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torwarttrainer

The revenge
Liebe Fanlager-Gemeinde,

da ich in der Vergangenheit auch hier die eine odere andere verbale Duftmarke gesetzt habe, möchte ich auch Euch folgendes mitteilen, was ich eben im kirsche-forum platziert habe. War´ne angenehme (und v.a. toll unaufgeregte!) Zeit bei Euch!



Liebe Besucherinnen und Besucher der kirsche,

hiermit möchte ich Euch, wie vorm Wochenende schon den Kollegen der Redaktion, mitteilen, daß ich mir bis auf weiteres eine schwarzgelbe Auszeit nehmen werde.

In der Nacht zu Freitag bin ich in mich gegangen und bin nach einer Flasche Chianti zu einer traurigen Erkenntnis gekommen, die mich jedoch ehrlich gesagt nicht ganz kalt erwischt hat.

Ich habe versucht, meine Beweggründe in ein paar Sätzen zusammenzufassen. Da wir alle im besten Fall einer steten Entwicklung unterworfen sind, bitte ich nachfolgendes nicht als meiner Weisheit letzter Schluß anzusehen, sondern als ehrliche und derzeit meine Überzeugung darstellende Sicht der, oder besser: meiner Dinge.
Unnötig zu betonen, daß dies alleine meiner Ansicht entspricht und nicht der der anderen Redaktionsmitglieder.

Falls sich jemand fragen sollte, ob sich durch die Entwicklung seit letztem Donnerstag etwas an meiner Sicht der Dinge geändert haben könnte, muss ich gestehen, nein.

Das personelle Konstrukt mit der Niebaumrente mag der realpolitischen Beachtung vereinsseelischer Belastungsgrenzen enstprechen, ist aber alles andere als ein deutliches Signal für einen Neuanfang.
Worte sind Worte sind Worte. Auf folgende Taten werde ich mit Interesse warten.
Die Fanszene wird, wie ja auch hier schon andeutungsweise zu erleben war, noch lange durch das Ressentiment derer, die zähneknirschend ihr Weltbild korrigieren lassen mussten und das Ressentiment derer, die sich lange Zeit wegen Überbringung ungenehmer Informationen angepisst fühlten, vergiftet bleiben. Bereitschaft zur ehrlichen Aufarbeitung sehe ich bis auf weiteres nicht. Die Reaktion auf Röckenhaus´Statement spricht Bände.

Ich hoffe, die Zeit heilt Wunden. Meine heilen besser aus der Distanz.

Vielen Dank für Alles, auch an die, die meine Meinungen nie teilten, aber mir die Gelegenheit zum Dialog gaben.

Tschüss,

Euer tt




Vorerst letzte Worte
- Gedanken eines betrogenen Liebhabers



Anerkannt seien die Ziegen und ihre Lämmer, denn sie klettern unter Lebensgefahr;
Gewöhnt es dem lieben Gott ab, ein Mensch zu sein, werdet erwachsen…!
Man ruft mich. Ich gehe.

Cesar Vallejo




Nachdem ich nach meinem beruflich bedingten Umzug vom beschaulichen Marburg ins etwas weniger beschauliche Hagen am 1. April 1989 zum ersten Mal die Nordtribüne des Westfalenstadions erklommen hatte, erlebte ich gleich eine Heimniederlage gegen die Waldhöfer Buben mit. Es wurde für mich dennoch der Beginn einer großen Liebe.

Nur wer diese Liebe nie kennengelernt hat, wird das Bekenntnis eines den statistischen Scheitelpunkt seines Lebens hinter sich gelassenen Ehemanns einer tollen Frau und Vaters zweier bezaubernder Kinder befremdlich finden, dass ihn seit jenem unbeständigen April-Nachmittag die schönste und heftigste Liebe mit einem Fußballverein verbunden hat. Es waren viele Jahre, in denen ich mein berufliches und privates Leben mit großem Aufwand und Geschick um die jeweiligen Spieltage herumorganisierte, die für mich die Erfüllung meiner damals wahren Bedürfnisse versprachen. Egal, ob wir uns nach Toren oder gar Siegen der Schwarzgelben in den Armen lagen oder nach Niederlagen das laute Stöhnen und Gefluche langsam einer dumpfen Niedergeschlagenheit wich, in der - in krassem Gegensatz zu den vier Stunden zuvor - jeder plötzlich ganz für sich alleine war: die Liebe zum BVB bedeutete für mich Erfüllung.

Ich erinnere mich noch minutiös an „meine“ erste Meisterschaft, als ich zunächst nach dem letzten Heimspiel auf dem von meinen Helden malträtierten Rasen stehend meiner Schwester heulend vor Glück in die Arme fiel und dann später auf dem Friedensplatz anlässlich der Verabschiedung meines ewigen Idols Flemming Poulsen erneut meiner leichten Rührbarkeit Tribut zollen musste.
Irgendwann danach begann sich dann einiges schleichend zu verändern. Meine private Situation, mein beruflicher Werdegang, mein späterer Weggang aus dem Ruhrgebiet und die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs im Allgemeinen und meiner Liebe im Speziellen forderten langsam ihren gefühlsmäßigen Tribut.

