Der Presse Thread

Klaus Toppmöller auf den Spuren von Bill Murray
Mi 15 Sep, 14:00 Uhr


Der Trainerstuhl bei Bundesligist Hamburger SV war für Coach Klaus Toppmöller bisher kein leichter Arbeitsplatz. "Toppmöller unter Druck", "Toppmöller wackelt schon", "Toppmöller vor dem Abflug!" "Toppi" muss sich allmorgendlich vorkommen wie Schauspieler Bill Murray in dem Film "Und täglich grüßt das Murmeltier". Seit der 53-Jährige am 23. Oktober 2003 bei den Hanseaten anheuerte, verging praktisch kein Tag ohne die immer gleichen Meldungen, Schlagzeilen, Gerüchte. Schon vor der Saison war er bei Wettbüros der Rauswurf-Kandidat Nummer eins. Die Buchmacher wissen, dass sich andauernde Prophezeiungen häufig selbst erfüllen.

Sechs Niederlagen in sieben Pflichtspielen

Der Pfälzer liegt auch längst nicht mit jedem auf der gleichen Wellenlänge, dessen Meinung in Hamburg wichtig ist. Sechs Niederlagen in sieben Pflichtspielen einschließlich UI-Cup und DFB-Pokal sind außerdem alles andere als ein Ruhmesblatt. 11,6 Millionen Euro hat der HSV für hochkarätige Verstärkungen ausgegeben, doch der Erfolg blieb aus. "Das ist jetzt meine Mannschaft", erklärte der Trainer noch im Sommer-Trainingslager. Worte, an denen er natürlich gemessen wird.

"Seine" Mannschaft aber hat es nie gegeben. Nationalstürmer Benjamin Lauth stand wegen seiner Fußverletzung praktisch nie zur Verfügung und fällt weiterhin auf unbestimmte Zeit aus. Bernardo Romeo steht seit fünf Wochen wegen Leistenproblemen nicht mehr zur Verfügung - Ende offen. Mehdi Mahdavikia spielte im Asiencup und ist jetzt völlig ausgebrannt. Und unmittelbar vor Saisonbeginn wurde Kapitän Tomas Ujfalusi für 7,5 Millionen Euro nach Florenz verkauft.

Spiel in Stuttgart machte Mut

Toppmöller konnte von vorne beginnen. Es wurde personell nachgerüstet, doch die Zugänge Khalid Boulahrouz, Almani Moreira und Jean Carlos Donde müssen erstmal ins Team integriert werden. Das Spiel in Stuttgart am vergangenen Wochenende machte dabei allen Mut, der HSV war schließlich in allen Spielstatistiken überlegen - bis auf die Torerfolge: 0:2.

"Wir sind der Überzeugung, dass der Trainer bei der Mannschaft ankommt und der Truppe etwas zu sagen hat und in der Lage ist, die Sache mit dem Team zu drehen", erklärte Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Daran ändert auch eine mögliche Niederlage am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern nichts, das hat der HSV-Vorstand ausdrücklich klar gemacht.

"Dürfen nicht hektisch werden"

"Wir dürfen nicht hektisch werden und das Gesamtkonzept nach einem unbefriedigenden Saisonstart in Frage stellen", meinte HSV-Chef Bernd Hoffmann. Toppmöller reagierte erleichtert auf das klare Bekenntnis zu seiner Person: "Ich bin froh über das Vertrauen und bin nach wie vor überzeugt davon, dass wir eine gute Runde spielen werden."

Dafür aber muss die Mannschaft irgendwann die Kurve kriegen, am liebsten schon bei seinem Ex-Klub Kaiserslautern: "Gegen seinen alten Klub ist man als Trainer immer besonders motiviert. Ich will da gewinnen." Und damit raus aus dem Tabellenkeller. Toppmöller kennt ja das Geschäft und die Hamburger Verhältnisse, Treuebekenntnis hin, Treuebekenntnis her: "Wenn ich dreimal hintereinander verliere, geht es wieder um meinen Job."
 
Mopo 17.09

HSV-KURZPÄSSE
SVEN TÖLLNER

-HÄRTETEST: Raphael Wicky (Muskelfaserriss) macht heute einen letzten Härtetest. Toppi: "Wenn er den besteht, fängt er auch an." Der Coach nimmt 19 Spieler mit nach Lautern - einen Platzhalter für Wicky.

-RÜCKKEHR: Bernardo Romeo (Adduktorenzerrung) steigt am Montag ins Mannschaftstraining ein.

-ABFLUG: Bitter für Takahara: Der Japaner fiel aus dem Kader. "Er ist dennoch ein vollwertiges Mitglied des Teams", sagt Toppi. Im Winter wohl nicht mehr.

-MITGEFÜHL: Einen Kommentar ließ er sich nicht entlocken. Seiner Zuneigung zum auf Schalke geschassten Heynckes verlieh Toppi dennoch Ausdruck: "Ein absoluter Fachmann. Wir verstehen uns sehr gut."


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Zeit für ein großes Spiel, Sergej
SVEN TÖLLNER

Heute wird er 33, morgen will er treffen

Manche Leute nutzen ihren Geburtstag, um Bilanz zu ziehen, andere leiden, weil sie älter werden oder freuen sich, weil sie endlich alt genug sind. Sergej Barbarez wird heute 33, ist damit noch im besten Fußballeralter. Und dennoch: Die Zeitspanne für mögliche große Taten wird kürzer. Der Bosnier will Erfolg um jeden Preis - mit dem HSV. "Wir wollen in Lautern gewinnen", sagt er. Auf dem "Betze" soll die langersehnte Wende zum Guten vollzogen werden. Also, Sergej - es ist Zeit für ein großes Spiel.

Die Unterhaltung, die der Nationalspieler kürzlich mit Klaus Toppmöller geführt hat, wird von den Beteiligten unterschiedlich bewertet. Toppi vermutete ein Problem, der Spieler hielt es für "ein ganz normales Gespräch". Trotzdem: Schon in Stuttgart beobachtete der HSV-Coach bei seinem Führungsspieler eine veränderte Einstellung. "Schon nach der Sitzung hat er alle richtig heiß gemacht."

Auf dem Platz bot Barbarez eine engagierte Leistung - gespickt mit (zu) wenigen genialen Momenten. Einer wie er wird daran gemessen, was er zu leisten imstande ist. "Ich bin sehr positiv gestimmt, dass wir in Lautern drei Punkte holen", verrät Sergej. Ein Tor des Bosniers würde ihm sicher den letzten Kick verpassen, um Leistungen abzurufen, die seinen eigenen Ansprüchen und denen der Fans genügen. "Wenn ich vorne spiele, wünsche ich mir natürlich einen Treffer." Er hat in dieser Saison im Rahmen seines Repertoires schon alles gespielt. Morgen wird er wohl als zweite Spitze neben Emile Mpenza auflaufen - mit allen Möglichkeiten für geniale Momente und - vielleicht auch - ein Tor.

