Neuzugang Paunovic spricht Klartext!

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Casey Ryback

Gesperrt - "Fanlager-Auszeit"
Interview mit 96-Neuzugang Veljko Paunovic

Kurz vor Transferschluss schlug 96 noch einmal auf dem Spielermarkt zu. Am Montag unterschrieb Veljko Paunovic vom spanischen Traditionsklub Atletico Madrid einen Vertrag bei den Roten. Der 27-jährige serbische Nationalspieler (drei Einsätze) arbeitete mit Trainer Ewald Lienen schon auf Teneriffa zusammen. Mit Zauberfuß Nebojsa Krupnikovic spielte er gemeinsam in Jugoslawiens U 21-Auswahl.


Wenige Tage vor seinem möglichen Bundesliga-Debüt gegen Borussia Dortmund stand „Pau“ uns Rede und Antwort.

Veljko, herzlich willkommen in Hannover. Wie sind deine ersten Eindrücke von Stadt und Verein?

Veljko Paunovic: Man hat mich überall mit offenen Armen empfangen. Mitarbeiter und meine neuen Kollegen machen einen sehr netten und offenen Eindruck.

Hattest Du schon Zeit einige Ecken deiner neuen Heimat zu erkunden?

Veljko Paunovic: Nicht wirklich. Die Marktkirche und das Neue Rathaus habe ich aus der Ferne gesehen. Was mir auf Anhieb gefallen hat, ist der Maschsee. Auf den ersten Blick erscheinen Stadt und Menschen sehr sympathisch. Hannover hat ein eigenes Flair, das mir gefällt. Ich werde nun versuchen, möglichst schnell deutsch zu lernen, um mich verständigen zu können. Aber das braucht seine Zeit.

Wie kam der Transfer nach Hannover zustande?

Veljko Paunovic: Wir haben lange über diesen Wechsel gesprochen. Mit Trainer Ewald Lienen stand ich häufig in Kontakt. Er hat mir immer wieder gesagt, dass er mich gerne nach Hannover holen würde. Er hat mir die Verpflichtung richtig schmackhaft gemacht und mir nur das Beste über das Team, die Stadt und das gesamte Umfeld erzählt. Lienen hat mir auch gesagt, dass ich der Mannschaft sportlich weiterhelfen könne. Ich hoffe, dieses Vertrauen zurückzahlen zu können.

Stimmt es, dass Du eigentlich erst im Sommer nach Hannover kommen solltest?

Veljko Paunovic: Ja. Aber ich hatte schon länger mit einem früheren Wechsel geliebäugelt. Ich glaube, den Transfer vorzuziehen, war die beste Entscheidung.

Warum wolltest Du Atletico Madrid so schnell verlassen?

Veljko Paunovic: Ich bin inzwischen 27 Jahre alt, und für mich ist es sehr wichtig zu spielen. Ich fühle mich fit und bin gut drauf. In Madrid hatte ich in den vergangenen Wochen allerdings nicht mehr die Möglichkeit, das zu beweisen. Ich hatte mit Atletico auch einige finanzielle Differenzen, so dass wir uns relativ schnell auf eine Vertragsauflösung einigen konnten.

Gab es auch Probleme mit Coach Cesar Ferrando?

Veljko Paunovic: Mein Problem war, dass ich zuletzt zu wenige Einsatzzeiten hatte. Aber Atletico hat einen großen Kader von 25 Profis, elf können nur spielen. Dass da einige Spieler unzufrieden sind, ist normal. Persönliche Differenzen hatten wir aber nicht.

Die tägliche Arbeit mit Ewald Lienen ist für Dich nicht neu. Er war bereits auf Teneriffa Dein Trainer…

Veljko Paunovic: Das stimmt. Zu dieser Zeit waren wir sehr erfolgreich. Mir gefällt sein Arbeitsstil und ihm gefällt scheinbar die Art, wie ich spiele. Er weiß genau, was für ein Spielertyp ich bin und wie er mich einsetzen muss, um der Mannschaft zu helfen. Ich bin froh, dass ich noch einmal die Chance erhalten habe, unter ihm zu arbeiten.

Hast Du die Bundesliga in Spanien verfolgt?

