Ohne politisch werden zu wollen, schreibe ich hier mal über ein Phänomen aus Russland.
Dort wurde vor 3 Jahren die Media Football League gegründet. In der Liga spielen Teams mit Phantasienamen, die sich aus Influencern, einigen Promis und Fußballprofis, darunter als Gastspieler teils bekannte Exprofis, zusammensetzen.
Die Liga wurde anfangs vor allen von den „richtigen“ Fußballclubs belächelt. Das Lächeln ist denen aber längst im Halse steckengeblieben, da sich das Konstrukt rasant zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat. Es sind hochkarätige Sponsoren darauf angesprungen und mittlerweile stecken hinter einigen MFL-Teams führende russische Fußballclubs.
Die 2025er Saison der MFL ist beendet. Vor allem auch durch die Netzwerkarbeit der Influencer in der extrem lebendigen russischen Internetszene hat die MFL bei den Einschaltquoten die klassische Premierleague teils überflügelt und hat bei einigen Spielen auch höhere Einschaltquoten, als die russische Fußball-Nationalmannschaft auch in „normalen“ Zeiten abseits von Turnieren hatte.
Die Finalspiele fanden vor ausverkaufter Hütte in Krasnodar statt. Es ist der Bau eines eigenen Stadions für die Media Football League projektiert und wurde eine MFL zweite Liga gegründet.
Der klassische Profifußball nimmt es mittlerweile so ernst, dass auch die besten Mediateams am offiziellen russischen Pokal teilnehmen dürfen.
Wie gesagt, nur 3 Jahre nach Gründung.
Klar, da werden jetzt etliche sagen, ist nur Russland und irgendwelcher abstruser Influencerquatsch. Könnte sich aber auch andereswo durchsetzen, wennn es ebenfalls im social media Bereich und sponsorentechnisch hochprofessionell angegangen wird.