Millerntor ist nun doch WM-Stadion !!!!

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mendiculus

MODEFAN
Na ja, zwar nicht als Spielstätte, aber immerhin :


Ein hoch interessanter Artikel, wie ich finde, aus dem Hamburger Abendblatt.


Das Woodstock des Fußballs

Public Viewing: Auf dem Heiligengeistfeld soll während der WM 2006 einen Monat lang gefeiert werden.

Hamburg - Wenn Sie keine der wenigen frei erhältlichen Eintrittskarten für die Fußballspiele der WM 2006 in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) erwerben können - auf eine Karte werden mehr als 50 Bestellungen kommen -, und dennoch die Begegnungen in einer Art Stadionatmosphäre erleben möchten, kann Ihnen geholfen werden. Public Viewing heißt das Zauberwort, was öffentliches Anschauen bedeutet. In allen zwölf WM-Städten, und in sechs weiteren Orten wie zum Beispiel in Bremen, werden riesige Videowände aufgestellt, auf denen jedes WM-Spiel live zu sehen sein wird.

In Hamburg steht der Standort jetzt fest: Auf dem 160 000 Quadratmeter großen Domgelände am Heiligengeistfeld soll mit Einbindung des St.-Pauli-Stadions für fünf Wochen ein buntes WM-Dorf entstehen - mit Freß- und Shoppingmeilen, Riesenrad, Karussell, Space-Walker sowie einem täglichen kulturellen (Musicals, Theater) und sportlichen Unterhaltungsprogramm (Fußball-, Basketball-, Beachvolleyballturniere) für in- und ausländische Fans von elf Uhr morgens bis Mitternacht. Die Hamburg Marketing GmbH, die Public Viewing als weltweite Werbemaßnahme einsetzt, rechnet mit bis zu 60 000 Besuchern während der Übertragungen, darunter die Hälfte Auswärtige, und ansonsten 30 000 Tagesgästen. Der Eintritt ist frei.

Vor zweieinhalb Jahren kamen in Hamburg zu ähnlichen Veranstaltungen während der WM 2002 rund 30 000 Zuschauer auf den Rathausmarkt und den Fischmarkt zusammen. In Südkorea hatten sich damals auf öffentlichen Plätzen 200 000 Menschen zum Fernsehgucken getroffen. Seitdem ist Public Viewing ein kommerzielles Thema. Damit begannen die Probleme, die sogar Bundeskanzler Schröder auf den Plan riefen, der beim Weltfußballverband Fifa Rechte für alle Städte einforderte.

Die Differenzen konnten inzwischen in zähen Verhandlungen mit der Fifa geregelt werden, sagt Hamburgs Sportamtsdirektor Dr. Hans-Jürgen Schulke, gleichzeitig Vorsitzender des Arbeitskreises WM 2006 in der Sportministerkonferenz. Die Fifa stellt den WM-Städten Sachkosten im Wert von je 700 000 Euro zur Verfügung, darunter die Videowand, eine Bühne und das Fernsehsignal. Dafür müssen die Exklusivrechte der 15 offiziellen Fifa- und 6 nationalen WM-Sponsoren gewahrt bleiben. Die ARD wurde zudem mit ihren Landesstudios als Partner, Programmgestalter und Prominentenbeschaffer vor Ort gewonnen.

Andere Interessenten müssen alle Kosten selbst tragen. In Hamburg plant neben der Stadt auch die Trab-Arena in Bahrenfeld WM-Übertragungen. Herbert Klatte, Geschäftsführer der Trabrenngesellschaft, will jetzt das Gespräch mit der Hamburg Marketing suchen.

"Public Viewing wird den Fußballfans eine neue emotionale Erlebniswelt eröffnen, die wir aufgrund der zahlreichen Reglementierungen in den Stadien nicht vorfinden werden", sagt Schulke. Es sei ein Zurück zu den Wurzeln, "es wird auf dem Heiligengeistfeld eine Stimmung wie einst beim legendären Musik-Festival Woodstock 1969 in den USA herrschen". Die einzige Droge diesmal: Begeisterung.

Die Kosten für das WM-Fest in St. Pauli werden derzeit auf gut zwei Millionen Euro geschätzt. Platzreinigung, Toiletten, Wasser, Strom, Absperrungen und Sicherheit sind zu bezahlen. Regionale Sponsoren, die sich abseits der Leinwände präsentieren dürfen, Merchandising, Ausschank- und Cateringlizenzen sollen das Budget decken. Das sei eine realistische Rechnung, sagt Schulke. Beim Deutschen Turnfest 1994 in Hamburg seien an sechs Tagen auf dem Rathausmarkt allein über Verzehrrechte 350 000 Euro eingenommen worden.

