Den Fußballvereinen fehlt immer mehr der Fan-Nachwuchs

Barfussbethlehem

Neues Mitglied
Es gibt hier ja schon ein Thema über die Frage ob die Bundesligavereine ihre Fans verlieren. Aber das ist nochmal ein anderes Thema, deswegen ein eigener Post dazu.

Mir sind die Aussagen von Real-Präsident Perez im Gedächtnis geblieben.

"Wir müssen darüber nachdenken, warum die 16- bis 24-Jährigen nicht mehr am Fußball interessiert sind."
"Wir müssen darüber nachdenken, warum 40 Prozent der 16- bis 24-Jährigen nicht mehr am Fußball interessiert sind", sagte er. "Warum das so ist? Weil zu viele Spiele nicht das Niveau haben, und sich ihnen andere Möglichkeiten der Unterhaltung bieten."
"Sie sagen, die Spiele sind zu lang. Wir müssen etwas ändern, wenn wir den Fußball am Leben halten wollen. Manchmal verstehen wir unsere Kinder und Enkel nicht."
Wenn junge Leute sich kein ganzes Spiel anschauen, dann ist es nicht interessant genug - oder wir müssen die Spiele verkürzen."

Weil junge Menschen heutzutage immer weniger Interesse an dieser Sportart zeigen sollte der Fußball also seine Tradition und seine Werte aufgeben? Wegen einer immer weiter verkürzten Aufmerksamkeitsspanne potentieller Fans? Meine Meinung: es liegt nicht am Fußball. Es liegt an der aktuellen Generation. Die ist es nicht wert Regeln und Werte zu überdenken die über Jahrzehnte gewachsen und etabliert sind. Es werden auch wieder andere Generationen und Zeiten kommen. Never change a running system.
 

Torweger

Manchild
Da ich selber ja noch zu dieser jungen Generation zähle äußere ich mich mal kurz. Die heute 12-25 Jährigen haben so viele Möglichkeiten wie noch nie. Es ist quasi alles frei zugängig und die Optionsvielfalt ist einfach enorm hoch. Streamingdienste, PayTV, Social Media, gerade mit den ganzen stark frequentierten Messengerdiensten. Viele Kinder und Jugendliche betreiben heute auch mehrere Sportarten auf einmal, deswegen kann der Fokus oft gar nicht mehr nur auf einer Sportart liegen und deswegen fallen dann einige hinten rüber und sind nicht mehr interessant. Das mit der Aufmerksamkeitsspanne stimmt auch, was aber kein spezielles Problem der jetzigen Generation ist sondern mit der genannten Optionsvielfalt und Reizüberflutung zusammenhängt. Schuld sind aber auch die Eltern, die ihre Kinder immer mehr "abschieben" und sie dehalb versuchen so oft und so viel mit Sport, Musik und anderen Themen zu beschäftigen wie es nur geht.
 

Torweger

Manchild
Beim Thema Foren sehe ich es nicht so wie Vatreni. Ich finde gerade die neuen, modernen Softwares wie Xenforo, Woltlab und Invision haben in den letzten Jahren wieder stark aufgeholt und vieles richtig gemacht. Und Foren sind für Diskussionen einfach die beste Plattform, da kann kein Messengerdienst oder soziales Netzwerk mithalten.
 

FCK-Fan-Simone

in Elternzeit
Mein Sohn ist ja erst ein Jahr alt, aber ich habe auch die Einstellung, dass er mal Sport treiben soll. Es muss aber nicht Fußball sein. Je nach Interesse.
 

Werderforever

Bekanntes Mitglied
Wenn sich 40 Prozent der Jüngeren nicht für Fußball interessieren, heißt dass ja gleichzeitig, dass sich 60 Prozent für Fu0ball interessieren...Ich würde mir ehrlich gesagt wünschen, wenn der Fußball seine nach wie vor vorhandene Dominanz was mediale Präsenz angeht verliert und andere Sportarten mehr gewürdigt werden. Aber in Deutschland sehe ich nicht annähernd, dass wir auf diesem Weg sind.

Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass der heutige Durchschnittsbürger deutlich mehr Geld für Fußball ausgibt als früher, also z.B. zu der Zeit als Sky noch "Premiere" hieß. Dass Herr Perez sich wünscht, dass jeder jedes mögliche Fußball-Abo kauft und am besten jedes jahr noch drei Real-Trikots ist klar, aber ich kann seine Flennerei nicht nachvollziehen. Fußball ist weiterhin die mit Abstand populärste Sportart der Welt und die Kohle fließt den Vereinen auch deshalb hinten und vorne rein. Es gibt halt Leute wie Herrn Perez, die nicht mit Geld umgehen können. Die können halt nie genug davon haben.
 

