Der Presse Thread

Mopo 09.09

ST. PAULI-KURZPÄSSE
STEFAN KRAUSE




Willem Hupkes und Ifet Taljevic können nach wie vor nur locker laufen, dürften für Paderborn kein Thema sein. Weiterhin komplett außen vor sind Hauke Brückner und Philip Albrecht, dagegen scheint Andreas Mayer seine Schambeinentzündung auskuriert zu haben .

ABSCHIED: Vermarktungschef Marco Hopp wird den Verein in wenigen Monaten verlassen. "Schade, denn er hat hier wirklich vorzügliche Arbeit geleistet", lobt Vizepräsident Marcus Schulz. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

ABREISE: Um 8 Uhr startet am Sonnabend ein Fanbus in Richtung Paderborn. Anmeldung unter Tel. 6316961 (ab 18.30 Uhr).

AUFTRITT: Training heute 10 Uhr (Kraftraum) und 15 Uhr.


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Der schiefe Turm vom MillerntorSTEFAN KRAUSE

Palikuca muss »gerichtet« werden / Eger wieder voll dabei


Gelb gegen Orange gegen Grün - farbenfroh und fröhlich gings gestern Vormittag beim Training des FC St.Pauli zu. Drei Teams absolvierten in Wettbewerbsform Schnelligkeitsübungen, und der 1:0-Erfolg gegen Union vom vergangenen Freitag trug nach wie vor merklich zur guten Laune bei.

Robert Palikuca konnte das Treiben der Kameraden nur durchs Fenster des Reha-Raumes beobachten. Der Kroate leidet nach wie vor an rätselhaften Beschwerden in der Bauchmuskulatur. Doch ein Spezialist scheint der Ursache des Ganzen nun auf die Schliche gekommen zu sein. "Ich bin schief", erklärt der Abwehrhüne und liftet zum Beweis die Hosenbeine. Tatsächlich: Das rechte Knie hängt sichtbar tiefer als das linke, "und so siehts am ganzen Körper aus". Eine lange Therapie soll Abhilfe schaffen, und Palikuca hat Hoffnung, bald zumindest wieder schmerzfrei laufen zu können.

So wie Marcel Eger. Der Manndecker, nach klasse Saisonstart von einer Wadenverletzung außer Gefecht gesetzt, ist wieder voll dabei. "Zwei Wochen schneller als die Ärzte progostiziert haben", freut er sich. Für einen Platz im Kader fürs Paderborn-Spiel "könnte es reichen".
 
Die Welt 10.09

Personalnot beim HSV: Nach Lauth ist auch Wicky verletzt
Sturm-Talent Kucukovic vor Bewährungsprobe

von Julien Wolff

Die Verletztenmisere beim HSV nimmt kein Ende. Im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart (15.30 Uhr, Gottfried-Daimler-Stadion) am Sonnabend muss Trainer Klaus Toppmöller nun auch auf Mittelfeldspieler Raphael Wicky verzichten. Der Schweizer Nationalspieler zog sich einen Muskelfaserriss zu und wird bis zu drei Wochen auszufallen. Und auch der Einsatz von Christian Rahn ist fraglich. Der 25 Jahre alte Niendorfer leidet unter einer Magen-Darm-Grippe. "Wir werden versuchen, mit Medikamenten nachzuhelfen. Für Christian wird es aber eng für das Spiel am Samstag", sagte Toppmöller. Zudem hat der argentinische Angreifer Bernardo Romeo seine Adduktoren-Probleme noch immer nicht überwunden. Eine Entscheidung über seinen Einsatz soll morgen getroffen werden.


Die jüngsten Verletztenmeldungen sind für Toppmöller weitere herbe Rückschläge nach dem Ausfall von Angreifer Benjamin Lauth. Der Nationalspieler hatte sich am vergangenen Freitag eine Verstauchung am Fuß zugezogen, wie sich jetzt nach eingehender Untersuchung bei Dr. Bernhard Segesser in Muttenz bei Basel herausstellte. Nach einem überstandenen Ermüdungsbruch im selben Fuß hatte sich Lauth gerade rehabilitiert und sich zuletzt in guter Form gezeigt. "Bennis Ausfall tut ihm und auch der Mannschaft sehr weh", sagt Toppmöller. Er selbst könne derzeit nicht mehr tun, als ihm gut zuzureden. "Man muss sich mal in den Jungen hineinversetzen. Er hat monatelang für seine Genesung geackert und wird so kurz nach Saisonstart zurückgeworfen", meinte der Trainer. Lauth selbst habe zwar keine Angst vor der Zukunft, "aber wenn es wirklich Monate bis zum Comeback dauern sollte, wäre es natürlich bitter." Er beginne umgehend mit einer Magnetfeldtherapie und arbeite im Kraftraum an seiner Muskulatur. Zudem wird er knochenaufbauende Medikamente nehmen.


Um die Ausfälle weitestgehend kompensieren zu können, erhofft sich Toppmöller von den jungen Spielern ein Signal: "Jetzt ist die Situation da, in der der Nachwuchs rankommen muss."


Die größten Hoffnungen setzt Toppmöller hierbei auf den 17 Jahre alten Stürmer Mustafa Kucukovic, der für die HSV-Amateure in der laufenden Regionalligasaison bereits fünf Treffer erzielt hat und auch beim Testspiel der Profis gegen Osterholz-Scharmbeck zwei Tore schoss. "Mustafa hat bewiesen, dass er treffen kann. Er wird voraussichtlich gegen Stuttgart zum Kader gehören", so der Fußball-Lehrer. Ein Einsatz des Angreifers, den Toppmöller als "große Hoffnung für den deutschen Fußball" betitelt, scheint nicht unwahrscheinlich: "Wer mit nach Stuttgart fährt, könnte auch spielen."


Neben Kucukovic hätten auch Verteidiger René Klingbeil, Charles Takyi, Oliver Hampel und Mittelfeldspieler Alexander Laas zuletzt Fortschritte gemacht.
 
Abendblatt 09.09

Stürmernot - Toppmöller setzt auf das "Kronjuwel"
Rekord: Mit 17 in der Bundesliga - Kucukovic könnte gegen Stuttgart HSV-Geschichte schreiben.

Von Marcus Scholz

Hamburg - Er wäre der jüngste HSV-Bundesliga-Spieler aller Zeiten. 82 Tage eher als Luiz Firminho Emerson, der beim 0:0 in Kaiserslautern am 24. August 1991 das HSV-Dress trug, könnte der am Sonnabend in Stuttgart dann 17 Jahre und 310 Tage alte Mustafa Kucukovic sein Debüt im HSV-Dress feiern. "Er wird wohl im Kader sein", sagt Trainer Klaus Toppmöller, der sich zuletzt gegen "einen zu frühen Einsatz unseres Kronjuwels" ausgesprochen hatte und fügt hinzu: "Wer am Sonnabend im Kader steht, der muss auch mit seinem Einsatz rechnen."

Dabei bleiben dem HSV-Coach kaum Alternativen. Nach dem längerfristigen Ausfall von Benjamin Lauth (Stauchung Mittelfuß) und Bernardo Romeo (Adduktoren) plagen den HSV Angriffssorgen. Toppmöller: "Das könnte die große Chance für den Nachwuchs und die Spieler aus der zweiten Reihe sein."

Für "Mucki", wie der erfolgreichste Torjäger der Amateure gerufen wird, kein Grund zur Besorgnis. "Ach nein", antwortet der jugendlich und völlig unbeschwerte gebürtige Bosnier mit deutschem Pass, "ich bin völlig locker, mache mir selbst keinen Druck, habe mit so etwas sowieso keine Probleme." Zumal erst heute eine endgültige Entscheidung fällt. "Ich hoffe auf eine Nominierung - aber an einen Einsatz mag ich noch nicht denken."

Obgleich der 1,93 Meter große und 84 Kilogramm schwere Angreifer sich einen Durchstart zutrauen würde. "Körperlich habe ich keine Rückstände, fühle mich fit und die Mannschaft kenne ich auch schon." Mit Landsmann Sergej Barbarez hat er sogar einen Führungsspieler als "Paten" im Team. "Er hilft mir immer, wenn ich irgendwo Probleme habe", so Kucukovic über sein Vorbild seit frühester Jugend.

Kucukovic, der gerade seinen Führerschein macht und bei Abschluss aus dem HSV-Internat in seine eigene Wohnung ziehen will, bestach bei den Amateuren durch Treffsicherheit und bei den Profis im Training durch seine Kaltschnäuzigkeit. "Der Junge ist 17-jährig schon sensationell weit in seiner Entwicklung", lobt Toppmöller, "körperlich ist er topfit, am Ball sicher und mit einem Auge für die gefährlichen Situationen ausgestattet. Er hat den Instinkt, den ein Stürmer braucht, viel früher als andere."

So sieht es auch Kucukovic: "Ich liebe den Ball. Und ab 16 bis 20 Meter vor dem Kasten bin ich am gefährlichsten. Auch wenn der Kopfball noch verbesserbar ist, mit den Füßen haut es schon hin." Zudem sieht er sich hinter "der Granate Mpenza, die abgeht wie nix", nicht wesentlich langsamer. "Bislang hatte ich keine Probleme, meinem Gegner nicht davonlaufen zu können."

Sollte ihm das am Sonnabend gelingen, bräuchte der überzeugte Single ("Ich will nie heiraten, ich bin lieber allein") noch weitere neun Einsätze bei den Profis, um seinen Amateur-Vertrag bis 2008 per Option in einen Profivertrag umzuwandeln. "Ich will hier nie mehr weg, für den HSV zur WM 2006. Und wenn das zu früh ist, dann zur WM 2010 und mit Deutschland Weltmeister werden."


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Benjamin Lauth: "Ich gebe noch nicht auf"

Hamburg - Zumindest war er nicht allein. Zusammen mit Ersatztorwart Stefan Wächter humpelte Benjamin Lauth gestern aus dem Kabinentrakt an der AOL-Arena, während seine gesunden Mannschaftskollegen im Fitnessstudio Aspria in Norderstedt schufteten. Wenig deutete dabei auf seine schwere Verletzung hin. Kein Gips, sogar das typisch schüchtern-verschmitzte Lächeln huschte kurz über das Gesicht des Angreifers. "Was nützt es mir denn zu jammern", so Lauth, "zumal ich ja noch gar nicht weiß, wie lange ich ausfalle."

