DDR Reporterlegende Hempel gestorben

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Aimar

Frauensportbeauftragter
Die DDR-Reporterlegende Wolfgang Hempel ist tot. Der bekannte Rundfunk- und Fernsehjournalist starb am Sonnabend im Alter von 77 Jahren. Er erlag in einem Erfurter Krankenhaus den Folgen eines zu Beginn des Jahres erlittenen Gehirnschlages.

Hempel stammt aus dem thüringischen Neustadt/Orla. Er spielte bereits als Jugendlicher Fußball, war bis zum Wehrdienst beim damaligen Sportclub auf der Erfurter Cyriaksburg aktiv. Nach Kriegsende beendete er seine kaufmännische Lehre, wechselte aber schon 1948 vom Bürosessel einer Erfurter Firma ans Mikrofon des damaligen Thüringer Landessenders Weimar. Hempel profilierte sich mit seinem Fachwissen und Können als Reporter und wurde schnell mit seinen Berichten aus den Thüringer Fußballstadien bekannt.

45 Jahre "Doktor" für Fußball und Eishockey

Anfang der 50er Jahre wechselte Wolfgang Hempel nach Berlin, wo er über viereinhalb Jahrzehnte zum Reporterstamm der Sportredaktion von Radio DDR gehörte. In diesem Zeitraum berichtet Hempel von sieben Fußball-Weltmeisterschaften, fast allen Olympischen Spielen und 30 WM-Endrunden-Turnieren des Eishockeys. Vor allem im Eishockey und Fußball genoss der Erfurter in Fachkreisen den Ruf eines ausgesprochenen Experten - Freunde und Kollegen nannten ihn respektvoll "Doktor".

Hempel ließ seine berufliche Laufbahn in den ersten Nachwendejahren bei Eurosport in Paris und auf lokaler Senderebene in Sachsen und Thüringen ausklingen.
 
Er soll nach dem 54er WM Finale als Radioreporter ausgerufen haben:

*Ein Uuunglück ist geschehen! Westdeutschland ist Weltmeister geworden!*

Bei seiner Ankunft in Erfurt fand er seinen Pkw total demoliert vor.

Weeß awa nich, was da Lejende is unn was nich, wa.

War jedenfalls kein schlechter Fußballreporter. Am stärksten immer dann, wenn er bei WM und EM Spielen völlig neutral kommentieren konnte, z.B. bei so Konstellationen wie Belgien-Spanien WM-VF Mexiko 1986.
 

Aimar

Frauensportbeauftragter
"Das ist der Schlusspfiff. Schlusspfiff. Schlusspfiff im Berner Wankdorfstadion. Das Unvorstellbare ist passiert. Die westdeutsche Nationalmannschaft wird Fußball-Weltmeister 1954 im Endspiel gegen Ungarn. Die ganze Fußballwelt steht auf dem Kopf." Diese Worte kennt niemand mehr. Sie sind von Wolfgang Hempel.
 

arter

Finisher
Aimar schrieb:
"Das ist der Schlusspfiff. Schlusspfiff. Schlusspfiff im Berner Wankdorfstadion. Das Unvorstellbare ist passiert. Die westdeutsche Nationalmannschaft wird Fußball-Weltmeister 1954 im Endspiel gegen Ungarn. Die ganze Fußballwelt steht auf dem Kopf." Diese Worte kennt niemand mehr. Sie sind von Wolfgang Hempel.

Das klingt doch ein wenig anders als "Ein Unglück ist geschehen ..."

Hempel war einer der informiertesten Fernsehreporter und redete deutlich weniger peinlichen Unsinn als seine Kollegen. Allerdings hatte er durch seine übersachliche Art auch das seltene Talent einen sportlichen Krimi zu einem faden Langweiler zu verwandeln.
 

Schabbab

in Therapie
arter schrieb:
Hempel war einer der informiertesten Fernsehreporter und redete deutlich weniger peinlichen Unsinn als seine Kollegen. Allerdings hatte er durch seine übersachliche Art auch das seltene Talent einen sportlichen Krimi zu einem faden Langweiler zu verwandeln.
Das allerdings war das Standardrepertoire des Sportkommentatoren dieser Zeit. :zucken:
 
B

beribert

Guest
Baldrick schrieb:
Pah, die richtige DDR-Fernsehlegende ist schon 2001 gestorben...

Karl-Eduard von Schnitzler :hail: :hail: :hail:

Der hätte wirklich besser Sportreporter werden sollen!!

Beim Spiel der Bayern hätte er dann gesagt, sie hassen uns und wir hassen sie, aber es ist unsere Pflicht sie zu hassen................der Klassenfeind!!! :lachtot:
 
Moonracker schrieb:
Besser war der TV Kommentator Oertel der ja nicht nur Fussball kommentierte .

Nee, Mooni, Heinz-Florian war Leichathletik und meinetwegen auch Eiskunstlaufexperte, aber Fußball konnte der gar nicht. Meine Güte, der war, glaube ich, sogar BFC Mitglied (die hat er dann ja auch meistens kommentiert).
 
Aimar schrieb:
"Das ist der Schlusspfiff. Schlusspfiff. Schlusspfiff im Berner Wankdorfstadion. Das Unvorstellbare ist passiert. Die westdeutsche Nationalmannschaft wird Fußball-Weltmeister 1954 im Endspiel gegen Ungarn. Die ganze Fußballwelt steht auf dem Kopf." Diese Worte kennt niemand mehr. Sie sind von Wolfgang Hempel.

Danke Aimar, das erhellt einiges. Vermutlich war das von mir Geschriebene eine maßlose Übertreibung derer, die alles bei uns dramatisieren mussten. ABÄÄÄÄR, in die Zeit hätte ein solcher Spruch von wegen kalter Krieg schon gepasst. Andererseits, war die deutsche Teilung in den Köpfen damals noch keineswegs so zementiert wie Jahre später, was eine derartige Aussage ad absurdum führt. Ambivalenz so weit das Auge reicht. :suspekt:
 
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