Olympia 2022 - Favoriten & Chancen - Freestyle und Snowboard

Mecki83

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Während in den klassischen Wintersport-Wettbewerben in den letzten Jahren nur punktuell neue Wettbewerbe hinzu gekommen sind, wachsen die Bereiche Freestyle und Snowboard immer weiter. Im Freestyle Skiing wurden erstmals 1992 olympische Medaillen vergeben; im Snowboard wurden erstmals 1998 in Nagano Wettbewerbe ausgerichtet. Insgesamt werden nun bei den Spielen in Peking 13 Wettbewerbe im Freestyle Skiing und 11 im Snowboard ausgetragen. Bei 109 Wettbewerben insgesamt bedeutet das, dass 22% der olympischen Medaillen in diesen Kategorien vergeben werden. Ein guter Grund auf jeden Fall, sich diese 24 Disziplinen mal genauer anzuschauen, natürlich auch unter dem Gesichtspunkten a) Wer sind die Favoriten? und b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
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Anfangen möchte ich mit dem Bereich Snowboard und dort die Wettbewerbe in der Halfpipe.

Neben dem nur einmalig ausgetragenen Snowboard Riesenslalom war der Halfpipe-Wettbewerb 1998 der erste olympische Snowboard-Wettbewerb. Die Regeln sind im Großen und Ganzen recht einfach. Die Athleten fahren die etwa 160 Meter lange Halfpipe hinunter und versuchen auf der Strecke möglichst viele spektakuläre Sprünge zu zeigen (i.d.R. 5 oder 6) und diese werden dann von Kampfrichtern bewertet.

Für die Spiele qualifizieren sich bei Damen und Herren jeweils 25 Athletinnen und Athleten, die im Zeitraum vom 01.07.2020 - 16.01.2022 die meisten FIS Punkte gewonnen haben. Dabei gibt es allerdings ein Maximum von 4 Startplätzen pro NOK. Aktuell ist dies insbesondere für die USA relevant, bei denen sich ansonsten sowohl bei den Damen als auch bei den Herren deutlich mehr Athleten qualifizieren würden. Aber auch Japan und China werden durch diese Regel auf die maximale Starterzahl von 4 bei den Frauen begrenzt.

Frauen-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Es gibt eine haushohe Favoritin: die US-Amerikanerin Chloe Kim war bei den Spielen 2018 erst 17 Jahre alt und holte dennoch souverän die Goldmedaille. Seitdem gewann sie außerdem noch die Weltmeistertitel 2019 und 2021. Wer soll diese Frau schlagen? Eine Kandidatin wäre die ebenfalls US-Amerikanerin Maddie Mastro. Sie ist nur 2 Monate älter als Kim und hatte bei Olympia 2018 die Medaillenränge als Vierte nur knapp verfehlt. Seitdem hat sie sich aber peu-à-peu weiter verbessert und wurde 2019 bei der WM Dritte und 2021 sogar Zweite. Ebenfalls beachten sollte man die Spanierin Queralt Castellet, die bei der WM 2021 den dritten Platz belegte und 2020 sogar den Titel bei den Winter-X-Games geholt hat. Und auf keinen Fall vergessen sollte man im Medaillenkampf auch die beiden Chinesinnen Cai Xuetong und Liu Jiayu die im Weltcup regelmäßig auf den vorderen Plätzen landen und im letzten Winter auf den Plätzen 1 und 2 im Gesamtweltcup lagen (man muss aber dabei bedenken, dass Chloe Kim letztes Jahr keine Weltcuprennen bestritten hat.)


b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmerinnen?
Aktuell wäre nur eine deutsche Teilnehmerin für Olympia qualifiziert, nämlich die erst 20-jährige Leilani Ettel. In den letzten 2 Jahren hat sie sich immer weiter nach vorne gearbeitet und landete im Weltcup meist im Bereich Platz 10-13. Ihren größten Erfolg erreicht sie mit Platz 9 bei der Weltmeisterschaft 2021 in Aspen.


