Höchstadt Alligators haben die Schnauze voll!

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downie

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Presseerklärung aus Höchstadt/"Wir verlieren ab sofort alle Spiele"

Drei Jahre Eishockey-Oberliga waren für die Höchstadt Alligators drei schwere Jahre, die sich vor allem durch desolate Verbandspolitik sowie sportlichen Misserfolg und den daraus resultierenden Begleiterscheinungen kennzeichneten. Trotz attraktiver Gegner blieben die Zuschauer am Kieferndorfer Weg ob der zahlreichen Niederlagen aus, entstehende Löcher in der Kasse wurden durch neue Sponsorengelder gefüllt. Gleichzeitig wurden von Seiten des Verbands Zusagen nicht eingehalten, unattraktive Spielmodi ohne Debatte verabschiedet und der HEC Saison für Saison als Lückenfüller in die Nord-Gruppe der Liga manövriert, in der er mit dem ihm möglichen semi-professionellem Eishockey nicht bestehen kann.


Trotz dieser Umstände entwickelte sich der Höchstadter EC in den letzten Jahren weiter und verbesserte konsequent die internen Strukturen. Im Eisstadion wurden eine Sitzplatztribüne und ein VIP-Bereich zur Betreuung der Sponsoren installiert, der Verein selbst ist durch eine klare Struktur modern und den Aufgaben entsprechend organisiert. Ebenso wurde die erfolgreiche Nachwuchsarbeit weiter forciert, zwei Aufstiege und die Präsenz in fünf Spielklassen des BEV-Bereichs machen die erfreuliche Entwicklung der Young Alligators deutlich.

Fakt ist jedoch, dass der Verein die finanziellen und personellen Anstrengungen der Eishockey-Oberliga zukünftig weder stemmen will noch kann und die geschaffenen Strukturen nicht der Willkür von Verbandsfunktionären opfern will.

Da ein Rückzug aus der Oberliga in die Bayernliga aufgrund der gültigen Statuten nicht möglich ist und von Seiten des Verbands der Bitte des Vereins, Höchstadt als Absteiger in die Bayernliga festzulegen (beiliegende Schreiben), nicht entsprochen wurden, sehen sich die Höchstadt Alligators dazu gezwungen, den einzig verbleibenden Weg in die Bayernliga zu beschreiten, den sportlichen. :lachtot:

Aus diesem Grund wird der HEC sämtliche Spiele der anstehenden Abstiegsrunde verlieren. :spitze:
Aus Sicht des Vorstands ist dies die einzige Möglichkeit, das Eishockey im Aischgrund zu erhalten und somit das erklärte Ziel der Verantwortlichen – die Konsolidierung des Vereins - zu verwirklichen.
Die Tatsache, dass bereits jetzt 80% der Sponsorengelder auch in der Bayernliga gesichert sind, verdeutlicht das auch die Sponsoren diesen einzig richtigen Weg mittragen, dem Verein und dem höherklassigen Eishockey in Höchstadt die Treue halten

Im Anschluss an das heutige Spiel wird diese Situation der Mannschaft dargestellt, Spieler die den beschlossenen Weg nicht tragen wollen oder können, werden von ihren Pflichten freigestellt. Bereits in der Abstiegsrunde wird daher aller Voraussicht nach ein „Bayernliga-Perspektivteam“ für die Alligators auflaufen.
Abschließend bittet der HEC seine Zuschauer trotz dieses ebenso unorthodoxen wie drastischen, jedoch notwendigen Schrittes, weiterhin die Heimspiele der Alligators zu besuchen, dem Verein auch in Zukunft die Treue zu halten. :lachtot: Die Eintrittspreise werden in der Abstiegsrunde reduziert, eine Treueprämie für die neue Saison erarbeitet.

Eishockey, das ist noch ein richtig geiler Sport! :spitze:
 

Aimar

Frauensportbeauftragter
Kann man wirklich verstehen. Die Einteilung der fränkischen vereine in der Oberliga Nord/ost hatten wir ja schon mal als Thema. Haßfurt ist daran ja schon zugrunde gegangen. Intressant wird es, wenn das was gerüchte sagen wahr wird. Nämlich das Schweinfurt das gleiche vorhat. :lachtot:
 
D

downie

Guest
Aimar schrieb:
Kann man wirklich verstehen. Die Einteilung der fränkischen vereine in der Oberliga Nord/ost hatten wir ja schon mal als Thema. Haßfurt ist daran ja schon zugrunde gegangen. Intressant wird es, wenn das was gerüchte sagen wahr wird. Nämlich das Schweinfurt das gleiche vorhat. :lachtot:


Wär das nicht ein Spiel für uns? Schweinfurt vs Höchstadt, da könnt mer so richtig die Sau rauslassen! :lachtot:
 

Aimar

Frauensportbeauftragter
Also die Schweinfurter haben es sich wohl überlegt. :zwinker3:

Das Heimspiel gegen Höchstadt wird 10:1 gewonnen :mahnen:
 

joe montana

HOBBY-Triathlet
Nur Eigentore sollen im Aischtal vermieden werden
Nach drei Spielzeiten im Minus wählt der Eishockey-Klub Höchstadter EC den Abstieg, um einem Konkurs zu entgehen

HÖCHSTADT — Die Situation ist vertrackt für die Aischtal-Alligators: Seit der Gründung 1993 ging es für den Eishockey-Klub Höchstadter EC aus dem kleinen Ort im Norden Mittelfrankens immer nur bergauf. Doch nach drei Jahren in der dritthöchsten deutschen Klasse wird den Gipfelstürmern die Luft zu dünn. Vereinsführung und Mitglieder sind sich einig, dass „nach drei Jahren in Folge mit roten Zahlen“, so Präsident Axel Rogner, eine weitere Oberligasaison wahrscheinlich das Aus für den HEC bedeuten würde.

