Die nächsten Finanzprobleme?

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derMoralapostel

Bekanntes Mitglied
wundert mich, dass das hier noch nicht thematisiert wurde. Falls ichs nur übersehen haben sollte, bitte verlinken :zwinker3:

Wie in den letzten Tagen mehrfach publiziert wurde, haben erste Finanzämter die volle steuerliche Abzugsfähigkeit der VIP-Logen in den Stadien der Bundesligisten verweigert, was erhebliche Nachzahlungen für die Mieter der Logen Business-Seats usw. zur Folge haben würde. Weitere Folge wäre wohl, dass in den kommenden Jahren weniger Logen verkauft werden würden und somit den Bundesligisten Einnahmen in Millionenhöhe entgingen.
Man darf auf die Urteile der Finanzgerichte, die zweifellos kommen werden, gespannt sein und man darf auch gespannt sein, wie gerade die Vereine mit neuen Stadien damit umgehen bzw. welche finanziellen Einbußen dadurch entstehen.
 

bauxl

Kanbei
Bisher ist das ganze nur in Hamburg geschehen...

Man muss abwarten, denn ich meine, daß jedes Finanzamt dies selbst entscheiden kann/darf... Es gibt also keine Einheitliche Lösung dafür...
 

Vatreni

Hrvatska u srcu!
Was soll man dazu auch groß schreiben? Bisher ist ja noch nix endgültig. Sicher werden die Firmen nicht besonders glücklich sein, aber wie sieht das aus mit den Logen in den neuen Stadien? Sind da nicht bereits für die meisten die Verträge unterzeichnet? Die werden ja dann wohl verbindlich sein wodurch sich der Verlust für die Vereine erst mal in Grenzen hält.
 
bauxl schrieb:
Bisher ist das ganze nur in Hamburg geschehen...

Man muss abwarten, denn ich meine, daß jedes Finanzamt dies selbst entscheiden kann/darf... Es gibt also keine Einheitliche Lösung dafür...

Ich habe im Radio letzte Woche gehört, das sich das Finanzminesterium schon seit letztem Jahr mit dieser Problematik beschäftigt!

Allerdings nicht nur in Hamburg! Bleibt abzuwarten was dabei herauskommt!
 

derMoralapostel

Bekanntes Mitglied
bauxl schrieb:
Man muss abwarten, denn ich meine, daß jedes Finanzamt dies selbst entscheiden kann/darf... Es gibt also keine Einheitliche Lösung dafür...
ich gehe allerdings davon aus, dass wenn das Finanzamt Hamburg damit durchkommt, d.h. vor den Finanzgerichten recht bekommt, die anderen Finanzämter ziemlich bald nachziehen werden, ist das ja doch eine ganz nette Steuereinnahme.
 
Worauf begründet sich denn die Ablehnung? Doch sicher auf Unangemessenheit der Höhe der Aufwendungen?! Wobei ich mich grad frage, wie das die Mieter deklarieren:

a) als Bewirtungsaufwand, der es aber per se nicht ist, denn eigentlich soll es mehr für's Auge als für'n Gaumen geben;

b) als Repräsentationsaufwand, nun ja so 'ne wischiwaschi-Position führt quasi immer zu Diskussionen, insbesondere bei der Höhe des Postens;

c) als Geschenke, das scheitert an der Zuwendungsgrenze pro Person, die bei den Logenpreisen wohl immer geknackt würde.

d) blieben noch sowas wie Kosten für "Meetings" - yep may be, aber 17mal im Jahr und in der Athmosphäre eher auch nicht von Ernsthaftigkeit geprägt.


Könnte mir vorstellen, dass es hier irgendwann Absprachen zwischen den Finanzbehörden, den Vereinen und den Mietern im Einzelnen oder einer Dachvertretung geben wird.

Wie Morali schon schreibt: Ein hoher Auslastungsgrad ist von immenser Bedeutung für die Rentabilität der Neu-Arenen und unter Beachtung des Brot-und-Spiele Charakters einer aus den Fugen geratenden Mediakratie, sind Fußballbetriebe, die den Schein des Florierens wahren, ein bedeutsamer Bestandteil zur Ablenkung der Konsumenten.
 
bauxl schrieb:
Bisher ist das ganze nur in Hamburg geschehen...

Man muss abwarten, denn ich meine, daß jedes Finanzamt dies selbst entscheiden kann/darf... Es gibt also keine Einheitliche Lösung dafür...

Naja, wenn die Sache schwerwiegend genug wird, kann der Finanzressortleiter des Bundes auch irgendwann 'n entsprechendes BMF-Schreiben erlassen, dass die Sache bundeseinheitlich und rechtsverbindlich regelt.
 

gary

Bekanntes Mitglied
bauxl schrieb:
Bisher ist das ganze nur in Hamburg geschehen...

Ein reines Hamburger Problem ist das nicht.

