Leichtathletik

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lowi2000

Maailmanmestari
Na, mal sehen was in 3-4 Jahren dann ans Licht kommt :floet:

Ich finde es ja komisch, dass man Salazar zwar bezichtigt, dass er zw. 2009-2014 seine Athleten quasi als Versuchskaninchen gehalten hat, aber eigenartigerweise keiner dieser Athleten gesperrt wurde, weil man denen nichts nachweisen kann (z.B. war Farah damals sein bekanntester Athlet)

Wenn ich genügend gegen den Trainer in der Hand habe sollte das auch gegen die Athleten reichen. Bei der Operation Aderlass hat ja auch keiner eine positive Probe abgegeben.

Und noch komischer an der Sache ist, dass Salazar, dass nach 2014 einfach alles hat bleiben lassen.
 

Werderforever

Bekanntes Mitglied
Ist die Frage,was das für Konsequenzen für Klosterhalften hat.Ich hoffe mal,dass sie jetzt dann auch wieder feste Nahrung zu sich nehmen darf :floet:

Und sportlich stellt sich die Frage,wie sie ihr aktuelles Level halten kann.In Deutschland ist sie ja konkurrenzlos,das fehlende Level im Trainung wäre auf jeden Fall ein Nachteil,falls sie zurückkommt.
 

gary

Bekanntes Mitglied
Da mir das allgemeine Rumgeheule viel zu eindimensional ist, übernehme ich die Arschlochrolle:

Formate wie Diamond League und die ganzen Sportfeste habe ich zu allen Zeiten immer nur als reine Showveranstaltungen wahrgenommen. Wichtig sind Olympia, WM und Kontinentalwettbewerbe. Der Rest ist zum Geldverdienen und ggf. zur Quali für die ernsthaften Wettbewerbe. Und natürlich auch zur Unterhaltung der Zuschauer. Bei der Letzigrund-Veranstaltung bin ich selber einmal gewesen. Ist ja auch eine nette, von A-Z durchorchestrierte Show, mehr aber auch nicht.

In den großen Massenmedien fanden diese Showformate wie auch Diamond League immer weniger Beachtung. Leichtathletik versinkt tief in der Nische.

Die hohen Summen, welche bei diesen Formaten an Sportler ausgeschüttet werden, müssen auch irgendwie erwirtschaftet werden und es muss natürlich für die lokalen Veranstalter finanziell noch darstellbar sein.
Was zunehmend schwerer wird, wenn z.b. TV-Rechte keine Abnehmer mehr fanden oder nur noch zu Ramschpreisen. Welches sich wieder auf Interesse von Sponsoren auswirkt usw.

Langer Rede, kurzer Sinn: die Leichtathletik braucht Reformen und jemanden, der bereit ist, sich unbeliebt zu machen, indem er unbequeme, aber erforderliche Änderungen durchsetzt. Und auch mal große Wettkämpfe an finanzstarke Länder wie Katar vergibt und versuchen, neue Märkte zu erschließen.
Jeder Sportler und Funktionär will Geld verdienen. Dafür muss man sich auch mal die Finger schmutzig machen oder in der Nische mit entsprechend geringen Einnahmen bleiben bzw. weiter an Bedeutung verlieren.

In der heutigen Zeit braucht es halt kurze, knackige Formate. Nur wenige Freaks wollen noch stundenlange Veranstaltungen sehen, wo z.b. Diskuswerfer meist ohnehin ganz am Rande vor noch spärlich gefüllten Rängen stattfanden.
Langstrecken wurden deshalb ohnehin schon gekappt. Was ich persönlich zwar schade finde. Aber es zieht sich für solche Showveranstaltungen halt auch einfach zu lange und 95% der Rennen passiert i.d.R. nichts.
Für Langstrecken gibt es andere Formate und für Werfer auch.
Bei den sportlich wichtigen Wettkämpfen gibt es ja ohnehin weiterhin alles und auch entsprechend mehr Zeit, um alle Wettkämpfe austragen zu können.