Waren für mich in den ersten Jahren das Spiel und die Männer und Frauen, mit denen ich währenddessen zusammen sein durfte, der Mittelpunkt und der Verein sozusagen der Schirm darüber, fühlte ich mich später zunehmend als Kunde einer Veranstaltung - lange, bevor Herr Meier das, was ich zunächst nicht in Worte hätte fassen können, aussprach.

Als erstes wich die kleine mobile Würstchenbude, an der man sich vor oder nach dem Spiel immer auf´ne Bratwurst verabredet hatte, einer durchorganisierten Gastromaschinerie. Die Werbung im Stadion wurde penetranter, die Bauchpinselungen unseres neuen Stadionsprechers - der genau genommen der erste Empfänger der Niebaumrente war – löste Verschlingungen im Magenbereich aus.
Noch war die Liebe aber einigermaßen intakt. Nicht ganz im Spaß sprach ich mit meiner Frau öfter davon, dass wir uns irgendwann auf unsere alten Tage mal eine Wohnung im Theodor-Fliedner-Heim mieten würden, damit ich bis – fast – zum Ende, den Weg in den Tempel meiner Glückseligkeit finden könnte.

Meine Liebe wurde ganz langsam aber auch durch atmosphärische Störungen überlagert. Nach unserem Umzug nach Franken tauschte ich meine Südtribünendauerkarten gegen Sitzplatzdauerkarten auf dem neu gebauten Oberrang ein, da ich nach 5 Stunden Fahrt nicht mehr zwei Stunden vor dem Spiel im Stadion sein wollte. Getrennt von meiner peergroup wurde ich dann zum Sitzplatzkanacken sozialisiert, dessen spontanes Südtribünenverhalten sich weniger durch Konformitätszwang, denn aus Ernüchterung über die in meinen Augen mangelnde Schwingungsfähigkeit meiner Sitzplatzumgebung langsam abzuschleifen begann.

Die neue geographische und ein wenig auch gefühlsmäßige Distanz zum Brennpunkt des Geschehens wurde mir durch die Entdeckung des SG-fanzines im Internet erleichtert. Der regelmäßige Austausch mit gleich Gesinnten bereitete mir Freude und entwickelte sich für mich zu fast so was, wie einer lieben Brieffreundschaft.

Hauptquell der jedoch dann langsam im Zusammenhang mit mir auftauchenden schwatzgelben Irritationen war, dass ich offen meinem Gefühl Ausdruck gab, beim BVB habe eine Entwicklung eingesetzt, die mich zunehmend frustrierte. „Danke übrigens“ war für mich ab seiner zweiten Saison als Trainer trotz der Meisterschaft in gleichem Maße eine Plage, wie er als Spieler unverändert eine Ikone für mich ist und bleibt. Ich lastete ihm (zu recht oder zu unrecht) die eigenartig leb- und ideenlose Spielweise unserer Startruppe an. Dazu kam das Gehabe Niemeiers, die sich immer mehr wie neureiche Unternehmer und immer weniger wie Menschen gerierten, in deren Händen ich meinen geliebten Verein wohl behütet glaubte. Die gestelzte Großspurigkeit stiess mich zunehmend ab. Die Liebe bekam kleine Risse. Ich wollte ein Liebhaber sein, kein Freier.

Was letztendlich zu der Entfremdung führte, die in meiner Accountsperrung bei SG gipfelte, habe ich bis heute noch nicht ganz begriffen. Es muss wohl die Kollusion von allzu häufig sperrigen und provozierenden Stellungnahmen meinerseits und einer nicht allzu hohen Nonkonformitätstoleranz auf Seiten der SG-Redaktion gewesen sein. Vielleicht sah ich auch etwas ungerechterweise in der immer ziemlich straight vertretenen SG-Redaktionslinie die Aufsichtsbehörde der heiligen Kuhherde am Werk und die Jungs von SG sahen in mir den kleinen Dorn, der auf Dauer im Hintern stakend, das Sitzen so unbequem macht. Wie auch immer – wir schieden im Unfrieden.

Heimat- und ehrlich gesagt auch ein wenig fassungslos nahm mich dann Holger unter seine Fittiche, dessen Konzept eines neuen, etwas anderen fanzines mich begeisterte.
Die Mitarbeit bei der kirsche gab mir Gelegenheit, eine ganze Reihe von Leuten kennenzulernen, denen meine Sicht der Dinge keine Angst machte, wenn sie auch des öfteren ganz anderer Meinung waren als ich. Diese Menschen wuchsen mir ans Herz und versöhnten mich zunächst wieder mit meiner Liebe. Dafür Danke übrigens! 

Von Anfang an aber war zu spüren, dass es innerhalb der Dortmunder Fanszene zu einer zunehmenden Polarisierung kam, die mitunter fast den Charakter eines Glaubenskriegs annahm. Als deren äußere Protagonisten standen sich die kleine (aber feine!) kirsche und schwatzgelb gegenüber. Das ganze gipfelte darin, dass eines Tages sämtliche accounts (FAST sämtliche...) der Obstzüchter bei SG gesperrt wurden. Nur ich war nicht betroffen, denn meiner war ja schon länger weg. Eine Maßnahme, die ich - von meiner prinzipiellen Meinung zu einer derartigen Zensur mal ganz abgesehen - bis auf den heutigen Tag angesichts der Heterogenität der kirschen-Mitarbeiter für absurd halte und die zu überdenken ich den Mitarbeitern von SG bei der Gelegenheit noch mal ans Herz legen möchte.