Die WM-Orte verstehen Public Viewing aber nicht nur als emotionales Angebot an die heimische Bevölkerung, sondern auch als Anlauf- und Deeskalationspunkt für die erwartete eine Million ausländischer Besucher während der Spiele. Sie werden im WM-Dorf mit Internet-Cafes, Übernachtungs-, Ticket-Tauschbörsen und Informationspunkten bedient. Public Viewing biete den Städten zusätzlich die Möglichkeit, so Hamburg-Marketing-Chef Dr. Hariolf Wenzler, "ein eigenes Profil zu entwerfen und überdies weitere Besucher anzulocken". Hafen- und Reeperbahnnähe könnten für viele Fußballfans ein Argument sein, die WM in Hamburg und nicht anderswo zu verfolgen. Rainer Grünberg

erschienen am 5. Januar 2005 in Sport

http://www.abendblatt.de/daten/2005/01/05/383563.html


:spitze:
 

gary

Bekanntes Mitglied
Das hört sich ganz nett an und wäre sicher eine gute Sache.

Ich denke, es wäre aber wirklich eher ein Service für auswärtige Besucher als für Einheimische.
 

mendiculus

MODEFAN
Das sehe ich nicht ganz so. Ich werde mit Sicherheit einige Spiele dort gucken. In der Gruppe ist es doch schöner als zu Hause oder in der Kneipe. Und dann noch in unserem gewohnten Umfeld. Ich bin richtig gespannt, was da am Millerntor abgeht. Und viele mit denen ich da heute auf der Arbeit drüber gesprochen habe, sehen das genau so. Ich jedenfalls finde so einen Service schon geil. :spitze:
 

Wir sind die 12

na immerhin wurdens 23 ;)
Also wenn die das echt so machen dann werde ich mir da sicherlich ein Spiel anschauen :D

bin mal Gespannt was die in Bremen planen ;)
 

gary

Bekanntes Mitglied
Persönlich bin ich kein Freund der Massenveranstaltungen vor Großbildleinwänden. Entweder schaue ich Fußball im Stadion oder dann doch lieber im überschaubareren Rahmen zu Hause, bei Freunden oder evtl. im Pub oder Vereinsheim.

Bei einer WM bringen natürlich die vielen ausländischen Besucher den Reiz in solche Fandörfer. Deshalb werde ich mich zur WM sicherlich auch öfter dort rumtreiben, aber nicht unbedingt ein Spiel dort schauen.

Falls ich 2006 nicht selber nur „Hamburg-Besucher“ bin, was auch nicht auszuschließen ist. :fress:
 
garylineker schrieb:
Falls ich 2006 nicht selber nur „Hamburg-Besucher“ bin, was auch nicht auszuschließen ist. :fress:

das kann mir auch sehr gut passieren, aber dann werde ich auf jeden fall versuchen nach hamburg zu kommen.

ich stelle mir das schon sehr interessant vor, am millerntor spiel gucken mit vielen verschiedenen leuten aus verschiedenen ländern.
 

gary

Bekanntes Mitglied
Die offiziellen Planungen für die WM 2006 wurden jetzt veröffentlicht-

und das Millerntor ist nicht dabei.

Dazu Geschäftsführer Frank Fechner: "Man legt offensichtlich auf uns keinen Wert".
Da im Etat aber Einnahmen in Sechstelliger Höhe vorgesehen sind ( :eek: ), plant Fechner nun einen WM Party in Konkurrenz zum Public Viewing auf dem Heiligengeistfeld.

Das riecht schon mal nach Ärger....


Aus dem Abendblatt von heute:


Das WM-Festprogramm


Neben einem Fanfest auf Heiligengeistfeld und Spielbudenplatz, Sonderausstellungen im HSV-Museum und einer Uhr mit dem WM-Countdown sind weitere Höhepunkte geplant. Zum Beispiel der Aufruf an alle Bürger, am 9. Juni 2006 ein Fußballtrikot zu tragen. Hinzu kommen ein "Schlepper-Ballett" mit riesigen Bällen auf der Elbe, ein "Kiezguide" mit Tips für das Nach(t)spiel auf St. Pauli, Auftritte der Symphoniker, Aktionen in und mit Schulen und Vereinen.

Zudem sollen Botschafter für die Stadt werben: Seeler, Beckmann, Kerner & Co. jmo




WM 2006: Lichtspiele über den Dächern Hamburgs
Pläne: Projektgruppe soll Hansestadt international ins Licht rücken.