Männer-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Großer Favorit und absoluter Superstar der Szene ist natürlich der US-Amerikaner Shaun White, der bei den Olympischen Spielen 2006, 2010 und 2018 den Titel in der Halfpipe holte. Nur 2014 patzte er und wurde nur Vierter. Auf einen solchen Patzer hofft z.B. der Japaner Yuto Totsuka, der in Abwesenheit von White 2021 Weltmeister wurde. Ein weiterer Medaillenkandidat ist der Australier Scotty James, der ebenfalls in Abwesenheit Whites 2019 Weltmeister wurde (vor Totsuka) und auch 2018 bei Olympia und 2021 bei der WM in den Medaillenrängen lag. Vielleicht kann aber auch der Schweizer Jan Scherrer an seine Leistung der WM 2021 anknüpfen, wo er den Bronze-Rang belegte.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Erfreulicherweise sieht es hier danach aus, als könnte Deutschland sogar nach aktuellem Stand drei Teilnehmer an den Start bringen. Während der 20-jährige Christoph Lechner und der 21-jährige Benedikt Bockstaller sich vermutlich im hinteren Teil des Feldes bewegen werden, könnte es für den 24-jährigen André Höflich richtig weit nach vorne gehen. Seit der Saison 2019/2020 hat er einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht und fährt im Weltcup regelmäßig in die Top10 und bei der WM 2021 belegte er einen starken siebten Rang.
 
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Werderforever

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Wäre mein Vorschlag. Das sonstige Format kann sich dann ja jeder selber überlegen wie es am besten passt.
Finde es etwas früh,diese Threads jetzt schon zu schreiben.Die Saison hat ja noch gar nicht angefangen und es passiert ja jede Saison,dass sich die Kräfteverhältnisse zumindest punktuell verschieben.Wer hätte z.B letzte Saison damit gerechnet,dass Granerud so dominiert oder dass Katharina Liensberger im Slalom auf dem Level von Shiffrin und Vlhova fährt?
 

Mecki83

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Finde es etwas früh,diese Threads jetzt schon zu schreiben.Die Saison hat ja noch gar nicht angefangen und es passiert ja jede Saison,dass sich die Kräfteverhältnisse zumindest punktuell verschieben.Wer hätte z.B letzte Saison damit gerechnet,dass Granerud so dominiert oder dass Katharina Liensberger im Slalom auf dem Level von Shiffrin und Vlhova fährt?
Das kann natürlich immer passieren. Dazu kommen natürlich auch Verletzungen. Und manche Disziplinen wie Skispringen sind vielleicht besonders anfällig für Springer die auf einmal vorne mitspringen oder auf einmal hinterher springen. Aber es geht ja auch um den aktuellen Status Quo und dann kann man ja im Laufe der Saison bzw. dann vor Olympia nochmal ein Update machen.
 

Mecki83

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Als nächstes widme ich mich im Bereich Snowboard den Wettbewerben im Parallelriesenslalom.

Nachdem 1998 noch ein klassischer Riesenslalom (analog zum Ski Alpin) ausgetragen wurde, wurde dieser für Olympia 2002 in einen Parallelriesenslalom umgewandelt und blieb dann auch seitdem in dieser Form bestehen. Dabei werden zwei parallele Riesenslalomkurse im Abstand von weniger als 10 Metern gesteckt, die möglichst identisch vom Schwierigkeitsgrad sind. Nachdem alle Athleten beide Kurse ein Mal gefahren sind, qualifizieren sich die besten 16 Teilnehmer für das Achtelfinale, ab dem es dann im klassischen KO-System weiter geht, wobei jedes Duell doppelt stattfindet mit Bahntausch im zweiten Lauf.

Für die Spiele qualifizieren sich bei Damen und Herren jeweils 32 Athletinnen und Athleten, die im Zeitraum vom 01.07.2020 - 16.01.2022 die meisten FIS Punkte gewonnen haben. Dabei gibt es allerdings ein Maximum von 4 Startplätzen pro NOK. Auch hier gibt es diverse Länder, bei denen ohne dieses Limit weitere Athleten an den Start gehen könnten. Bei den Frauen sind das neben Deutschland auch Russland und die Schweiz. Bei den Männern wären nach aktuellem Stand erneut Russland, Italien und Österreich durch diesen Cap beschränkt.