-REISELUST: Der HSV-Tross fliegt heute um 10.05 Uhr nach Frankfurt, nächtigt im Homburger "Schlossberg Hotel", wo auch das Abschlusstraining steigt.


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Trio überzeugt Stielike - Mucki fährt zum Betze
SVEN TÖLLNER

Es ist schon bemerkenswert, mit wie viel Engagement die Verantwortlichen des HSV um einen Teenie gekämpft haben.


Und es lässt Rückschlüsse über den Stellenwert zu, den der gerade mal 17-jährige Mustafa Kucukovic im Verein genießt, dass sich Amateurtrainer Thomas Doll, Assistenzcoach Ralf Zumdick und Sportchef Dietmar Beiersdorfer höchstselbst bei U-19-Coach Stielike um die Freigabe des Torjägers bemühten. Das HSV-Trio hatte Erfolg, Mucki fährt mit nach Lautern.

"Die beiden haben vorbereitet. Ich habe vollstreckt", berichtet Beiersdorfer. Stielike sei nicht erfreut gewesen, hätte die Argumente aber nachvollziehen können. Beiersdorfer: "Ich habe Ulli gesagt, dass Mucki nicht als Nummer 18 oder 19 mitfährt. Wenn Sergej oder Emile ausfallen, muss er ran." Gut für alle, dass sich die Knieverletzung des HSV-Juwels als "nicht so schlimm" entpuppte. Auch der Knipser selbst ist heilfroh, dass er dabei ist: "Schön, dass ich mich in der Bundesliga zeigen kann."
 

gary

Bekanntes Mitglied
ScHLaFFeR schrieb:
-ABFLUG: Bitter für Takahara: Der Japaner fiel aus dem Kader. "Er ist dennoch ein vollwertiges Mitglied des Teams", sagt Toppi. Im Winter wohl nicht mehr.


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Und es lässt Rückschlüsse über den Stellenwert zu, den der gerade mal 17-jährige Mustafa Kucukovic im Verein genießt, dass sich Amateurtrainer Thomas Doll, Assistenzcoach Ralf Zumdick und Sportchef Dietmar Beiersdorfer höchstselbst bei U-19-Coach Stielike um die Freigabe des Torjägers bemühten. Das HSV-Trio hatte Erfolg, Mucki fährt mit nach Lautern.

"Die beiden haben vorbereitet. Ich habe vollstreckt", berichtet Beiersdorfer. Stielike sei nicht erfreut gewesen, hätte die Argumente aber nachvollziehen können. Beiersdorfer: "Ich habe Ulli gesagt, dass Mucki nicht als Nummer 18 oder 19 mitfährt. Wenn Sergej oder Emile ausfallen, muss er ran."
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Die kleine obige Meldung ist wirklich bitter für Takahara. Das er bei mehreren Ausfällen nicht mal zum Kader gehört und dafür lieber ein 17-jähriger von der Jugend-NM losgeist wird, muß ihn schon hart treffen.
Sportlich finde ich es verständlich, leid tut Takahara mir trotzdem.


Das Kucukovic jetzt doch mit nach Lautern fährt sehe ich mittlerweile positiv. Ansonsten hätte man sich hinterher ggf. das Gejammer über den "bösen Stielike" anhören können, der den HSV geschwächt habe :zwinker3:

Ist ja nicht schlecht, das gleich sich gleich 3 Leute den Mund fusselig reden, um Mucki von der NM frei zu bekommen.

Nur hört sich das Beiersdorfer-Zitat für mich immer noch nicht danach an, das Kucukovic in Lautern in der Startformation steht.
Eher, das er reinkommt, wenn Barbarez bzw. Mpenza ausfallen oder ggf. das Spiel schon gelaufen ist.
 

mst8576

Mitglied
ScHLaFFeR schrieb:
Trio überzeugt Stielike - Mucki fährt zum Betze
SVEN TÖLLNER

Es ist schon bemerkenswert, mit wie viel Engagement die Verantwortlichen des HSV um einen Teenie gekämpft haben.


Und es lässt Rückschlüsse über den Stellenwert zu, den der gerade mal 17-jährige Mustafa Kucukovic im Verein genießt, dass sich Amateurtrainer Thomas Doll, Assistenzcoach Ralf Zumdick und Sportchef Dietmar Beiersdorfer höchstselbst bei U-19-Coach Stielike um die Freigabe des Torjägers bemühten. Das HSV-Trio hatte Erfolg, Mucki fährt mit nach Lautern.

"Die beiden haben vorbereitet. Ich habe vollstreckt", berichtet Beiersdorfer. Stielike sei nicht erfreut gewesen, hätte die Argumente aber nachvollziehen können. Beiersdorfer: "Ich habe Ulli gesagt, dass Mucki nicht als Nummer 18 oder 19 mitfährt. Wenn Sergej oder Emile ausfallen, muss er ran." Gut für alle, dass sich die Knieverletzung des HSV-Juwels als "nicht so schlimm" entpuppte. Auch der Knipser selbst ist heilfroh, dass er dabei ist: "Schön, dass ich mich in der Bundesliga zeigen kann."
Jetzt bleibt nur zu hoffen das er spielt und sogar trifft, das wäre absolut klasse.
 
Mopo 21.09

Garantiezeit abgelaufen!
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]SIMON BRAASCH, SVEN TÖLLNER
[/font]
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Vor dem Hertha-Spiel ist in der Trainerfrage alles offen


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!
[/font][font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Dietmar Beiersdorfer ist ein bedächtiger Mann. Auf Gespräche mit Journalisten bereitet er sich vor - auch auf Fragen, die gestellt werden könnten. Natürlich weiß er, dass er in diesen Tagen um eine Frage nicht herumkommt - die nach der Zukunft des Trainers. Das ist so sicher, wie die Tatsache, dass der HSV sich derzeit auf einem Abstiegsplatz befindet.