Eine schwere Stauchung des Mittelfußes, in dem sich Lauth im April dieses Jahres einen Ermüdungsbruch zugezogen hatte, lässt den 23-Jährigen, der gerade gegen Nürnberg sein umjubeltes Comeback feierte, vorerst ausfallen. "Sechs bis acht Wochen Pause, nachdem ich mich gerade wieder rangearbeitet hatte", stöhnt Lauth, "das ist schon sehr hart für mich. Aber noch härter wäre es, wenn ich dadurch Ehrgeiz und den Spaß am Fußball verloren hätte." Und das könne er definitiv ausschließen.

Es ist eine Mixtur aus Frust, Trotz und zaghaftem Optimismus, die sich bei Lauths Schilderungen seines Gefühlszustandes abzeichnet. So hoffe er zwar, dass die Medikamente anschlagen und er bald wieder trainieren kann, andererseits "weiß ich aber auch, dass mir jetzt wieder harte Wochen in meinen verhassten Räumlichkeiten bei Reha und Kraftaufbau bevorstehen." Zudem sei noch nicht klar, ob eine erneute Operation vonnöten sein wird: "Aber daran denke ich einfach noch nicht. Und selbst wenn, ich bin 23, da kommt es auf den einen oder anderen Monat länger Pause auch nicht an. Dann greife ich eben zur Rückrunde an."

So sieht es auch Trainer Klaus Toppmöller. "Ich habe Benny gesagt, dass er mit 23 noch Zeit hat. Auch wenn es für ihn im Hinblick auf die Nationalelf und die WM 2006 natürlich bitter ist." Obwohl, relativiert Lauth, "das ist noch so lange hin. Ich denke nicht, dass ich bis dahin ausfalle."

Bleibt die Frage, ob Lauth zu früh angefangen hat. Dabei herrscht Einigkeit bei allen Beteiligten: "Absolut nicht", so Lauth, Mannschaftsarzt Gerold Schwartz sowie Trainer Klaus Toppmöller unisono. "Es gab nicht den geringsten Anhaltspunkt, dass etwas ungünstig läuft. Alle Parameter haben gestimmt", führt Schwartz aus.

Wie Lauth jetzt die Zeit nutzt? Er bemüht sich zu lächeln, überlegt kurz, humpelt zu Wächters Wagen und sagt: "Ich gehe jetzt erstmal essen. Danach lege ich einfach wieder los. Schließlich habe ich noch viel vor mit dem HSV . . . " sm


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Notizen


Verletzt: Raphael Wicky zog sich beim Training mit der Schweizer Nationalmannschaft eine Zerrung zu und fällt drei Wochen aus. Bei Christian Rahn wurde eine Magen-Darm-Verstimmung festgestellt - auch sein Einsatz in Stuttgart ist fraglich.

Fehlalarm: Emile Mpenza, der am Dienstag zu seiner hochschwangeren Frau nach Belgien ins Krankenhaus reiste, kehrt heute wieder zurück. "Es war ein Fehlalarm", so Klaus Toppmöller.

Kaltstart: Die Personalnot macht einen Einsatz von Khalid Boulahrouz sehr wahrscheinlich. "Es sieht alles danach aus", sagt Trainer Toppmöller.
 
Mopo 10.09

Die Wende mit der Wundertüte
SVEN TÖLLNER

Ohne Sechs beim VfB / »Kannibale« dabei


Zwei Wochen sind vergangen, seitdem der HSV gegen Nürnberg seinen ersten Saisonsieg eingefahren hat. Zwei Wochen, in denen Klaus Toppmöller mit seiner Mannschaft körperliche Defizite aufgearbeitet und der Verein drei neue Spieler verpflichtet hat. "Wir haben die Zeit gut genutzt, uns gezielt auf Stuttgart vorbereitet", berichtet Toppi. Also alles paletti für einen starken Auftritt beim VfB? Nicht so ganz. Denn Toppi fährt mit einer Wundertüte voller Überraschungen ins Schwabenland. Was herauskommt, wird auch der Coach erst kurz vor Anpfiff wissen.

Die Wende zum Guten - mit dem 4:3 gegen Nürnberg hatte der HSV sie eingeleitet, in Stuttgart will und muss die Mannschaft den zarten Aufwärtstrend bestätigen. Die Frage ist nur: Mit welchem Personal? Mit Lauth, Wicky, Romeo und Benjamin fallen vier Spieler sicher aus. Rahn und Kling stehen auf der Kippe. Zu allem Überfluss meldete sich gestern auch noch Neu-Regisseur Almani Moreira (Schienbeinprellung) verletzt ab. "Sein Einsatz ist wohl nicht gefährdet", macht HSV-Doc Schwartz Hoffnung. "Das tut weh. Jeden Tag kommt ein anderer. Trotzdem bin ich optimistisch. Wir werden kompakt stehen und dagegenhalten", verspricht Toppmöller.

Heißt übersetzt: Toppi wird erstmals in der Saison mit Dreier-Abwehrkette spielen lassen. In der spielt Holland-Neuzugang Boulahrouz eine zentrale Rolle. Problem: Khalid, der Kannibale ("Ich will meine Gegenspieler auffressen"), stößt erst heute dazu, kann nur ein einziges Mal mit den neuen Kollegen trainieren. Toppi: "Er hat gegen Tschechien sein erstes Pflicht-Länderspiel gemacht, ordentlich gespielt. Ich freue mich, dass er zu uns kommt."

Einige Unwägbarkeiten - da kann es nicht schaden, dass Stuttgarts Silvio Meißner eine deftige Motivationssp(r)itze abschoss. "Barbarez ist ein Stürmer, der ab und zu einen auf die Socken braucht, damit er erst gar keinen Spaß am Fußball bekommt." Fragt sich nur, wer morgen zuletzt lacht ...

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Starke WM-Quali-Bilanz

Gut fürs Selbstvertrauen

Die HSV-Nationalspieler kehrten mit starken Resultaten bei der WM-Quali zurück nach Deutschland. Bilanz der Hamburger: zwei Siege, drei Unentschieden.

Sergej Barbarez trotzte den favorisierten Spaniern mit Bosnien ein 1:1 ab, machte ein gutes Spiel. Neuzugang Boulahrouz hinterließ beim 2:0 seiner Holländer gegen Tschechien eindrucksvoll seine Visitenkarte. In der 64. Minute eingewechselt, zwang er EM-Star Baros kurze Zeit später zum unfreiwilligen Salto. Slawi Hleb erreichte mit Weißrussland ein 1:1 in Norwegen. Raphael Wicky musste beim 1:1 der Schweiz gegen Irland verletzt zusehen, Takahara gewann mit Japan in Indien 4:0.



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Vereinsinfos kompakt

SVEN TÖLLNER

- LAMPENFIEBER: Neben Amateur-Knipser Mustafa Kucukovic feiert in Stuttgart auch Abwehrmann René Klingbeil sein Debüt im Profi-Kader.

- WELTREISE: Naohiro Takahara (4:0 mit Japan in der WM-Quali gegen Indien) kommt erst heute Abend via Bangkok nach Frankfurt, stößt von da direkt zur Mannschaft.

- HÄNGEPARTIE: Emile Mpenza hat derzeit eine "Standleitung" nach Lüttich. Er und Gattin Nathalie warten noch immer auf Baby Lenny.

- TAGESABLAUF: Der HSV-Tross fliegt heute um 11.10 Uhr in Fuhlsbüttel ab. Das Abschlusstraining steigt nachmittags in Stuttgart. Zurück gehts morgen über Frankfurt mit dem "Lumpensammler" (Abflug um 21.50 Uhr).
 
Matthias Sammer, Trainer des VFB
SVEN TÖLLNER

»Ich hoffe, Benny lässt sich nicht unterkriegen«


Mit sieben Punkten stehen Matthias Sammer und sein VfB gemeinsam mit Leverkusen an der Tabellenspitze. Mit Kuranyi, Hinkel und Lahm hat der Coach drei Spieler im Team, die beim Länderspiel gegen Brasilien für Furore sorgten. Klingt, als würde dem krisengeschüttelten HSV eine mächtige Klatsche drohen - oder Herr Sammer?

MOPO: Der HSV hat vor der Saison kräftig investiert. Hat der schlechte Saisonstart der Hamburger Sie überrascht?

Sammer: Ich möchte die Leistungen anderer Bundesligisten grundsätzlich nicht beurteilen, insbesondere weil es meiner Meinung nach zum jetzigen Zeitpunkt der Saison für ein Fazit noch zu früh ist. Dass der HSV über eine gute Mannschaft mit starken Persönlichkeiten verfügt, konnte man aber am vergangenen Spieltag beim Sieg gegen den 1. FC Nürnberg sehen.

MOPO: Sie stehen punktgleich mit Leverkusen an der Tabellenspitze, der HSV im Keller. Klare Sache für den VfB?

Sammer: Ich messe der Tabelle nach drei Spieltagen keine Bedeutung zu. Unser Ziel ist es, vor eigenem Publikum eine gute Leistung abzuliefern und drei Punkte zu holen. Die eigene Platzierung und die des Gegners spielen dabei keine Rolle.

MOPO: Beim Sieg in Lautern hat Ihr Team Ihnen zeitweise "ein ungutes Gefühl" beschert. Sie haben Ursachenforschung angekündigt. Sind Sie fündig geworden?

Sammer: Mir hat in Kaiserslautern zeitweise der absolute Siegeswille bei unserer Mannschaft gefehlt. Letztlich haben die Spieler aber in der zweiten Halbzeit die richtige Antwort auf dem Platz gegeben und das Spiel gedreht. Die Szenen nach dem Rückstand haben wir gemeinsam analysiert, die nötigen Dinge besprochen.

MOPO: Dem HSV fehlen mit Lauth und Romeo zwei Sturm-Optionen. Toppmöller wird Mustafa Kucukovic in den Kader berufen. Kennen Sie den Spieler?

Sammer: Wir beobachten unsere Gegner im Vorfeld eines Spiels und sind über die Spieler gut informiert. In jedem Fall werden die Hamburger mit einer guten Mannschaft im Gottlieb-Daimler-Stadion auflaufen, egal, wer letztlich im Kader stehen wird.

MOPO: Lauth ist erneut schwer verletzt. Hätten Sie ihn lieber in der ersten Elf gesehen?

Sammer: Ich hoffe für Benny, dass er schnell wieder fit wird und sich von diesem Rückschlag nicht unterkriegen lässt.

MOPO: Der HSV will aus einer sicheren Abwehr heraus agieren. Welche Art von Spielverlauf erwarten Sie?

