FC St. Pauli startet nach Kuba
Heute Abflug mit 76 Personen ins exotische Karibik-Trainingslager
Hamburg - Claus Bubke hatte es nach dem Salzbrenner-Cup eilig. Nach dem Waschen der Hallen-Klamotten hatte St. Paulis Zeugwart eine kurze Nacht. Am Sonnabendmorgen folgte dann Schwerstarbeit: Fast 2,5 Tonnen Gepäck des Kiezklubs, darunter zwei mobile Tore, Fußbälle und zahlreiche weitere Trainingsutensilien, wurden am Flughafen Fuhlsbüttel aufgegeben. Heute um 6.20 Uhr folgt dann die Mannschaft. In einem 76 Personen starken Reisetroß - neben Spielern und Betreuern sind auch Fans, Sponsoren und Journalisten dabei - startet der Kiezklub in sein exotisches Trainingslager nach Kuba.
"Wir werden in eine völlig andere Welt kommen", sagt Trainer Andreas Bergmann, der eine klare Vorstellung von den zwei Wochen in der Karibik hat. "Eines ist trotz aller Reiseziele und Bedingungen klar: Es handelt sich um ein knallhartes Trainingslager, bei dem für uns der sportliche Nutzen im Vordergrund steht. Trotzdem wollen wir natürlich auch etwas für den Teamgeist und für den Kopf aus dieser besonderen Umgebung mitnehmen."
Daß den FC St. Pauli außergewöhnliche Eindrücke in der Landeshauptstadt Havanna erwarten, hat Präsident Corny Littmann dem Trainerstab und auch den Regionalligakickern bereits angekündigt. Gemeinsam mit Pressesprecher Christof Hawerkamp hatte er das Teamhotel Maritim Panorama in Havanna und die Trainingsbedingungen bei einem einwöchigen Aufenthalt begutachtet.
Für den FC St. Pauli, dem der Trip von seinem Hauptsponsor Mobilcom spendiert wird, stehen in Havanna und Umgebung aber weitaus mehr als Fitnesswerte und taktische Schachzüge auf dem Programm. Mit Kubas Sportministerium, das die erste Trainingslager-Reise eines ausländischen Profiteams förderte, wurden mehrere Begegnungen mit einheimischen Sportlern, auch Fußballern, geplant. So soll Bergmann kubanische Kicker trainieren und Trainern seine Methoden erläutern, zudem werden Treffen mit kubanischen Spitzensportlern organisiert.
St. Paulis Macher werden vor Ort auch geschäftstüchtig. So soll der Kontakt zu einigen mitreisenden Sponsoren und auch zu potentiellen Geldgebern intensiviert werden. Der Kiezklub fragte bei allen aktuellen Großsponsoren an, ob deren Vertreter die Reise mit antreten wollten. Ziel: Das Präsidium will für das Aufstiegsziel in der nächsten Saison zusätzliche Gelder generieren, um mindestens die Etathöhe dieser Spielzeit (rund 2,5 Millionen Euro) zu halten und konkurrenzfähig zu sein.
In welcher sportlichen Form St. Paulis jetzige Mannschaft ist, darüber kann sich Trainer Bergmann am Donnerstag ein Bild machen. Dann sollen die Hamburger gegen Kubas A-Nationalmannschaft, den 76. der Fifa-Weltrangliste, ein Testspiel bestreiten. Ob Torhüter Achim Hollerieth, der wegen Rückenproblemen erst in ein paar Tagen wieder voll ins Training einsteigen kann, und Morad Bounoua (Grippe) einsetzbar sind, wird Bergmann vor Ort entscheiden.
Der Ärger um Stürmer Festus Agu, den der Trainer aus dem Reisekader gestrichen hatte, war bis gestern abend noch nicht geklärt. cp