Dialog befruchtet, auch wenn er manchmal ganz schön nervig und anstrengend sein kann.

Von der immer penetranteren Attitüde des Niemeierschen Musterwirtschaftsunternehmes angenervt, verfolgte ich die sportliche Entwicklung unserer Mannschaft mit entsprechender emotionaler Vorspannung. Der lethargische Fußball, der unter Sammer zur Gewohnheit wurde und die Bestückung des Kaders mit Spielern, die für mich immer weniger Identifikationspotential boten, kühlten meine Liebe im weiteren noch mehr ab. In meinen Augen kämpfte ich an drei Fronten: eine Mannschaft, die nicht „die meine“ war, eine Vereinsführung, die ich peinlich fand und eine Fanszene, die zunehmend (ich nehme mich da keineswegs aus) einer „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“-Haltung verfiel.

Schliesslich brachen dann die Zeiten an, die auch einen finanztechnischen Vorsatzignoranten wie mich zwangen, sich mit den basics einer Unternehmensbilanz vertraut zu machen.
Der doom day meiner großen Liebe begann sich erbarmungslos zu nähern.

Ich muss gestehen, dass ich lange Zeit keine wirklich auf Sachkenntnis beruhende Meinung zu den betriebswirtschaftlichen Kapriolen Niemeiers hatte. Aber die Art der Geschehnisse und insbesondere die Art der Verlautbarungen hierzu führten bei mir irgendwann zu einem Generalverdacht, der sich leider letztendlich bestätigen sollte.

Was ich jedoch rückblickend für die größte „Sünde“ Niemeiers halte, ist, dass ihre Manipulationen zu einer tiefen und wie ich fürchte lang überdauernden Spaltung der Fanszene geführt haben.
Niemeier spielte dauernd mit der Loyalitätsfrage. Eine Frage, auf die wir Fans extrem sensibel reagieren. Wer will schon seiner großen Liebe gegenüber unloyal sein? Was mich immer mehr befremdete, war aber die Tatsache, dass viele Fans für mein Empfinden ihre große Liebe, den BVB, verrieten, indem sie Niemeier immer weiter Loyalität bekundeten. Dies ist für mich der Hauptpunkt, über den wir alle mal nachdenken sollten: wer oder was ist der BVB für uns?

Dieser bis heute nicht gelöste Konflikt führte letztendlich dazu, dass sich eine abstruse Verschiebung der Wertmaßstäbe bei den Fans einstellte.

Denn ist nicht Niemeier dafür verantwortlich, dass unser Verein de facto pleite ist? Hat er uns nicht mit noch dazu plumper Demagogie immer und immer wieder ins Gesicht gelogen? Hat er uns nicht mit der Versprechung, ein grandioses Elitendasein führen zu können, verführt, die Kröte der völligen Entfremdung von dem BVB, den wir eigentlich liebten, herunterzuwürgen?
Hat er nicht klammheimlich dafür gesorgt, daß die Geschicke unseres Vereins längst den Interessen von Gläubigern und Börsenspekulanten ausgeliefert sind?

Es gibt immer noch viel zu viele, die sich nicht eingestehen können, daß sie sich in bester Absicht von Niemeier haben jahrelang betrügen lassen. Anstatt die Trauer darüber zuzulassen, dass wir von diesen beiden Männern unter hinnehmender Mithilfe anderer Vereins“honoratioren“ um ein Stück Lebensglück gebracht worden sind, richtet sich der Zorn auf die Überbringer der desillusionierenden Informationen.

Wie kleine Kinder, deren Vertrauen und Liebe von den Eltern missbraucht wird, verteidigen viele weiter mit Zähnen und Klauen ein Bild, das der Realität leider nicht gerecht wird. Ein horror vacui verführt uns zu glauben, ein Schrecken ohne Ende sei besser, als ein Ende mit Schrecken. Ein schreckliches Missverständnis.

Daß es Niemeier gelungen ist, weite Teile unseres Vereins, seines medialen sowie sozialen Umfelds derart zu manipulieren, erschreckt mich. Freunde, denen meine Leidenschaft vertraut, aber nicht gemein ist, nehmen die Reaktionen aus dem Umfeld des BVB auf die Entwicklung der letzten Zeit mit einer Mischung aus Belustigung, Unverständnis und Betroffenheit zur Kenntnis. Niemand versteht, warum sich kaum einer zu wehren traute, zu wehren traut gegen eine Vereinsführung die das, was angeblich allen BVB-Fans das heiligste ist, nämlich die Seele und die pure Existenz des Vereins, zunehmend beschädigen.

Niemeier haben nicht nur leichtfertig die wirtschaftliche und sportliche Basis unseres Vereins zerstört. Sie haben, was noch viel schwerer wiegt, dem Verein die Würde und damit vielen von uns ein Stück Stolz genommen. Die Wut hierüber richtet sich jedoch hauptsächlich auf diejenigen, die uns den Spiegel vorhalten.

