Empfindsamkeitskult

Stan-Kowa

Leide an Islamintoleranz
Eine Freundin von mir hat sich, nicht das erste Mal, von mir zurückgezogen, weil sie mich im Umgang mit anderen Menschen als zu "hart" empfindet. Dem gegenüber steht die Meinung, von so gut wie allen anderen Menschen, die mich kennen, dass ich ein Mensch mit viel Empathie bin, der immer Rücksicht auf seine Mitmenschen nimmt. Ich bin verwirrt.
Was für den einen schon zu hart ,ist für den anderen vielleicht nur ehrlich?!
 

Rabenmutter

Urenkelin von Abraxas
Für manche ist der Umgang aber schon zu "hart", wenn man ehrlich auf eine Frage antwortet. Und das muss nicht mal was Kritisches sein, es reicht einfach eine andere Meinung.
Wenn jemand zuuuu empfindsam ist, finde ich das sehr anstrengend, weil man sich alles was man sagt und macht, bei solchen Menschen, dreimal überlegen muss. Ich weiß aber nicht, ob hochsensible Menschen einfach nicht anders können und man ihnen das dann nicht verübeln sollte bzw. darf.
Je weniger man sich von der Außenwelt triggern lässt, umso angenehmer und besser lebt es sich.
 
K

Knörzchen

Guest
Eine Freundin von mir hat sich, nicht das erste Mal, von mir zurückgezogen, weil sie mich im Umgang mit anderen Menschen als zu "hart" empfindet. Dem gegenüber steht die Meinung, von so gut wie allen anderen Menschen, die mich kennen, dass ich ein Mensch mit viel Empathie bin, der immer Rücksicht auf seine Mitmenschen nimmt. Ich bin verwirrt.
Hast du nachgefragt, in welcher Situation du ihrer Meinung nach zu hart reagiert hast? Was meint sie genau mit hart? Das musst du ja hier nicht beantworten, aber so wie du das beschrieben hast, kann das ja alles und nix heißen.

Genauso allgemein ist deine Aussage, dass du sonst als empathisch und rücksichtsvoll gesehen wirst. Das widerspricht sich ja nicht unbedingt mit dem, was deine Freundin sagt.
 
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Stan-Kowa

Leide an Islamintoleranz
Wenn jemand zuuuu empfindsam ist, finde ich das sehr anstrengend, weil man sich alles was man sagt und macht, bei solchen Menschen, dreimal überlegen muss. Ich weiß aber nicht, ob hochsensible Menschen einfach nicht anders können und man ihnen das dann nicht verübeln sollte bzw. darf.
Je weniger man sich von der Außenwelt triggern lässt, umso angenehmer und besser lebt es sich.
Wenn man aber auf diese Hypersensibelchen immer Rücksicht nimmt wirds auch manchmal zu einer Masche....
 
Mach Dir keinen Kopf. So ein Empfinden ist immer subjektiv und hat letztlich mehr mit demjenigen zu tun, der da eine Bewertung abgibt. Sinnvoll wäre, beispielsweise im Rahmen eines Dialoges eine aktuelle Rückmeldung zu geben ("das, was Du da gerade gesagt hast, empfinde ich als zu hart, es verletzt mich, ich würde mir wünschen, dass..), statt einen Menschen insgesamt zu be-, respektive verurteilen.
Ein guter Vorschlag von dir! Ich werde ihr das genau so vorschlagen.
Vielleicht passt es einfach nicht zwischen Euch - letztlich sollte man sich in guten Freundschaften doch so zeigen und verhalten dürfen, wie man ist und nicht wie einen das Gegenüber gern hätte.
So sollte es, im Normalfall, sein. Bei ihr weiß ich allerdings, dass bestimmte Reaktionen und Empfindungen eben nicht ganz normal ausfallen.
 