Sammer: Ich erwarte eine kompakte und taktisch disziplinierte Hamburger Mannschaft, die nach dem Sieg am vergangenen Spieltag gegen Nürnberg auch im Gottlieb-Daimler-Stadion ein positives Ergebnis erreichen will. Wir wollen im eigenen Stadion den Rhythmus bestimmen, das Spiel kontrollieren und sehr konzentriert auftreten.


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"Für mich wäre ein Sieg des HSV keine Überraschung"

Herr Toppmöller, am vergangenen Bundesliga-Spieltag gelang Ihrer Mannschaft der erste Sieg. Allerdings musste Ihr Team trotz einer 3:1-Führung am Ende noch zittern. Warum läuft es beim neuen HSV bisher noch nicht nach Maß?
Klaus Toppmöller: "Man darf nicht vergessen, dass wir nach der vergangenen Saison einen großen Umbruch vollzogen haben. Milan Fukal, Nico Hoogma, Tomas Ujfalusi und Bernd Hollerbach sind nicht mehr dabei – eine komplette Abwehrreihe. Es dauert eine Weile, ehe sich die neue Mannschaft gefunden hat. Ich gehe aber nach wie vor davon aus, dass wir eine gute Runde spielen werden. Das Potenzial ist absolut vorhanden. Mit dem Sieg gegen Nürnberg haben wir uns Selbstbewusstsein zurück geholt."

Was ist für Sie persönlich die größere Enttäuschung: Das bisherige Abschneiden in der Liga oder das blamable Erstrunden-Aus im DFB-Pokal gegen Paderborn?
Klaus Toppmöller: "Ich will hier nicht von Enttäuschungen sprechen. Klar, den Start in die Saison haben wir verkorkst. In der Bundesliga fehlen uns drei Punkte aus dem Spiel gegen Mainz 05. Da hätten wir zur Halbzeit 3:0 führen müssen, dann wäre nichts angebrannt. Am Ende wurden wir dafür bestraft, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben. In Paderborn ist es dumm für uns gelaufen. Viele Beobachter haben auch den Eindruck gewonnen, dass da nicht alles mit rechten Dingen abgelaufen ist. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Paderborn ist abgehakt. Wir gucken nach vorn."

Erste Anzeichen für das ein oder andere HSV-Problem gab es bereits vor dem Rundenstart im UI-Cup. Wie bewerten Sie im Nachhinein das Ausscheiden gegen den FC Villarreal?
Klaus Toppmöller: "Villarreal ist eine europäische Spitzenmannschaft. So weit sind wir mit dem HSV noch nicht. Die haben einfach den besseren Fußball gespielt, waren uns klar überlegen. Bei denen hat ein Rädchen ins andere gegriffen. In der Bundesliga würde Villarreal um den Titel mitspielen, da bin ich mir sicher."

Zwischen den beiden UI-Cup-Halbfinals gegen die Spanier traf den HSV der Weggang von Tomas Ujfalusi ins Mark. Haben Sie den Verlust Ihres vermeintlich neuen Kapitäns mittlerweile verarbeitet?
Klaus Toppmöller: "Mittlerweile ja. Wir haben uns damit abgefunden, dass Tomas uns nicht mehr zur Verfügung steht. Sportlich hat uns sein Weggang natürlich getroffen. Aber aus wirtschaftlicher Sicht mussten wir ihn ziehen lassen. Außerdem war es sein ausdrücklicher Wunsch, nach Italien zu wechseln und sich einer neuen Herausforderung zu stellen."

Statt Tomas Ujfalusi ist nun Neuzugang Daniel van Buyten Ihr Spielführer. Sehr zum Ärger von Sergej Barbarez. Hat sich die Enttäuschung Ihres Torjägers inzwischen gelegt?
Klaus Toppmöller: "Sergej wäre gern Kapitän geworden, keine Frage. Aber er hat die Entscheidung akzeptiert und wie ein Sportsmann getragen. Das hatte ich nicht anders erwartet. Daniel van Buyten ist prädestiniert für das Amt des Kapitäns. Er ist eine absolute Führungspersönlichkeit, ein Vollblutprofi wie er im Buche steht."

Mit Almani Moreira, Khalid Boulahrouz und Jean Carlos Donde hat der HSV kurz vor Schließung der Transferliste noch drei Neuzugänge verpflichtet. Was erwarten Sie von den Zugängen und inwieweit kann ein junger Spieler wie Boulahrouz die Lücke schließen, die Tomas Ujfalusi hinterlassen hat?
Klaus Toppmöller: "Khalid Boulahrouz ist ein Riesentalent. Es ist Ausdruck seiner guten Leistungen, dass er jetzt erstmals in den Kader der holländischen Nationalmannschaft berufen wurde. Khalid hat eine hervorragende Einstellung zu seinem Beruf. Ich bin davon überzeugt, dass er sich in der Bundesliga schnell einen Namen machen wird. Auch Almani Moreira hat in den ersten Tagen bei uns einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Es ist erstaunlich, was er alles mit dem Ball anstellen kann. Der Junge wird auch den Fans Spaß machen. Jean Carlos Donde hat bei uns im Probetraining einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Daraufhin haben wir uns entschlossen, ihn unter Vertrag zu nehmen. Donde ist ein sehr talentierter Spieler, den ich links hinten in der Viererkette sehe. Man muss ihm aber noch Zeit geben. Er war ja fast ein Jahr verletzt, muss sich jetzt langsam wieder heran kämpfen."

Der VfB erwischte mit sieben Punkten aus den ersten drei Partien einen ordentlich Saisonstart. Sind Sie froh, am Samstag als Außenseiter ins Daimler-Stadion reisen und somit eventuell für eine Überraschung sorgen zu können?
Klaus Toppmöller: "Mich interessiert es nicht, ob wir Außenseiter oder Favorit sind. Ich will jedes Spiel gewinnen. Der VfB verfügt über eine sehr gute Mannschaft. Gleichwohl bin ich überzeugt, dass wir dagegen halten werden. Für mich wäre ein Sieg des HSV keine Überraschung. Wir sind vorbereitet."

Dürfen sich die Fans im Stadion auf ein Duell der Gebrüder Hleb freuen?
Klaus Toppmöller: "Darf ich das verraten? Sagen wir mal so: Wenn ich das Gefühl habe, dass Slavi seinen Bruder abschütteln und das entscheidende Tor schießen könnte, werfe ich ihn bestimmt rein."

Ihr Tipp für das Spiel VfB – HSV am Samstag?
Klaus Toppmöller: "Ich setze auf einen Sieg des HSV."
 

mst8576

Mitglied
ScHLaFFeR schrieb:
- HÄNGEPARTIE: Emile Mpenza hat derzeit eine "Standleitung" nach Lüttich. Er und Gattin Nathalie warten noch immer auf Baby Lenny.
Der kleine lässt sich aber Zeit, hoffe Emile lässt sich am Samstag nicht auch so viel Zeit bei Tore schießen sondern haut den Schwaben 1 bis 2 Dinger rein ...

Und hinten frühstückt unser "Kanibale" Spätzlefresser ... :zahn:
 
Abendblatt 10.09

Kannibale mit Hunger

HSV: Neuzugang Boulahrouz freut sich auf seinen ersten Einsatz morgen gegen Stuttgart

Von Marcus Scholz

Hamburg - Ganze 19 Stunden konnte sich Khalid Boulahrouz mit seiner neuen Heimat Hamburg vertraut machen, ehe es heute um 11.10 Uhr mit dem Flieger zum ersten Bundesligaspiel für den frisch gebackenen holländischen Nationalspieler vom RKC Waalwijk nach Stuttgart geht. "Ich bin fit und Verteidiger", sagt der 22-jährige HSV-Neuzugang, "da gibt es keine Probleme, denn das Verteidigen ist überall gleich. Ich sehe es eher als Herausforderung, meine neuen Kameraden so kennen zu lernen."

In gutem Englisch und gebrochenem Deutsch ("Ich hatte es in der Schule ein Jahr, aber die Grammatik war zu schwer") gibt der "Kannibale", wie der drahtige Verteidiger gerufen wird, eindeutige Parolen aus. "Ich hasse es, wenn meine Mitspieler nicht ausreichend aggressiv sind. Du musst immer 100 Prozent geben, ansonsten verlierst du." Und liebevoll lächelnd fügt er hinzu: "Deshalb stelle ich mir vor jedem Spiel einfach vor, ich müsste meine Gegenspieler auffressen." Doch, und das weiß der schnelle Abwehrmann, sei dieses Vorhaben in der deutschen Bundesliga "viel schwerer als in Holland". Boulahrouz: "Hier werde ich wohl nicht ganz so viel essen können." Zumal er eh kein unbedingter Fleischesser ist: "Ich gehöre dem Islam an, esse nur koscher."

Seine mögliche erste Nahrung vom VfB Stuttgart kennt Boulahrouz bereits. "Ich habe mit der U 21 mal gegen Deutschland 1:4 verloren. Alle Tore, auch eins von Kevin Kuranyi, fielen in der ersten Halbzeit." Doch da spielte der überzeugte Single noch auf der rechten Verteidigerposition. "Zweite Hälfte habe ich dann zentral gegen ihn gespielt - und er hat kein Tor mehr gemacht."

Dieses Selbstvertrauen ist es, was Boulahrouz für Toppmöller, der bislang vorhatte, seine Neuerwerbung gegen den zweiten VfB-Stürmer Cacau spielen zu lassen, so wertvoll macht. "Er haut dazwischen, ist immer aggressiv und hasst Verlieren. Er ist ein Spielertyp, der uns zuletzt gefehlt hat", sagt der HSV-Coach.

Ein Jahr absolvierte der Sohn marokkanischer Eltern als 13-Jähriger bei der renommierten Ajax-Amsterdam-Fußballschule. "Aber meine Leistungen waren zu wechselhaft, deshalb ging ich wieder." Seitdem plant Boulahrouz, der seine Spielart mit der von Bayern Münchens offensivstarkem Verteidiger Lucio vergleicht, von Tag zu Tag. "Das ist meine Lebensphilosophie. Ich habe schon zu viele Menschen gesehen, die sich beim ersten Schritt vorwärts die nächsten zehn Schritte ausgemalt haben und dann doch auf der ersten Treppe hängen geblieben sind."