Von einem TV-gerechten 90-Minuten Format, was geschaffen werden soll, kann (muss nicht) die gesamte LA profitieren. Wenn es wieder mehr Liveübertragungen in Massensendern als die letzten Jahre gibt.
 
Zuletzt bearbeitet:

lowi2000

Maailmanmestari
Nur interessiert es mich als LA Fan halt auch nicht bei jedem Meeting einen 100m Lauf, 400m Lauf und Weitsprung zu sehen. Bei einem DL Meeting ist es ja nicht so, wie bei einer WM, dass während einem 10.000m Lauf nix anderes ist. Da hast parallel noch einen Sprung und einen Wurfbewerb und der Zuschauer ist beschäftigt.

Ich war in den letzten Jahren mehrmals in Götzis - da sitzt man nen ganzen Tag, aber allzu langweilig wird es einem nie. Ist mal Pause nutzt man die Zeit sich was zum Essen zu holen, Pippi zu gehen und den Athleten beim Aufwärmen zuzusehen.

Ich glaube, dass der Weg mit der Streichung der falsche ist. Auch die "neuen Märkte" wie du schreibst bringen nicht allzu viel, wenn wie in Kartar die Rennen vor leeren Rängen stattfinden oder die TV-Rechte ans Pay TV gehen und dann kein Mensch schauen kann.
 

gary

Bekanntes Mitglied
Nur interessiert es mich als LA Fan halt auch nicht bei jedem Meeting einen 100m Lauf, 400m Lauf und Weitsprung zu sehen.

Du fällst ja wie ein paar andere Foristen (und ansatzweise im Vergleich zur Masse auch noch ich) auch unter „Freak“. Nicht böse gemeint. Aus wirtschaftlicher Sicht geht es halt darum massenkompatibel zu sein und nicht darum, die größten Sportfreaks zu befriedigen. Das muss man nicht mögen. Aber so ist das Geschäft und aus Sicht der Veranstalter ist auch nachvollziehbar, dass es sich finanziell rechnen muss. Sonst findet man irgendwann keine Veranstalter mehr.

Auch die "neuen Märkte" wie du schreibst bringen nicht allzu viel, wenn wie in Kartar die Rennen vor leeren Rängen stattfinden

Neue Märkte erschließt man bis auf sehr wenige Ausnahmen nicht im ersten Versuch. Dazu braucht es in der Wirtschaft wie im Sport einen langen Atem. Wenn man es nie angeht, wird es meist halt auch nie klappen.
Zuschauereinnahmen spielen bei finanzstarken Ausrichtern wie Katar, die auch für westliche Sponsoren hochinteressant sind, keine Rolle.

Ich habe schon mal irgendwo geschrieben und meine das keineswegs nur scherzhaft: Den Bildschirm-Zuschauern zu Hause kann technisch bei Bedarf zukünftig eine gigantische Atmosphäre simuliert werden, ohne dass dazu Zuschauer vor Ort erforderlich wären. Auf den kompletten Holzweg, dass ich mir sowas wünsche, sollte dabei niemand kommen.


oder die TV-Rechte ans Pay TV gehen und dann kein Mensch schauen kann.

Das ist doch einer der Hauptpunkte für das neue Format. Stundenlange Sportfeste ohne Olympia- oder WM-Label bekommst du i.d.R. nicht mehr zur prime time ins free tv.
Das rechnet sich für Privatsender nicht und sprengt auch für ÖR den Programmrahmen.
Ein knackiges, massenkompatibles 90-Minuten Format könnte dagegen auch zur prime time im free tv möglich sein und der LA neue Reichweite bringen. Wie gesagt könnte, eventuell, vielleicht…
Das funktioniert ja auch bei diversem Dödelkram aus dem Wintersportbereich, der für die Masse zurechtgeschnitten wurde.