MingaRot

Freiheit für die Kurven
Ich sehe das Ganze eher als so das Scheinargument derer die die ESL vor vorgehaltenen Hand als "ganz Toll" empfanden es aber nicht laut gesagt haben. Die schliessen dann ergo auf "Wenn is wie die NBA ist dann findet auch die heutige Jugend die ESL ganz toll." Nur ist das sehr kurz gedacht. Wir wissen noch garnicht wie sich die "heutige" Jugend mittelfristig entwickelt, und was aus Ihnen als Erwachsene wird. Als Doppelvater von Kleinkindern und Onkel von Erwachsenen (18-23), kann ich Dir sagen dass vor allem 18-23 soviel Ahnung davon haben was Sie mit Ihrem leben anstellen wollen wie die Kuh vom Klavier.

Beruf und Familie undsoweiter wird aber kurz oder lang dazu führen dass diese Aufmerksamkeitsspanne von ca 15 Sekunden nicht mehr aufrechtzuerhalten ist, und dann wird daraus sowieso schon ein anderer Mensch.

Ich würde erstmal abwarten wie sich diese Entwicklung zu Ende führt und dann wenn nötig sich mitregierende Schritte überlegen, bevor man hier versucht den permanent Verwirrten in die Arme zu rennen.
 
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Puchinger

Mitglied
Ich sehe das Ganze eher als so das Scheinargument derer die die ESL vor vorgehaltenen Hand als "ganz Toll" empfanden es aber nicht laut gesagt haben. Die schliessen dann ergo auf "Wenn is wie die NBA ist dann findet auch die heutige Jugend die ESL ganz toll." Nur ist das sehr kurz gedacht. Wir wissen noch garnicht wie sich die "heutige" Jugend mittelfristig entwickelt, und was aus Ihnen als Erwachsene wird. Als Doppelvater von Kleinkindern und Onkel von Erwachsenen (18-23), kann ich Dir sagen dass vor allem 18-23 soviel Ahnung davon haben was Sie mit Ihrem leben anstellen wollen wie die Kuh vom Klavier.

Beruf und Familie undsoweiter wird aber kurz oder lang dazu führen dass diese Aufmerksamkeitsspanne von ca 15 Sekunden nicht mehr aufrechtzuerhalten ist, und dann wird daraus sowieso schon ein anderer Mensch.

Ich würde erstmal abwarten wie sich diese Entwicklung zu Ende führt und dann wenig nötig sich mitregierende Schritte überlegen, bevor man hier versucht den permanent Verwirrten in die Arme zu rennen.
Wenn sich mit den sozialen Medien (wie ich diesen Begriff verachte) in den nächsten Jahren nichts ändert wirst du halt unweigerlich einen beachtlichen Anteil einer kompletten Generation haben die dem Fußball verlorengeht. Aber es kann auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein zu versuchen dieser Generation auf Teufel komm raus hinterherzurennen. Das Problem ist ja nicht der Sport (Fußball), sondern der Mensch.
 
Wenn sich 40 Prozent der Jüngeren nicht für Fußball interessieren, heißt dass ja gleichzeitig, dass sich 60 Prozent für Fu0ball interessieren...Ich würde mir ehrlich gesagt wünschen, wenn der Fußball seine nach wie vor vorhandene Dominanz was mediale Präsenz angeht verliert und andere Sportarten mehr gewürdigt werden. Aber in Deutschland sehe ich nicht annähernd, dass wir auf diesem Weg sind.
Zu meiner Gymnasialzeit waren das deutlich weniger als 40%, schon allein deshalb weils bei Mädchen relativ selten war, da gabs vielleicht 1-2 pro Jahrgang.

Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass der heutige Durchschnittsbürger deutlich mehr Geld für Fußball ausgibt als früher, also z.B. zu der Zeit als Sky noch "Premiere" hieß. Dass Herr Perez sich wünscht, dass jeder jedes mögliche Fußball-Abo kauft und am besten jedes jahr noch drei Real-Trikots ist klar, aber ich kann seine Flennerei nicht nachvollziehen. Fußball ist weiterhin die mit Abstand populärste Sportart der Welt .
Das markierte ist der entscheidende Teil, die Globalisierung. Fußball ist mittlerweile auch in Ländern populär, wo er es früher nicht war und einige Länder in denen er immer populär war, sind heute wohlhabender als früher. Vor 30-40 Jahren hätte in z.B. Mexiko niemand das Geld für Pay-TV gehabt.
 

Knox

1989 war Schuld
Es ist halt auch so das der Esport Nachwuchs für sich beansprucht. Hat nen Grund warum es LoL Teams von Fussballvereinen gibt.

Die Zeit in der du 3 Sender hattest, malochen warst und dann am Wochenende halt zum Fussball bist mit den Kumpels ist einfach auch vorbei.
 

gary

Bekanntes Mitglied
Die Zeit in der du 3 Sender hattest, malochen warst und dann am Wochenende halt zum Fussball bist mit den Kumpels ist einfach auch vorbei.

Wobei man halt auch sagen muss, dass die Stadien damals erheblich leerer waren als heute mit der medialen Überfrachtung und Jugendlichen, die oft selbst viel zu wenig Sport treiben.

Nachwuchsprobleme haben alle Sportarten. Fußball steht da im Vergleich immer noch gut da. In Stadien punktet Fußball ja auch mit Eventcharakter, wenn es denn mal wieder normal läuft.
 
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