Freddie Röckenhaus, den ich persönlich leider nie kennengelernt habe, dem ich aber an dieser Stelle meinen tiefen Respekt und Dank bekunde, war und ist für viele BVB-Fans der Bote des Teufels.
Nicht die, die unseren Verein durch ihre eigensüchtigen Größenphantasien finanziell, sportlich und in Bezug auf unseren Stolz zu Schande geritten haben, erfahren die ihnen zustehende Verachtung, sondern diejenigen, die in mühseliger publizistischer Kleinarbeit das System Niemeier aufgedeckt haben. Die ungehemmten Ressentiments und Anfeindungen gegenüber Röckenhaus und anderen, die versucht haben, die Wahrheit aus dem schwarzgelben Smog ans Licht zu bringen, beschämen mich. Wobei das ganze Ausmaß der unappetitlichen Wahrheit noch lange nicht bekannt sein dürfte.
Das morbide Missverständnis darüber, wem für was Loyalität gebührt, führt zur Zeit zu wildesten Verschwörungstheorien und zu diffamierenden Spekulationen über die Personen, denen in Zukunft vielleicht die schwere Aufgabe zukommen wird, unseren Verein abzuwickeln.

Diese für mich totale Pervertierung der tatsächlich vorliegenden Verantwortlichkeiten macht mich fassungslos.

Sich angesichts der nicht zu befürchtenden, sondern schon eingetretenen Katastrophe für unseren Verein immer noch mit aller Gewalt an Imaginationen festzuklammern, sich gegenseitig in die Niemeiersche Wagenburg einzuweisen und auf jeden rhetorisch zu schiessen, der die Wagen beiseite ziehen will, damit es Licht werde, hat in mir ein tiefes Gefühl von Verdruss und Wut ausgelöst.

Ich bin aber müde, wütend auf Menschen zu sein, mit denen ich eigentlich viel lieber Arm in Arm im Stadion stehen würde. Ich bin auch müde, mich für die Verteidigung der Reste meiner großen Liebe anpissen zu lassen.

Meine Liebe ist mir fremd geworden. Liebe braucht ein Gegenüber, das die Liebe nährt. Das Gegenüber hat sich für mich langsam so stark verändert, daß ich in ihm derzeit das ehemals so liebenswerte nicht mehr zu erkennen vermag.

Mir wurde des öfteren vorgehalten, ich sei kein „richtiger“ Fan. In gewisser Weise mag das zutreffen. Als ich vor ein paar Tagen einen anderen Fan fragte, was er denn an der Borussia derzeit liebe, antwortete er mir: „die Farben“. Das klingt zunächst attraktiv absolut und auch etwas pathetisch, aber mir macht solch eine abstrakte und resonanzlose Liebe Angst. Sie hat für mich zu ausschliesslich mit den eigenen Projektionen zu tun, sie lädt förmlich zum Missbrauch durch den Gegenüber ein.


In der Nacht zum Donnerstag hatte ich den Traum, alles würde wieder gut, aber ich bin unsanft aufgewacht.

Das Faszinierende an der Liebe zu einem Fußballverein ist wie bei jeder Glaubensgemeinschaft ihr Versprechen des Unbedingten, des Verschmelzenden, des Unzerstörbaren, des total Verlässlichen.

All dies ist leider und zum Glück eine Schimäre.

Es macht mich sehr traurig, mir das Scheitern meiner großen Liebe, die ich lange Zeit für unsterblich gehalten habe, einzugestehen.

Es ist besser für mich, wenn ich für einige Zeit in Klausur gehe und Abstand gewinne. Zuletzt bekamen allzu oft Menschen negative Energien von mir ab, die eigentlich in dem Maße nicht Ihnen zustanden, so wie es umgekehrt mit mir auch geschah. Selbst eine unglückliche Liebe sollte keine Quelle vermeidbarer Verletzungen werden. Die Verletzungen, die uns und dem BVB zugefügt worden sind, sind wahrlich schwer genug.

Ich wünsche Euch allen, dass Ihr Eure schwarzgelbe Liebe trotzdem wiederfindet.

Ich danke Holger und den anderen Jungs der kirsche für die herzliche, kritische und aufrichtige Zeit miteinander und allen anderen Fans, die mir in vielen Jahren Gelegenheit zum Dialog gegeben haben.



Schwarzgelbe Grüße




Markus aka torwarttrainer
 

Webchiller

Bekanntes Mitglied
Ich zolle dir allergrößten Respekt für diese "Biographie" deines bisherigen Fandaseins der Borussia.
Man gewinnt wirklich gut Eindruck, wie du der Borussia gegenüber standest und stehst und ich denke, du hast deine "Gefühle" gegenüber einem Vereinem auch wunderschön in Worte gefasst, die auch sehr viele andere Fans, egal welcher Fangruppierung, zu 100 % so unterstreichen würden.
Ich habe bislang - soweit ich mich erinnern kann - noch keinen solch langen "Artikel" hier im Fanlager durchgelesen, schon gar nicht, wenn es sich hierbei um persönliche Eindrücke handelte, hatte es auch bei diesem hier nicht vor, aber nachdem mich die ersten Zeilen bereits so fesselten, kam ich nicht drum herum.