Deshalb zähle für ihn auch nicht die Zukunft beim HSV, sondern nur das Spiel gegen Stuttgart. "Wir brauchen die Punkte, denn der HSV ist besser als der jetzige 13. Tabellenplatz", sagt Boulahrouz auf Englisch und fügt auf Deutsch hinzu: "Und wir gewinnen - ganz sicher."

Insgesamt hat Boulahrouz, beeindruckt von Liveübertragungen der Bundesliga im holländischen Fernsehen, vom HSV eine sehr hohe Meinung: "Ich bin von einem kleinen Club zu einem großen, internationalen Verein gekommen. Hamburg ist beeindruckend. Und auch wenn es noch schwer einzuschätzen ist, so hoffe ich auf einen fünften, sechsten Tabellenplatz am Saisonende mit dem HSV. Ich glaube an diesen Verein, und genau deshalb bleibe ich bis 2008 beim HSV."



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HSV-Notizen


Nominiert: Die Amateure Kucukovic, Laas, Klingbeil und Brecko gehören zum 20-Mann-Kader in Stuttgart.

Taktik: Trainer Toppmöller plant, gegen den VfB Stuttgart mit einer Dreier-Abwehrkette zu agieren.

Angeschlagen: Almani Moreira brach gestern wegen Wadenproblemen das Training ab, Christian Rahn (Magen/Darm) unterzieht sich heute einer Blutuntersuchung, beide sollen aber spielen können.

Nachzügler: Naohiro Takahara kommt erst am Sonnabend von seinem Länderspiel gegen Indien nach Stuttgart.

 
Sammer: Ich möchte die Leistungen anderer Bundesligisten grundsätzlich nicht beurteilen, insbesondere weil es meiner Meinung nach zum jetzigen Zeitpunkt der Saison für ein Fazit noch zu früh ist.


:spitze: :spitze: :spitze: .....bestätigt meinen allgemein guten Eindruck von Sammer.Bei ihm scheiden sich ja bekanntlich die Geister---ich kann ihn gut leiden!!
 

Da_Chritsche

Hamburgler
also so wie er uns lobt kann ich ihn nur mögen ;).

in dortmund fand ich ihn vor allem am Ende nich so toll, da hat er für meinen Geschmack zu viel gemeckert, aber im mOment ist er mir schon sympathisch, ich kann mir gtu vorstekken dasser mit stuttgart erfolgreich sein wird diese saison, aber nich gegen uns! :D
 
Mopo 13.09

- VATERFREUDEN: Die gute Nachricht ereilte Emile Mpenza in der Nacht zu Sonnabend um 3.10 Uhr. Söhnchen Lenny (3200 Gramm, 50 Zentimeter) hatte just das Licht der Welt erblickt. Lenny und Mama Nathalie sind wohlauf, Emile ("Ich wäre gern dabei gewesen") düste direkt von Stuttgart nach Lüttich ins Krankenhaus.

- ASIENTRIP: Klub-Boss Bernd Hoffmann ist ab heute als Teil einer Wirtschafts- und Kulturdelegation um Bürgermeister Ole von Beust auf Asien-Reise. In den kommenden sechs Tagen besucht die Hamburger Abordnung die Städte Peking, Schanghai und Hongkong. Hoffmann will die Reise u. a. nutzen, um im fernen Osten "Kontakte zu knüpfen".

- NACHZÜGLER: Die HSV-Abreise aus Stuttgart verzögerte sich um gut 30 Minuten. An der Maschine musste ein defekter Reifen ausgewechselt werden.



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Und weiter gehts mit dem Gewurschtel
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]SVEN TÖLLNER
[/font]
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]0 : 2 HSV-Ansprüche sind deutlich gesunken[/font]

[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]
Es mischte sich höhnisches Gelächter in das Pfeifkonzert, das Teile der 45000 Besucher im Gottlieb-Daimler-Stadion schon Minuten zuvor angestimmt hatten. Das Stuttgarter Publikum machte sich lustig über sein eigenes Team, den neuen Tabellenführer der Bundesliga. Kuranyi & Co. hatten eine schwache Darbietung geliefert. Für den HSV hat es gereicht. Meißner (15.) und Szabics (90.) erlegten die Hamburger. Wieder einmal wäre mehr drin gewesen. Doch "hätte", "wenn" und "aber" sind Parameter, die im Fußball nicht greifen.

"Das war das erste richtig gute Spiel, das wir gemacht haben. Die zweite Halbzeit war vom Feinsten", analysierte Klaus Toppmöller, als er eine Nacht drüber geschlafen hatte. Das Anspruchsdenken der HSV-Verantwortlichen wird von Woche zu Woche mehr und mehr dem sportlichen Istzustand angepasst. Platz 14, drei Punkte auf dem Konto, sechs Niederlagen in sieben Pflichtspielen - eine derart unbefriedigende Ausbeute hatte vor der Saison niemand für möglich gehalten. "Wir befinden uns im Umbruch. Aber dass das so stotternd anfängt, hätte ich auch nicht vermutet", bestätigt Toppi. Vom Mittelmaß wollte der HSV sich deutlich absetzen - und hängt nach vier Spieltagen mittendrin. Das Gewurschtel aus der Vorsaison nimmt weiter seinen Lauf.

Der Hebel müsse umgelegt werden - die Beteiligten werden nicht müde, das Wende-Motto zu formulieren. Toppi: "Wir sind an einem Tiefpunkt angelangt. Es wird langsam Zeit, dass wir anfangen zu punkten." Wohl wahr. In Kaiserslautern soll es endlich klappen. Dafür müssen einige Dinge verbessert, Konzentrationsmängel abgestellt werden. "So ein Fehler wie vor dem ersten Tor passiert immer wieder", klagt Sergej Barbarez, "das zieht sich durch die ganze Saison." In diesem Fall war es Emile Mpenza, der entgegen aller Absprachen vorne stehen blieb, als Silvio Meißner nach einem Hleb-Freistoß das 1:0 erzielte. Der Belgier war bei Standardsituationen für Meißner eingeteilt. Toppi verzweifelt an diesen gedanklichen Nachlässigkeiten: "Wir gucken uns jeden Freitagabend ein Video an, ich male alle Laufwege und das Verhalten des Gegners bei Standardsituationen auf ein Riesenblatt."

Der HSV fiel danach nicht um, bestimmte nach dem Rückstand sogar das Spiel. Mehr als einen Pfostenschuss durch Mpenza (65.) brachte die Offensivabteilung allerdings nicht zu Stande. "Hildebrand hatte nicht mal dreckige Knie. Der legt seine Sachen so wieder in den Schrank", urteilte Martin Pieckenhagen über sein Gegenüber. Damit fasste er das zusammen, was es über die Torgefährlichkeit zu sagen gab, die der HSV in Stuttgart ausstrahlte.

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Info:
APPLAUS ODER PFIFFE?

Pieckenhagen: Bei den Gegentoren machtlos, ansonsten beschäftigungslos. Note 3

van Buyten: Ohne Fehler, räumte rigoros alles ab. Sein stärkster Auftritt im HSV-Trikot. Note 3

Reinhardt Cacau machte gar nichts. Dessen glatte 5 war Bastis Verdienst. Note 3,5

Schlicke Kuranyi machte gar nichts. Dessen glatte 5 war Björns Verdienst. Note 3,5

Boulahrouz: Aggressiv, gab gleich Kommandos, entschied die Duelle mit Hleb meist für sich. Verheißungsvoll. Note 3,5

Jarolim: Schwacher Auftritt. Knüpfte nicht an seine Leistung gegen Nürnberg an. Note 5

ab 60. Rahn: Sorgte mit einem Freistoß und einigen Pässen für Gefahr. Note 3,5

Moreira: Muss körperlich zulegen und sich erst noch an das Tempo in der Bundesliga gewöhnen. Note 4,5

Kling: Ein schlimmer Querschläger im eigenen Strafraum, einige Stellungsfehler, nach vorne ohne Mumm. Note 5

ab 60. Kucukovic: Auch wenn nicht alles klappte Der HSV hat ein Juwel im Team. Note 4

Mahdavikia: Der Dribbel-Perser spielt seit Wochen unter Form. Machte in Stuttgart einen weiteren Rückschritt. Note 5

ab 68. Hleb: Klar stärker als sein Vorgänger.

Barbarez: Nominell Stürmer, ließ sich aber frühzeitig ins Mittelfeld zurückfallen, war um Linie bemüht. Note 4

Mpenza: Rieb sich oft gegen drei Gegner auf. Hatte die einzigen HSV-Torchancen. Note 4

SR Wagner: (Kriftel) Ein weitgehend sicherer Leiter, lag aber bei zwei Abseitsentscheidungen gegen die Hamburger daneben. Note 4

HSV-FORMBAROMETER

1. Schlicke 3,25

2. Pieckenhagen 3,38

3. Mpenza 3,63

van Buyten

5. Barbarez 3,75

6. Reinhardt 4,00

7. Jarolim 4,13

Kling

9. Wicky 4,17

10. Beinlich 4,50

Rahn

12. Mahdavikia 4,50

- Erklärung Saisondurchschnittsnoten, berücksichtigt wurden nur Spieler, die mindestens die Hälfte der Spiele mit mindestens 30 Minuten Einsatz absolviert haben.





 
Zuletzt bearbeitet:
Mopo 13.09

Khalid Boulahrouz
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MOPO: Wie haben Sie Ihr erstes Spiel im HSV-Trikot empfunden?

Boulahrouz: Es war natürlich nicht so einfach. Ich habe schließlich nur ein Mal mit der Mannschaft trainiert. Es war zu erwarten, dass bei der Abstimmung noch nicht alles klappen konnte. Aber das soll keine Entschuldigung für die Niederlage sein. Wenn man 0:1 zurückliegt, ist es immer schwer. Wir haben in der zweiten Halbzeit trotzdem guten Fußball gespielt. Was gefehlt hat, war der entscheidende Pass. Hätten wir ein Tor geschossen, wären mehr Räume entstanden, und wir wären sicher noch selbstbewusster aufgetreten.

MOPO: Wie haben Sie sich auf Ihren Premieren-Auftritt vorbereitet?

Boulahrouz: Der Trainer und ich haben eine Stunde zusammengesessen. Wir haben über den Gegner gesprochen, aber zunächst musste ich einiges über meine eigenen Mitspieler wissen. Für mich ist auch die mentale Vorbereitung auf ein Spiel immens wichtig. Nach dem Anpfiff ist alles andere egal. Dann geht es nur noch um das Spiel.

MOPO: Klaus Toppmöller lobt Sie sehr. Sie beide scheinen auf einer Wellenlänge zu liegen.