Der Sportchef hat sich eine elegante Antwort zurechtgebastelt, die er gebetsmühlenartig wiederholt: "Solange ich das Gefühl habe, dass der Trainer es als Herausforderung sieht, die Mannschaft zu finden, den Draht zur Mannschaft hält und wir der Überzeugung sind, dass es nach oben geht, gibt es keinen Handlungsbedarf." Der Freibrief, den Beiersdorfer und HSV-Boss Bernd Hoffmann Toppmöller in der vergangenen Woche noch ausgestellt hatten, hat vor der Partie gegen die Hertha keinen Bestand mehr - Garantiezeit abgelaufen.

Die Parameter, die Beiersdorfer als Kriterien für das weitere Vorgehen in der Trainerfrage nennt, sind alles andere als handfest. Sie liegen in seinem eigenen Ermessensbereich und in dem von Bernd Hoffmann. Schon heute könnten die beiden Entscheidungsträger theoretisch der Meinung sein, dass Toppmöllers Draht zu seinem Team eben nicht mehr ausreicht. Beiersdorfer: "Bis zum Hertha-Spiel passiert nichts. Und auch Sonntag entscheiden wir ergebnisunabhängig. Über kurz oder lang ist es aber natürlich so, dass die Arbeit des Trainers am Tabellenstand gemessen wird."

Was soll der Mann auch anderes sagen? Eine Garantie geben, die er schon nach dem Hertha-Spiel nicht mehr halten kann? Dem Trainer vor der Partie das Vertrauen entziehen? Beides geht nicht. Dementsprechend wachsweich sind die Formulierungen. Das Gerücht, der Klub habe mit Nachfolgekandidaten gesprochen, entkräftete der Sportchef zwar, von Rückendeckung oder gar Treueschwüren ist die Vereinsführung jedoch so weit entfernt wie der HSV von den vor der Saison gesteckten Zielen.
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]-COMEBACK: Bernardo Romeo war gestern auf dem "Acker". Gemeinsam mit Reha-Trainer Markus Günther absolvierte der Argentinier einige Sprinteinheiten. Heute soll der schmerzlich vermisste Torjäger erstmals nach sieben Wochen (Adduktorenzerrung) wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

-KOPFSACHE: Dietmar Beiersdorfer erwägt die Erweiterung des Trainerstabs um einen Mann fürs Mentale. "Das bedarf der Abstimmung mit Klaus Toppmöller. Auf lange Sicht muss man sich darüber Gedanken machen", so der Sportchef.

-FERIEN: In den Herbstferien bietet der HSV ein Tagesferien-Programm für Kinder von 7 bis 14 Jahren. Anmeldung und Informationen beim HSV unter: (040) 41551550.

-TRAINING: Heute um 15 Uhr an der AOL Arena.
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Abendblatt 21.09

27 Spieler, aber keine Mannschaft

HSV-Analyse: Viele Mitläufer, Ausfälle, Auße
nseiter, kaum Häuptlinge - darum ist Toppmöller Trainer auf Abruf

Von Alexander Laux, Christian Pletz


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Hamburg - Dem HSV ergeht es in diesen Wochen wie der SPD. Beide verteidigen ihren Reformkurs, beide hoffen auf die Wende, während kontinuierlich Punkte und Prozente verloren gehen. Wird solch ein Prozess zum Dauerzustand, reagieren Politik und Sport gleichermaßen: Es rollen Köpfe. In der Regierung zumeist die von Ministern, bei Vereinen trifft es fast immer den Trainer.

Der Zeitpunkt für diese Maßnahme ist beim Tabellen-17. nicht mehr fern. Zwar wiederholte Sportchef Dietmar Beiersdorfer gestern in positiver Diktion, dass Klaus Toppmöller ergebnisunabhängig weiter Trainer bleiben könne - wenn Motivation, Einstellung und die Perspektiven stimmten. Zugleich machte der HSV-Vorstand aber deutlich: "Wir können uns über kurz oder lang nicht dem entziehen, die Arbeit des Trainers auch am Tabellenstand abzumessen."

Dass Toppmöller nur noch ein Trainer auf Abruf ist, hat er teilweise selbst zu verschulden - aber nicht alleine. Wenn Beiersdorfer über das noch nicht funktionierende Manschaftsgefüge doziert, steht auch derjenige in der Kritik, der die Kaderzusammenstellung mitzuverantworten hat - er selbst.

"Wir haben sehr gute Einzelspieler, die zu einer Mannschaft finden müssen", sagt Beiersdorfer. "Wesentlich schlechtere Teams in der Liga können zusammen Berge versetzen, das ist bei uns noch nicht der Fall."

Übersetzt: Der HSV wird derzeit von einer Ansammlung von Profis repräsentiert, die nebeneinander statt miteinander agieren. Das Team funktioniert nicht, es ist keine verschworene Einheit. Die derzeit 27 Spieler (mit Amateur Mustafa Kucukovic) gliedern sich in viele Kleingruppen mit diversen Problemen. Nach dem Umbruch am Saisonende mit dem Weggang vieler etablierter Spieler (Hoogma, Hollerbach, Cardoso) fehlen Integrationsfiguren, Bindeglieder.

Eine Hierarchie? Fehlanzeige. Mehdi Mahdavikia (seit 1999 beim HSV, Prädikat Publikumsliebling) ist schon wegen seiner Mentalität nicht in der Lage, andere Spieler zu leiten. Zudem wirkt der Perser seit Wochen ausgebrannt, ist nur noch ein Schatten früherer Dribbelzeiten. Sergej Barbarez (kam 2000), mit Mahdavikia am längsten beim HSV, befindet sich ebenfalls im Leistungsloch, war noch nie eine integrative Figur. Stefan Beinlich hingegen fehlt es auf dem Platz einfach an (einstiger) Qualität. Symptomatisch, dass mit van Buyten ein Neuer, zudem Ausländer, zum Kapitän ernannt wurde.

Van Buyten und auch Khalid Boulahrouz scheinen zwar mit einer großen Dosis Ehrgeiz ausgestattet zu sein, aber die Akzeptanz in der Gruppe kann nach so kurzer Zeit nicht vorhanden sein, von Almami Moreira ganz zu schweigen.

Da schließlich David Jarolim und Christian Rahn ebenfalls keine Führungsspielergene in sich tragen und der Rest des Kaders eher in die Kategorie Mitläufer passt, wird offensichtlich, warum gerade vom Mittelfeld, der Schaltstelle eines jeden Fußballteams, so wenige Impulse ausgehen. Es fehlen, besonders bei Negativerlebnissen, die Spieler, die sich dem Trend entgegen stellen.