Frauen-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Der Tschechin Ester Ledecká war bei Olympia 2018 das Kunststück gelungen, neben dem Sieg im Snowboard Parallelriesenslalom auch noch die Goldmedaille beim Super-G im Ski Alpin zu holen. Seitdem pendelt sie zwischen den Weltcups im Ski Alpin und im Snowboard, wobei sie in den letzten Jahren bei den Weltmeisterschaften dem Ski Alpin den Vorzug gegeben hat. Wenn sie aber doch mal wieder im Snowboard antrat, war sie fast immer auf Platz 1 zu finden. Auf Augenhöhe mit Ledecka könnte am ehesten die Deutsche Snowboarderin Ramona Theresia Hofmeister sein. In der letzten Saison gelangen ihr bei 5 ausgetragenen Parallel-Riesenslaloms insgesamt 3 Siege, ein zweiter und ein dritter Platz. Das einzige direkte Duell mit Ledecká verlor sie jedoch. Neben Hofmeister und Ledecka gelang es überhaupt nur der Russin Sofija Nadyrschina einen Sieg zu erringen. Immer nahe am Podium ist auch die Schweizerin Julie Zogg unterwegs. Leider nicht mehr unter den Favoriten taucht die Deutsche Selina Jörg auf die nach ihrer Silber-Medaille bei Olympia 2018 die beiden folgenden Weltmeistertitel 2019 und 2021 gewann, allerdings dann nach der Saison 2020/21 ihre Karriere beendete.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmerinnen?
Wenn man auf das aktuelle Olympic Ranking schaut, dann könnte man beinahe schon von einer deutschen Dominanz reden. Hinter Ramona Theresia Hofmeister auf Platz 1, liegen noch Selina Jörg auf Platz 3, Cheyenne Loch auf Platz 5 und Carolin Langenhorst auf Platz 10. Leider hat neben Selina Jörg auch Cheyenne Loch nach der letzten Saison ihre Karriere (verletzungsbedingt) beendet. Insofern dürften sich die Medaillenhoffnungen auf Ramona Hofmeister fokussieren. Im hinteren Teil des Teilnehmerfeldes dürfte Melanie Hochreiter noch einen Quotenplatz für Deutschland erreichen.


Männer-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Das Herren-Feld ist deutlich ausgeglichener besetzt als das Frauen-Feld. In den 5 Rennen der Saison 2020/2021 gab es genau 5 unterschiedliche Sieger und keinem der Athleten gelangen mehr als zwei Podiumsplatzierungen. Unabhängig vom letzten Weltcup ist der Russe Dmitry Loginow als Doppelweltmeister von 2019 und 2021 der große Favorit bei diesen Spielen. Weitere Kandidaten auf Edelmetall sind seine Landsleute Andrey Sobolev und Igor Sluev. Hinzu kommen die Österreicher Benjamin Karl und Andreas Prommegger, sowie die Italiener Aaron March und Roland Fischnaller. Auch die Slowenen Zan Kosir und Tim Mastnak werden um die Medaillen kämpfen.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Trotz seiner Bronze-Medaille bei der WM 2019 sehe ich Stefan Baumeister nicht unter den Favoriten für Olympia, seine Stärke liegt leider eher im (nicht olympischen) Parallelslalom. Knapp wird es für Olympia bei Yannick Angenend (21 Jahre) und Elias Huber (22 Jahre), die noch ein paar gute Platzierungen in der anstehenden Saison benötigen um sich zu qualifizieren.
 

Mecki83

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Nach der Geburt meines zweiten Sohnes und den ersten unruhigen Wochen habe ich nun hoffentlich wieder ein bisschen mehr Zeit und Muße mich der Olympia-Vorbereitung zu widmen. Als nächster Disziplin widme ich mich im Bereich Snowboard den Wettbewerben im Snowboardcross.

Seit Olympia 2006 bereichert mit dem Snowboardcross eine dritte Snowboard-Disziplin den olympischen Kanon. Dabei treten immer 4 Sportler im direkten Duell auf einer Abfahrtsstrecke gegeneinander an und die beiden Besten eines jeden Laufs qualifizieren sich für die nächste Runde.

Für die Spiele qualifizieren sich bei Damen und Herren jeweils 32 Athletinnen und Athleten, die im Zeitraum vom 01.07.2019 - 16.01.2022 die meisten FIS Punkte gewonnen haben. Dabei gibt es ebenfalls ein Maximum von 4 Startplätzen pro NOK. Eine Besonderheit im Vergleich zu den anderen Snowboard-Wettbewerben ist, dass es im Snowboardcross bei diesen Spielen auch einen Mixedwettbewerb geben wird. Um sicherzustellen, dass im Teamwettbewerb 16 Teams (je ein Mann und eine Frau) an den Start gehen können, qualifizieren sich zunächst nur die besten 24 in den Einzelwettbewerben; danach erhalten die Nationen einen Quotenplatz, die bis dorthin nur einen Quotenplatz in einer der beiden Einzeldisziplinen gewonnen haben. Erst wenn dann alle 16 Teams komplett sind, werden die verbleibenden Quotenplätze wieder über die FIS Rangliste vergeben.