Boulahrouz: Das stimmt. Wir haben ähnliche Gedanken über Fußball. Ich will - wie er - jedes Spiel gewinnen, jeden Zweikampf für mich entscheiden. Ich mag es, hart zu spielen und mir den Respekt des Gegners zu erarbeiten.


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Lobeshymne auf den »Kannibalen«
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Moreira hat noch Nachholbedarf

[/font][font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]90 Minuten haben gereicht, um Klaus Toppmöller in Verzückung zu versetzen. Was der Coach über Khalid Boulahrouz zu sagen hatte, ist mit Lobeshymne nur unzureichend umschrieben. "Das ist einer, der beißt, der will Karriere machen. Für den Jungen lege ich meine Hand ins Feuer." Tatsächlich war es bemerkenswert, wie nahtlos der holländische Nationalspieler sich in die Mannschaft einfügte, die er bis dahin aus nur einer Trainingseinheit kannte.

"Eigentlich war es leicht. Der Trainer hat gesagt, ich soll gegen Hleb spielen", berichtet "Boula". Er tat, wie ihm geheißen - und das zumeist erfolgreich. Toppi: "Der kann alles spielen." Dem zweiten HSV-Neuzugang fiel die Umstellung auf Bundesliga-Niveau deutlich schwerer. Der Portugiese Moreira war noch nicht der erhoffte Taktgeber. Auch das in Lüttich so erfolgreiche Zusammenspiel mit Mpenza klappte nicht wie gewünscht. "Er hat noch Schwierigkeiten, sich durchzusetzen", urteilte Toppmöller. Und Sportchef Beiersdorfer ergänzt: "Er hat nach vorne keine Impulse setzten können." Genau dafür war er allerdings verpflichtet worden.
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Er kann sogar schon »taktisch foulen« ...
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Sturmjuwel gab in Stuttgart sein Debüt

[/font][font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Der soll erst 17 Jahre alt sein? Schon die Statur des neuen HSV-Juwels versetzt viele Beobachter in ungläubiges Staunen. In Stuttgart feierte Mustafa Kucukovic sein Bundesliga-Debüt.

Ab der 60. Minute ließ Toppmöller den Amateur-Torjäger erstmals Bundesliga-Luft schnuppern. Der Teenager mischte munter mit, scheute sich auch nicht davor, einen VfB-Konter per taktischem Foul zu unterbinden. "Ich will ihn auf jeden Fall in Kaiserslautern dabeihaben", sagt der Trainer. Könnte schwierig werden: DFB-Coach Uli Stielike will Mucki für die U-19-Partien am 15. und 19.9. gegen Spanien in den Kader berufen. Toppi: "Am liebsten wäre mir, er würde nicht fahren."

"Mucki" selbst bleibt derweil mit beiden Füßen auf dem Boden: "Eine tolle Sache, das erste Mal dabei zu sein. Ich habe aber noch gar nichts erreicht." Morgen geht er zunächst mal seinem etatmäßigen Job nach: knipsen in der Regionalliga. Die Doll-Truppe muss bei den Amateuren von Arminia Bielefeld ran. Und alle hoffen natürlich auf die nächste "Mucki-Bude".
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Abendblatt 13.09

Verzweifelter HSV hofft wieder

Trendwende: Die zweite Hälfte in Stuttgart schürt Zuversicht - Boss Hoffmann hält zu Toppmöller

Von Christian Pletz

Stuttgart/Hamburg - Mehrere HSV-Spieler zogen ihre Augenbrauen hoch, einige von ihnen schluckten auffällig. In den Reihen des HSV herrschte erkennbares Unbehagen, als der Offizier des Lufthansa-Fluges LH 1361 von Stuttgart nach Frankfurt den Passagieren den Grund für die 30-minütige Verspätung mitteilte. "Wir mussten leider noch einen Reifen wechseln. Wir sind gleich soweit, jetzt müssen nur noch die Schrauben angezogen werden", sagte der Mann aus dem Cockpit. In diesem Moment herrschte im Flugzeug gespenstische Ruhe. "Das sind Informationen, die kein Mensch braucht", fand Stephan Kling als einer der ersten seinen Humor wieder, nachdem der Rückflug problemlos fortgesetzt wurde.

Für einige HSV-Verantwortliche, besonders den Trainerstab und Sportchef Dietmar Beiersdorfer, hatten die ungläubig wirkenden Blicke der Spieler einen Déjà-vu-Charakter. Auch beim unnötigen 0:2 im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion hatten sich die Profis in der 16. Minute irritiert an- und umgeschaut. Kurz zuvor hatte Meißner per Kopf nach einem Hleb-Freistoß freistehend die VfB-Führung markiert.

Bei der Suche nach dem Zugeteilten - Trainer Klaus Toppmöller hatte sieben seiner Spieler konkrete VfB-Gegenspieler für Standardsituationen zugeordnet - taten sich die Hamburger schwer. Emile Mpenza, der sich eigentlich um Meißner kümmern sollte, stand an der Mittellinie. Toppmöller: "Das kann ebenso wenig sein wie die Tatsache, dass ihn niemand zurückruft."

Doch Mpenza, dessen Gattin Natalie um drei Uhr morgens vor dem Spiel in Lüttich Sohn Lenny (50 cm, 3200 Gramm) auf die Welt gebracht hatte, war sich keiner Hauptschuld bewusst. "Ja, Spieler sieben ist mein Mann, ich wäre auch zurückgekommen, aber mir wurde von hinten gesagt, dass ich vorne bleiben sollte", erklärte der müde Stürmer, der nach den per Telefon übermittelten Vaterschaftsfreuden kaum geschlafen hatte. Wer ihn instruiert hatte, wollte Mpenza nicht verraten.

Diese eine Szene, vielleicht auch ein Missverständnis - Toppmöller konnte es gestern nicht aufklären, weil Mpenza direkt zu seiner Familie gereist war - hatte den neu formierten HSV im Schwabenland auf die Verliererstraße gebracht. "Unsere Taktik, alles, was wir besprochen hatten, mussten wir nach diesem Gegentor ändern", erkannte Sergej Barbarez richtig. Kapitän Daniel van Buyten schüttelte auch Stunden später noch den Kopf: "Solche engen Spiele hängen manchmal an einem Freistoß. Das ist bitter. Wir waren in der zweiten Hälfte richtig im Spiel drin."

Der Belgier übertrieb nicht. In Hälfte zwei zeigte der defensiv stabile HSV eine seiner stärksten Auswärtsleistungen seit Monaten, drängte die Stuttgarter konsequent in ihre Hälfte, gestaltete die Angriffe vor allem nach den Einwechslungen der Außenbahnspieler Christian Rahn und Wjateschslaw Hleb für die indisponierten Stephan Kling und Mehdi Mahdavikia variantenreich und unberechenbar. Einziges Manko: der letzte Pass. "Auf den letzten 20 Metern fehlte es", sagte van Buyten.

Auch Barbarez passte trefflich in diese Analyse. Der Bosnier hatte nach Mpenzas Pfostenschuss aus spitzem Winkel (65.) die beste Möglichkeit zum 1:1. Nach einem Rahn-Pass hatte Barbarez Stuttgarts Abwehr und Torwart Hildebrand aussteigen lassen, doch zehn Meter vor dem Tor zögerte er so lange, bis der VfB klären konnte (80.).

Auf Einzelszenen wollten am Tag danach aber weder der Trainer noch die Spieler eingehen. "Wir müssen das Positive der zweiten Hälfte behalten. Das ist nur ein Knopf, den wir jetzt in Lautern drücken müssen, dann werden wir auch gewinnen", sagte van Buyten.

Darauf setzt auch der Vorstand. Bernd Hoffmann registrierte die fußballerische Trendwende mit Freude, betonte aber: "Ich hätte gerne eine noch deutlichere Trendwende mit entsprechenden Ergebnissen." Vor seinem heutigen Abflug mit einer Wirtschafts- und Kulturdelegation unter der Leitung von Bürgermeister Ole von Beust zu einer sechstägigen China-Reise erstickte der Clubboss alle Trainerspekulationen im Keim. "Wir sind sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir sind ganz besonders sicher, dass wir mit diesem Trainer auf dem richtigen Weg sind", sagte er. Trotzigen Fragen entgegnete er mit hochgezogenen Augenbrauen: "Wir führen keine Trainerdiskussion!"


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Boulahrouz macht Appetit


Stuttgart/Hamburg - Das Gesicht zur Grimasse verzerrt, den Blick nahezu flehend gen Stuttgarter Strafraum gerichtet: So verharrte Khalid Boulahrouz für einige Sekunden auf der Torlinie des HSV, während die Stuttgarter Profis ihren Treffer zum 2:0 feierten. Der Niederländer war der einzige Hamburger gewesen, der Kevin Kuranyi und dem Torschützen Imre Szabics beim Konter hinterher geeilt war - vergebens.

Insgesamt hinterließ der niederländische Nationalspieler von allen neuen Gesichtern im HSV-Trikot den besten Eindruck. "Wenn man bedenkt, dass er nur einmal mit der Mannschaft trainiert hat, war sein Auftritt sogar hervorragend", sagte Trainer Klaus Toppmöller, der das Sonderlob auch in der gestrigen Teambesprechung wiederholte: "Khalid ist ein Typ, der unbedingten Erfolg haben will und dafür alles tut, für den würde ich meine Hand sofort ins Feuer legen."

Boulahrouz selbst hat sich bereits komplett mit dem HSV identifiziert. "Ich habe keine Angst vor der Tabellensituation. Die Punkte werden kommen, da mache ich mir keine Sorgen. Wir haben viele Optionen und viel Qualität im Kader", sagte er nach seiner Premiere. Dass der Verteidiger auf ungewohnter Position im defensiven Mittelfeld zum Einsatz gekommen war, störte ihn nicht: "Schließlich hatten wir eine angespannte Personalsituation."

Im Gegensatz zu Boulahrouz, der sich zweikampfstark ("Ich liebe Zweikämpfe!") und ballfertig präsentiert hatte, offenbarten Almami Moreira und Nachwuchshoffnung Mustafa Kucukovic (17) noch erhebliches Steigerungspotenzial. Moreira bereiteten Spieltempo und Zweikampfhärte zum Teil unüberwindbare Probleme.