Sicher, die Saison ist noch jung, aber der instabilen Struktur der Mannschaft drohen mit jeder weiteren Niederlage weitere Brüche. Beiersdorfer jedenfalls hat die gefährliche Lage erkannt. Der Sportchef hat sich seine Termine so gelegt, dass er jedes Training verfolgen, Gespräche führen kann. Er weiß: Dieser HSV kann derzeit kaum aus sich selbst gesunden. Er braucht Hilfestellung, sonst wird mit dem missglückten Reformkurs noch die ganze Regierung weggespült.
 
22.09.04 Bild

22.09.04 BILD: HSV intern: Wirbel um Matthäus, Sorgen um Hermann:
> Wirbel um angebliche Geheim-Verhandlungen. Mehrere Zeitungen (u.a. Kölner Express) berichten heute, HSV-Boss Bernd Hoffmann hätte bereits Lothar Matthäus als Toppi-Nachfolger an der Angel. Scheint eine Ente zu sein. "Wir haben weder mit Lothar Matthäus noch mit Heidi Kabel oder sonst wem verhandelt. Das ist totaler Unsinn", erklärt Hoffmann. "Wir haben auch nicht vor, mit Matthäus zu sprechen."
> Sechs Wochen lag Bernardo Romeo (Adduktoren-Zerrung, weiche Leiste) flach.
Dem Torjäger drohte sogar eine OP. Doch jetzt gibt es Hoffnung auf schnelle Genesung. Gestern trainierte der Gaucho-Knipser erstmals wieder voll mit, überstand die Einheit ohne Probleme.
> Probleme gibt es allerdings bei Jean Carlos Donde. Der Brasilianer ist wieder verletzt. Der Verteidiger hatte sich noch länger Pause ein bisschen ran gekämpft. Jetzt stoppt ihn ein Muskelfaserriss im linken Oberschenkel.
Das Training abbrechen musste gestern Khalid Boulahrouz (Oberscherikel-Verhärtung).
> Klaus Toppmöller spannte zwei Tage in seinem Heimat-Ort Rivenich aus. Pech für ihn noch der 1:2-Pleite in Kaiserslautern, dass an der Mosel viele FCK-Fans wohnen. "Es gab Spott. Das ist normal. Aber sie haben sich alle erst mal für den Elfmeter entschuldigt."
> Die HSV-Fans haben Hermann Rieger nicht Vergessen. Seit der Ex-Kneter im UKE liegt (BILD berichtete), klingelt in der HSV-Geschäftsstelle ständig das Telefon. Viele Anhänger erkundigen sich, wie es Hermann geht und wie sie ihm zur Aufmunterung ein kleines Geschenk zukommen lassen können. Tipp: Alles über den HSV...



22.09.04 BILD: Toppi. Es ist normal, dass ein Trainer fliegt:
Die Szene passte zur Situation . Als Klaus Toppmöller (53) gestern Nachmittag seine Profis auf dem Trainings-Platz versammelte, begann es wie aus Eimern zu schütten. Der Coach (nicht nur er) steht beim HSV im Regen.
Toppi Sonntag vor seinem "Rauswurf-Spiel" (17.30 Uhr, AOL Arena).
Verklatscht er gegen Hertha, ist er seinen Job los. "Ich sehe das nüchtern. Es ist im Profi-Geschäft normal, dass der Trainer fliegt, wenn die Erfolge ausbleiben. Aber die Freude um Fußball nimmt mir keiner. Ich werde bis an mein Lebens-Ende Fußballer mit Herz und Seele sein."
Wie geht er damit um, dass m die Klub-Bosse nach sieben Pleiten in den letzten acht Pflicht-Spielen den Freifahrtschein entzogen haben? Toppi: "Das kann ich nicht beurteilen. Mir wurde gesagt, dass man versucht, erfolgreich miteinander zu arbeiten."
Richtig sauer reagierte Toppmöller nur auf die Beiersdorfer Kritik ("Ich habe mit dem Trainer darüber gesprochen, dass es an der Zeit ist, eine Formation zu finden").
Zu viele Wechsel im Team? Toppi schäumt: "Da werden Sachen an den Haaren herbei gezogen, die unfassbar sind. Zum einen hatten wir viel Verletzungs-Pech. Zum anderen versucht man, taktisch klug zu spielen."
Vor seinem Alles-oder-nichts-Spiel plant Toppmöller offenbar weitere Umstellungen. Ein echter Hammer bahnt sich an: Fliegt Sergej Barbarez aus der Mannschaft?
Als der Coach gestern im Trainings-Spiel das A-Team gegen die B-Elf spielen ließ, durfte der Bosnier nur in der Reservisten-Truppe kicken. Dafür stürmte neben Mpenza (machte beim 10 das Siegtor) überraschend Takahara.



22.09.04 BILD: Splitter:
* Ex-HSV Coach Frank Pagelsdorf (jetzt Al Nasar) startete in Dubai mit 2:2 bei Al Khaleej in die Saison.
* Co-Trainer Rolf Zumdick beobachtet Sonntag-Gegner Hertha BSC heute beim Pokal-Spiel in Braunschweig.
* Für die Partie gegen Berlin sind bisher 37 000 Karten verkauft.
* Heim-Bilanz des HSV gegen Berlin: 13 Siege, 6 Unentschieden, 4 Pleiten.
* Die Supporters fahren Sonnabend per Zug mit den Amateuren zum Spiel nach Düsseldorf. Preis: 24/34 Euro. Beim Spiel der Profis in Leverkusen (2.10.) ist man im Zug für 49/64 Euro dabei. Tel: 040/4227601.
*Training: Heute 10 Uhr (Waldlauf), 15 Uhr an der AOLArena.