Leider kann ich nicht genauer auf dein Resumee eingehen, da mir hierfür die Bezüge fehlen, gerade hinsichtlich des Konflikts mit SG, deinem Einstieg bei der Kirsche, etc. ... Dennoch wollte ich dir - von meiner Seite aus - die gebührende Anerkennung zukommen lassen und nicht einfach drüber lesen, um anschließend die Problemer irgendwelcher Lauterer zu kommentieren. Das von dir Geschriebene war wirklich ganz ganz "großer Sport", nicht nur im übertragenen Sinne.
Auch deine Beweggründe, weshalb du etwas Distanz zu deiner Liebe (in meinen Augen nicht ehemaligen) benötigst, hast du sehr überzeugend zum Ausdruck gebracht, so dass ich jedem, der jetzt ankommt mit Postings wie, "ach bleib doch", bla bla bla ... nur nahelegen kann, das Ganze noch einmal genau zu lesen und zu versuchen, DICH zu verstehen. Denn dann sollte dieser Entschluss für Jedermann nachvollziehbar sein.

Dennoch eines zum Schluss: Wie du bereits geschrieben hast, du brauchst wohl etwas Distanz, auch um deine persönliche zurückliegende Leidenszeit zu verarbeiten, doch die Liebe zur Borussia ist bei dir keinesfalls erloschen. Wer sich so viel Mühe macht, eine solch ausführliche Biographie seines "Fan Daseins" in einem Fußballforum wiederzugeben, der macht dies nicht für Nichts. Und ich schätze mal, das siehst du auch jetzt schon sehr ähnlich.

Ich hoffe trotzdem, dass wir hier nicht ganz auf dich verzichten müssen, du bist im BVB Fanlager ganz sicher auch einer der absolut lesenswerten User gewesen, die auch immer nur konstruktives beizutragen hatten. Wäre schade, auf einen der Wenigen aus dieser Riege verzichten zu müssen.


Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:

Kerpinho

Maskenträger
Teammitglied
Ich hatte zwar nur sehr selten das Vergnügen mit Dir zu diskutieren, aber ich wußte und weiß Deine Statements zu schätzen. Für das FL, insbesondere natürlich das BVB-Lager, ist Deine "Auszeit" - ohne Frage - ein herber Verlust.
Ich hoffe mal das dies kein Abschied für immer ist und wir uns über kurz oder lang wieder lesen werden. :spitze:
Viel Glück und Erfolg auf Deinem weiteren Lebensweg. Vergiss uns nicht! :bye:

MFG!
 
D

downie

Guest
So, dann hier auch nochmal kurz!

Ich bedaure es sehr, dass du deine Gedanken (vorerst) nicht mehr an die Menschheit weitergeben willst. Ich habe deine Meinung immer sehr geschätzt, oftmals war sie deckungsgleich mit meiner. :pya:

Selten habe ich jemanden kennengelernt, der sich gnadenlos ehrlich seiner großen Liebe gewidmet hat und deswegen viele Diffamierungen ertragen musste. Trotzdem warst du nie bereit, deine Meinung irgendwem und/oder irgendetwas anzupassen, nur um der Opportunität wegen.

Ich hoffe, wir lesen wieder mal voneinander.

Alles Gute für dich und deine Family! :bye:

downie
 
S

s04rheinland

Guest
Markus,

vielen Dank für deinen wunderbaren Text.

Zwischen Dir als Schwattgelbem und mir als Königsblauem gäbe es sicher genug diskussionswürdige Unterschiede, aber immerhin verbindet uns nicht nur Herkunft (mich zogs etwas früher weg aus Marburg) und Altersklasse (da hast du wohl einen kleinen Vorsprung), sondern offensichtlich auch manche Erfahrung und insbesondere die Liebe zum Fussball und "dem einen" Verein.

Leider habe ich "meine erste Meisterschaft" ja noch vor mir, allerdings habe ich zumindest bei SG ähnlich inakzeptable Hirnlosigkeit erfahren wie Du. Nur viel schneller - ich wurde schon nach nur einer einzigen Frage kommentarlos gesperrt, nämlich der, ob man Interesse habe an einem von einem Schalker geschriebenen Spielbericht. Für mich beweist das einfach, dass man bei SG nicht am Fussball, sondern an sich selbst interessiert ist. Soetwas sollte Deine Liebe zum Verein nicht mindern, denn der Verein ist der Verein und SG ist kein Teil davon, ein Wesentlicher schon gar nicht.

Ja, es tut weh, wenn die Geliebte sich verändert, wenn sie erliegt dem Werben der von uns Verachteten, von denen viel zu viele den Erfolg und den äusseren Schein vergöttern anstatt, wie Du, das Idealbild einer aufrechten, charakterfesten, lebendigen Göttin, die nicht verführt und ausnutzt, sondern umarmt und mitfühlt.

Aber es ist immer noch dein BVB, du kannst es sehen in den Augen vieler alter Bekannter im Stadion, du kannst es erleben bei Spielen der Jugendmannschaften, und du spürst es in Dir drin. Denn dein BVB, der existiert nur durch dich, und durch solche wie dich, und er wird erst untergehen, wenn ihr aufgebt.