Auch Kucukovic blieb blass. "Von ihm darf man noch keine Wunderdinge erwarten", sagte Toppmöller. Der Stürmer selbst sagte: "Lieber hätte ich auf meinen Einsatz verzichtet, wenn wir dafür einen Punkt geholt hätten." Morgen soll Kucukovic weiter Selbstvertrauen tanken, er spielt mit den Amateuren in Bielefeld. Anschließend geht es zur deutschen U-19-Auswahl. Toppmöller will aber noch mit Sportchef Beiersdorfer sprechen, um vor den Länderspielen gegen Spanien am Mittwoch und Freitag eventuell bei DFB-Coach Stielike um eine Freigabe zu bitten: "Ich möchte ihn unbedingt mit nach Kaiserslautern nehmen." cp
 
Mopo 14.09

Ein Freibrief für »Pauker« Toppmöller
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]»Er bleibt auch bei Niederlage«


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Dietmar Beiersdorfer redete nicht drum herum. "Ja", bestätigte der Sportchef den Treueschwur, den HSV-Boss Bernd Hoffmann bereits tags zuvor formuliert hatte, "der Trainer bleibt auch bei einer Niederlage in Kaiserslautern weiter im Amt." Auch die Begründung lieferte Beiersdorfer mit dazu: "Wir sind der Überzeugung, dass er bei der Mannschaft ankommt und der Truppe noch etwas zu sagen hat."

Beim Auswärtsspiel in Kaiserslautern wird es vor allem darauf ankommen, wie gut die Spieler ihrem Fußballlehrer in den Theoriestunden zuhören werden. Videoanalysen und Taktikbesprechungen mit genauen Anweisungen für jeden einzelnen "Schüler" wird es auch in der Vorbereitung auf das Duell mit dem Team von Ex-Coach Kurt Jara wieder geben. Fehler wie in Stuttgart, als Emile Mpenza die an der Taktiktafel erklärte Zuteilung schlichtweg ignorierte, sollen künftig ausgeschlossen werden. Beiersdorfer: "So ein Fehler fällt deshalb so sehr ins Gewicht, weil es uns besonders auswärts schwer fällt, Torchancen zu entwickeln. Es gibt Grundregeln, wie sich jeder Spieler zu verhalten hat."

Zu diesen Regeln gehört auch, dass die Spieler sich mehr als bisher mit ihrem Job auseinander setzen müssen. Die sportliche Leitung fordert von ihrem kickenden Personal Eigeninitiative ein. "Keiner darf es als gegeben hinnehmen, dass unser nominell gutes Team automatisch gut spielt. Ich erwarte Solidität und eine Berechenbarkeit der Mannschaftsleistung." Im Klartext: Die Jungs müssen mehr büffeln, damit der HSV sich zügig ins Mittelfeld der Tabelle absetzt. Ein Sieg in Kaiserslautern wäre dafür eine immens wichtige Grundlage. Denn als Nächstes kommt Hertha BSC nach Hamburg, danach muss der HSV nach Leverkusen ...

Reinhardt - Jancker

Mpenza - Hertzsch

Barbarez - Wenzel


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»Neuer« Hleb macht Mehdi Dampf
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Slavi hat gelernt / Lob von Toppi / In Lautern in der Startelf?


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Er stand oft im Abseits. Nicht auf dem Feld - dazu gab ihm Klaus Toppmöller kaum die Gelegenheit. Eher im Kreise der Kollegen und in der Wertschätzung des Trainers. So durfte es durchaus überraschen, dass Vyacheslav Hleb in Stuttgart seine Bewährungschance erhielt. Noch überraschender für viele Beobachter war der Umstand, dass der weißrussische Nationalspieler die Gelegenheit nutzte.

Auf 13 magere Bundesliga-Minütchen in Mainz hatte Slavi es bis Sonnabend in dieser Saison gebracht. Toppmöller schien den wieselflinken 21-Jährigen überhaupt nicht auf dem Zettel zu haben. Das hat sich geändert, weil Hleb sich geändert hat. "Es hat mich riesig gefreut, wie er in Stuttgart gespielt hat. Zum ersten Mal hat er nicht den Kopf in den Sand gesteckt, wenn was nicht geklappt hat. Den Lahm hat er schön frisch gemacht."

Toppi hatte seinem Sorgenkind ins Gewissen geredet, ihm gesagt, "dass er sich verantwortungsvoller benehmen muss". Slavi hat verstanden. "Mein Verhalten den anderen Jungs gegenüber war Scheiße", gibt der "neue" Hleb zu. Der Charakterwandel war nur einer von drei Faktoren, die Toppmöller dazu bewogen, Hleb aus der Versenkung zu holen. Der Trainer hoffte in Stuttgart auf den Bruder-Effekt, darauf, dass Slavi es VfB-Star Aliaksandr im Familienduell zeigen will. Dazu kam der erneut enttäuschende Auftritt von Mehdi Mahdavikia. "Ich weiß nicht, was mit ihm los ist", hadert Toppi, "wahrscheinlich ist er platt vom Asien-Cup." Der Iraner bestätigt das nur bedingt. "Ich hatte innerhalb von zehn Minuten fünf Laufduelle - das macht müde", sagt Mehdi. Toppmöller hat den Kampf um die offensive Position auf der rechten Seite für eröffnet erklärt. Slavi und Mehdi fighten ab heute um den Platz in der Elf, die am Sonnabend den Betzenberg stürmen soll.



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»Muckis« Auftritt als Ansporn
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Mit Mustafa Kucukovic gelang am vergangenen Sonnabend wieder einmal einem HSV-Amateur der Sprung in die Bundesliga.

[/font][font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Heute wird der mit 17 Jahren jüngste Bundesliga-Spieler der Geschichte wieder in einem Bundesliga-Stadion auflaufen: Auf der Bielefelder Alm (18.45 Uhr), wo es aber in der Regionalliga gegen die dortigen Amateure der Arminia zur Sache geht.

"Das Wichtigste für mich an ¸Muckis' Auftritt in Stuttgart war, dass er gezeigt hat, wie schnell es für junge, gute Talente gehen kann", erhofft sich Trainer Thomas Doll einen Ansporn für seine anderen Spieler. Die müssen zeigen, ob die 0:1-Heimniederlage gegen Paderborn vor gut einer Woche verkraftet ist. Blaise Mamoun und Boris Leschinski haben ihre Verletzungen auskuriert, weiter fehlen werden dagegen Kapitän Volker Schmidt, Fabian Bröcker und André Moheit.
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Abendblatt 14.09

HSV: Toppmöller darf verlieren


Hamburg - 19. Oktober 2003. Der HSV verliert 0:4 beim 1. FC Kaiserslautern, wenige Tage später wird Kurt Jara nach der fünften Niederlage im neunten Bundesligaspiel (Rang 13) entlassen. Im DFB-Pokal hatte der Club zwar mühsam bei Dynamo Dresden (1:0) die zweite Hauptrunde erreicht, war aber schmachvoll im UEFA-Pokal gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk ausgeschieden.

18. September 2004. Wieder heißt der Gegner Kaiserslautern. Unter Klaus Toppmöller hat der Club sechs von sieben Pflichtspielen verloren: neben dem Aus im UI-Cup gegen Villarreal, dem Knockout im DFB-Pokal in Paderborn sind Niederlagen gegen München, Mainz und Stuttgart zu verbuchen.

Regiert in Hamburg Stillstand statt Fortschritt, gibt es keine Entwicklung? Faktisch gibt es auf den ersten Blick beim HSV viele Merkmale, die diese These bestätigen. Die eklatante Auswärtsschwäche des HSV konnte auch Trainer Klaus Toppmöller nicht beheben. Nach fast jeder Pleite werden krasse individuelle Fehler moniert. Die Abwehr, schon vergangene Saison sehr löchrig (60 Gegentore), musste in vier Ligaspielen bereits neun Treffer schlucken. Die Schwachstellen des Teams (zentrales Mittelfeld) konnten bisher nicht eliminiert werden. Und wie im Vorjahr fehlen die Führungsspieler, gibt es Misstöne zwischen Vorstand und Trainer, steht der Coach unter Beschuss. Dabei wurden finanziell enorme Anstrengungen unternommen (Mpenza, Lauth, van Buyten) und die Rahmenbedingungen (Trainingszentrum, Umzug in die AOL-Arena) verbessert.

Dietmar Beiersdorfer widerspricht jedoch vehement dieser Darstellung: "Wir sind seitdem nach vorne gekommen, haben nur noch nicht die Früchte ernten können." Der Sportchef des HSV nennt die veränderte Struktur der Mannschaft, den gesunkenen Altersschnitt (24,3), die Perspektiven der Spieler, weist auf hoffnungsvolle Talente wie Mustafa Kucukovic hin. "Die Mannschaft braucht noch Zeit, sich zu entwickeln, eine Hierarchie zu bilden, sich auf dem Platz zu vernetzen. Wir werden die vorhandenen Lücken schließen."

Auch deshalb nimmt Beiersdorfer vor der Partie in der Pfalz jeden Druck von Toppmöller. "Wir sind der Überzeugung, dass der Trainer bei der Mannschaft ankommt, dass er den Spielern etwas zu sagen hat und in der Lage ist, die Sache mit dem Team zu drehen. Eine andere Situation stellt sich im Moment nicht dar." Ob Toppmöller auch die Partie beim FCK verlieren dürfe und dennoch seinen Arbeitsplatz sicher habe? "Ja." Und: "So lange der Eindruck vorhanden ist, dass sich der Trainer mit der Sache auseinandersetzt, die Herausforderung annimmt, gibt es daran nichts zu rütteln."

Dennoch fordert auch Beiersdorfer mittelfristig Fortschritte und eine Entwicklung: "Ich erwarte, dass die Mannschaft in einem immer besser werdenden Umfeld Stück für Stück eine höhere Leistungsebene erreicht."

Um diese Zielstellung zu erreichen, ist jedoch gerade eine Leistungssteigerung der "Platzhirsche" vonnöten, allen voran Mehdi Mahdavikia. Dem Perser droht in Kaiserslautern die Bank, weil er unterm Strich seit Monaten unter seinen Möglichkeiten spielt. Das sieht auch Beiersdorfer so: "Mehdi verkauft sich völlig unter Wert, das ist aus Sicht des Spielers nicht tragbar."

In einem Gespräch hat Beiersdorfer dem Iraner klar gemacht, was der Club vom lahmen Flügelflitzer erwartet. Und auch für Sergej Barbarez müsse "es jetzt richtig losgehen", so Beiersdorfer, nachdem sich Toppmöller mit dem enttäuschten "Nicht-Kapitän" ausgesprochen hat.

