Heiße Leidenschaft endet im Desaster

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Akoa

Schönwetter-Fußballer
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(19.02.2005 - 07:56 Uhr) Benefizspiele sind eine löbliche Angelegenheit, da wird niemand widersprechen. Der Fan kann sich über den Leistungsstand seiner Mannschaft informieren und gleichzeitig etwas Gutes tun. Haarig wird’s allerdings, wenn man dann nach dem Match zurück zum Parkplatz kommt und seinen PKW ausgebrannt vorfindet...

Eine Zeit lang waren Walter und Liane unentschlossen gewesen, ob sie das Testspiel unserer Borussia in Nijmegen besuchen sollten. Als jedoch ihre Bekannte Marion bei einem Geburtstagskaffee ebenfalls von der Idee begeistert werden konnte, war die Entscheidung gefallen. Auf in die Niederlande!

Frohen Mutes ging es also los und unsere Fans wurden Zeuge eines verdienten 2:0–Sieges. Das Spiel war ohne jeden Zwischenfall verlaufen. Die nicht selten rüde ausgelebten Ressentiments Holländischer Fußballfans gegen ihre Kollegen aus Deutschland, schienen diesmal gottlob auszubleiben.

Weil unsere Freunde einen „sehr guten Draht zur Mannschaft haben“, warteten sie nach dem Spiel am Mannschaftsbus, um mit den Jungs noch ein paar Worte zu wechseln. Diese wiederum ließen sich nicht lumpen und plauderten mit den Fans, ehe man sich gegenseitig eine gute Heimfahrt wünschte.
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Liane, Walter und Marion schlenderten zurück zu ihrem Fahrzeug. Dass unterwegs dorthin der Geruch von verbranntem Gummi zu riechen, und das Martinshorn von Feuerwehr und Polizei zu hören war, registrierten sie sehr wohl. Doch erst als sie in die Strasse einbogen, in der ihr Auto geparkt war, sahen sie die Bescherung.

Zuerst war es Liane, die der Schlag traf. Sie lief gleich los in Richtung ihres Fahrzeuges ihrem Mann dabei zurufend: „Schatz unser Auto brennt!!!“ Schließlich erreichten sie das von Feuerwehrleuten und Polizisten umringte Wrack. Vom ersten Schreck erholt, kamen ihnen natürlich sofort die Fragen in den Sinn: „Was ist hier passiert und was tun wir jetzt...?

Die Erklärung der Feuerwehr, die Ursache für den Brand läge in einem technischen Defekt in der Elektronik, mochte nicht recht überzeugen und stellte sich auch schnell als Flop heraus. Ein Polizist brachte dann schnell Licht ins Dunkel: „Einen der Täter haben wir gefasst....!“ Unsere Fans waren tatsächlich Opfer eines Brandanschlages geworden.

Zeugen hatte gesehen, dass Hooligans kurz nach Spielschluss am Fahrzeug herumhantiert und dabei einen Brand gelegt hatten. „Wir können froh sein, dass wir nicht gleich nach dem Spiel zurück zum Auto gegangen sind, sondern noch am Mannschaftsbus gewartet haben. Nicht auszudenken, was noch alles hätte passieren können, wäre man den Burschen in die Finger gefallen.“

Zusammen mit den freundlichen und hilfsbereiten niederländischen Polizisten musste dann der Schreibkram erledigt werden. Natürlich wurde eine Strafanzeige erstattet. Schließlich organisierte man noch einen Abschleppdienst und rief in der Heimat Bernd, den Ehemann von Marion an, der sich zusammen mit Tochter Lisa sofort aufmachte, die Opfer in Nijmegen abzuholen. So warteten Liane, Walter und Marion schließlich noch ein paar Stunden in der Kälte, ehe sie den Heimweg antreten konnten.

In den Tagen nach dem Unglück liefen natürlich die Telefondrähte heiß. Die bange Frage, ‚wer ersetzt den entstanden Schaden’, lässt sich jedoch bis heute noch nicht endgültig beantworten. Sicher ist nur, dass keine Versicherung eintritt, lediglich die Rücktransport- und Verschrottungskosten sind durch einen Schutzbrief gedeckt. Ob der Täter jedoch auch finanziell zur Rechenschaft gezogen werden kann, hängt davon ab, ob er überhaupt über Geld verfügt. Es steht allerdings zu Befürchten, dass Liane und Walter ihren Sonntagsausflug zum Benefizspiel selbst teuer bezahlen müssen.

Hass auf die Niederlande und ihre Bürger stellte sich bei Walter und Liane nach diesem Vorfall jedoch nicht ein, im Gegenteil. „Wir lieben dieses Land und werden auch weiterhin nach Holland fahren. Die Sorte Mensch, die so etwas tut, gibt es ja schließlich überall auf der Welt. Allerdings fahren wir nie mehr mit dem eigenen PKW zum Fußball....“

Auch ihr Enthusiasmus für die Borussia ist ungebrochen. „Natürlich waren wir bei der Eröffnung der sportsbar im Borussia-Park und einige der Spieler haben sich erkundigt, was genau passiert sei und ob jemand für den Schaden aufkommt. Das freut einen dann schon und da müssen wir unsere Mannschaft mal richtig loben.“

Nicht so positiv jedoch kommt der Club Borussia weg: „Obwohl unser Verein von dem ganzen Vorfall weiß, kam bisher nicht mal ein Schreiben des Bedauerns oder der Anteilnahme. Darüber sind wir schon etwas enttäuscht, aber vielleicht meldet sich ja doch noch jemand bei uns...“

Quelle:http://magazin.torfabrik.de/cms/querpass/20050219075651.php
 

drunkenbruno

Keyser Söze
Kenne ich.... einem Freund und mir ist auf einem Trip nach Amsterdam auch mal die Windschutzscheibe eingetreten worden.... es war das einzige Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen....ein Schelm , wer Böses dabei denkt....GsD hatte der Vater meines Freundes eine Vollkasko......
 
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