Tut's nicht !
 

docbio

unfiligrane Dampfwalze
s04rheinland schrieb:
Aber es ist immer noch dein BVB, du kannst es sehen in den Augen vieler alter Bekannter im Stadion, du kannst es erleben bei Spielen der Jugendmannschaften, und du spürst es in Dir drin. Denn dein BVB, der existiert nur durch dich, und durch solche wie dich, und er wird erst untergehen, wenn ihr aufgebt.

Tut's nicht !

Tach mein Lieber,

das ist die entscheidende Passage in Deiner sehr schönen Antwort.

Ich ertappe mich - ähnlich wie Markus - öfter dabei, wie ich zum Teil teilnahmslos vor einem Bildschirm hocke, mir ein Spiel meiner "Komikertruppe" anschaue und mehr oder weniger gedankenverloren mit einem Glas spiele.

Es laufen in einem solchen Moment so viele Dinge rasend schnell durch meinen Kopf, dass es fast beängstigend sein könnte. Ich habe meine Liebe zum BVB ja noch ein paar Tage früher als Markus in ähnlicher Form erleben dürfen.

Die ersten Spiele habe ich ja noch in der guten alten Roten Erde erlebt, mein erstes (Zweitliga-)Spiel allerdings im Westfalenstadon werde ich nie vergessen. Damals spielten wir gegen Union Solingen (das waren noch Duelle Solingen, Bonner SC, etc. etc., Himmel ist das lang her), es endete 0-0 nach einem fürchterlich trostlosem Gekicke und ich hatte mir in der Hektik seinerzeit die falsche Jugendkarte geholt und sass quasi mutterseelenallein als kleiner Knirps auf der Nordtribüne, um mich herum trostlose Betonstufen und einfaltslose Wellenbrecher und auf der gegenüberliegenden Seite tobte das (schwarz-gelbe) Leben.

Und so durchschritt ich dann die Täler des Leids und die Hügel der Glückseligkeit, seite an seite mit meinem geliebten Verein. Aufstieg, Fast-Abstieg, Europapokalschlachten, fürchterliche Niederlagen, glorreiche Momente, einmal fast Pleite und doch wieder aufwärts. Ein Wechselbad der Gefühle, wie es eigentlich nur wenige Vereine erzählen können und noch weniger Vereine, die so sehr zusammengewachsen waren mit ihren Fans. Und nun: meine geliebten Farben erst ein Spielball von größenwahnsinnigen Personen, nun ein Spielball von geldgierigen Spekulationsmenschen, nah am Abgrund seelisch so weit entrückt.

Und nun kommst Du, als geliebter Feind, und sagst diesen inhaltsschweren und doch so bedeutungsvollen Satz. So oft denke ich in dem oben beschriebenem Moment über genau das nach, was Du beschrieben hast, und plötzlich bist Du kraftlos und leer. Es ist so schwer in dieser Zeit noch an Deiner Liebe festzuhalten, einer Liebe, die sich Dir mehr und mehr entfremdet, ich kann Markus sehr gut verstehen, kann es völlig nachvollziehen.

Aber eines steht auch fest, sollte z.B. der Gang in die Viertklassigkeit angetreten werden müssen (von mir aus auch als Preussen Dortmund 05), dann sind es gerade solche Leute wie Markus, die mit einer neu gestärkten Liebe hervorgehen werden. Davon bin ich überzeugt. Es sind halt schwere Zeiten für uns alle.

Gruß
 

Tom Bombadil

Póg Mo Thoin
s04rheinland schrieb:
Markus,

Leider habe ich "meine erste Meisterschaft" ja noch vor mir, allerdings habe ich zumindest bei SG ähnlich inakzeptable Hirnlosigkeit erfahren wie Du. Nur viel schneller - ich wurde schon nach nur einer einzigen Frage kommentarlos gesperrt, nämlich der, ob man Interesse habe an einem von einem Schalker geschriebenen Spielbericht. Für mich beweist das einfach, dass man bei SG nicht am Fussball, sondern an sich selbst interessiert ist. Soetwas sollte Deine Liebe zum Verein nicht mindern, denn der Verein ist der Verein und SG ist kein Teil davon, ein Wesentlicher schon gar nicht.

Vielleicht können wir ja mal mit einer Veröffentlichung eines Spielberichts deinerseits bei der KIRSCHE ins Geschäft kommen. Wir sollten vor dem nächsten Derby nochmal kurz Kontakt aufnehmen und wenn noch Interesse deinerseits besteht, dann kriegen wir da sicherlich was geregelt.

....auch wenn ich die blauweißen eigentlich nicht ausstehen kann. :floet:

Gruß Tom!
 

Kerpinho

Maskenträger
Teammitglied
Abgesehen davon, dass hier Statements verfasst werden, die selbst mich als Unbeteiligten emotional berühren, möchte ich - so abgedroschen und banal es auch klingen mag - besonders tt und doc daran erinnern, dass der BVB weitaus mehr ist, als die Führungsriege(n) oder das aktuelle Personal der Fußballabteilung. Ein solcher Verein lebt von seiner Historie und in erster Linie von den Fans. Erst wenn ihm dies genommen wird, wird er aufhören zu existieren.

In diesem Sinne - lasst diesen, Eueren, Verein nicht sterben.