Hast du nachgefragt, in welcher Situation du ihrer Meinung nach zu hart reagiert hast? Was meint sie genau mit hart? Das musst du ja hier nicht beantworten, aber so wie du das beschrieben hast, kann das ja alles und nix heißen.
Natürlich kann ich das beantworten. Viele werden es nicht nachvollziehen können, was sie auch nicht müssen. Wir saßen zu Dritt, sie, eine gemeinsame Freundin und ich, in einem Bistro. Alles verlief sehr schön und harmonisch und sie fragte mich und die gemeinsame Freundin, ob wir das nächste Woche um die gleiche Zeit wiederholen wollen. Ich habe, aus Termingründen, gleich mitgeteilt leider keine Zeit zu haben und das nächste Treffen auf ein wenig später zu verschieben. Wir haben uns dann getrennt und jede ist nach Hause gefahren. Zwei Stunden später habe ich eine Nachricht auf WhatsApp bekommen, "wie ich so etwas vor einer anderen Freundin und anderen Menschen sagen könne (Absage, weil keine Zeit!) und das ich überhaupt kein Feingefühl und Gespür für die Situation hätte!" Sie "braucht jetzt erstmal Zeit für sich und muss darüber nachdenken".
Genauso allgemein ist deine Aussage, dass du sonst als empathisch und rücksichtsvoll gesehen wirst. Das widerspricht sich ja nicht unbedingt mit dem, was deine Freundin sagt.
Von der Seite habe ich es noch nicht betrachtet. Danke für den Hinweis.
 

Klara Kante

Bekanntes Mitglied
Ich habe, aus Termingründen, gleich mitgeteilt leider keine Zeit zu haben und das nächste Treffen auf ein wenig später zu verschieben. Wir haben uns dann getrennt und jede ist nach Hause gefahren. Zwei Stunden später habe ich eine Nachricht auf WhatsApp bekommen, "wie ich so etwas vor einer anderen Freundin und anderen Menschen sagen könne (Absage, weil keine Zeit!) und das ich überhaupt kein Feingefühl und Gespür für die Situation hätte!" Sie "braucht jetzt erstmal Zeit für sich und muss darüber nachdenken".

Mich würde da interessieren, was sie erwartet hätte - dass Du zusagst, obwohl klar ist, dass Du gar keine Zeit hast, und das Ganze dann später 1:1 wieder umwirfst?

Welche alternative Verhaltensweise hätte sie sich im konkreten Fall gewünscht?
 

Milk_

Bekanntes Mitglied
Natürlich kann ich das beantworten. Viele werden es nicht nachvollziehen können, was sie auch nicht müssen. Wir saßen zu Dritt, sie, eine gemeinsame Freundin und ich, in einem Bistro. Alles verlief sehr schön und harmonisch und sie fragte mich und die gemeinsame Freundin, ob wir das nächste Woche um die gleiche Zeit wiederholen wollen. Ich habe, aus Termingründen, gleich mitgeteilt leider keine Zeit zu haben und das nächste Treffen auf ein wenig später zu verschieben. Wir haben uns dann getrennt und jede ist nach Hause gefahren. Zwei Stunden später habe ich eine Nachricht auf WhatsApp bekommen, "wie ich so etwas vor einer anderen Freundin und anderen Menschen sagen könne (Absage, weil keine Zeit!) und das ich überhaupt kein Feingefühl und Gespür für die Situation hätte!" Sie "braucht jetzt erstmal Zeit für sich und muss darüber nachdenken".

Von der Seite habe ich es noch nicht betrachtet. Danke für den Hinweis.
Kann es sein, dass es da eine Vorgeschichte dazu gibt?
Ich finde es aber gut, dass sie dir das mitteilt (wenn ich es jetzt auch noch nicht ganz nachvollziehen kann), sie hätte auch einfach beleidigt schweigen können und sich anderweitig über dich auslassen können.
 