Von Jens Meyer-Odewald

Die Sportstadt Hamburg hat sich hohe Ziele gesteckt. "Wir haben den Ehrgeiz, die größte Fete zu veranstalten", sagte Bildungs- und Sportsenatorin Alexandra Dinges-Dierig (parteilos) bei der Präsentation der WM-Planungen gestern in der AOL-Arena. Eine siebenköpfige Projektgruppe unter Beteiligung des Sportamts und der Marketing GmbH soll die vielfältigen Aktivitäten bündeln und die Hansestadt international in gleißendes Licht setzen.

Im wahrsten Sinn des Wortes: "Leuchtturmprojekt" und optischer Höhepunkt des Festprogramms im Sommer 2006 sollen, wie berichtet, blau illuminierte Tore ("Blue Goals") auf den Dächern der Stadt sein - in Einklang mit dem lokalen WM-Slogan: "Sportstadt Hamburg - das Tor zur Welt". Unter Regie des Lichtkünstlers Michael Batz sollen auf mindestens 50 Gebäuden mit Leuchtstoffröhren bestückte Torgestelle errichtet werden. Die größten Lichtobjekte könnten auf dem Springer-Verlagsgebäude, dem Unilever-Haus (14 Meter) sowie dem Kaispeicher A (20 Meter) stehen.

"Die Stadt ist die Bühne für das Theater des 21. Jahrhunderts", sagte Batz, "und wir machen Lust auf neue Ansichten und andere Bilder." Von vier bis fünf zentralen Stellen aus lassen Laserkanonen Lichtblitze durch die Dunkelheit zischen, die in den Toren einschlagen. Ideale Positionen sind Kirchtürme; die Leitung des Michel sagte bereits zu. Blaue Tore können auf jedem höheren Bauwerk stehen, soweit der Besitzer die anteiligen Kosten übernimmt. Insgesamt schlägt die leuchtende Initiative mit rund einer Million Euro zu Buche. Ziel der Aktion, so Hamburgs Marketing-Chef Hariolf Wenzler, sei es, "die Stadt in eine Licht-landschaft zu verzaubern." Auch er rief die Bürger dazu auf, die "schönste Fußball-Party Deutschlands" zu zelebrieren. Uwe Seeler meldete sich prompt zu Wort: "Ich selbst bin fit und WM-bereit!" Die "ballistischen" Weltfestspiele seien für Jahrzehnte die einmalige Gelegenheit, Hamburg so in die Welt hinauszutragen, wie die Stadt wirklich ist.

Damit neben Milliarden an den Bildschirmen auch Hunderttausende als Gäste in der Stadt nicht nur vom Ball in den Bann gezogen werden, soll ein facettenreiches Kunstprogramm organisiert werden. "Wir präsentieren uns als weltoffene Kulturmetropole", kündige Kultursenatorin Karin von Welck an. "Mit unseren Ideen sind wir ganz vorn."

Details der Finanzierung sollen noch geklärt werden. "Wer Großes und Tolles will, muß sich das auch etwas kosten lassen", so die Devise der Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig. 48 Millionen Euro sollen insgesamt aus diversen Behördentöpfen aufgebracht werden. Allein der Sicherheitsdienst während des fünfwöchigen Spektakels wird mit 9,5 Millionen Euro veranschlagt. Weitere spektakuläre Maßnahmen mit Wirkung über die Stadtgrenzen und die WM hinaus sollen von der Wirtschaft aufgebracht werden. Die Senatskanzlei will einen Termin im Gästehaus des Senats koordinieren, zu dem Bürgermeister von Beust persönlich bittet.

erschienen am 25. Mai 2005 in Hamburg





Offizielles zur WM 2006 in Hamburg gibt es u.a. hier:

http://www.hamburg.de/news/1,2980,JGdlbz0zJGl0ZW09NDg4OTM1NCQ_,00.html
 

ce_football

Pro Simpsons
Tolle Sache! Vor allem kann man die Chance nutzen und mit Fans anderer Nationen mal einen netten Plausch führen. Leider ist Hamburg weit, weit weg...
 

mendiculus

MODEFAN
Lt. Mopo hat Sankt Pauli aus der Aktion bereits 500.000 € in den kommenden Saisonetat eingeplant, die nun wegzufallen drohen. Allerdings sei lt. Mopo das letzte Wort darüber noch nicht gefallen. Anscheinend soll es aber wohl auch an Schwierigkeiten mit der FIFA- Tauglichkeit des Millerntor liegen, warum auch immer.

Eine Alternativ- Veranstaltung würde ich begrüssen !
 
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