Holocaust-Mahnmal in Berlin...

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Kerpinho

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WAS SOLL DAS? :suspekt: Reicht es jetzt noch nicht einmal mehr, sich der Verantwortung gegenüber unserer Geschichte stets geistig bewußt zu sein? Offenbar nicht :frown: ....



In Berlin ist die letzte Stelle des Holocaust-Mahnmals errichtet worden. Beim Festakt gab sich der Architekt Peter Eisenman betont lässig: Neonazis, die durch das Areal streifen? Für den Amerikaner kein Problem.

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REUTERS
Holocaust-Mahnmal in Berlin: "Es wird immer Kritik geben"

Berlin - Peter Eisenman steht inmitten eines Waldes von Kameras und Reportern. Hinter ihm ist die letzte der 2711 Stelen in den Boden gelassen worden. Was er denn gelernt habe auf dem langen Weg zur Fertigstellung des Mahnmals, wird er von einem Journalisten auf Englisch gefragt.

Der Architekt lässt für einen kurzen Augenblick seine Zähne aufblitzen. Er habe gelernt, dass es einen Unterschied gebe im Humor beider Länder. Dass das zu Missverständnissen führen könne. Was in seiner Heimat New York verstanden werde, das werde in Berlin eben nicht verstanden. Und weil das so ist, hat sich Eisenman an diesem Mittwoch eines ganz fest vorgenommen. "No more jokes", sagt er, lacht und schweigt.

Eisenman weiß seine Botschaften wohl zu setzen. Vielleicht ist es seine scheinbar spielerische Art, die die deutschen Reporter scheinbar nur schwer verstehen können. Denn jeder hier weiß, was sein Diktum "No more jokes" meint.

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde Eisenman selbst zum Ärgernis. Er, der selbst Jude ist, hatte im März in einer Sitzung des Mahnmalkuratoriums einen Witz gerissen. Um den Witz zu verstehen, muss man die damalige Situation skizzieren: Im Herbst 2003 kam an die Öffentlichkeit, dass die Firma Degussa den Anti-Graffiti-Schutz der Betonblöcke verantwortet. Nun ist Degussa eine Firma, deren Tochterunternehmen Degesch einst das Zyklon B für die Gaskammern in Auschwitz geliefert hat.

Der Skandal war da. Er wurde wochenlang ausgetragen. Erst wurde Degussa vom Kuratorium der Auftrag entzogen, dann wurde der Beschluss revidiert. Als Gründe wurden der Zeitplan und die Kosten ins Feld geführt.

Eisenman hatte die Debatte staunend verfolgt und in einer Kuratoriumssitzung in Berlin seinen New Yorker Zahnarzt zitiert, der ihn, Eisenman, gefragt habe, ob seine Zahngoldfüllung auch von Degussa stamme. Es war wohl auch eine Art Selbstschutz, diesen Witz zu reißen. Doch derlei Jokes im Land der Täter, das war für viele in Deutschland zu viel. Es gab tagelange Aufregung. Eisenman lernte, dass sein Humor, wie er heute sagt, "missunderstandings" auslöste. Er entschuldigte sich bei Vertretern der jüdischen Gemeinde und die akzeptierten.

15 Jahre Kampf

Acht Monate später steht Eisenman zusammen mit Bundestagspräsident Wolfgang Thierse unter einem blauen Himmel und posiert für die Kameras. Die letzte Stele ist kurz nach 14 Uhr von einem Kran in den Sand gelassen worden. Thierse steht rechts, Eisenman geht um den grauen Block herum und kommt an der linken Seite wieder hervor.

"Ja, genau so", ruft eine Kamerafrau. Es ist ein historischer Tag. Diese Bilder werden irgendwo und irgendwann einmal in den Geschichtsbüchern auftauchen. "Ich hätte nie geglaubt, dass der Bau fertig wird", sagt Eisenman.

Er lobt Thierse und dessen unermüdlichen Einsatz, er lobt den Bundestag für seine Entscheidung, er erinnert an Lea Rosh, die 1988, noch zu Westberliner Zeiten, den "Förderkreis für die Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden" gründete.