K

Knörzchen

Guest
Wir saßen zu Dritt, sie, eine gemeinsame Freundin und ich, in einem Bistro. Alles verlief sehr schön und harmonisch und sie fragte mich und die gemeinsame Freundin, ob wir das nächste Woche um die gleiche Zeit wiederholen wollen. Ich habe, aus Termingründen, gleich mitgeteilt leider keine Zeit zu haben und das nächste Treffen auf ein wenig später zu verschieben. Wir haben uns dann getrennt und jede ist nach Hause gefahren. Zwei Stunden später habe ich eine Nachricht auf WhatsApp bekommen, "wie ich so etwas vor einer anderen Freundin und anderen Menschen sagen könne (Absage, weil keine Zeit!) und das ich überhaupt kein Feingefühl und Gespür für die Situation hätte!" Sie "braucht jetzt erstmal Zeit für sich und muss darüber nachdenken".
Ihr war die Absage vor der anderen Freundin unangenehm. Kennst du den Grund dafür? Irgendwas steckt doch dahinter, was dir anscheinend nicht so ganz bewusst ist? Für sie war es wohl eine besondere Situation und du hast das nicht gemerkt?
 

Stan-Kowa

Leide an Islamintoleranz
Mich würde interessieren ob sich dieses "Gedanken machen" was diese Freundin sich dabei denkt und welche Gründe für ein derartige Verhalten vor liegen bzw vor liegen könnten auch eher so ein "Frauending" ist? :unsure:
 
K

Knörzchen

Guest
Mich würde interessieren ob sich dieses "Gedanken machen" was diese Freundin sich dabei denkt und welche Gründe für ein derartige Verhalten vor liegen bzw vor liegen könnten auch eher so ein "Frauending" ist?
Ich kann das nur für mich beantworten:
Ich finde es interessant, wie Menschen unterschiedlich ticken können. Deshalb würde ich schon "aus wissenschaftlichem Interesse" nachfragen, was da bei dem Treffen los war.

Was die zwischenmenschliche Eben betrifft, kommt es darauf an wie nahe mir ein Mensch steht. Wenn es eine Bekannte ist, würde ich mir vielleicht denken: Die meldet sich schon wieder, wenn sie möchte.
Wenn es ein Mensch ist, der mir am Herzen liegt, würde es mich nicht nur "wissenschaftlich", sondern auch emotional interessieren, was der Hintergrund ist.
 
Mich würde da interessieren, was sie erwartet hätte - dass Du zusagst, obwohl klar ist, dass Du gar keine Zeit hast, und das Ganze dann später 1:1 wieder umwirfst?

Welche alternative Verhaltensweise hätte sie sich im konkreten Fall gewünscht?
Das kann ich dir aktuell nicht beantworten, Klara, weil wir darüber noch nicht gesprochen haben.
 
Kann es sein, dass es da eine Vorgeschichte dazu gibt?
Ich finde es aber gut, dass sie dir das mitteilt (wenn ich es jetzt auch noch nicht ganz nachvollziehen kann), sie hätte auch einfach beleidigt schweigen können und sich anderweitig über dich auslassen können.
Es gab mehrere "Vorgeschichten", die aber alle auf ihre Hypersensibilität zurückzuführen sind und die sie hinterher auch selbst in diese Richtung verordnet hat. Dass sie sich mir schnell mitgeteilt hat, finde ich auch gut und das schätze ich an ihr. Die Konsequenz, die sie für sich nun wieder daraus zieht, kann ich aber nur sehr schwer nachvollziehen.
 
Ich kann das nur für mich beantworten:
Ich finde es interessant, wie Menschen unterschiedlich ticken können. Deshalb würde ich schon "aus wissenschaftlichem Interesse" nachfragen, was da bei dem Treffen los war.