Veljko Paunovic: Klar. Ich verfolge generell alle großen europäischen und südamerikanischen Ligen.

Also war Dir Hannover 96 schon vor deinem Wechsel ein Begriff?

Veljko Paunovic: Natürlich. Unter anderem habe ich den Weg von Ewald Lienen weiter verfolgt. Auch Nebojsa Krupnikovic kenne ich schon lange. Wir haben früher gegeneinander gespielt. Er war Profi bei Roter Stern Belgrad und ich bei Partizan. Zudem standen wir einmal gemeinsam in der U 21-Auswahl Jugoslawiens.

Obwohl er vier Jahre älter ist als Du…

Veljko Paunovic: Ich war ein Frühstarter. Mein Debüt in der ersten Mannschaft von Partizan habe ich mit 16 Jahren gegeben. Damit bin ich der drittjüngste Spieler in der Klubgeschichte. Mit 17 wechselte ich dann schon nach Spanien und pendelte dort zunächst zwischen dem Profi- und dem B-Team von Atletico.

Du hast in deiner Karriere häufig den Verein gewechselt, wurdest nach Oviedo, Teneriffa und Mallorca ausgeliehen. Willst Du nun in Hannover endlich sesshaft werden?

Veljko Paunovic: Natürlich. Ich hoffe, dass ich mich hier schnell einleben und sportlich überzeugen werde. Aber das Fußballgeschäft ist heutzutage sehr schnelllebig…

Wird Deine Familie bald nach Hannover kommen?

Veljko Paunovic: Meine Frau Hajdana ist im achten Monat schwanger und wird unseren Sohn, er soll Stefan heißen, in Madrid zur Welt bringen. Anschließend wird sie mit ihm und unserer zweijährigen Tochter Tatjana nach Hannover ziehen.

Du durftest bislang drei Länderspiele für Serbien und Montenegro absolvieren. Dein Traum ist sicherlich die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland…

Veljko Paunovic: Davon träumt jeder Fußballer. Für mich ist es eine Ehre für mein Land spielen zu dürfen, speziell bei großen internationalen Turnieren. Aber dazu müssen wir uns erst einmal qualifizieren.

Stehst Du aktuell im Kader?

Veljko Paunovic: Nein, in letzter Zeit habe ich nicht gespielt. Ich wurde zwar kürzlich wieder eingeladen, aber wir hatten durch den verletzungsbedingten Ausfall von Fernando Torres bei Atletico einige Personalprobleme. Der Verein verweigerte die Freigabe.

Konntest Du schon Unterschiede zwischen der deutschen und spanischen Spielweise feststellen?

Veljko Paunovic: Es gibt zwar Unterschiede, aber die sind minimal. Ich glaube, dass sich der europäische Spitzenfußball inzwischen sehr ähnelt. Er ist vor allem von der Taktik geprägt, das körperbetonte Spiel nimmt eine große Rolle ein und es gibt eine Reihe von technisch hervorragenden Spielern. Aber natürlich gibt es nach wie vor die typisch deutschen Eigenschaften, die diesen Fußball in der ganzen Welt so berühmt gemacht haben.

Auf Deiner eigenen Homepage (www.paunovic-online.com) schwärmst Du vom englischen Fußball…

Veljko Paunovic: Ja, die Engländer leben für den Fußball. Ich habe viele Freunde, die in der Premier League spielen oder gespielt haben. Die Fans dort würdigen den Einsatz, den Kampf und den unbedingten Siegeswillen, stehen aber auch hinter dem eigenen Team, wenn ein Spiel mal verloren geht. Das ist in anderen europäischen Ligen vielleicht anders. Jeder Spieler, der einmal in England gespielt hat, schwärmt heute noch davon.

Hast Du schon erste Eindrücke von der AWD-Arena sammeln können?

Veljko Paunovic: Der Trainer hat mir das Stadion am Montag gezeigt. Es gefällt mir sehr. Lienen hat mir von den tollen Fans berichtet und mir gezeigt hinter welchem Tor sie stehen. Ich freue mich schon auf das Spiel am Sonnabend gegen Borussia Dortmund.

