Ich lese gerade...

rundundgesund

no Magermodels in my kitchen
Dass historische Ereignisse romanhaft aufbereitet wurden, hat wohl in meiner Schulzeit angefangen.
Unsere Deutsch-Lehrerin machte uns auf solche Veröffentlichungen aufmerksam.
:)
 

rundundgesund

no Magermodels in my kitchen
Zweiter Anlauf für "Ein anderes Leben" von Caroline Peters.

Erstens mal ist es winzig gedruckt und zweitens machen mich die familiären Spannungen nicht an.
Die werden auf 2-3 Eingangsseiten beschrieben und entwickeln sich nicht.
Sonst hätte ich noch gesagt "was ist da los ?" ... aber so trocken und theoretisch ist mir das wurst.

edit: mit "entwickeln sich nicht" ist gemeint, dass sie nicht im Laufe des Buches beschrieben werden.
Vielleicht hat jemand mehr Geduld oder kann schneller lesen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Malou

Nicht gut mit Worten

Polly, Annie, Elizabeth, Catherine and Mary-Jane are famous for the same thing, though they never met.
They came from Fleet Street, Knightsbridge, Wolverhampton, Sweden and Wales. They wrote ballads, ran coffee houses, lived on country estates, they breathed ink-dust from printing presses and escaped people-traffickers.
What they had in common was the year of their murders: 1888.
The Untold Lives of the Women Killed by Jack the Ripper


Die Idee hinter dem Buch finde ich interessant, man findet sonst immer nur recht dürftige Informationen über die Lebensgeschichten der fünf Frauen. Das Buch ist ausgezeichnet recherchiert und erzählt die fünf Geschichten detailliert und mit für mich überraschenden Informationen.
Das Detaillierte hat einerseits Vorteile, weil man neben den Lebensgeschichten auch viele interessante Informationen über die allgemeinen Lebensumstände der Zeit erfährt, andererseits hat die Autorin ziemlich viele Informationen aufgenommen, die nur seeeeehr am Rande - wenn überhaupt - mit den Frauen zu tun haben und in diesem Zusammenhang und der extremen Detailfreude nicht immer interessant sind.
Auch schreibt sie gerne fünf Sätze, wo einer gereicht hätte. Hier ein besonders "schönes" Beispiel: "The newspapers described the rain as torrential. It poured in buckets. It drenched everything. It seeped through the cloaks and coats; it cascaded from the brims of hats. This was chilling February rain, ..."
Jau, es regnete. Wir haben es verstanden :rolleyes: . (Der Regen war übrigens für das Berichtete nicht relevant und die Person, deren Leben da erzählt wird - Annie Chapman - war bei dieser Szene noch nicht einmal geboren.)

Auch drückt die Autorin den Lesern gerne ihre Meinung aufs Auge und benutzt den Text teils ein wenig als Manifest, was ich ebenfalls nervig finde.
Hätte sie sich auf die Geschichten der fünf Frauen beschränkt, wäre das ein tolles, informatives und oft anrührendes Buch geworden. So ist es aber immerhin noch informativ, oft interessant und leicht lesbar.
 

FrauE

...

Polly, Annie, Elizabeth, Catherine and Mary-Jane are famous for the same thing, though they never met.
They came from Fleet Street, Knightsbridge, Wolverhampton, Sweden and Wales. They wrote ballads, ran coffee houses, lived on country estates, they breathed ink-dust from printing presses and escaped people-traffickers.
What they had in common was the year of their murders: 1888.
The Untold Lives of the Women Killed by Jack the Ripper


Die Idee hinter dem Buch finde ich interessant, man findet sonst immer nur recht dürftige Informationen über die Lebensgeschichten der fünf Frauen. Das Buch ist ausgezeichnet recherchiert und erzählt die fünf Geschichten detailliert und mit für mich überraschenden Informationen.
Das Detaillierte hat einerseits Vorteile, weil man neben den Lebensgeschichten auch viele interessante Informationen über die allgemeinen Lebensumstände der Zeit erfährt, andererseits hat die Autorin ziemlich viele Informationen aufgenommen, die nur seeeeehr am Rande - wenn überhaupt - mit den Frauen zu tun haben und in diesem Zusammenhang und der extremen Detailfreude nicht immer interessant sind.
Auch schreibt sie gerne fünf Sätze, wo einer gereicht hätte. Hier ein besonders "schönes" Beispiel: "The newspapers described the rain as torrential. It poured in buckets. It drenched everything. It seeped through the cloaks and coats; it cascaded from the brims of hats. This was chilling February rain, ..."
Jau, es regnete. Wir haben es verstanden :rolleyes: . (Der Regen war übrigens für das Berichtete nicht relevant und die Person, deren Leben da erzählt wird - Annie Chapman - war bei dieser Szene noch nicht einmal geboren.)