22.09.04 BILD: Doll. Neuer Chef? Der Kandidat hat 19 Punkte:
Das Trainer-Roulette beim HSV. Die Kugel dreht sich. Setzt Klaus Toppmöller (53) Sonntag gegen Herha auf die falsche Farbe, geht das Spiel ohne ihn weiter. Für Toppi hießt das: Rien ne va plus - nichts geht mehr.
Toppmöller raus? Dann zockt Hamburg auf Thomas Doll (3
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. Wird der Amateur-Coach nächste Woche neuer Chef? Sein Trumpf: Der Kandidat hat 19 Punkte...
Mit seiner Amateur-Truppe läuft es für Doll prächtig. Acht Spiele, sechs Siege, ein Remis - und nur eine Schlappe. Platz eins in der Regionalliga. Das Gegenstück zu den Profis. Dievergeigten vier von fünf Duellen. Abstiegs-Rang 16.
"Ich hoffe, dass die Jungs gegen Berlin gewinnen. Das würde mich auch für oppi freuen", sagt Doll. "Ich werde Sonntag im Stadion sein und ihm die Daumen drücken."
"Dolly" ist bemüht, mit den ganzen Spekulationen schon im Vorfeld aufzuräumen: "Die kommen doch nicht von meiner Seite. Ich muss nicht hoffen, dass irgendjemand verliert. Ich bin nicht mit Neid und Missgunst aufgewachsen. So war ich schon als Spieler. Da habe ich auch nicht auf eine Verletzung eines Kollegen gehofft."
Er erzählt, dass er schon vorher "das eine oder andere Angebot nicht nur aus Hamburg" hatte, sich aber bei den Amateuren "sehr, sehr wohl fühlt".
Er habe sich "keinen Zeitpunkt gesetzt, zu dem ich im Profi-Fußball sein muss". Und begründet: "Ich war Fußball-Profi und Nationalspieler, da habe ich meinen Traum gelebt. Das ist vielleicht mein Vorteil."
Aber Doll kennt auch das Geschäft. Ein TV-Team vom DSF hat sich beim Amateur-Training angesagt: "Ich weiß auch, dass die nicht wegen unserer Tabellen-Führung kommen." Der Wirbel ist ihm in der Situation unangenehm: "Als vor zwei, drei Wochen mein Name in der Zeitung stand, habe ich Toppi angerufen und Ihm gesagt: Ich wünsche dir alles Gute."
Der Trainer Doll. Seinen Fußball-Lehrer machte er mit der Traum-Note 1,5 (Lehrgangsbester mit Ex-Bayern-Profi Hansi Flick) .
In Sachen Taktik-Training schwärmt er von seinem früheren Lazio-Coach Zdenek Zeman. "Ansonsten habe ich von vielen Trainern etwas mitgenommen." Eine Grund-Regel: "Ich denke oft noch wie ein Spieler. Die Jungs sollen mit Spaß zum Training kommen und sich darauf freuen."
So stürmte er an die Regionalliga Spize. Der Kandidat hat 19 Punkte...

22.09.04 BILD: Takahara. Ich muss hier beim HSV falsch spielen:
Seine Gegner hießen zuletzt Bielefeld und Dortmund. Ganz normal? Nein, es waren nur die Amateur-Teams. Für Naohiro Takahara (25) eine bittere Nummer. Früher drängelten sich Reporter-Scharen um ihn, jetzt spielt er vor ein paar hundert Fans
BILD traf den Japaner mit Dolmetscher zum Interview. Takahara redete ganz offen über Probleme, Hoffnungen und seine Zukunft.
BILD: Herr Takahara, was dachten Sie, als Sportchef Beiersdorfer und Amateur-Trainer Doll fragten, ob Sie in der 3. Liga helfen können
Takahara: "Das war eine sehr kurzfristige Angelegenheit. Ich war überascht. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte."
BILD: Und was denken Sie jetzt?
Takahara: "Im Nachhinein war es eine sehr gute Sache, dass ich Spielpraxis sammeln konnte. Endlich konnte ich wieder Ergebnisse vorzeigen. Für mich als Stürmer waren die beiden Tore wichtig. Auch, wenn es in der Regionalliga natürlich etwas anderes ist, als in der Bundesliga zu treffen."
BILD: Wie viel Zeit geben Sie sich, um in die ProfiTruppe zurückzukehren?
Takahara (schmunzelt): " Ich bin jederzeit bereit."
BILD: Hat der HSV mit den Einkäufen Mpenza und Lauth zu viele Stürmer?
Takahara: "In den letzten Partien haben wir immer nur mit einem richtigen Stürmer gespielt. Das war Mpenza. Im Verhältnis dazu haben wir zu viele Stürmer. Ich mache mir Sorgen, wie es mit so vielen Angreifern weiter gehen soll."
BILD: Im Frühjahr sagten Sie, Sie wollten den Kampf aufnehmen...
Takahara: "Grundsätzlich denke ich immer noch so. Es ist nur so dass ich nicht auf derselben Bühne tanze."
BILD: Können Sie das erklären?
Takahara: "Ich werde hier nicht als echte Sturm-Spitze eingesetzt. Sondern im Mittelfeld oder auf der Außenbahn. In Japan und in Argentinien war ich immer zentraler Stürmer. Es war für mich in Japan undenkbar, im Mittelfeld zu spielen."
Haben Sie mit dem Trainer darüber gesprochen?
Takahara: "Nein, ich habe das nicht direkt angesprochen.Ich möchte aber in Kürze mit dem Trainer über verschiedene Dinge sprechen - auch darüber. Die Position ist mein größtes Problem."
BILD: Wie viel Geduld haben Sie, wenn Sie weiter nicht zum Einsatz kommen?
Takahara: "Wenn es so weiter geht, wird es problematisch. Das heißt nicht, dass ich unbedingt weg will. Gibt's die Möglichkeit, würde ich gerne beim HSV spielen."
BILD: Und wenn nicht? Ihr Vertrag läuft bis Sommer. Bleiben Sie solange oder wollen Sie vielleicht früher weg?
Takahara: "Die Möglichkeit besteht, eventuell schon im Winter zu gehen. Das ist abhängig von der Situation. Noch ist nichts klar. Aber ich möchte in Europa bleiben."
 

mst8576

Mitglied
ScHLaFFeR schrieb:
Eine Grund-Regel: "Ich denke oft noch wie ein Spieler. Die Jungs sollen mit Spaß zum Training kommen und sich darauf freuen."
So stürmte er an die Regionalliga Spize. Der Kandidat hat 19 Punkte...
Herr Doll müsste sich aber im klaren sein, das die Buli bissel anders läuft ...
 
Mopo 23.09

Vereinsinfos kompakt
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]SVEN TÖLLNER
[/font][font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]
[/font][font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]- STANDARDS: Toppmöller ließ gestern verstärkt Standards üben - offensiv wie defensiv. "Wir haben zu viele Tore geschluckt, die nicht sein mussten", sagt der Coach. Und vorne hats auch noch nicht oft geklappt ...

- BLESSUR: Khalid Boulahrouz hat ein Ziehen im Oberschenkel, musste gestern pausieren. Bis zum Wochenende soll der "Kannibale" fit sein für die Startelf. Das schafft Bernardo Romeo wohl nicht ganz. "Ich habe keine Schmerzen, würde gerne mit zum Kader gehören", sagt der Torjäger. Toppi hat Bedenken, der Argentinier hat fast sieben Wochen pausieren müssen.

- RÜCKKEHR: Naohiro Takahara ist topfit, hat sich zudem mit zwei Toren in der Regionalliga Selbstvertrauen geholt. Könnte sein, dass der Japaner gegen Hertha als zweite Spitze randarf. Toppi: "Er ist so weit."

