mannschaft wie Köln wie in den letzten Bundesligajahren gefühlte 75% seiner Punkte auswärts holt darf man auch mal seinen Unmut äußern...

M.M.n. ist Unterstützung der Fans kein gottgebenes Privileg für eine Mannschaft, sondern sie muss es sich durch Einsatz erarbeiten.
Wuschel ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 11.10.2010, 21:55   #11
 
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Fußball ist nicht nur noch Religion, Fußball ist zum Event geworden. Entertainment für Besserverdienende.

Hm, also wenn ich mich im Stadion bewege, sehe ich zumindest vom Gefühl her eher weniger "Besserverdiener". Mag natürlich auch an der Fankurve liegen. ;)

Für mich ist Fußball ein Sportereignis, nicht mehr und nicht weniger. Und Sport ist nunmal nicht so einfach berechenbar. Wenn ich in ein Theaterstück gehe, gehe ich davon aus, dass ich unterhalten werde, weil die Leute es drauf haben. Beim Sport kann man nicht zwingend davon ausgehen, zumal es auch immer noch einen Gegner gibt. Wenn man einen "Event" sehen will, soll man woanders hingehen. Ich will nur ein Spiel sehen, ob gut oder schlecht, und vor allem meine Freunde treffen. Emotionen gehören natürlich dazu, aber es hat alles seine Grenzen. Einzelne Spieler fertig zu machen, die eigene Mannschaft anzupöbeln, das geht gar nicht. Ob die nun Millionen verdienen oder 'nen Appel und 'n Ei, spielt gar keine Rolle. Die Spieler sind auch nur Menschen wie wir.
lachi83 ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 11.10.2010, 22:23   #12
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Zitat von lachi83 Beitrag anzeigen
Hm, also wenn ich mich im Stadion bewege, sehe ich zumindest vom Gefühl her eher weniger "Besserverdiener". Mag natürlich auch an der Fankurve liegen. ;)

Für mich ist Fußball ein Sportereignis, nicht mehr und nicht weniger. Und Sport ist nunmal nicht so einfach berechenbar. Wenn ich in ein Theaterstück gehe, gehe ich davon aus, dass ich unterhalten werde, weil die Leute es drauf haben. Beim Sport kann man nicht zwingend davon ausgehen, zumal es auch immer noch einen Gegner gibt. Wenn man einen "Event" sehen will, soll man woanders hingehen. Ich will nur ein Spiel sehen, ob gut oder schlecht, und vor allem meine Freunde treffen. Emotionen gehören natürlich dazu, aber es hat alles seine Grenzen. Einzelne Spieler fertig zu machen, die eigene Mannschaft anzupöbeln, das geht gar nicht. Ob die nun Millionen verdienen oder 'nen Appel und 'n Ei, spielt gar keine Rolle. Die Spieler sind auch nur Menschen wie wir.

Triffts perfekt!
Jona ist offline   Mit Zitat antworten Zum Ende der Seite springen Zum Anfang der Seite springen 
Alt 12.10.2010, 08:01   #13
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Zitat von lachi83 Beitrag anzeigen
Hm, also wenn ich mich im Stadion bewege, sehe ich zumindest vom Gefühl her eher weniger "Besserverdiener". Mag natürlich auch an der Fankurve liegen. ;)

Für mich ist Fußball ein Sportereignis, nicht mehr und nicht weniger. Und Sport ist nunmal nicht so einfach berechenbar. Wenn ich in ein Theaterstück gehe, gehe ich davon aus, dass ich unterhalten werde, weil die Leute es drauf haben. Beim Sport kann man nicht zwingend davon ausgehen, zumal es auch immer noch einen Gegner gibt. Wenn man einen "Event" sehen will, soll man woanders hingehen. Ich will nur ein Spiel sehen, ob gut oder schlecht, und vor allem meine Freunde treffen. Emotionen gehören natürlich dazu, aber es hat alles seine Grenzen. Einzelne Spieler fertig zu machen, die eigene Mannschaft anzupöbeln, das geht gar nicht. Ob die nun Millionen verdienen oder 'nen Appel und 'n Ei, spielt gar keine Rolle. Die Spieler sind auch nur Menschen wie wir.

Die Fankurve ist damit ja auch nicht gemeint. Und die hat rastelli im Ausgangspost auch ausgeklammert. Es geht um die restlichen (hochpreisigen) Tribünen, die sich der arme Schlucker nicht leisten kann und wo (überspitzt formuliert) die Schlipsträger erscheinen...
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Alt 04.12.2010, 17:19   #14
 