Lea Rosh steht unter den Zuhörern. Die Journalistin hat wie keine andere für das Mahnmal gekämpft, auch wenn die heute 68-Jährige ursprünglich eine andere Fassung wollte, eine schräg gelegte Granitplatte, auf der man die Namen von Opfern eingraviert hätte.

Rosh ist für ihren Einsatz bekämpft worden, manchmal bis hin zu persönlichen Verletzungen. Sie hat sich auch mit Eisenman Gefechte geliefert. Sie sei manchmal über ihn hinweggegangen, sagte er. "Sie lebt noch und ich lebe auch", lacht Eisenman. Vergessen sind die Querelen an diesem Tag.

Die Arbeiten auf dem fast 19.000 Quadratmeter großen Gelände in der Nähe des Brandenburger Tores dauern an. Das Dokumentationszentrum unter den Stelen ist noch nicht fertig, auch zwischen den meterhohen Blöcken fehlen Teile der Pflasterung. Die Beleuchtungskörper sind schon in den Boden eingelassen worden. Sie sehen zerbrechlich aus.

Umgeben von Historie

Einige Bäume wurden zur Ebertstraße hin zwischen die Stelen gepflanzt. Dort wird gerade der Belag aufgerissen, um die Straße wegen der hohen Sicherheitsanforderungen zu verlegen, die der bald beginnende Bau der US-Botschaft notwendig macht. Aus dem Boden Berlins ist an dieser Stelle wieder einmal ein Stück Geschichte zum Vorschein gekommen - dicke Pflastersteine und meterlange schwere Schienen stapeln sich, wo früher die Straßenbahn verlief und wo nach 1961 die DDR die Mauer errichten ließ.

Dort, wo die Stelen, von denen manche bis zu 4,70 Meter hoch sind, den Eindruck eines wogenden Feldes erwecken, lagen bis 1945 die Ministergärten. Hier hatte Hitlers Propagandachef Joseph Goebbels seinen Bunker. Reste kamen bei den Vorbereitungsarbeiten zutage. Nicht weit davon, an den heutigen Vertretungen der Länder vorbei, wo seit über einem Jahrzehnt DDR-Plattenbauten stehen, ist jener Ort, wo Hitler im April 1945 zusammen mit Eva Braun Selbstmord beging. Wer sich an diesem Ort um die eigene Achse dreht, der ist umgeben von Geschichte.

Ein anstößiges Mahnmal

Das Mahnmal, für das sich der Bundestag 1999 mit großer Mehrheit ausgesprochen hat und für dessen Bau 28 Millionen Euro bewilligt wurden, wirkt dagegen fast aseptisch. Auch an diesem Tag werden von den Journalisten noch einmal all die Fragen gestellt, die seit Beginn des Projekts kursieren. Was das Denkmal soll, was Eisenman sich dabei gedacht hat, was Thierse an diesem Tag durch den Kopf geht.

"Es wird immer Kritik geben", sagt der Bundestagspräsident geduldig. Das Mahnmal sei nun einmal "nicht nett, es ist nicht hübsch, es ist im besten Sinne des Wortes anstößig". Der Bundestagspräsident ist erleichtert über die baldige Fertigstellung, wie er freimütig einräumt. In den vergangenen zwei, drei Jahren hätten ihn doch gelegentlich Zweifel beschlichen, "ob wir pünktlich und im Kostenrahmen bleiben".

Das scheint nun zu gelingen. Am 10. Mai wird das Mahnmal offiziell in Anwesenheit des Bundeskanzlers eingeweiht, zwei Tage, nachdem er in Moskau an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Kriegsendes teilgenommen hat. Dann darf auch das Publikum auf das Gelände. Erst dieser Tag, wenn die Menschen zwischen den Stelen umherlaufen können, sei für ihn bedeutsam, sagt Eisenman.

Für den Architekten beginnt dann eine "neue Phase" - die des öffentlichen Umgangs mit dem Mahnmal. Es gebe keine Vorschrift, wie man sich im Mahnmal zu bewegen hat, ob die Menschen sich auf die Stelen setzen dürfen oder nicht.