Bzgl. Pay-TV ist es bei Olympia und WM/EM wiederum noch etwas anderes.
Ich bin -genau wie überteuerten Fußballrechten- nicht der Meinung, dass ÖR aus ihren Zwangsgebühren um jeden Preis mitbieten sollten.
Das halte ich für Gebührenverschwendung.
 

gary

Bekanntes Mitglied
Noch mal was zu Nike Oregon Project, Salazar , abgemagerten Athletinnen und auch der Rolle von Nike


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Dem Hormonexperten hatte Salazar jahrelang Läufer mit merkwürdig identischen Problemen zugeleitet: Sie alle litten angeblich unter Schilddrüsen-Problemen, denen Doktor Brown dann fleißig mit Hormon-Gaben entgegenwirkte.
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Salazars experimentelles Medizinverständnis dokumentierte sich auch in gewaltigen Carnitin-Infusionen, die er an Vertrauten erproben ließ. Die angeblich dramatischen Leistungsschübe empfahl er Lance Armstrong, dem gefallenen US-Radsporthelden, der damals Triathlet werden wollte, er referierte sie aber auch direkt an den langjährigen Nike-Vorstandschef Mark Parker.
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Mit absurden Interpretationen, wonach der Coach im Zuge des Urteils sogar von der Dopingmittel-Vergabe reingewaschen worden sei, hat sich Nike fest an ihn gekettet. Und in Salazars Verteidigung investierte die Firma bereits Millionen.
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Doch Salazar und sein Stab hätten sie zu Gewichtsabnahmen gedrängt, beklagt die 1,70 Meter große Athletin. Sie hätte keine 52 Kilo wiegen sollen, sei ständig vor versammeltem Team gewogen und von Salazar sogar vor Publikum als zu schwer gedemütigt worden. Auch soll ihr der Chefcoach die systematische Einnahme von Antibabypillen und Diuretika zur Urin-Ausschwemmung verordnet haben. Durch die pharmazeutisch befeuerte Aushungerung habe sie drei Jahre ihre Periode nicht bekommen und überdies fünf Knochenbrüche erlitten, bis zu ihrem Ausstieg 2015. Einflüsse einer chronischen Unterversorgung mit Kohlehydraten auf Knochendichte und Menstruation sind belegt.
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Salazars Ex-Assistent Steve Magness sagt, er habe Athletinnen systematisch zum Abnehmen drängen müssen. Hätte er bedenkliche Labordaten vorgelegt, habe die Leitung das ignoriert: "Ich weiß, was ich sehe: Ihr Hintern ist zu groß."
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So sehen es auch die Usada-Ermittler. Am "schockierendsten", heißt es dort, empfinde man Nikes Reaktion. Der Konzern habe nicht mal versucht, die Whistleblower der Affäre zu schützen.
Das macht Nikes Zwangslage evident. Bis zu zehn Millionen Dollar wurden Insidern zufolge in Anwaltskosten für Salazar und Brown gepumpt, der Gang in die Berufung ist angekündigt.
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Nikes Zwangslage ist evident
 

Werderforever

Bekanntes Mitglied
Formate wie Diamond League und die ganzen Sportfeste habe ich zu allen Zeiten immer nur als reine Showveranstaltungen wahrgenommen. Wichtig sind Olympia, WM und Kontinentalwettbewerbe. Der Rest ist zum Geldverdienen und ggf. zur Quali für die ernsthaften Wettbewerbe. Und natürlich auch zur Unterhaltung der Zuschauer.

Klar, die Großereignisse sind die wichtigsten Wettbewerbe, aber ich würde deshalb die Sportwettkämpfe darunter trotzdem nicht als Show bezeichnen. Völlig egal, ob man die nun Diamond Legaue, Weltcup oder sonstwie nennt. Es wäre aus meiner Sicht nicht im Sinne des Erfinders, wenn außer den Großerereignissen nichts mehr stattfinden würde.Finde diese Wettkämpfe haben sportlich einen hohen Wert. Da will auch jeder gewinnen.

In den großen Massenmedien fanden diese Showformate wie auch Diamond League immer weniger Beachtung. Leichtathletik versinkt tief in der Nische.