Frauen-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Auf jeden Fall auf dem Schirm haben sollte man die Titelverteidigerin Michela Moioli aus Italien, die bei den letzten beiden Weltmeisterschaften 2019 und 2021 immer auf dem Podest stand. Auch beachten sollte man die Britin Charlotte Bankes, die 2018 noch für Frankreich an den Start ging und damals den 7. Platz belegte. Bei der WM 2019 steigerte sie sich jedoch auf den Silber-Rang und krönte ihre Entwicklung dann 2021 mit dem Weltmeistertitel. In der Spitze dabei war auch immer die Tschechin Eva Samková, die neben zwei dritten Plätzen 2018 und 2021 dann bei der WM 2019 mit dem Weltmeistertitel ihren größten Erfolg feiern konnte.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmerinnen?
Die deutschen Snowboarderinnen konnten sich in den letzten Jahren nicht im Vorderfeld der Weltcups und Großevents bewegen, insofern geht es bei ihnen primär um die Qualifikation für Olympia und vielleicht ein bisschen Hoffnung auf das Teamevent. Gute Chancen auf eine Olympiateilnahme hat auf jeden Fall die 22-jährige Junioren-Weltmeisterin von 2019 Jana Fischer. Über konstante Ergebnisse im Weltcup könnte es aber auch für Hanna Ihedioha noch für die Qualifikation reichen.


Männer-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Bei den Männern hat der Doppel-Olympiasieger von 2014 und 2018, Pierre Vaultier aus Frankreich, nach den letzten Spielen seinen Rücktritt erklärt. Während man den Weltmeister von 2019, den US-Amerikaner Mick Dierdorff, wohl eher als Eintagsfliege bezeichnen könnte, wäre ein Medaillenrang für den Spanier Lucas Eguibar keine große Überraschung. Doch trotz seines WM-Siegs von 2021 geht die Rolle des Favoriten dann doch an den Österreicher Alessandro Hämmerle, der in den letzten drei Jahren jeweils den Gesamtweltcup gewonnen hat. Auf dem Schirm haben sollte man auch den erst 20-jährigen Kanadier Éliot Grondin, der neben dem dritten WM-Rang 2021 auch einen zweiten Platz im Gesamtweltcup der Vorsaison vorweisen kann.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Bei den letzten Großevents konnten sich die deutschen Männer immer in sehr guter Position platzieren ohne aber, dass es für den ganz großen Wurf gereicht hätte. Bei den WM 2019 belegten Paul Berg und Leon Beckhaus die Plätze 7 und 8. Zwei Jahre später steigerte sich Paul Berg bei der WM auf Platz 6 und lag somit nur einen Platz hinter Martin Nörl. Zumindest in der Breite können wir also deutsche Teilnehmer in dieser Disziplin erwarten

Mixed-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Die starken Nationen im Snowboardcross-Mixed ergeben sich logischerweise aus der Summe der Einzelwettbewerbe. Die einen Nationen sind vielleicht etwas ausgeglichener besetzt, dafür können andere Nationen durch ihre Spitzenathleten schlechtere Ergebnisse in der anderen Disziplin kompensieren. Insofern sollte man hier die "üblichen Verdächtigen" auf dem Schirm haben: Italien, Frankreich, USA, Schweiz und Österreich.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Da sich bei den Männern auf jeden Fall ein deutscher Teilnehmer qualifizieren wird, ist ein deutsches Mixed fast sicher bei Olympia dabei. Die konkreten deutschen Starter ergeben sich voraussichtlich aus den Ergebnissen in den Einzelwettbewerben, die vor der Mixed-Konkurrenz stattfinden.
 

Mecki83

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Als nächstes widme ich mich im Bereich Snowboard den Wettbewerben im Slopestyle und Big Air.

Nachdem für die Olympischen Spiele 2010 keine weiteren Snowboard-Wettbewerbe aufgenommen wurden, kam 2014 in Sotschi der Snowboard Slopestyle dazu. Dabei wird ein Parcours mit unterschiedlichen Hindernissen in einem zusammenhängenden Lauf durchfahren und die Fahrt von Kampfrichtern bewertet. Es wird gewertet, wie der Fahrer die einzelnen Elemente nutzt, welche Tricks er vollführt und wie eindrucksvoll er diese Tricks durchführt. Die Disziplin Big Air feierte 4 Jahre später in Pyeongchang ihre Premiere. Im Gegensatz zum Slopestyle wird der Big Air über eine einzelne große Absprungrampe ausgefahren. Der Fahrer steuert die Schanze mit Anlauf an und versucht anschließend in der Luft einen Trick auszuführen, an den sich eine sichere Landung anschließen soll.