- TRAINING: 10 (Kraftraum) und 15 Uhr (Platz).
[/font]


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Bammel vor Bastürk
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]SVEN TÖLLNER
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Klaus Toppmöller kennt ihn gut

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http://www.mopo.de/applications/bilddb/index.php?id=69869&size=popup&ressort=1- sehr gut sogar. In Bochum und bei Bayer Leverkusen war der HSV-Coach für Yildiray Bastürk eine Art Ziehvater. Als Bastürk als 18-Jähriger zum Bochumer Kader dazustieß, schmiss Toppi den Türken sogleich ins kalte Wasser. Noch heute gerät er ins Schwärmen: "Das ist ein Riesenfußballer. Der spielt provozierend, deckt den Ball gut ab. Den kann man nur foulen, sonst kommt man nicht an die Kugel ran." Nach dieser Lobeshymne kaum verwunderlich, dass Toppmöller es alles andere als gerne sehen würde, wenn Bastürk sein Comeback (Haarriss im Wadenbein) ausgerechnet am Sonntag geben würde. "Ich wünsche ihm alles Gute. Aber er muss ja nicht unbedingt gegen uns zurückkommen."

Beinahe zwei Monate musste der dribbelstarke Mittelfeldspieler pausieren, die Berliner hoffen darauf, dass der Neuzugang gegen den HSV seine Premiere im Hertha-Trikot feiert. Und Toppi hat Bammel vor Bastürk, seinem einstigen Musterschüler. "Das ist einer, der im ersten Spiel so brennt, als wäre er nie weg gewesen."
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Mopo 23.09

Er kann schon wieder lachen
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]SVEN TÖLLNER
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]»Er ist gut drauf«
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Die vergangenen Monate hätten für Benny Lauth nicht bitterer laufen können. Als Rekonvaleszent (Mittelfußbruch) kam er nach Hamburg, war dennoch der große Hoffnungsträger und wurde zum Sorgenkind. Nach dem erneuten Rückschlag (Stauchung an der Bruchstelle) muss Lauth jetzt wieder bei null anfangen. Immerhin: Die notwendig gewordene Operation hat der Nationalspieler (fünf Länderspiele) gut überstanden - und er kann sogar schon wieder lachen.

"Er ist gut drauf", bestätigte Klaus Toppmöller gestern, nachdem er dem Pechvogel kurz nach dessen Entlassung aus dem Krankenhaus am Telefon Mut zugesprochen hatte. Zwölf Wochen soll es dauern, bis Lauth wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Der Trainer rechnet zur Rückrunde fest mit ihm. Auch Benny ist zuversichtlich: "Im nächsten Jahr greife ich richtig an. Ich habe schließlich ein paar Tore aufzuholen."

Morgen wird der 23-Jährige in Hamburg erwartet, soll während der Reha eng beim Team sein. "Das ist wichtig für Benny", glaubt Toppi, "er hatte schließlich noch nicht die Möglichkeit, sich einen Stellenwert zu erarbeiten."


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Elf Fighter!
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]SVEN TÖLLNER
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Kein Platz für Barbarez

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Es bereitet ihm Bauchschmerzen, aber es geht nicht anders. Klaus Toppmöller, der fanatische Liebhaber des technisch versierten Spiels - gegen Hertha steigt der Ästhet um auf "Fußball rustikal". "Auf der einen Seite tut mir das weh. Aber jetzt sind andere Tugenden gefragt. Wir kämpfen gegen den Abstieg."

Die geforderten Tugenden gehören sicher nicht ins Repertoire von Sergej Barbarez. Der Bosnier spielt seit Wochen weit unter seinen Möglichkeiten, verletzte sich zudem noch am Zeh. Fast sicher, dass Toppmöller seinen Star am Sonntag erstmals auf der Bank Platz nehmen lässt. "In dieser Phase wird keiner ausgenommen. Sergej bringt momentan keine Topform. Er hat ein wunderbares Potenzial, aber das Läuferische muss eben auch dazukommen. Er hat alle Trainingseinheiten mitgemacht, hat aber Defizite im Zweikampfverhalten", sagt Toppi. Seine Warnung ans ganze Team: "Wer nicht spurt, der fliegt raus. Das Recht nehme ich mir."

Der Trainer selbst kämpft verbissen um seinen Job beim HSV. Es gilt als sicher, dass Toppmöller eine weitere Niederlage nicht überstehen wird. Der Plan, Lothar Matthäus als Toppi-Nachfolger nach Hamburg zu lotsen, wird von den Beteiligten indes heftig dementiert. Matthäus: "Ich hatte keinen Kontakt. Ich finde es nicht gut, wenn immer mit meinem Namen spekuliert wird. Das schadet mir und dem derzeitigen Trainer." HSV-Boss Bernd Hoffmann tut die Gerüchte gar als "totalen Unsinn" ab. "Wir haben nicht mit Matthäus verhandelt. Und wir haben auch nicht vor, mit ihm zu sprechen", versichert der Vorstandsvorsitzende. Vehemente Dementi, die sicherlich nicht so schnell in Vergessenheit geraten werden ...

Die seit Wochen in der Öffentlichkeit diskutierte Variante mit Thomas Doll als Feuerwehrmann im Falle einer Toppmöller-Entlassung wird von den HSV-Verantwortlichen nicht kommentiert - aber eben auch nicht dementiert. Der Erfolgs-Coach der Regionalliga-Amateure wäre eine kostengünstige Option. Der frühere Nationalspieler erfreut sich in Hamburg zudem größter Beliebtheit und hätte bei den leidgeprüften HSV-Fans gewiss überdurchschnittlichen Kredit.