Auch drückt die Autorin den Lesern gerne ihre Meinung aufs Auge und benutzt den Text teils ein wenig als Manifest, was ich ebenfalls nervig finde.
Hätte sie sich auf die Geschichten der fünf Frauen beschränkt, wäre das ein tolles, informatives und oft anrührendes Buch geworden. So ist es aber immerhin noch informativ, oft interessant und leicht lesbar.
Hab gerade gesehen, dass es das auch auf Deutsch gibt und würde mich sehr interessieren.
 

Malou

Nicht gut mit Worten
Hab gerade gesehen, dass es das auch auf Deutsch gibt
Oh, damit hatte ich gar nicht gerechnet, sonst schaue ich immer nach und stelle die deutschen Informationen ein, auch wenn ich es auf Englisch gelesen habe. Gut, dass du nachgeschaut hast. Ja, ich könnte mir vorstellen, dass es dir gefällt - wie gesagt, über die langatmigeren Passagen muss man manchmal hinwegsehen, dann lohnt es sich inhaltlich.
 

Malou

Nicht gut mit Worten

Die Speziallager des sowjetischen Geheimdienstes in der SBZ und DDR – ein tabuisiertes und verdrängtes Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte. Am 17. Januar 1950 wurde im Neuen Deutschland die Auflösung von Lagern bekannt gegeben, die es offiziell gar nicht gab: die Speziallager des sowjetischen Geheimdienstes. Schätzungsweise 154 000 Deutsche waren seit 1945 in der SBZ und frühen DDR unter Bedingungen gefangen gehalten worden, die ein Drittel von ihnen nicht überlebte. Bettina Greiner untersucht die Selbstorganisation der Gefangenen und ihre internen, meist gewaltsamen Konflikte. Sie beleuchtet ebenfalls den Alltag im Lager, der von Hunger und Untätigkeit geprägt war.

Das habe ich hier schon länger liegen und mich nicht dran getraut, weil ich wusste, dass es schwere Kost werden würde. Der Anfang ist arg trocken, viel zur Methodik, viele Zahlen. Dann aber wird aus den gesammelten vorliegenden Erinnerungen, versehen mit Hintergrundanmerkungen, berichtet - die Verhöre, die Hintergründe, die Folter, die Schauprozesse, das Lagerleben. Das ist informativ, anschaulich und - wie erwartet - sehr schwere Kost.
 

FCK-Fan-Simone

Lehrerin und Mutter
Teammitglied
Ich hab zuletzt auch was Schweres gelesen. "Die Möglichkeit von Glück" von Anne Rabe.


In der DDR geboren, im wiedervereinigten Deutschland aufgewachsen. Als die Mauer fällt, ist Stine gerade einmal drei Jahre alt. Doch die Familie ist tief verstrickt. In ein System, von dem sie nicht lassen kann, und in den Glauben, das richtige Leben gelebt zu haben. Bestechend klar und kühn erzählt Anne Rabe von einer Generation, deren Herkunft eine Leerstelle ist. Stine kommt Mitte der 80er Jahre in einer Kleinstadt an der ostdeutschen Ostsee zur Welt. Sie ist ein Kind der Wende. Um den Systemwechsel in der DDR zu begreifen, ist sie zu jung, doch die vielschichtigen ideologischen Prägungen ihrer Familie schreiben sich in die heranwachsende Generation fort. Während ihre Verwandten die untergegangene Welt hinter einem undurchdringlichen Schweigen verstecken, brechen bei Stine Fragen auf, die sich nicht länger verdrängen lassen. Anne Rabe hat ein ebenso hellsichtiges wie aufwühlendes Buch von literarischer Wucht geschrieben. Sie geht den Verwundungen einer Generation nach, die zwischen Diktatur und Demokratie aufgewachsen ist, und fragt nach den Ursprüngen von Rassismus und Gewalt.
 

Malou

Nicht gut mit Worten
Ich hab zuletzt auch was Schweres gelesen. "Die Möglichkeit von Glück" von Anne Rabe.