Für den heute 72-Jährigen ist das Mahnmal kein Ausnahmeort in Berlin. So war er auch dagegen, dass Graffiti-Schutz auf den Stelen angebracht wurde. Eisenman, das wird auch an diesem Mittwoch deutlich, ist frei von der Last der Geschichte, wie sie die Deutschen bedrückt. "Ich bin kein Deutscher", sagt er fast entschuldigend. Und doch hat er Zuversicht in das Deutschland von heute. Er tut das auf eine typisch amerikanische Art. Er lobt. Deutschland sei eines der demokratischsten Länder, die er kenne. Hier setze man sich wie kaum anderswo mit der eigenen Geschichte auseinander.

Heute, da die letzte Stele gesetzt wird, erlebte Deutschland eine erneute Debatte um das Aufmarsch-Verbot für Neonazis an der Gedenkstelle. Was er davon halte, wird Eisenman gefragt. "Wenn Neonazis hier durchlaufen wollen", sagt er, "dann lasst sie doch durchlaufen". Und dann fügt er hinzu: "I can't see why not."

Quelle: spiegel.de
 

Stan-Kowa

Leide an Islamintoleranz
WAS IST DENN DAS????!!! :eek:

Also manchmal fragt man sich wirklich welch Geisteskinder da das sagen haben!!

Ich dachte es sollte erinnert und nicht bestraft werden??!!
 

neo1968

Anarchist aus Prinzip
Irgendwo muss man halt die Steuereinnahmen sinnlos verpulvern. Schließlich muss es ja auch wieder einen Ort geben, wo dieses Politikerpack unter sich ist.

Die "normale" Bevölkerung hat sicherlich andere Probleme als irgendwo durch einen Park von Beton zu laufen.

Dieses ständige "schuldig fühlen müssen" geht mir langsam auf den Zeiger!
Greez
 

Waschbaerbauch

Kapitän Team Franziskaner
neo1968 schrieb:
Irgendwo muss man halt die Steuereinnahmen sinnlos verpulvern. Schließlich muss es ja auch wieder einen Ort geben, wo dieses Politikerpack unter sich ist.

Die "normale" Bevölkerung hat sicherlich andere Probleme als irgendwo durch einen Park von Beton zu laufen.

Dieses ständige "schuldig fühlen müssen" geht mir langsam auf den Zeiger!
Greez

zum einen das - und zum anderen ist dieses mahnmal an häßlichkeit nicht zu überbieten...
 

neo1968

Anarchist aus Prinzip
Waschbaerbauch schrieb:
zum einen das - und zum anderen ist dieses mahnmal an häßlichkeit nicht zu überbieten...


Jo, dieser sog. Architekt hat wohl bei der "Ich hab zwar keine Ahnung von Architektur, aber ich studier halt mal was und die Deutschen sind eh doof genug um mich reich zu machen Universität" studiert.
 

whiteman

Becksteins erste Ehefrau
Waschbaerbauch schrieb:
zum einen das - und zum anderen ist dieses mahnmal an häßlichkeit nicht zu überbieten...
Was ja auch irgendwie zum Thema passt... :zwinker3:

Gruss

PS: Der Bau wurde 1999 entschieden... damals:

1. ging´s Deutschland noch ganz anders
2. gab´s keine NPD in Landtagen, Leitkulturdiskussionen, keine Bedrohung durch die Türkei, den Islam usw. ...
 

neo1968

Anarchist aus Prinzip
whiteman schrieb:
Was ja auch irgendwie zum Thema passt... :zwinker3:

Gruss

PS: Der Bau wurde 1999 entschieden... damals:

1. ging´s Deutschland noch ganz anders
2. gab´s keine NPD in Landtagen, Leitkulturdiskussionen, keine Bedrohung durch die Türkei, den Islam usw. ...


Was aber nichts an der Tatsache ändert, dass man für so ne Verschandelung des Städtebildes keinen einzigen Euro ausgeben sollte.
Davon bekommt man ja Augenkrebs.

Ich bin ja nicht grundsätzlich gegen solche Dinge, aber muss das wirklich so ein hässliches Teil sein?
 
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