Die Mannschaft hat es in den Füßen, alle Spekulationen mit einem Sieg vom Tisch zu wischen. Die Führungsspieler wie Pieckenhagen und Wicky hatten zu Wochenbeginn in der MOPO gesagt: "Wir spielen für den Trainer." Die Mannschaft ist in Beweisnot. Denn am Sonntag müssen den Worten Taten folgen.
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Welt 23.09.04

Ohne Führung

Der Kommentar

von Carsten Harms

Wer sich dieser Tage mit der Lage im Hamburger Sport befasst, wird mit drei Krisenfällen konfrontiert. Die HSV-Fußballer und Eishockeyspieler der Freezers haben einen kapitalen Fehlstart in die Saison hingelegt, die HSV-Handballer sind sportlich erfolgreich, müssen aber mehr denn je um ihre wirtschaftliche Existenz bangen. So unterschiedlich die Probleme im Detail auch liegen, so offenbart sich doch bei allen ein schwer wiegendes Führungsproblem. Bei den Handballern rankt sich die Krise um den wenig hanseatisch handelnden Mehrheitsgesellschafter Winfried M. Klimek, auf dessen Signal zur Rettung des hoch verschuldeten Vereins seit Tagen und Wochen vergeblich gewartet wird. Bei den Eishockey-Cracks der Freezers fehlt es in der Mannschaft an einem Führungsspieler, nachdem man den bisherigen Kapitän Andrew Schneider leichtfertig hat ziehen lassen. Dieses Problem ist auch eines von mehreren bei den HSV-Fußballprofis. Hier bürdete Trainer Klaus Toppmöller dem Neuzugang Daniel van Buyten mit der Kapitänsbinde eine Verantwortung auf, die ihn nur überfordern konnte. Es bietet sich aber kein anderer an, der seine Kollegen aus der Lethargie und Sprachlosigkeit auf dem Spielfeld reißen könnte. Versagt haben hier alle, die für die Zusammensetzung des Teams verantwortlich sind.


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gary

Bekanntes Mitglied
ScHLaFFeR schrieb:
Der Kommentar

von Carsten Harms

Wer sich dieser Tage mit der Lage im Hamburger Sport befasst, wird mit drei Krisenfällen konfrontiert. Die HSV-Fußballer und Eishockeyspieler der Freezers haben einen kapitalen Fehlstart in die Saison hingelegt, die HSV-Handballer sind sportlich erfolgreich, müssen aber mehr denn je um ihre wirtschaftliche Existenz bangen......


Naja, die Probleme der HSV Handballer sind nun wirklich nicht mit denen des HSV zu vergleichen.
Die Handballer sind sportlich erfolgreich, stehen aber finanziell vor dem kurzfristigen Aus.
Dagegen sind die Probleme aller anderer Hamburger Clubs wirklich Kinderkram.
Und der Klimek ist auch gleichzeitig Hauptsponsor, also nicht unbedingt mit einem "normalen" Vorstand zu vergleichen. Klimek steht jetzt zwar berechtigterweise permanent in der Kritik, hat aber über Jahre (schon in Bad Schwartau) mit Mio-Beträgen erst Bundesliga-Handball ermöglicht.


Und wenn der Kommentator schon von Hamburger Krisenfällen spricht kann er gleich noch ein paar Club mehr mit einbeziehen.
St. Pauli schwimmt momentan zwar auf einer kleinen Euphoriewelle, muß aber immer auch als potentieller Krisenkandidat angesehen werden.

Die Footballer der Hamburg Blue Devils sind als deutscher Meister der letzten 3 Jahre im PO-Viertelfinale ausgeschieden. U.a. weil eine Auswärts-Übernachtung in Höhe von rund 2.000 € eingespart werden sollte/mußte und es dadurch eine Chaos-Anfahrt zum Spiel gab.

Die BL-Volleyballerinnen des TV Fischbek (u.a. 2 mal Pokalfinale) stehen wegen fehlenden 20.000 € vor dem Aus.

Die Auflistung könnte noch mit Finanz- oder sportlichen Problemen von etlichen kleineren Clubs in HH fortgeführt werden.
 

mst8576

Mitglied
ScHLaFFeR schrieb:
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif][font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]
Die seit Wochen in der Öffentlichkeit diskutierte Variante mit Thomas Doll als Feuerwehrmann im Falle einer Toppmöller-Entlassung wird von den HSV-Verantwortlichen nicht kommentiert - aber eben auch nicht dementiert. Der Erfolgs-Coach der Regionalliga-Amateure wäre eine kostengünstige Option. Der frühere Nationalspieler erfreut sich in Hamburg zudem größter Beliebtheit und hätte bei den leidgeprüften HSV-Fans gewiss überdurchschnittlichen Kredit.
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Überdurchschnittlichen Kredit?
Na danke. Ich brauche keinen Trainer der gut Kumpel mit allen Spielern ist und fast unbegrenzten Kredit in der Öffentlichkeit hat. Toppi ist unbequem, was solls? Die Spieler bekommen kohle und sollen das tun wofür sie bezahlt werden. Und nicht nur jammern.
Ich kann auch nicht nur über meinen Chef jammern wenn was nicht so läuft ...
 

gary

Bekanntes Mitglied
mst8576 schrieb:
Überdurchschnittlichen Kredit?
Na danke. Ich brauche keinen Trainer der gut Kumpel mit allen Spielern ist und fast unbegrenzten Kredit in der Öffentlichkeit hat. Toppi ist unbequem, was solls? ...

Das sehe ich auch so :spitze:
Ein Trainer muß nun wirklich nicht bequem sein. Ein Kumpeltyp wird -leider- auch oft sowohl von Spielern als auch von Journalisten ausgenutzt.
 

mst8576

Mitglied
garylineker schrieb:
Ein Trainer muß nun wirklich nicht bequem sein. Ein Kumpeltyp wird -leider- auch oft sowohl von Spielern als auch von Journalisten ausgenutzt.
Eben. Und wo uns Kumpeltyp Jara hingebracht hat wissen wir doch noch.
Wer nicht endlich erkennt das das Problem die Spieler haben und nicht immer der Trainer Schuld ist der ist verblendet. Unter Jara liefs nicht, das war der Kumpel. Nur gibts unter Toppi die Peitsche und es wird nicht nur gekuschelt, auch nicht richtig ...
Was wollen die denn?
 

Käpt´n Koma

Since 1887
Veröffentlicht am 23.09.2004 um 12:42 Uhr
Quelle: dpa

Seeler von HSV-Führung enttäuscht: «Mir hört doch sowieso keiner zu»


Fußball-Idol Uwe Seeler hat die Clubführung des
Bundesligisten Hamburger SV kritisiert. Obwohl der Ehrenspielführer
der deutschen Nationalmannschaft einige Ideen hat, wo beim kriselnden
norddeutschen Traditionsverein der Hebel angesetzt werden könnte,
hält sich der 67-Jährige mit Ratschlägen zurück. «Das hat keinen
Sinn. Mir hört doch sowieso keiner zu», sagte Seeler der «Bild-
Zeitung» (Donnerstag-Ausgabe).