Wie schon geschrieben wurde:
wenn Finanzgerichte die Ansicht der Hamburger Finanzbehörde bestätigen würde, bekämen bundesweit alle Anbieter von Logen und Business-Seats Probleme.

Dazu aus dem Abendblatt von heute:


Steuern für Logen: Kunden sind nervös


Von Jens Meyer-Odewald

Hamburg - Nicht nur der HSV reagiert entsetzt auf die Praxis des Hamburger Finanzamtes, Kosten für Stadionlogen nicht mehr als Betriebskosten von der Steuer absetzen zu können. "Die Verunsicherung der Kunden ist groß - und zwar deutschlandweit", hieß es von seiten des führenden Sportvermarkters Sportfive.

Diese Nervosität der betuchten Kundschaft hat Konsequenzen: Die Bundesligaklubs fürchten um fest kalkulierte Einnahmen aus dem Ehrengastbereich. Bis Ende März können in Hamburg und anderswo Logen-Verträge gekündigt werden. Sollte das Bundesfinanzministerium in Berlin nicht rasch für eine klare Regelung sorgen, droht die Finanzplanung ins Wanken zu geraten.

"Wir brauchen ganz schnell eine einheitliche Lösung, die Rechts- und Planungssicherheit bringt", fordert Sportfive, Nachfolger der Firma Ufa Sport. Gemeinsam mit der HSV-Führung soll es "so zügig wie möglich" zu einem Gipfeltreffen mit Hamburgs Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU) kommen.

Der Sportausschuß der Hamburgischen Bürgerschaft wird sich schon heute mit dem Thema beschäftigen. "Wir brauchen sofort Klarheit, sonst sind Erhalt und Finanzierung großer Sportstätten nicht mehr möglich", sagte Volker Okun, sportpolitischer Sprecher der Regierungspartei. Vor Ort, in der AOL-Arena, soll die Problematik erörtert werden. Ohne Erlöse aus den 51 fest vermieteten Logen und insgesamt 2160 Business-Sitzen wäre das Spiel so nicht mehr möglich.

Geradezu dramatische Dimensionen nimmt die neue Praxis des Finanzamts in bezug auf die Fußball-WM 2006 an. Während des Weltturniers im kommenden Jahr sind VIP-Zonen in den Arenen wichtiges Fundament der gesamten Wirtschaftsplanung. Mit 33 338 Logenkarten und gut 300 000 weiteren VIP-Tickets will die Ise-Hospitality AG mit Hauptsitz in der Schweiz 300 Millionen Euro erwirtschaften. 170 Millionen Euro wurden für dieses Vermarktungsrecht bezahlt.

Kein Wunder, daß die Kunden tief in die Tasche greifen müssen: Die teuerste Loge im neuen Münchener Stadion beherbergt 31 Plätze und kostet 428 000 Euro. Da solche Summen nur von großen Konzernen bezahlt werden, die diese Investition steuerlich geltend machen können, reagieren die Vermarkter unruhig.

Denn das Hamburger Finanzamt für Großkunden spricht eine schnörkellose Sprache. "Die von der Firma Sportfive GmbH . . . bestätigte Kostenaufteilung wird von der Betriebsprüfung nicht anerkannt", heißt es in dem Prüfungsvermerk, der dem Hamburger Abendblatt vorliegt. Damit bricht ein Teil des wirtschaftlichen Kartenhauses zusammen.

Bisher gingen Vermarkter wie Profivereine und Logen-Kunden vom "Prinzip Hoffnung" aus. Auch wenn die "Zeitbombe" tickt, so HSV-Aufsichtsratsmitglied Jürgen Hunke. Das HSV-Gremium befaßte sich gestern mit dem Thema. Betroffene Firmen wie die Signal-Iduna-Versicherung, die sich nicht äußern wollte, warten auf rasche Klärung.

Diese kann nur aus Berlin kommen. Warum haben Fußball-Bund und Finanzminister nicht rechtzeitig reagiert? Auch die DFL, Allianz der Proficlubs, drängt auf ein deutliches Wort der Bundesregierung. "Wenn das gesamte System wackelt, geht die Rechnung nicht mehr auf", mahnt DFL-Sprecher Tom Bender. Mit anderen Worten: Hohe VIP-Kosten subventionieren die "normalen" Kartenpreise. (Jens Meyer-Odewald)

"Wir brauchen Klarheit, sonst ist der Erhalt großer Sportstätten nicht möglich." Volker Okun

erschienen am 22. Februar 2005 in Sport
 
D

downie

Guest
"Wenn das gesamte System wackelt, geht die Rechnung nicht mehr auf", mahnt DFL-Sprecher Tom Bender.

Kommentatorenclub DFL. Nicht dass man von einer Interessensvertretung einen aktiven Part zugunsten seiner Zöglinge erwarten müsste, man wartet lieber mal auf ein deutliches Wort von anderswo.....

BWRG

downie
 
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