Klaus Toppmöller auf den Spuren von Bill Murray
Mi 15 Sep, 14:00 Uhr
Der Trainerstuhl bei Bundesligist Hamburger SV war für Coach Klaus Toppmöller bisher kein leichter Arbeitsplatz. "Toppmöller unter Druck", "Toppmöller wackelt schon", "Toppmöller vor dem Abflug!" "Toppi" muss sich allmorgendlich vorkommen wie Schauspieler Bill Murray in dem Film "Und täglich grüßt das Murmeltier". Seit der 53-Jährige am 23. Oktober 2003 bei den Hanseaten anheuerte, verging praktisch kein Tag ohne die immer gleichen Meldungen, Schlagzeilen, Gerüchte. Schon vor der Saison war er bei Wettbüros der Rauswurf-Kandidat Nummer eins. Die Buchmacher wissen, dass sich andauernde Prophezeiungen häufig selbst erfüllen.
Sechs Niederlagen in sieben Pflichtspielen
Der Pfälzer liegt auch längst nicht mit jedem auf der gleichen Wellenlänge, dessen Meinung in Hamburg wichtig ist. Sechs Niederlagen in sieben Pflichtspielen einschließlich UI-Cup und DFB-Pokal sind außerdem alles andere als ein Ruhmesblatt. 11,6 Millionen Euro hat der HSV für hochkarätige Verstärkungen ausgegeben, doch der Erfolg blieb aus. "Das ist jetzt meine Mannschaft", erklärte der Trainer noch im Sommer-Trainingslager. Worte, an denen er natürlich gemessen wird.
"Seine" Mannschaft aber hat es nie gegeben. Nationalstürmer Benjamin Lauth stand wegen seiner Fußverletzung praktisch nie zur Verfügung und fällt weiterhin auf unbestimmte Zeit aus. Bernardo Romeo steht seit fünf Wochen wegen Leistenproblemen nicht mehr zur Verfügung - Ende offen. Mehdi Mahdavikia spielte im Asiencup und ist jetzt völlig ausgebrannt. Und unmittelbar vor Saisonbeginn wurde Kapitän Tomas Ujfalusi für 7,5 Millionen Euro nach Florenz verkauft.
Spiel in Stuttgart machte Mut
Toppmöller konnte von vorne beginnen. Es wurde personell nachgerüstet, doch die Zugänge Khalid Boulahrouz, Almani Moreira und Jean Carlos Donde müssen erstmal ins Team integriert werden. Das Spiel in Stuttgart am vergangenen Wochenende machte dabei allen Mut, der HSV war schließlich in allen Spielstatistiken überlegen - bis auf die Torerfolge: 0:2.
"Wir sind der Überzeugung, dass der Trainer bei der Mannschaft ankommt und der Truppe etwas zu sagen hat und in der Lage ist, die Sache mit dem Team zu drehen", erklärte Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Daran ändert auch eine mögliche Niederlage am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern nichts, das hat der HSV-Vorstand ausdrücklich klar gemacht.
"Dürfen nicht hektisch werden"
"Wir dürfen nicht hektisch werden und das Gesamtkonzept nach einem unbefriedigenden Saisonstart in Frage stellen", meinte HSV-Chef Bernd Hoffmann. Toppmöller reagierte erleichtert auf das klare Bekenntnis zu seiner Person: "Ich bin froh über das Vertrauen und bin nach wie vor überzeugt davon, dass wir eine gute Runde spielen werden."
Dafür aber muss die Mannschaft irgendwann die Kurve kriegen, am liebsten schon bei seinem Ex-Klub Kaiserslautern: "Gegen seinen alten Klub ist man als Trainer immer besonders motiviert. Ich will da gewinnen." Und damit raus aus dem Tabellenkeller. Toppmöller kennt ja das Geschäft und die Hamburger Verhältnisse, Treuebekenntnis hin, Treuebekenntnis her: "Wenn ich dreimal hintereinander verliere, geht es wieder um meinen Job."