Über den Fehlstart in der Bundesliga mit vier Niederlagen in fünf
Spielen sowie das frühe Aus seines HSV im DFB-Pokal- und im UI-Cup-
Wettbewerb ist «Uns Uwe» Seeler indes nicht verwundert. «Wir haben
keine gute, harmonierende Mannschaft. Wir stehen zu Recht dort unten.
Es sieht nicht gut aus», monierte der einstige Top-Torjäger. Und
fügte hinzu: «Die Situation tut mir sehr weh. Ich werde überall
angequatscht. Ein erfolgreicher HSV wäre auch für mich einfacher

So gern ich ihn als Mensch und als Spieler des HSV mag und unter Würdigung seiner Arbeit als personifizierter HSV, aber als Funktionär im Verein hat er leider nichts hinbekommen und ist als Präsident gescheitert.
So welche Aussagen -gerade in der momentanen Situation- helfen uns nicht weiter, sondern sind im Gegenteil auch noch ein gefundenes Fressen für die Hetz-Zeitungen :hammer:
 

mst8576

Mitglied
Käpt´n Koma schrieb:
So gern ich ihn als Mensch und als Spieler des HSV mag und unter Würdigung seiner Arbeit als personifizierter HSV, aber als Funktionär im Verein hat er leider nichts hinbekommen und ist als Präsident gescheitert.
So welche Aussagen -gerade in der momentanen Situation- helfen uns nicht weiter, sondern sind im Gegenteil auch noch ein gefundenes Fressen für die Hetz-Zeitungen :hammer:
Sehe ich auch so, er hatte seine Chance und ist, aus welchen Gründen auch immer, gescheitert.
Jetzt sollte er ruhig sein, es wirkt sonst alles nur wie nachtreten oder Besserwisserei. Es sei denn er will sich in die reihe der Nörgler und ständigen kritisierer die nur dumm labern aber selbst nix reißen einreihen ... schade wäre es für "Uns Uwe".
 
Uwe der Bauer meldet sich doch nur zu Wort wenns dem HSV schlecht geht....

Frag mich nur wann es dem HSV unter seiner Herrschaft gut ging?...
wie war das noch... engel , autowachs, ostimobilien ???????


ich sags mal so...
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Mopo 24.09

Uli Hoeneß mahnt - Lasst ihn doch bis Weihnachten arbeiten!
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]SIMON BRAASCH
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Nein, mit dieser Unterstützung wird er nicht gerechnet haben.


adlog.php


[/font][font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]
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[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Aber sie dürfte ihm verdammt gut tun. Uli Hoeneß höchstpersönlich macht sich für Toppi stark. Er habe etwas gegen frühe Trainerentlassungen, so der Bayern-Manager. "Ich wünschte den Hamburgern, dass sie mehr Geduld haben und Toppmöller bis Weihnachten arbeiten lassen", erklärte er im DSF.

Toppi wird diese Aussagen wohlwollend registrieren. Genauso wie er zur Kenntnis nahm, dass die Lauterer Anhänger während des Pokalkicks gegen Schalke seinen Namen skandierten. Doch die Seele des 53-Jährigen ist angeknackst. "Überall, wo ich gespielt und gearbeitet habe, bin ich von den Fans enthusiastisch gefeiert worden", sagt er mit nachdenklicher Miene. "Nur hier sieht es anders aus. Man hat mich vom ersten Tag an nicht so geliebt. Ich bin ein Mann des Volkes. Das tut schon weh."

Toppis Assistent Ralf Zumdick weiß nur zu gut, wie seinem "Chef" zu Mute ist. "Er geht mit der Diskussion professionell um. Aber es beschäftigt ihn schon sehr." Was dagegen hilft? Nur Siege!

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Der Japaner soll Toppi retten - auch Rahn und Jarolim starten
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]SIMON BRAASCH

[/font][font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]

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http://www.mopo.de/applications/bilddb/index.php?id=77270&size=popup&ressort=1
Er hat sie verlangt, ohne wirklich laut zu werden. Nun bekommt Naohiro Takahara seine nächste - und vielleicht auch bald letzte Chance beim HSV. Am Sonntag wird der Japaner wohl für Sergej Barbarez in der Startelf stehen. Diesmal muss es richtig rappeln.

Zwei Mal musste Taka zuletzt bei den Amateuren ran. Beide Male traf er. "Er war bereit, Spielpraxis zu sammeln", lobt Klaus Toppmöller. "So stelle ich mir einen Profi vor, der sich weiterentwickeln will." Streicheleinheiten für den Japaner, der längst über einen Abschied im Winter nachdenkt (die MOPO berichtete). Jetzt soll ausgerechnet er Toppis Verbleib in Hamburg sichern.

Nicht die einzige Änderung für das Hertha-Spiel. Auch Christian Rahn wird in die erste Elf rücken, bekommt den Platz im linken Mittelfeld zurück. Auf rechts erhält nach Mehdi Mahdavikia, Slawi Hleb und Collin Benjamin nun Raphael Wicky seine Chance. Auch David Jarolim kehrt zurück ins defensive Mittelfeld - für ihn muss Stefan Beinlich raus. Toppi bastelt weiter kräftig an der ersten Elf. Hoffentlich mit etwas mehr Glück ...


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Vereinsinfos kompakt

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http://www.mopo.de/applications/bilddb/index.php?id=32070&size=popup&ressort=1
LAZARETT: Für Bernardo Romeo kommt ein Einsatz am Sonntag zu früh. "Vielleicht ist er nächste Woche soweit", meint Klaus Toppmöller. Khalid Boulahrouz (Oberschenkelprobleme) tritt dagegen zwar etwas kürzer, soll aber in jedem Fall spielen.

TICKETS: Knapp 39 000 Karten wurden für den Hertha-Kick bislang verkauft. Das deutet auf einen Besuch von etwa 45 000 Fans hin.

JOB: Sollte Toppi wirklich gehen müssen - was passiert dann mit seinen Assistenten? Ralf Zumdick erklärt: "Ich habe meinen Job als Ghanas Nationaltrainer aufgegeben, um mit Toppi zu arbeiten. Irgendwo sind wir schon miteinander verknüpft. Aber meine Entscheidungen fälle ich trotzdem persönlich."

TRAINING: Heute, 10 Uhr.

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mst8576

Mitglied
ScHLaFFeR schrieb:
[font=Verdana,Arial,Helvetica,Sans-Serif]Uli Hoeneß höchstpersönlich macht sich für Toppi stark. Er habe etwas gegen frühe Trainerentlassungen, so der Bayern-Manager. "Ich wünschte den Hamburgern, dass sie mehr Geduld haben und Toppmöller bis Weihnachten arbeiten lassen", erklärte er im DSF.[/font]
Ist das nun ehrlich gemeint oder immer immer noch "Rache" für unser Bremenspiel letzte Saison? :gruebel:
 
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