MFG!
 

docbio

unfiligrane Dampfwalze
Kerpinho schrieb:
... dass der BVB weitaus mehr ist, als die Führungsriege(n) oder das aktuelle Personal der Fußballabteilung. Ein solcher Verein lebt von seiner Historie und in erster Linie von den Fans. Erst wenn ihm dies genommen wird, wird er aufhören zu existieren.

In diesem Sinne - lasst diesen, Eueren, Verein nicht sterben.

MFG!

tja kerp, das ist genau das problem, lass mich deiner sichtweise, mal ein paar fakten hinzufügen, die dich das sicherlich etwas differenzierter sehen lassen werden:

in den 80er jahren lebte der bvb wahrlich von seinen fans, unstrittig. doch setzte dann eine entwicklung ein, die dem umfeld des bvb nicht gut getan hat. es war in den 90er jahren plötzlich "hip" (oder wie das auch immer heissen mag, ich alter knochen weiss das ja nicht) bvb-fan zu sein. die zuschauerzahl wuchs, die mitgliederzahl wuchs, die fangemeinde wuchs. an sich bis hierhin nichts schlimmes und verwerfliches.

problem war nur, dass die fanszene in sich nicht homogen war. weiteres problem: die herren vorständler nutzten die stimmung in der fanszene gewaltig zu ihren zwecken aus und das gelang gut. alle anstrengungen z.b. ein fan-dachverband in DO zu gründen wurden im ansatz von den herren schon zerschlagen und abgelehnt. sieh dir als beispiel den HSV an, die haben einen grossen verband geschaffen, der sogar sitz und stimme im aufsichtsrat hat, das nenne ich gelungen (zu genaueren details musste die hamburger fragen, ich bin da nicht so firm drin). in dortmund wird sowas nun wieder versucht, man hofft durch den neuen präsidenten nun endlich einen anpack zu bekommen. unter niebaum und meier unmöglich, diese duldeten keine götter neben sich.

problem weiterhin: die fangemeinde in dortmund ist total zerstritten (bestes beispiel: pro(contra niebaum in den letzten wochen), dann versuch mal 600 fanclubs an einen tisch zu kriegen, das ist eine echte aufgabe.

alles in allem: natürlich ist der verein mehr, aber das kriegste noch nciht in alle köppe rein, viele wollen ihre diven da auf dem platz und sehen gar nicht den wald vor lauter bäumen. kurzum: es ist in dortmund viel zu bruch gegangen, nicht nur die finanzen, das zu kitten wird eine mordsaufgabe. manchmal denke ich, es könnte wahrlich sinnvoller sein, in der 4. liga neu anzufangen und dann alles neu aufzubauen, denn dann haste auch viele leute nicht mehr dabei, deren liebe vielleicht doch nicht so gross war. dortmund steht insgesamt vor einem totalen umbruch.

gruss
 

Kerpinho

Maskenträger
Teammitglied
@ doc:

Der von Dir beschriebene Sachverhalt macht die Sache sicherlich nicht einfacher und relativiert einiges. Dennoch behaupte ich einfach einmal, dass es immer noch genügend Fans gibt/geben muss, die die Begriffe Liebe/Zuneigung zum Verein ähnlich definieren wie bspw. ein docbio oder eben ein torwarttrainer. Eben solche dürften dann wohl auch dem "harten Kern" bzw. der "vor-1992-Generation" zuzuordnen sein. Und soweit ich mich entsinnen kann, erfreute sich der Verein Borussia Dortmund auch schon vor jenen, großen Erfolgen der letzten 10 Jahre, überaus großer Beliebtheit.

Fans - im herkömmlichen Sinne, dürften also immer noch zur Genüge vorhanden sein. Auch wenn diese - was Vereinspolitik etc. anbelangt - nicht immer die gleichen Ansichten vertreten mögen, so eint sie, schlußendlich, doch ein gemeinsamer und unabdingbarer Nenner: die Liebe zum Verein!

btw - ich würde den sogenannten "Erfolgsfans" gar nicht einmal allzu kritisch gegenüberstehen. Oftmals wird diesen auch Unrecht getan bzw. alle über einen Kamm geschoren. Denn nicht selten entsteht durch einen solchen Zulauf, bei neuen Leuten/Fans, eine ebensolche neue Liebe zum Verein. Und wer weiß - vielleicht können ja dann genau solche Leute, irgendwann einmal, Deine Gefühle und Emotionen, diesem Klub gegenüber, teilen?
Ich würde es zumindest nicht ausschließen. Ergo ist die eigentliche Basis immer noch vorhanden.

In diesem Sinne - Kopf hoch und auf bessere Zeiten! Die kommen, da bin ich mir ganz sicher.

MFG!
 

muffy1971

RodalBär
auch auf die gefahr hin das ich mich noch unbeliebter mach als ich es schon bin stellt sich mir hier ne frage: kann man in einem fußballverein verliebt sein?

klar geh ich schon seit ewigkeiten auf den betze und feuer meine lautrer an und klar ist der samstag versaut wenn der fck verliert. klar geht mein puls auch auf 190 wenn wir in der 90. 1:0 vorne liegen und der schiri nicht abpfeift.und klar hab ich auch einige (nicht viel) tränen vergossen als wir abgestiegen sind und klar hab ich die meisterschaften auch beide live mitgefeiert....aber kann ich den fck lieben??
liebt er mich denn? wie gesagt ich bin fan vom fck und das auch mit viel leidenschaft aber lieben ne lieben kann ich einen fußballverein nicht...
 