Was die zwischenmenschliche Eben betrifft, kommt es darauf an wie nahe mir ein Mensch steht. Wenn es eine Bekannte ist, würde ich mir vielleicht denken: Die meldet sich schon wieder, wenn sie möchte.
Wenn es ein Mensch ist, der mir am Herzen liegt, würde es mich nicht nur "wissenschaftlich", sondern auch emotional interessieren, was der Hintergrund ist.
(y)
 

Malou

Nicht gut mit Worten
Mich würde interessieren ob sich dieses "Gedanken machen" was diese Freundin sich dabei denkt und welche Gründe für ein derartige Verhalten vor liegen bzw vor liegen könnten auch eher so ein "Frauending" ist? :unsure:
In dem Fall wollte Milchschnitte ja verstehen, ob dieser Vorwurf der Freundin "berechtigt" war, bzw. konnte diesen Vorwurf nicht mit dem zusammenbringen, was sie von anderen Leuten als Rückmeldung bekommt (jedenfalls habe ich ihr Anliegen so gelesen. Falls ich das jetzt falsch interpretiert habe, Milchschnitte, dann sag Bescheid und ich nehme es wieder raus).
Dazu ist ja m.E. auch notwendig, oder zumindest hilfreich, die Beweggründe der Freundin für ihre Äußerung zu kennen, um das richtig einschätzen zu können.

Ich kenne das auch, dass man manchmal einfach mal sehen möchte, ob diese Rückmeldung etwas beinhaltet, was man vielleicht überdenken sollte. Oder ob man sich in der Situation wirklich nicht so verhalten hat, wie man selbst sich eigentlich verhalten möchte, aber es eben nicht gemerkt hat.

Ich weiß nicht, ob Männer das auch machen? Ich habe das Gefühl - womit ich aber falschliegen könnte - dass in Männerfreundschaften auch nicht ganz so viel geredet, sich nicht so viel ausgetauscht wird, so dass sich diese Fragen einfach nicht stellen.

Ganz allgemein finde ich das Überlegen über Gründe für eine Handlung und Äußerung aber auch manchmal hilfreich, um diese Handlung/Äußerung zu akzeptieren. Das kenne ich aus dem Interkulturellen, da hält man etwas zuerst mal für unhöflich, unangemessen etc., und wenn man dann die Hintergründe kennt, sieht das schon ganz anders aus und man kann etwas, das man vielleicht eigentlich nicht schätzt, doch viel besser akzeptieren, weil man weiß, dass es ganz andere Hintergründe hat. Das ist etwas, was zumindest im interkulturellen Bereich auch Männer propagieren und anwenden, weil es die Zusammenarbeit sinnvoller und besser gestaltet. Und im Alltagsleben - ohne interkulturelle Komponente - ja manchmal auch.
 

Beatrix Kiddo

… hasta luego …
Teammitglied
Uff, mir wäre so eine „Freundin“ schlichtweg zu anstrengend. Aber ich bin bei so was auch sehr pragmatisch. Freunde sind die Menschen, die man sich aussuchen kann und da sollte es einfach rundum stimmen. Wenn nicht, dann ohne mich.
 

Klara Kante

Bekanntes Mitglied
Uff, mir wäre so eine „Freundin“ schlichtweg zu anstrengend. Aber ich bin bei so was auch sehr pragmatisch. Freunde sind die Menschen, die man sich aussuchen kann und da sollte es einfach rundum stimmen. Wenn nicht, dann ohne mich.

Ja, so sehe ich das auch.

Das Thema "Hypersensibilität" ist zudem eines, das ich recht kritisch betrachte, weil ich oft das Gefühl habe, dass es wie eine Monstranz vor sich hergetragen wird: Seht her, ich kann gar nicht anders, ich bin hypersensibel und Ihr müsst darauf Rücksicht nehmen. Interessanterweise sind das immer wieder Menschen, für die das offenbar eine Einbahnstraße ist - anderen gegenüber sind sie längst nicht so empfindsam.
 
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Malou

Nicht gut mit Worten
Uff, mir wäre so eine „Freundin“ schlichtweg zu anstrengend. Aber ich bin bei so was auch sehr pragmatisch. Freunde sind die Menschen, die man sich aussuchen kann und da sollte es einfach rundum stimmen. Wenn nicht, dann ohne mich.
Ganz rundum? Hast du das bei Freunden nie, dass es eine Kleinigkeit gibt, die dich stört, diese aber durch so viel Hervorragendes wettgemacht wird, dass man sie gerne in Kauf nimmt?
 
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