In der DDR geboren, im wiedervereinigten Deutschland aufgewachsen. Als die Mauer fällt, ist Stine gerade einmal drei Jahre alt. Doch die Familie ist tief verstrickt. In ein System, von dem sie nicht lassen kann, und in den Glauben, das richtige Leben gelebt zu haben. Bestechend klar und kühn erzählt Anne Rabe von einer Generation, deren Herkunft eine Leerstelle ist. Stine kommt Mitte der 80er Jahre in einer Kleinstadt an der ostdeutschen Ostsee zur Welt. Sie ist ein Kind der Wende. Um den Systemwechsel in der DDR zu begreifen, ist sie zu jung, doch die vielschichtigen ideologischen Prägungen ihrer Familie schreiben sich in die heranwachsende Generation fort. Während ihre Verwandten die untergegangene Welt hinter einem undurchdringlichen Schweigen verstecken, brechen bei Stine Fragen auf, die sich nicht länger verdrängen lassen. Anne Rabe hat ein ebenso hellsichtiges wie aufwühlendes Buch von literarischer Wucht geschrieben. Sie geht den Verwundungen einer Generation nach, die zwischen Diktatur und Demokratie aufgewachsen ist, und fragt nach den Ursprüngen von Rassismus und Gewalt.
Klingt interessant. Hat es dir gefallen?

Ich habe gerade auf meiner Suche nach Infos über Dorfleben zur Nazizeit das hier entdeckt und runtergeladen: „Die Wedemark von 1930–1950“: Geschichts-Sammelband jetzt online
 

Malou

Nicht gut mit Worten

Lange, kalte Winternächte: Zeit, um den Kamin zu entzünden, Zeit für Geistergeschichten. Ob in den wilden Mooren von Yorkshire, auf dem verschneiten Gelände eines Spukhauses oder auf dem belebten Londoner Weihnachtsmarkt – diese Geschichten, die von Gespenstern vergangener Tage erzählen, jagen den Lesenden die köstlichsten Schauer über den Rücken. So herrlich britisch wie ein Yorkshire Pudding, so stimmungsvoll und gruselig wie ›Eine Weihnachtsgeschichte‹ von Charles Dickens und so spannend, dass man dieses Buch kaum aus den Händen legen kann.

Ich mag gute unheimliche Geschichten zwischendurch ganz gerne, gerade, wenn ich zwischen lauter Sachbüchern etwas entspannen möchte. Bei diesem Buch gebe ich zu, dass mich das herrliche Titelbild zusätzlich angelockt hat. Mir war auch bereits klar, dass mir wahrscheinlich nicht alle Geschichten gefallen würden - richtig gute unheimliche Geschichten gibt es leider nicht so oft.
Aber dass es so enttäuschend sein würde ... ich bin jetzt etwas mehr als halb durch und mir hat bisher keine einzige Geschichte gefallen. Die wirken alle so unausgegoren. Am Ende frage ich mich meistens: "Hä? Das war's jetzt?" und zwischendurch fehlen mir auch immer Informationen. Unheimlich sind sie auch nicht - also noch nicht mal so leicht wohlig unheimlich, dass man einfach das Gefühl genießt, auch wenn man sich nicht wirklich gruselt. Hier habe ich dauernd das Gefühl, dass die Autoren die typischen Versatzstücke zusammengeworfen haben, ohne sich die Mühe zu machen, daraus etwas Richtiges zu gestalten.
Na ja, das Titelbild bleibt schön :rolleyes: .
 

Puttwutz

Streitfähige Zicke
Sowas ist wirklich ärgerlich.

Womit ich damals nichts anfangen konnte - das muss ich zu meiner Schande gestehen - waren die Geschichten von Edgar Allan Poe. Ich hatte mir damals mehr davon versprochen. Vielleicht war ich auch noch zu jung.... denn auf EAP wurde ich erst durch den Song "The Raven" von The Alan Parsons Project aufmerksam.

Das hatte aber zur Folge, dass ich von Stund' an nach Gruselgeschichten Ausschau gehalten habe. Fündig wurde ich bei Henry Slesar und Roald Dahl. War eine gute Wahl.
 

Malou

Nicht gut mit Worten
Sowas ist wirklich ärgerlich.
Ja, aber ich wusste, dass die Gefahr bestand, weil es mir in dem Bereich öfter so geht.

