Incommunicado!

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Prof.Dr.Spock

Vulkanier
Verehrte Jamba-Klingelton-Abonnenten, Cellular Automata und Freunde von Alexander Graham Bell, in Zeiten kommunikativen Overkills ist das Recht auf Nichterreichbarkeit zu einem Luxusgut erster Klasse geworden.

Information fliegt uns schneller um die Ohren als der Bullshit auf einer Pressekonferenz von Annalena Baerbock und Nachrichten zeitnah zu verarbeiten ist schwieriger, als siamesische Zwillinge in ein Kajak zu bekommen.

Wo ist der Vordenker einer Philosophie des Kommunikations-Redux, der dem Erreichbarkeitswahn auf der Basis einer kritischen Theorie den Garaus macht?

So wie Baudrillard, der mit seinen „Simulation and Simalucra“ der Desintegration der Realität auf die Spur kam, der die Existenz von Kopien ohne Original nachwies.

Oder wie Oliver Wendell Holmes, welcher den puritanischen Glauben an Prädestination zerschmetterte, auch wenn er durch seine Begründung: „Ich musste dies tun, da es mein Schicksal ist“, seinem Anliegen viel von seiner Wirkung nahm.

Was gibt es schlimmeres als Handys allerorten? Richtig, Handys mit Headset oder Earplugs.

Kennen wir sie nicht alle, jene geschäftigen Zeitgenossen, welche wie mit sich selbst redende Irre durch die Fußgängerzone streifen? Das nervt und darüber hinaus schadet es den echten mit sich selbst redenden Irren. Denn anstatt ihnen unsere Sympathie und 50 Cent zu schenken nehmen wir an, sie sprächen mit ihrem Börsenmakler.

Die meisten Leute sind so eingedeckt mit elektronischem Schnickschnack, dass sie Daniel Düsentrieb aussehen lassen wie einen Amish-Patriarchen bei einem Stromausfall.

Andererseits, gelegentlich ergeben sich allein durch eine falsch gewählte Nummer ungeahnte Brüche im Raum-Zeit-Kontinuum:
Ring…Ring…Ring…
„Whassup?“
„Ääh, bin ich mit der katholischen Glaubenskongregation verbunden? Abteilung jungfräuliche Empfängnis?“
„Nö, hier ist Gummi-Dieters Enema-Discount. Sie reden mit Gummi-Dieter persönlich.“
„Oh, da bin ich wohl falsch verbunden, aber da ich Sie gerade dran habe…“

Machen wir uns nichts vor, die meisten Handy-Benutzer haben beim Telefonieren denselben leeren Gesichtsausdruck wie mein Hund, wenn ich ihm den Telefonhörer ans Ohr halte.

Ich möchte schließen mit der Aufforderung ans Auditorium, kurz innezuhalten und für unsere Greta zu beten, die es bis heute nicht geschafft hat, ihr Windmühlen-betriebenes Handy zum Laufen zu bringen, da sie immer noch mit dem Problem kämpft, das Gesamtgewicht unter 25 Tonnen zu drücken, aharharhar.
 

StrolchoDulle

Forumsältester! Never Too Old To Rock!
Mit diesem Knochen ging die ganze Scheiße los. :fress:

out.php
 

gary

Bekanntes Mitglied
Strolcho, heute hat es 22 Minuten gedauert, bis du wie immer als Erster auf Spocks Threads reagiert hast.
Das geht aber auch schneller :mahnen: :zwinker3:
 

Prof.Dr.Spock

Vulkanier
Eine Satire wider den Erreichbarkeitswahn führt zum üblichen Strolcho-Bashing und einem zugegeben netten Song einer Genesis-Coverband. Ich sollte wirklich bei der Mathematik bleiben. :frown:
 
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