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Um das Ganze hier noch mal auf zu wärmen. Sicherlich liegt das Verhalten der Fans zum Teil an der Überhand genommenen Kommerziellisierung des Fußballs (Man muss sich ja nur mal Sky anschauen, da bekommt man ja mehr Interviews gezeigt als Spielszenen. Leute die im Fußballbereich arbeiten können sich sowas gar nicht mehr anschauen, denn da wird zu viel Stimmung gemacht und zu wenig Informationen gelierfert. Das weiß ich aus Erfahrung), der Fan ist heute vor so einem Spiel schon so dermaßen vorgeprägt durch irgendeinen medialen Schwachsinn, dass bei jedem Spiel eine immense Erwartungshaltung da ist. Das ist vor allen in Medienstädten wie Köln der Fall. Nur mal die letzt jährige Auswärtsstärke als Beispiel. Da gabs sicherlich viele Mannschaften, die uns um diese Auswärtsstärke beneidet haben und dadurch hat der FC sich letzte Saison einiges an Respekt erkämpft. Aber anstatt darauf Stolz zu sein als Fan, wurde immer die Meinung der hiesigen Hetzpresse nachgebetet und über die Heimleistung gemeckert. Das spitzte sich dann so dermaßen zu, dass gegen einen Wome gehetzt wurde, bis der gegangen ist und man diese Saison gar keinen erstligareifen Linksverteidiger mehr (Oh Überraschung, die sind ja selten!) und man froh wäre einen Peirre Wome noch im Kader zu haben. Dann hätten wir wahrscheinlich 10 Gegentore weniger. Das gegenteilige Beispiel ist ein Faryd Mondragon, der letzte Saison von seiner Leistung her schon ehr im unteren Drittel der Bundesligatorhüter anzusiedeln war, aber durch seine charismatische Art in Köln eigentlich immer gute Presse bekommen hat. Das Ganze gipfelte dann diese Saison darin, dass man erst mal keinen Ersatz verpflichtet hat (da hat sich dann selbst der verein blenden lassen, was für mich völlig unverständlich ist) und man auf einmal zu Saisonbeginn den mit Abstand schlechtesten Keeper der Liga hat, der so einige Gegentreffer veschuldet hat. Nun wisst ihr ja wahrscheinlich, dass er dann kurzfristig aus dem Kader war wegen diverser Eskapaden (seltsam, dass man nicht einfach sagen kann: "Der ist zu schlecht" und irgendwelche Amerikareisen vorschieben muss) und nun wo er wieder im Kader ist und ein gutes Spiel gemacht hat, ist auf einmal vergessen, wie schlecht der Anfang der Saison war. In der Kölner Presse und amit auch in der Meinung des Fans haben diese schlechten Spiele auf einmal nie stattgefunden. Es würde mich nicht wundern, wenn die sogar noch eine Kampagne starten, dass der über den Winter hinaus in Köln bleiben soll. Was ich damit sagen will, die Presse hat in solchen Städten wie Köln einen viel höheren Einfluß als man sich eingestehen möchte und leider ist es oft nicht so, dass dies zum Wohle des Vereins geschieht. Aber erst die Fans, die diesen Unsinn nachbeten, geben dem Ganzen ja erst Substanz. Wieviele von den Leuten, dei dann nachher Trainer raus rufen, haben denn überhaupt irgend einen blassen Schimmer von Fußball oder überhaupt die letzten 3 Spiele gesehen und nicht nur den Nachbericht im Express gelesen? Selbst, wenn sie das Spiel live im Fernsehen gesehen haben, sind ja oft die Reporter sowas von daneben, dass man sich fragen muss, ob die überhaupt das gleiche Spiel schauen und die meisten schauen das Spiel ja nicht mal in voller Länge, sondern die Kurzzsammenfassung in der Sportschau, wo es in erster Linie auch nur ums Spektakel geht und nicht ums Spiel.
Zum Thema Eintrittskarten. Wart ihr mal in letzter Zeit auf einem Konzert von jemand bekanntem aus dem Popbereich? Da seit ihr mit 100€ aber noch gut bedient für eine Stehplatzkarte und da pfeifft keiner, nur weil die halbe Musik vom Band läuft oder grade Playback gesungen wird. Die Leute, die während eines Spiels pfeiffen sind für mich keine richtigen Fans und sollen meiner Meinung zuhause bleiben und ihre Familie oder Freunde mit ihrem Gezeter nerven. Nach dem Spiel pfeiffen ist was anderes, aber man pfeifft ja wohl nicht die eigene Mannschaft aus, wenn das Spiel gerade in der entscheidenden Phase steckt. Und das die Kölner Fans so toll sind, weil immer viele ins Stadion kommen ist auch so eine Expressfloskel. Nur da sein reicht halt nicht. Ich hab es in Köln schon sehr lange nicht mehr erlebt, dass die eigene Mannschaft in Phasen, wo es nicht gut läuft, richtig angefeuert wurde. Mal als Beispiel, wie sehr sich die Fans mit ihrem FC indentifizieren: Beim letzten Heimspiel gegen Wolfsburg war die Unterstützung gerade nachdem der Ausgleich durch Wolfsburg gefallen ist, kaum vorhanden. Ich saß diesmal auf dem Oberrang Ost und das Positivste, was die Fans da fabriziert haben, waren Papierflieger zu schmeißen. Da muß ich mich echt fragen, warum so Leute nicht sich und allen anderen einen Gefallen tun und zu Hause bleiben?
Übrigens finde ich es toll mal zu hören, wie das so bei anderen Vereinen ist. So eine Stimmung wie in er alten Försterei würde ich mir auch mal in Köln wünschen, aber sowas gibt es bei uns leider nur, wenn wir mal im DFB-Pokal Halbfinale gegen Bayern spielen, da sieht dann echt der Letzte ein, das Pfeiffen während des Spiels nicht das Richtige ist.

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