Diese direkte Kommunikation, den Austausch will Beiersdorfer forcieren: "Jeder, der sportliche Verantwortung trägt, muss sich intensiv mit den Spielern auseinandersetzen, ihm mit Lob und Tadel helfen, sich zu entwickeln." Denn trotz einiger positiver Ansätze hat Beiersdorfer beim 0:2 in Stuttgart vor allem eines gefehlt: "Die letzte Entschlossenheit." (Alexander Laux)
 
Abendblatt 14.09

St. Pauli: "Zivi" Ansorge


Hamburg - Auch nach dem taktischen Training zitierte Trainer Andreas Bergmann sein "größtes Talent im Team", wie es der Coach des FC St. Pauli gerne wiederholt, zu sich. "Er gibt mir Tipps, sagt mir, was ich noch besser machen muss", erklärt Heiko Ansorge. Dabei gibt es derzeit kaum Kritik an dem Spiel des 20-jährigen Mittelfeldtalents.

"Er hat alles, was ich mir wünsche", lobt Bergmann, "allein sich durchzusetzen und endlich den ganz großen Sprung zu machen, hat bislang nicht so geklappt." Wohlgemerkt bislang. Denn seit dieser Saison, die mit einem Platz auf der Reservebank für Heiko Ansorge begann, scheint der 1,77 Meter große Dauerrenner beim FC St. Pauli angekommen zu sein. "Es läuft ganz gut", freut sich der Zivildienstleistende, "sowohl Trainer als auch Mannschaft stehen hinter mir, machen mir Mut."

Und gerade das war nicht immer so. "Letzte Serie, mein erstes Herrenjahr, hatte ich noch zu viele Schwankungen, saß dementsprechend oft auf der Bank und habe mir den Kopf zerbrochen." So auch, als sich die eigenen Fans nach den schwachen Regionalliga-Auftritten und dem peinlichen 1:0 im Oddset-Poakal gegen Pinneberg gegen die eigenen Spieler stellten. "Das war schon unter der Gürtellinie, wenn Spieler nach dem ersten Fehlpass verhöhnt und anschließend sogar angespuckt werden." Aber auch sehr lehrreich: "Ich nehme das Ganze nicht mehr so ernst, genieße Lob und Tadel mit Vorsicht. Dadurch bin ich heute irgendwie lockerer - und deshalb klappt es auch besser."

Allerdings auch, weil der Abiturient bislang nicht auf Training verzichten musste. "Mein Abitur hat mich letzte Saison viele Trainingseinheiten gekostet", sagt Ansorge, der ab 1. Oktober offiziell seinen Zivildienst im Krankenhaus Volksdorf im Bürodienst beginnt. "Ich arbeite aber jetzt schon, so weit es der Fußballkalender erlaubt, vor", sagt der in Ahrensburg bei seinen Eltern lebende Blondschopf, "mein dortiger Chef ist ein großer Fußballfan und zum Glück auch sehr hilfsbereit." So kommt es nicht selten vor, dass Ansorge vor dem 10-Uhr-Training von sieben bis neun Uhr arbeitet. "Und anschließend auch, wenn kein Nachmittagstraining ansteht."

Optimal sei auch das nicht, dennoch hat sich Ansorge bis zu seinem Vertragsende 2006 ein großes Ziel gesteckt. "Ich will in der Regionalliga eine feste Größe werden", so der ehemalige Spieler des Niendorfer TSV. Wie sich Ansorge seine sportliche Karriere über 2006 hinaus vorstellt? "Es soll schon noch höher gehen als ewig Dritte Liga", sagt er selbstbewusst, "am liebsten mit St. Pauli."

Aber selbst wenn das nicht klappt, hofft das Leichtgewicht (77 Kilogramm) auf einen Aufstieg. "Wenn ich meine Leistungen bringe, sie stabilisiere und mich in der Defensivarbeit noch verbessere, dürfte der eine oder andere Verein sicher aufmerksam werden." (Marcus Scholz)
 
Mopo 14.09

Hollerieth hält den Kasten dicht und wird zur neuen »Kultfigur«
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]BUTTJE ROSENFELD, LA
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Früher waren sie die Aushängeschilder des FC St. Pauli, die so genannten "Kultfiguren".

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[/font][font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Ob nun Klaus Thomforde, Bernd Hollerbach oder Holger Stanislawski - die Herzen der Pauli-Fans flogen schon immer den etwas anderen Typen zu. Im aktuellen Kader der Kiez-Kicker fällt es schwer, solch positiv Verrückte auszumachen. Doch nun scheint mit Achim Hollerieth jemand gefunden, der Kult werden könnte.

Der Keeper ist (inklusive Oddset-Pokal) seit vier Spielen ohne Gegentor und hatte maßgeblichen Anteil an den letzten Regionalliga-Erfolgen gegen Berlin (1:0) und Paderborn (3:0). Zudem gilt er im Team als großer Motivator und Sprachführer. "Er gibt uns am meisten Halt", weiß Trainer Andreas Bergmann. Hollerieth gibt das Kompliment zurück: "Das Team und der Coach leisten derzeit tolle Arbeit. Wir waren in einem Loch, aber gemeinsam sind wir da wieder raus." Geht es jetzt also so gut weiter? "Wir haben noch nichts erreicht", warnt der 31-Jährige. Doch man sei auf einem guten Weg. Zum Kultstatus sagt der Torwart: "Ich bin einfach stolz, für diesen Klub und diese Fans zu spielen." Und die Anhänger sind stolz auf ihren "neuen Hollerbach" und rufen: "Ho-Ho-Hollerieth!"

- Training: Heute um 10 Uhr.
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Mopo 15.09

HSV-KURZPÄSSE
SVEN TÖLLNER


-FITNESS I: Dietmar Beiersdorfer gönnte sich gestern eine Trainingseinheit, war beim morgendlichen Lauf der Mannschaft durch den Volkspark mit dabei.

-FITNESS II: HSV-Brasi Dondé kommt immer besser in Tritt. "Ich brauche noch eine Woche, dann bin ich hundertprozentig fit", verspricht der 21-Jährige. Beim Heimspiel gegen Hertha könnte er eine Alternative für die linke Seite sein.

-FITNESS III: Der neue Kraftraum in den Katakomben des Stadions ist fertig eingerichtet. Die Handhabung der komplizierten High-Tech-Geräte bereitet noch leichte Probleme. Toppi: "Dafür braucht man Abitur."

-TICKETS: Seit gestern gibts die Tickets für die Heimspiele gegen Schalke 04 (6.11.), den VfL Wolfsburg (20.11.) und Hannover 96 (4.12.). Wie immer an allen Vorverkaufsstellen, den Fanshops und über die Ticket-Hotline: (01805) 478 478 (8-20 Uhr).

-TECHNIK: Dickes Lob für Kurt Jara von seinem Nachfolger beim HSV - Toppi: "Kurt war als Spieler ein Super-Techniker, damals der beste Mann bei Duisburg."

-TRAINING: 10 Uhr Kraftraum, um 15 Uhr an der AOL Arena.

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Talk mit Toppi - jetzt greift der Star wieder an
SVEN TÖLLNER

Am letzten Freitag hatte Klaus Toppmöller das Gespräch gesucht


"Hast du ein Problem mit mir?", lautete seine Frage an Sergej Barbarez. Der verneinte und versicherte seinem Coach, dass er zu 100 Prozent hinter ihm steht. "Ein gutes Gespräch", bestätigt der Bosnier, "aber aus meiner Sicht gab es gar kein Problem." Die leidige Geschichte mit der Kapitänsauswahl? Barbarez: "Das ist für mich schon seit zwei Monaten abgehakt."

Dennoch hatten viele das Gefühl, Barbarez gingen Dinge durch den Kopf, die ihn belasten. Auch Dietmar Beiersdorfer hatte diesen Eindruck. "Sergej war in der Vorbereitung sehr euphorisch, dementsprechend enttäuscht nach dem schlechten Saisonstart. Es war gut, dass er und der Trainer sich unterhalten haben." Toppmöller glaubt, dass in Sergej das alte Feuer wieder brennt. "Vorm Spiel beim VfB hat er sich und die anderen richtig heiß gemacht." Das wünscht sich der Coach von seinem Führungsspieler auch in der "Hölle der Roten Teufel".


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Toppi: Wir starten jetzt `ne Serie
SVEN TÖLLNER

Gute Laune nach Treueschwur / Bock auf K'lautern / Wicky vor Comeback


Die Treueschwüre der letzten Tage haben ihm gut getan. Klaus Toppmöller hat Auftrieb. Trotz der sportlich unverändert prekären Lage wirkt der HSV-Coach befreit. Die Vereinsführung hat deutlich wie nie zum Ausdruck gebracht, dass sein Job nicht in akuter Gefahr ist, das Lazarett lichtet sich, und vor der Brust hat Toppi sein "Lieblingsauswärtsspiel".

Die Jobgarantie, die Boss Hoffmann und Sportchef Beiersdorfer ihrem leitenden Angestellten nach der Stuttgart-Niederlage aussprachen (MOPO berichtete), sorgt für Gelassenheit. "Natürlich ist das angenehm", gesteht der Coach, "so hätte ich mir das vor drei Wochen auch gewünscht." Toppmöller darf in Lautern verlieren - die Aussage steht. Dennoch müssen am "Betze" drei Punkte her. Der Gegner ist für Toppi eine Extra-Portion Motivation. "Mein Lieblingsauswärtsspiel. Dort wollen wir eine Serie starten." Acht Jahre hat er dort gespielt, 108 Tore erzielt.

Beim brisanten Aufeinandertreffen mit seinem HSV-Vorgänger Kurt Jara stehen Toppmöller zudem personell mehr Optionen zur Verfügung als zuletzt. Raphael Wicky (Muskelfaserriss) liebäugelt mit einem Einsatz am Wochenende. "Ich mache jeden Tag etwas mehr, muss dann die Reaktion des Körpers abwarten", sagt Wicky. Auch Collin Benjamin könnte nach seinem Kahnbeinbruch vor vier Wochen zum Kader stoßen.

Die Nachrichtenlage ist also positiv - und dennoch nicht mehr als eine Momentaufnahme. Auch Toppmöller streut sich selbst keinen Sand in die Augen. "Wenn ich drei Mal hintereinander verliere, geht es auch wieder um meinen Job. Dafür muss man als Trainer dann auch Verständnis haben."
 