Hast du da weltweit gesehen einen Überblick? Weil Deutschland ist für mich nicht der Maßstab. Da funktioniert im Sommer außer Fußball und Olympia nichts. In anderen Ländern sieht das etwas anders aus (GB z.B.). Wichtig finde ich z.B. die Resonanz bei den Zuschauern vor Ort. Egal ob Wintersport, Tennis oder Leichtathletik. In Deutschland ist das Interesse da. Viele Veranstaltungen sind sehr gut besucht bis ausverkauft. Das gilt für viele andere europäische Länder auch.

Die hohen Summen, welche bei diesen Formaten an Sportler ausgeschüttet werden, müssen auch irgendwie erwirtschaftet werden und es muss natürlich für die lokalen Veranstalter finanziell noch darstellbar sein.

Ich halte Themen wie "neue Märkte" in vielen Bereichen für ausgereizt. Das IOC schwimmt in Geld, hat zwischen 2013 und 2016 fast sechs Milliarden Dollar eingenommen: https://www.zeit.de/news/2019-09/30/speerwerfer-roehler-am-ende-kommt-gar-nichts-an

Es ist nicht so, dass im olympischen Sport zu wenig Geld ist, es wird nur völlig ungleich verteilt. Das IOC müsste viel mehr Geld an die Verbände abtreten, kann könnten diese auch öfter selbst als Veranstalter auftreten. Und in Relation zu den IOC.-Einnahmen verdienen z.B. die Leichtathleten bei den Meetings eine Art besseres Trinkgeld

Und auch mal große Wettkämpfe an finanzstarke Länder wie Katar vergibt und versuchen, neue Märkte zu erschließen.

Du hältst es für erstrebenswert, dass wir noch öfter reihenweise kollabierende Sportler sehen? Katar war für mich der Gipfel der Geldgeilheit von Sportfunktionären.
 

Werderforever

Bekanntes Mitglied

gary

Bekanntes Mitglied
Die Schilderungen klingen teilweise echt gruselig. Würde gerne mal ein Statement von Klosterhalfen dazu hören, aber sie wirkt auf mich ziemlich naiv. Glaube kaum, dass sie das kritisch reflektiert.

Vielleicht beizeiten mit Abstand. Solange sie Teil des Systems war bzw. ist, darf sie halt nur das sagen, was von Nike bezahlte Leute ihr erlauben.

U.a. die Legende von ihrem unbescholtenen Trainer wurde ja auch schon zuvor zerbröselt.
In den Aussagen finden sich halt noch weitere Indizien, dass dort absolut nicht unkoordiniert geschah und das komplette Trainerteam natürlich der Projektstrategie mit Salazar als Kopf zu folgen hatte.



Cain sagt in dem Video, die vielen Männer auf Trainerpositionen seien ein Problem gewesen. Es müsse für Athletinnen mehr Trainerinnen geben: "Ich war in einem System gefangen, das von Männern für Männer konzipiert war. Es zerstört die Körper junger Frauen."
 

Fresh Prince

Sportdirektor der FFL NM
Teammitglied
Das deutsche "Jahrhunderttalent" über die Mittelstrecke schlägt wieder zu: Konstanze Klosterhalfen pulverisiert in den USA die nächste Bestzeit. Über 5000 Meter in der Halle läuft sie ihren ersten Europarekord. Weltweit stehen nur noch Äthiopiens Läuferinnen vor Klosterhalfen.

17 Sekunden für die Ewigkeit: Die deutsche Mittelstreckenläuferin Konstanze Klosterhalfen knackte in Boston den Hallen-Europarekord über 5000 Meter. Dabei pulverisierte sie die alte kontinentale Bestzeit der Rumänin Gabriela Szabo aus dem Jahr 1999 (14:47,35 Minuten). Es war Klosterhalfens erster Europarekord überhaupt. Die WM-Dritte über 5000 Meter setzte sich bei der Leichtathletik-Veranstaltung am Donnerstag (Ortszeit) in 14:30,79 Minuten durch.
 
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