Kerpinho

Maskenträger
Teammitglied
@ muffy: JA - Mann kann! Das habe ich im Mai 1999 mit Leib und Seele erfahren müssen...wochenlang. Auch wenn dieser Vergleich - in Bezug auf die derzeitige Situation BVB vs. Fans - eher unpassend ist, da hier die Relationen schlichtweg nicht gegeben sind. Beim FCB ging es ja seinerzeit "nur" um rein sportliche Belange, während in Dortmund derzeit die Existenz des kompletten Vereines - vorsichtig formuliert - auf dem Prüfstand steht.

MFG!

MFG!
 

muffy1971

RodalBär
kerp wie schon geschrieben auch ich leide sehr unter der situation in der der fck im moment ist keine frage.....

aber zum beispiel nach dem abstieg, da gings mir drei tage nicht gut ich war am boden zerstört aber danach konnte ich "normal" weiter leben

wie gesagt ich bin großer fck aber lieben is doch viel
 

Webchiller

Bekanntes Mitglied
muffy1971 schrieb:
auch auf die gefahr hin das ich mich noch unbeliebter mach als ich es schon bin stellt sich mir hier ne frage: kann man in einem fußballverein verliebt sein?

Verliebt in einen Fußballverein wären dementsprechend nur sogenannte "Erfolgsfans".
Wenn ein Begriff wie Liebe ins Spiel kommt, dann sollte es eigentlich auch etwas Endgültiges sein, gerade im Fußball. Denke schon, dass man einen Verein "lieben" kann. Nicht in der gleichen Form, wie eine Frau, aber eben auf eine eigene Weise.
Das geht aber auch nur einmal, denn eine solch emotionale Bindung, wie man sie seinem Verein aufbaut, kann man schwerlich ein zweites Mal aufbauen. Außer man gehört zur Gattung der Unentschlossenen, die jedoch auch nie so etwas in diese Richtung aufbringen werden können.
 

OBERKIRSCHE

Tradition-Religion-Kult
Wenn man kurz nach dem ersten Europacupsieg einer deutschen Mannschaft eingeschult wird und das erste Lied das man singt, Lo - thar Emmer - ich, eyeyeyey ist, wenn man dann ab der 5. Klasse am Borsigplatz sein weiterkommen fristet, wenn die Lizenspielermannschaft zu dieser Zeit nur einen Steinwurf entfernt im Hoeschpark trainiert und Dein erstes "Live-Spiel" im Rote Erde gleich kurz vor dem Abstieg in die Tristesse der Regionaliga-West ist, dann, ja dann kann man schon sagen, dass man sich in diesen Verein "reinkrallen" kann!

Es ist schon so etwas wie die erste große Liebe des Lebens! Und dieses Liebe bleibt ewig. Für einen Dortmunder gibt es da keinen Ersatz, keine zwei Meinungen und schon gar keine Kompromisse. Sicher ist in diesen Zeiten oft das Herz schwer, sicher war das Spiel in Stuttgart jetzt das Bemühen und den Aufwand ins Ländle zu fahren nicht wert, aber man ist eben ein ganz kleiner Bestandteil des Ganzen, eben dieses BV Borussia!

Dieser Club hat mir schon so unsagbar viel gegeben... Roma, Turin, Mailand, La Coruna, Madrid, Tokio, Amsterdam, Rotterdam, etc. pp... Was haben wir nicht alles erlebt und es in vollen Zügen genossen. Jetzt ist die Zeit, wo man durch Treue, Geduld und Rückhalt etwas zurückgeben muss von diesen erhaltenen Vergnügen. Man muss auch mal leiden können... DAS macht den wahren Anhänger aus. Jedenfalls für mich!

Denn wer niemals richtig gelitten hat, weiß auch nicht wie schön Erfolg schmeckt!
 

Kurz-de-Borussia

Dortmunder.
noch Fragen?

1000% Agree! Ich war zwar weder in Tokio noch in LaCoruna, doch dieser Verein ist mehr als eine Fußballtruppe, die ich mir ab und an gerne mal anschaue!
Ich habe durch und mit diesen/m wunderbaren Verein schon zu viele Tage- und Nächtelang feiern dürfen, ich habe durch diesen Verein schon zu viele liebe und nette Leute kenngelernt, ich habe ihm schon zu viele schöne Stunden zu verdanken, dass ich unmöglich untreu werden kann. Borussia verkörpert mehr, Borussia ist Teil dieser Stadt, Teil dieser Region und Teil von mir.

Dieser Verein ist einfach mehr und auch wenn das viele Leute nicht verstehen können, er war immer ein Teil von mir, wird es immer bleiben.

So lange die Kehl' noch singen kann,
soll klingen unser Lied.
So lange bis der letzte Mann
noch einen Fußball spielt.
Und sinkt auch einer in das Grab,
der Mann kann untergeh'n,
ein anderer löst ihn sofort ab,
Borussia bleibt besteh'n.

Wir halten fest und treu zusammen
 
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