sehr schön. Nicht wahr, es ist doch viel besser, "neuartige" Ideen durchzudenken, statt sie entsetzt abzulehnen, ohne eigentlich zu wissen, weshalb man das tut.
Zu den Anmerkungen:
Es leben genug Leute in Deutschland, die nicht Christ oder Islamist sind, die brauchen doch auch einen Feiertag, oder??? So, und nun stell Dir mal das Chaos vor, wenn jede "Randgruppe" ihren eigenen Feiertag fordert...
Nun, erstens: das wäre kein Chaos, sondern das reine Wesen der Demokratie. Vorschläge und Ansinnen verschiedenster Gruppen auf sinnhaftigkeit, implementierbarkeit und gesetzes/ethik-konformität hin zu untersuchen ist das A und O des Ganzen. Und zweitens: Es gibt heute schon religiös motivierte Feiertage verschiedener Randgruppen. Denn "Christentum" ist nicht gleich "Christentum", nicht wahr?
Integration ja, aber nicht um diesen Preis! Gleichberechtigung ja, aber das hat nichts mit Gleichberechtigung zu tun.
"nicht um diesen Preis" ? Welchen Preis? Ich verweise nochmal auf die ausdrückliche Religionsfreiheit und die Religionsneutralität unseres Staatsgebildes. Und zum Thema Integration hier ein Ausschnitt einer Rede des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland (2004), zum Verhältnis "Religion und Staat": "Integration bedeutet gerade nicht kulturelle Entwurzelung oder gesichtslose Assimilation. Integration bedeutet die immer wieder zu erneuernde Bindung aller an die gemeinsamen Werte unserer Verfassung."
Wie soll das auch funktionieren? Angenommen Deutschland führe einen muslimischen Feiertag ein. Bekämen dann nur die Muslime frei? Müssen diese dann im Gegenzug an allen christlichen Feiertagen arbeiten??
Na, da gibt's sicher viele denkbare Modelle. Bisher wird das in Deutschland ja einheitlich praktiziert, soviel ich weiss. Bei einem staatlichen Feiertag (egal ob politisch oder religiös motiviert) haben alle frei (ausser natürlich die 20%, die auch an Feiertagen arbeiten..). Das gilt genauso für Länder- oder Regional-Feiertage. Und sogar bei solchen, die Heidnisch motiviert sind (Karneval ?)
P.S. es ist übrigens typisch und weitverbreitet, dem "Infrage-steller" eine bestimmte Meinung zu unterstellen. Ich habe im vorliegenden Fall meine eigene zu diesem Thema bisher weder geäussert noch gebildet. Bisher bin ich im Modus "Devils Advocat", damit der Übergang von "Angst" zu "Verstand" überhaupt stattfindet.