Also denkst Du, dass du am Sonnabend schon dein Debüt für die Roten geben wirst?

Veljko Paunovic: Ich werde in den nächsten Tagen weiter hart arbeiten. Aber die Entscheidung, ob ich spiele, muss der Trainer treffen. Ich hoffe Herrn Lienen überzeugen zu können.

Wo siehst Du deine Stärken? Bist Du ein klassischer Torjäger?

Veljko Paunovic: Nein, ich glaube nicht. Ich bin mehr ein Offensiv-Allrounder, der Tore schießt, aber auch vorbereiten kann.

Und wo siehst Du deine Schwächen?

Veljko Paunovic: Darüber sollte ich nicht zuviel verraten. Sonst lesen die Dortmunder das noch und wissen, wie sie mich am Sonnabend kaltstellen können (lacht).

Bist Du überhaupt fit für einen Einsatz?

Veljko Paunovic: Ich denke schon. Am vergangenen Wochenende habe ich zwar nicht gespielt. Aber in den beiden Spielen zuvor in Getafe und im Derby gegen Real wurde ich eingewechselt.

Bevorzugst Du ein bestimmtes taktisches System. In der Hinrunde hat 96 mit drei Stürmern gespielt, zuletzt in Bielefeld standen nur noch zwei Angreifer auf dem Platz…

Veljko Paunovic: Das ist mir eigentlich egal. Das beste System ist immer das erfolgreichste (lacht). Aber im Ernst: Ich habe schon jedes System der Welt gespielt und ich glaube, dass sich gute Spieler in jeder taktischen Formation zurechtfinden müssen.

Die Borussia schwächelt in dieser Saison, steckt im unteren Tabellendrittel fest. Siehst Du darin einen Vorteil?

Veljko Paunovic: Nein, solche Situationen sind immer sehr gefährlich. Im vergangenen Jahr haben wir mit Atletico gegen Real gespielt, die vorher vier Spiele in Folge verloren hatten. Sie waren gerade aus der Champions League und dem spanischen Pokal ausgeschieden. Jeder sagte, dass es ein leichtes Spiel für uns werden würde. Ich habe zwar auch getroffen, aber am Ende haben wir 1:2 verloren.

96 steht zurzeit auf Rang sechs. Was ist in dieser Saison noch drin?

Veljko Paunovic: Ich hoffe, dass wir Fünfter werden. Das wäre für das Team, die Fans und das gesamte Umfeld ein Riesenerfolg. Aber andererseits müssen wir auch mit den Füßen auf dem Boden bleiben und dürfen nicht unrealistisch werden. Ich weiß, mit welchen Voraussetzungen der Verein in die Saison gestartet ist. Wenn wir die nötigen Punkte für den Klassenerhalt gesammelt haben, können wir uns andere Ziele setzen. Man darf nie vergessen, wo man herkommt und muss immer hart für den Erfolg arbeiten.

Klingt nach der Philosophie von Ewald Lienen…

Veljko Paunovic: Ja. Und ich hoffe sehr, dass jeder Spieler diese Philosophie verinnerlicht hat. Sie hilft uns weiter.

Wie stimmst Du dich auf das Duell mit den Borussen ein?

Veljko Paunovic: Ich lese sehr viel und höre gerne Musik. Rockige Sachen, wie Iron Maiden oder Van Halen. Diese Musik verleiht mir positive Energie, macht mich bereit für den Kampf um den Ball und Tore. So traurige Liebesschnulzen, nach denen man sich am liebsten umbringen würde, sind nicht so mein Fall.

Veljko, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg am Sonnabend gegen Dortmund…
 

Casey Ryback

Gesperrt - "Fanlager-Auszeit"
paunovic macht einen sehr symphatischen eindruck. man kann auch davon ausgehen das er am sonnabend gegen den bvb sein debüt gibt. nach meinen informationen wird er in der startformation stehen.
 

Turbo

Thorsten
Hört sich wirklich nett an der Junge und genau das was Hannover noch braucht. Einen Torjäger, da Christiansen ja im Moment alles andere als in Topform ist und Stendel und Stajner für mich eher Flügelstürmer sind.
Außerdem hat er einen super Musikgeschmack :music2: :spitze:
 
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