"Es ist sehr ernst"

Diese Hauptversammlung stellt für mich nun das absolute Highlight dar in Sachen wirtschaftlicher Offenbarungseid. Noch drastischer kann es einem wohl nicht deutlich gemacht werden, wohin falscher wirtschaftlicher und sportlicher Ehrgeiz führen kann. Die Existenz eines großen Traditionsvereins im deutschen Fußball steht und fällt mit einer einzigen Entscheidung, an einem einzigen Tag. Dieser Verein, im Jahre 1909 gegründet, kann von den Anteilseignern in diesem einen Moment einfach ausgelöscht werden. Ich befürchte, dass viele meiner Leidensgenossen unter den BVB-Fans diese unglaubliche Tragweite dieser Entscheidung noch gar nicht realisiert haben. Die ganze aufgestaute Wut auf die Geschäftsführung, unseren geliebten Verein so weit an den Abgrund geschoben zu haben, wir reden hier wirklich nur noch über einen winzigen Schritt, diese Wut kann ich gar nicht in Worte fassen. Dafür reicht das deutsche Vokabular einfach nicht aus.
Unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten wäre alles andere als eine Zustimmung der Anteilseigner zum Sanierungskonzept falsch. Wie vom WP Rölfs bereits zutreffend gesagt, handelt es sich beim WFS um eine Spezial-Immobilie. Ohne den BVB wird diese Immobilie von einen Moment auf den anderen wertlos. Und die Forderungen, die die WFS GmbH & Co KG, hinter der u. a. ja auch der Molsiris-Fonds steht, gegen die Borussia Dortmund GmbH & Co KG aA hat, würden nur mit einer geringen Quote aus der Insolvenzmasse eben der Borussia Dortmund GmbH & Co KG bedient. Da ja inzwischen sogar Rechte auf Transfererlöse verpfändet wurden, es somit bevorrechtigte Gläubiger im Falle einer Insolvenz gibt, wird die Quote für die verbleibenden Gläubiger noch geringer ausfallen. Rölfs spricht hier von Verlusten für die Anteilseigner in Höhe von 40 Mio Euro.
Da das Sanierungskonzept nach Prüfung eines unabhängigen WP als schlüssig und tragfähig befunden wurde, macht es einfach keinen Sinn, sich mit dem geringen Resterlös aus der Insolvenzmasse zufrieden zu geben, wenn man durch die Zustimmung das Investment noch retten kann. Das Problem des BVB ist ja aufgrund schwerer Managementfehler die mangelnde Zahlungsfähigkeit. Das Unternehmen verfügt jedoch über eine so hohe Ertragskraft, dass es mittelfristig wieder gesunden und sogar sämtliche Gläubiger befriedigen kann.
Das einzige, was uns BVB-Fans jetzt noch bleibt, ist, wie bereits oben gesagt: Beten! Am 14. März 2005 wird über die Existenz unseres geliebten BVB's entschieden. Ist diese Hürde genommen, habe ich keine Sorge mehr um die Zukunft des BVB. Dieses Unternehmen ist unter einer verantwortungsbewussten Geschäftsführung wirtschaftlich so stark, sich selbst wieder aus den Dreck zu ziehen. Dazu gehört natürlich ein Ausscheiden des Geschäftsführers Meier zum Ende seines Vertrags im Juli.

Wir halten fest und treu zusammen!
 
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