Abendblatt 15.09

Wickys Blitz-Heilung schafft neue Perspektiven


Hamburg - Klaus Toppmöller zögert. Trotz erfreulicher Nachrichten aus dem Lazarett mag der HSV-Trainer den Begriff "Wunschformation" nicht in den Mund nehmen. Will er den 1. FC Kaiserslautern vor dem Spiel am Sonnabend verwirren? Toppmöller zögert wieder. Dann allerdings verrät er den wahren Grund für seine Zurückhaltung: "Die Woche ist lang, es kann so viel passieren."

Als hätte es der leidgeprüfte Coach geahnt, erlebte er beim Nachmittagstraining eine Schrecksekunde. Nach einem Zweikampf zwischen Daniel van Buyten und Christian Rahn schrie Rahn laut auf. Van Buyten war ihm auf den Zeh getreten, der Mittelfeldspieler musste behandelt werden. Die Entwarnung - Rahn konnte das Training wieder aufnehmen - registrierte Toppmöller erleichtert.

Vieles deutet momentan darauf hin, dass der Trainer nach wochenlangen Engpässen auf Personalebene bei der nächsten Benennung des Kaders die Qual der Wahl hat. Vor allem für die HSV-Problemzone im defensiven Mittelfeld eröffnen sich Toppmöller vor dem Duell der Tabellen-Kellerkinder neue Perspektiven. "Bei Raphael Wicky und Collin Benjamin sieht es derzeit recht gut aus", sagt er, "wenn sie so weit sind, werden sie auf jeden Fall zum Kader gehören."

Speziell im Fall Wicky ist der Zeitpunkt überraschend. Der Schweizer Nationalspieler hatte sich erst vor einer Woche bei einem Länderspiel einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen: Drei Wochen Pause lautete die Hiobsbotschaft für den HSV. Doch der Defensivallrounder fühlte sich schnell besser. Gestern absolvierte er nach der Blitz-Heilung eine 35-Minuten-Laufeinheit mit Reha-Trainer Markus Günther. "Morgen will ich mehr machen. Mal sehen, wie mein Körper auf die Belastung reagiert. Ich stehe am Wochenende nur zur Verfügung, wenn ich 100 Prozent geben kann", sagt er. Benjamin erhielt nach seinem Kahnbeinbruch eine Spezialschiene, die auch im Spielbetrieb zulässig ist.

Aus seiner Wunschelf für das Spiel beim FCK, für den er von 1972 bis 1980 stürmte und in 204 Bundesliga-Spielen 108 Tore erzielte, macht Toppmöller aber auch ein Geheimnis, um den Konkurrenzkampf anzukurbeln. Auf dem Betzenberg könnte es personelle Härtefälle geben, das ist den Profis bewusst. Mindestens drei Spielern der Startelf aus Stuttgart droht ein Platz auf der Ersatzbank.

Dabei hat Toppmöller vom Spielsystem her keine Veranlassung, die 3-5-2-Formation zu ändern. Wenn aber Wicky oder Benjamin die zentral-defensive Rolle im Mittelfeld übernehmen (als Gegenspieler für Zandi), dürfte Neuzugang Khalid Boulahrouz in die Abwehr-Dreierkette beordert werden. Björn Schlicke oder Bastian Reinhardt - beide wären passende Gegenspieler für FCK-Stürmer Jancker - müssten weichen.

Im Mittelfeld sind zwei weitere Positionen vakant: die Außenbahnen. Mehdi Mahdavikia präsentiert sich vor allem auswärts außer Form. Toppmöller überlegt, ob er Wjatscheslaw Hleb eine Bewährungsprobe von Beginn an einräumt. Und links konnte Stephan Kling mal wieder nicht den Ansprüchen gerecht werden. Rahn lauert auf seine Chance.

Einzig im Angriff mangelt es derzeit an qualitativ gleichwertigen Alternativen. Emile Mpenza und Sergej Barbarez sind gesetzt. Toppmöller wartet schon seit Wochen vergeblich auf die Rückkehr von Bernardo Romeo (Adduktorenzerrung), doch dessen Genesung verläuft schleppend. Schlimmstenfalls droht ihm nun sogar eine Operation wegen anhaltender Leistenprobleme. Wann der Trainer wieder mit dem Argentinier rechnen kann? Toppmöller zögert: "Keine Ahnung!" cp
 
Mopo 16.09

Kommissar Boll
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]BUTTJE ROSENFELD
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Er verhaftet alle Spielmacher ...

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[/font][font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Als Kommissar der Polizeirevierwache 17 hat er im Bezirk Rotherbaum mit Raub, Betrügereien und Körperverletzungen zu tun. Auch beim FC St. Pauli ist er als Ordnungshüter unterwegs. Der oftmalige Auftrag von Trainer Andreas Bergmann an Fabian Boll: Er muss den Spielmacher des Gegners "verhaften".

Der Coach: "Er wird immer wertvoller für uns." Was Bergmann am 25-jährigen Mittelfeldspieler besonders schätzt, ist dies: Der "Cop" ist sich für keine Undercoverarbeit zu schade, spektakuläre Aktionen braucht er nicht, um in der Mannschaft hohes Ansehen zu genießen.

Dass er seit Wochen zu den stärksten Kiez-Kickern zählt, hat einen simplen Grund. Fabian: "Ich hatte in der vorigen Saison viele Verletzungspausen. Die Ärzte wussten nicht genau, woher meine Muskelprobleme rührten. Auch zu Beginn dieser Serie machte mir mein Oberschenkel Sorgen. Jetzt aber ist alles okay. Ich kann mich voll auf meine Leistung konzentrieren."

Mit der ist "Boller" noch nicht ganz zufrieden: "Ich will und kann noch zulegen. Vorm Tor des Gegners muss mehr passieren. Ich habe mit einem Kollegen von der Polizei gewettet, dass ich in dieser Spielzeit mindestens sechs Tore schießen werde." Da er bislang noch nicht ein Mal getroffen hat, sollte er am besten morgen gegen Bielefeld mal anfangen ...

ZITTERN: Der Einsatz von Morad Bounoua gegen Bielefeld ist wegen einer Adduktorenzerrung stark gefährdet.

ÜBUNG: Training ist heute um 10 Uhr.
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Mopo 16.09

HSV-KURZPÄSSE

HOHE ZIELE: Klaus Toppmöller hatte gestern einen wichtigen Termin - mit seinem Fernseher. Die Königsklasse stand auf dem Programm. Der Coach als Couch-Potato. Toppi: "Wenn ich die Erkennungsmelodie der Champions League höre, läuft es mir eiskalt den Buckel herunter. Ich habe auch zu den Jungs gesagt: Dafür lohnt es sich zu fighten."

SCHWERE ARBEIT: Raphael Wicky (Muskelfaserriss) war gestern Morgen im Kraftraum, absolvierte am Nachmittag eine Laufeinheit mit Reha-Trainer Markus Günther. Der Schweizer will es unbedingt in den Kaiserslautern-Kader schaffen. Es sieht gut aus.

PFEIFEN-MANN: Schiedsrichter im Fritz-Walter-Stadion ist Thorsten Kinhöfer (36) aus Herne.

TRAININGSEINHEIT: Die Mannschaft muss heute nur ein Mal ran. Um 10 Uhr bittet Toppi zur Einheit an der AOL Arena.

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Funkstille mit dem großen HSV
FA

Wenn vom 4. bis 7. Januar 2005 zum 19. Mal das Internationale Hamburger Hallenfußballturnier stattfindet, wird der HSV erneut fehlen.


Horst Peterson, Veranstalter des Salzbrenner-Cups, sagte: "Seit dem letzten Jahr ist mit dem HSV Funkstille, und ich glaube, das ist auch gut so."

Die Teilnehmer des Turniers sind: Der FC St. Pauli, Eintracht Braunschweig, der VfB Lübeck, die Titelverteidiger vom "Team Croatia", ein "Team Russia", der norwegische Erstligist Valerenga Oslo, der polnische Erstligist Wisla Plock und ein Qualifikant aus dem Amateurlager.

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Alle wollen den Super-Knipser
SVEN TÖLLNER

Beiersdorfer will Kucukovic beim DFB loseisen / In Kaiserslautern in der Startelf?


Dieser Junge trifft, wie er will. Mustafa Kucukovic, 17-jähriges Supertalent, hat die HSV-Amateure erneut mit zwei Treffern zum Sieg geschossen. Seine Regionalliga-Tore sechs und sieben - in sieben Spielen. Für Klaus Toppmöller ist klar: Mucki muss mit auf den "Betze", soll in Lautern sein zweites Bundesligaspiel machen. Es gibt nur ein Problem: Auch der DFB ist scharf auf Toppis Juwel, U-19-Coach Stielike will den Knipser morgen gegen Spanien spielen lassen.

Eigentlich sollte Kucukovic sogar schon gestern Abend für Deutschlands Nachwuchs ran. Ging nicht. Mucki musste morgens zu HSV-Doc Gerold Schwartz, hatte nach seiner Auswechslung (70. Minute) beim 4:3-Sieg der Amateure in Bielefeld über ein "Instabilitätsgefühl im Knie" geklagt. Schwartz gab Entwarnung: "Ein Gelenkschaden kann ausgeschlossen werden."

Ein Tag Ruhe also für den Vielspieler. Statt Mucki machte sich Dietmar Beiersdorfer auf den Weg nach Ratingen ins Quartier der U 19, wollte um die Freigabe für den morgigen Test bitten. Der Sportchef: "Er hält der Bundesliga körperlich und spielerisch stand. Aber wir müssen den Jungen behutsam aufbauen. Wir wollen ihn nicht ins Feuer schicken und dann verbrennen."

Toppmöller braucht in Lautern einen fitten Mucki. Denn die Sturmoptionen bleiben für den HSV-Coach auf ein Mindestmaß (Lauth und Romeo fehlen verletzt) begrenzt. Mpenza ist gesetzt, Barbarez könnte die zweite Spitze geben, würde dann aber als Impulsgeber im offensiven Mittelfeld fehlen. Bringt Toppi Mucki vielleicht sogar zum Start? "Wer im Kader ist, muss bereit sein, in der ersten Elf zu stehen", sagt der Coach in solchen Fällen. Mpenza und Kucukovic - ballern Belgien-Blitz und Baby-Bomber die Betze-Buben weg? Muckis Torquote spricht für ihn. Jetzt muss nur noch Stielike mitspielen.

Mucki muss mit zum "Betze": Der Trainer will den Torjäger unbedingt in Lautern dabeihaben
 
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