Ein Konkurs droht, wie ihn in den vergangenen Jahren die nordbayerischen Klubs gehäuft erlebten: In Amberg, Selb und aktuell in Haßfurt gingen die Lichter aus, weil man sich finanziell übernahm, um im Konzert der Großen mitspielen zu können. Diesen Weg wollten die Höchstadter nicht gehen, die 2001 als Bayernligist in die Regionalliga aufstiegen und froh waren, sich als Achter gleich etabliert zu haben. Doch dann kam die Hiobsbotschaft: Mangels Masse wurde die Regionalliga abgeschafft, es blieb fast keine Wahl, als eine Klasse zu „überspringen“.

In der Oberliga begann der Stern des HEC, der vorher oft vor 2000 Zuschauern gespielt hatte, zu sinken. Natürlich konnte man mit einem Etat von nicht einmal 500 000 Euro und zahlreichen Amateuren nicht gegen Teams wie Bremerhaven, den deutschen Rekordmeister Preußen Berlin oder die Hannover Indians mithalten. Kaum Siege, kaum Zuschauer — so lautete fortan die Rechnung. Zuletzt waren es nicht mehr als 400, obwohl die Vereinsführung einen schlagkräftigen Kader zusammengestellt hatte, der anfangs gut mithielt, im Lauf der Saison aber gegen die Profi-Konkurrenz abbaute.

Abgeschlossen wurde die Vorrunde in der Nordgruppe, die nicht nur wegen der stärkeren sportlichen Rivalen, sondern auch wegen der weiten Fahrten eine undankbare Aufgabe für den HEC war, mit dem vorletzten Platz. Nun waren die Verantwortlichen in der Zwickmühle: Die Mannschaft schien stark genug für den Klassenverbleib — auch weil andere Klubs wegen finanzieller Engpässe einen personellen Aderlass hinnehmen mussten. Das hätte eine weitere Oberligasaison bedeutet, die man weder stemmen will noch kann.

Die Alternative wäre eine Zwangsversetzung in die unterste Liga — im bayerischen Eishockey ist das die Bezirksliga — gewesen. Diese stand jedoch nicht ernsthaft zur Debatte. Man habe ein solides Fundament mit vielen Jugendmannschaften errichtet. Bei einem Neustart in der Bezirksliga würden alle Spieler den Verein verlassen, und auch die Talente wären wohl kaum zu halten, lautete der Tenor im HEC-Vorstand.

Weil die Eishockeyverbände — für die Zweite Liga und die Oberliga ist die Eishockeyspielbetriebsgesellschaft (ESBG), für die Bayernliga der Bayerische Eishockeyverband (BEV) zuständig — im Gegensatz zu anderen Sportarten keinen freiwilligen Abstieg vorsehen, gab es für Rogner und Co. nur eine Lösung: das Anstreben des sportlichen Abstiegs. Dieses Ziel verkündeten sie der ESBG und den Medien offiziell vor Beginn der Abstiegsrunde. Und weil der Fall Hoyzer derzeit auch bei den Puckjägern Gesprächsstoff bietet, wurden auch alle Wettanbieter verständigt.

Die Verbände reagierten erwartungsgemäß mit einem Wutgeheule. ESBG-Geschäftsführer Helmut Bauer, einst Manager des EHC 80 Nürnberg, geißelte die Absicht als „üble Manipulation, die nicht schadlos am Verein vorübergehen werde“. Auch aus dem BEV wurde Höchstadt „Unsportlichkeit“ vorgeworfen. Die Konkurrenzvereine verhielten sich ruhig. Nur der ERV Schweinfurt verklagte den fränkischen Nachbarn wegen der zu erwartenden Einnahmeverluste auf Schadenersatz.

Fans zeigen sich solidarisch

In der bundesweiten Fan-Szene gibt es eine regelrechte Welle der Solidarität mit dem Vorgehen der Alligators, schließlich sind zahlreiche Vereine am Rande des Existenzminimums gestrandet. Sanktionen des Verbands sieht Präsident Rogner gelassen entgegen, der Vermutungen abblockt, der HEC wolle sein neues Saisonziel durch Eigentore und ähnliche Mätzchen erreichen: „Unsere Jungs, die auf dem Eis stehen, geben 100 Prozent. Aber es wird eben eine Truppe auflaufen, die eigentlich kein Spiel gewinnen kann.“ So haben wichtige Leistungsträger ihre Verträge gekündigt, die Asse aus Schweden, Tschechien, Kanada oder Finnland sind verletzt oder krank.

Das erste Ziel ist „erreicht“: der letzte Platz in der Abstiegsrunde, Gruppe Nord — trotz zweier Siege. Nun gibt es nur noch eine Hürde: Auch die Play-down-Runde (Beginn 24. März) gegen das Schlusslicht im Süden darf man nicht gewinnen. Dass das sportlich keineswegs fair ist, streitet an der Aisch keiner ab. Doch alle Verantwortlichen entgegnen, dass es keine andere Wahl gegeben hätte: „Und was die ESBG uns in den vergangenen Jahren alles versprochen und nicht gehalten hat, war auch alles andere als Fairplay.“

HOLGER PETER
15.3.2005 0:00 MEZ
Quelle: Nürnberger Nachrichten
 

txty

A d m i n i s t r a t o r
... wo liegt denn dieses höchstädt???

ich wohne 12 km von höchstädt an der donau (LK Dillingen/Donau) :spitze:
 
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