Womit ich damals nichts anfangen konnte - das muss ich zu meiner Schande gestehen - waren die Geschichten von Edgar Allan Poe. Ich hatte mir damals mehr davon versprochen. Vielleicht war ich auch noch zu jung....
Ich weiß nicht, wie alt du damals warst, aber ich könnte mir vorstellen, dass es wirklich eine Rolle gespielt haben könnte. in zu jungen Jahren hätte ich ihn wohl nicht so gerne gelesen.
Ich liebe die meisten Geschichten Poes, genau mein Geschmack, aber sie sind schon recht speziell.
denn auf EAP wurde ich erst durch den Song "The Raven" von The Alan Parsons Project aufmerksam.
Und ich durch eine Halloweenfolge der Simpsons :D
Das hatte aber zur Folge, dass ich von Stund' an nach Gruselgeschichten Ausschau gehalten habe. Fündig wurde ich bei Henry Slesar und Roald Dahl. War eine gute Wahl.
Henry Slesar sagt mir gar nichts, muss ich mir mal ansehen. Ich habe hier auch noch ein eBook "Ghost Stories of an Antiquary" von M.R. James, weil der irgendwo sehr gelobt wurde. eBooks lese ich aber eher nur in Notfällen, so dass ich das schon sehr lange habe, ohne es gelesen zu haben.
Manchmal lese ich auch die angeblich wahren Spukgeschichten, die ich angesammelt habe. Ich halte sie zwar nicht für wahr, aber als Gruselgeschichten machen sie sich oft ziemlich gut. Zusaammen mit einem der Simon-Marsden-Bildbände ist es dann eine ganz gute Kombination.
 

Puttwutz

Streitfähige Zicke
Henry Slesar sagt mir gar nichts, muss ich mir mal ansehen.
Ja bitte. Guck mal danach.

ER hat den schwarzen Humor erfunden :cool:

In diese Kategorie passt auch - entfernt - ein Autor, den heutzutage kaum noch jemand kennt: Rudolf Rolfs.

Seine Bücher "nackt, Radikale Prosa" und "Wundervolle Scheiß-Liebe" sind Klassiker.
 

FCK-Fan-Simone

Lehrerin und Mutter
Teammitglied
Ich hab zuletzt "Ein Sommer in den Hamptons" gelesen. War angenehm zu lesen, spannend und abgesehen von ein paar ausführlicheren Beschreibungen nicht zäh.
 

Malou

Nicht gut mit Worten

Der große Epochenroman - Auf dem Höhepunkt der Inflation: Drei ehemalige Soldaten versuchen im hektischen Berlin und auf dem Rittergut Neulohe trotz rasender Geldentwertung ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. – Hans Fallada hat den Roman über die Schrecken der Inflation geschrieben, eine epische Chronik jener dramatischen Zeit, in der viele ihr Glück suchten, aber nur wenige es fanden.

Nachdem ich "Kleiner Mann - was nun?" gerade sprachlich eher enttäuschend fand, bin ich von "Wolf unter Wölfen" hingerissen. Thematisch klasse - so viele verschiedene Schicksale (über 1.000 Seiten), die authentisch und gekonnt erzählt sind. Man merkt, dass Fallada bei vielen Charakteren und Situationen auf eigene Erfahrungen zurückgreifen konnte. Trotz dem Umfangs ist das Buch nicht langweilig - herrlich geschildert, mit zwischendurch durchblitzendem trockenem Humor. Inhaltlich so vielfältig und informativ. Remarques "Der schwarze Obelisk" schildert das Inflationsjahr 1923 klasse, "Wolf unter Wölfen" gefällt mir sogar noch besser, weil so viele Perspektiven enthalten sind, die auch noch so toll verknüpft sind. Der Klappentext ist eine schwache Repräsentation des Geschehens, man erhält Einblick in so viele Welten, lernt so viele Charaktere kennen.
Und die Sprache! Hach, eine wahre Freude. Das ist so ein "Ich wünschte, ich könnte auch so mit Worten"-Buch. Manche Sätze lese ich mehrfach, weil sie so gekonnt sind. Guter Sprachfluss, liest sich leicht und man kann so richtig drin versinken. So müssen Romane sein - ein Genuss.
 

Puttwutz

Streitfähige Zicke
Ich lese gerade von der Autorin Jaqueline Susann ein Buch, das völlig an dem vorbei geht, was sie sonst geschrieben hat.

Susann war bekannt für ihre Romane, die die "Glitzerwelt" der Hollywood-Stars der 40er, 50ger, 60ger und 70ger Jahre gnadenlos aufgedeckt hat. Die wenigen Bücher, die sie darüber geschrieben hat, habe ich verschlungen.

Weniger bekannt aber ist ihr Buch "Geliebte Josephine - ein fröhliches Pudelbuch".

Ich bin Hundebesitzerin, hatte jedoch nie einen Pudel. Macht aber nichts: Hund ist Hund :love:

Wer mal was richtig Knuddeliges, Lustiges lesen möchte, ist mit diesem Buch gut beraten :p
 
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