Mi 15 Sep, 14:00 Uhr
Der Trainerstuhl bei Bundesligist Hamburger SV war für Coach Klaus Toppmöller bisher kein leichter Arbeitsplatz. "Toppmöller unter Druck", "Toppmöller wackelt schon", "Toppmöller vor dem Abflug!" "Toppi" muss sich allmorgendlich vorkommen wie Schauspieler Bill Murray in dem Film "Und täglich grüßt das Murmeltier". Seit der 53-Jährige am 23. Oktober 2003 bei den Hanseaten anheuerte, verging praktisch kein Tag ohne die immer gleichen Meldungen, Schlagzeilen, Gerüchte. Schon vor der Saison war er bei Wettbüros der Rauswurf-Kandidat Nummer eins. Die Buchmacher wissen, dass sich andauernde Prophezeiungen häufig selbst erfüllen.
Sechs Niederlagen in sieben Pflichtspielen
Der Pfälzer liegt auch längst nicht mit jedem auf der gleichen Wellenlänge, dessen Meinung in Hamburg wichtig ist. Sechs Niederlagen in sieben Pflichtspielen einschließlich UI-Cup und DFB-Pokal sind außerdem alles andere als ein Ruhmesblatt. 11,6 Millionen Euro hat der HSV für hochkarätige Verstärkungen ausgegeben, doch der Erfolg blieb aus. "Das ist jetzt meine Mannschaft", erklärte der Trainer noch im Sommer-Trainingslager. Worte, an denen er natürlich gemessen wird.
"Seine" Mannschaft aber hat es nie gegeben. Nationalstürmer Benjamin Lauth stand wegen seiner Fußverletzung praktisch nie zur Verfügung und fällt weiterhin auf unbestimmte Zeit aus. Bernardo Romeo steht seit fünf Wochen wegen Leistenproblemen nicht mehr zur Verfügung - Ende offen. Mehdi Mahdavikia spielte im Asiencup und ist jetzt völlig ausgebrannt. Und unmittelbar vor Saisonbeginn wurde Kapitän Tomas Ujfalusi für 7,5 Millionen Euro nach Florenz verkauft.
Spiel in Stuttgart machte Mut
Toppmöller konnte von vorne beginnen. Es wurde personell nachgerüstet, doch die Zugänge Khalid Boulahrouz, Almani Moreira und Jean Carlos Donde müssen erstmal ins Team integriert werden. Das Spiel in Stuttgart am vergangenen Wochenende machte dabei allen Mut, der HSV war schließlich in allen Spielstatistiken überlegen - bis auf die Torerfolge: 0:2.
"Wir sind der Überzeugung, dass der Trainer bei der Mannschaft ankommt und der Truppe etwas zu sagen hat und in der Lage ist, die Sache mit dem Team zu drehen", erklärte Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Daran ändert auch eine mögliche Niederlage am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern nichts, das hat der HSV-Vorstand ausdrücklich klar gemacht.
"Dürfen nicht hektisch werden"
"Wir dürfen nicht hektisch werden und das Gesamtkonzept nach einem unbefriedigenden Saisonstart in Frage stellen", meinte HSV-Chef Bernd Hoffmann. Toppmöller reagierte erleichtert auf das klare Bekenntnis zu seiner Person: "Ich bin froh über das Vertrauen und bin nach wie vor überzeugt davon, dass wir eine gute Runde spielen werden."
Dafür aber muss die Mannschaft irgendwann die Kurve kriegen, am liebsten schon bei seinem Ex-Klub Kaiserslautern: "Gegen seinen alten Klub ist man als Trainer immer besonders motiviert. Ich will da gewinnen." Und damit raus aus dem Tabellenkeller. Toppmöller kennt ja das Geschäft und die Hamburger Verhältnisse, Treuebekenntnis hin, Treuebekenntnis her: "Wenn ich dreimal hintereinander verliere, geht es wieder um meinen Job."