Aufgrund der Ähnlichkeit der beiden Wettbewerbe treten fast alle Sportler in beiden Wettbewerben an und auch für die Olympia-Qualifikation werden die beiden Teildisziplinen als ein Event berechnet. Für die Spiele qualifizieren sich bei Damen und Herren jeweils 30 Athletinnen und Athleten. Für das Olympia-Ranking gelten hierbei jedoch nur die besten 4 Ergebnisse im Big Air und 6 besten Ergebnisse im Slopestyle die im Zeitraum vom 01.07.2019 - 16.01.2022 erreicht wurden. Hinzu kommt noch das Ergebnis der Weltmeisterschaften 2021. Auch hier gilt wieder das übliche Maximum von 4 Startplätzen pro NOK. Wirklich relevant ist diese Begrenzung aber nur für die US AmerikanerInnen, die sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen deutlich mehr Starter stellen könnten.

Frauen-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Vier Jahre nach ihren beiden Medaillen in Pyeongchang (Gold im Slopestyle, Silber im Big Air) dürfte die US-Amerikanerin Jamie Anderson auch bei diesen Spielen wieder ein heißer Anwärter auf die Medaillen sein. Ein bisschen den Rang abgelaufen hat ihr in den letzten Jahren allerdings die (immer noch) erst 20-jährige Neuseeländerin Zoi Sadowski-Synnott, die sowohl 2019 als auch 2021 den Weltmeistertitel im Slopestyle gewann und zusätzlich 2021 noch Silber im Big Air erreichte. Den Sieg im Big Air sicherte sich damals die Kanadierin Laurie Blouin, die auch die 2017 die letzte Slopestyle Weltmeisterin vor Sadowski-Synnott war. Weitere Medaillenanwärterinnen sind die Österreicherin Anna Gasser, die Australierin Tess Coady, die Finnin Enni Rukajärvi sowie gleich drei Japanerinnen: Miyabi Onitsuka, Kokomo Murase und Reira Iwabuchi.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmerinnen?
Hier gab es bereits am 23.10.2021 ein positives Ergebnis: Die 19-jährige Annika Morgan holte beim Weltcup Auftakt im Big Air einen sehr achtbaren 6ten Platz. Da sie auch in den letzten Jahren immer wieder mit Top10 Ergebnissen aufwarten konnte (Platz 7 im Slopestyle und Platz 9 im Big Air bei der WM 2021), hat sie damit nicht nur den ersten deutschen Quotenplatz gesichert, sondern hat auch gleich den geforderten Leistungsnachweis (mind. 1x Platz 1-8 oder 2x Platz 9-16) erbracht. :ger: Nach Lage der Dinge dürfte sie allerdings die einzige deutsche Starterin sein.


Männer-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Einer der stärksten Athleten der letzten Jahre ist der Norweger Marcus Kleveland, der insbesondere im Slopestyle in den letzten Jahren der eindeutig stärkste Athlet war (Weltmeister 2021, Sieger in 2 von 3 Wettbewerben in der Saison 20/21). Ansonsten sind die Kanadier gleich mit einigen Athleten in der absoluten Weltspitze vertreten (Sébastien Toutant, Maxence Parrot und Mark McMorris), die das Kunststück fertig brachten, dass alle drei Athleten bei Olympia 2018 sowie der WM 2021 jeweils eine Medaille gewinnen konnten (also jeweils 3 von 6 möglichen Medaillen an Kanada). Ein bisschen abgetaucht ist der US-Amerikaner Redmond Gerard, der 2018 noch etwas überraschend die Goldmedaille im Slopestyle gewann, aber eine Medaille ist ihm trotzdem zuzutrauen.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Analog zu den Frauen konnte auch bei den Männern am 23.10.2021 gejubelt werden. Leon Vockensperger konnte mit Platz 6 zum Saisonauftakt direkt den nationalen Leistungsnachweis erbringen (mind. 1x Platz 1-8 oder 2x Platz 9-16). Nach seinen guten Vorergebnissen (jeweils Finalteilnahme im Slopestyle und Big Air bei der WM 2021, Platz 2 im Slopestyle in Laax Anfang 2021) war ihm die internationale Qualifikation bereits vorher sicher. :ger: Im Gegensatz zu den Frauen ist bei den Männern auch noch die Möglichkeit weiterer deutscher Teilnehmer gegeben. Noah Vicktor und Leon Gütl liegen derzeit nur knapp außerhalb der Qualifikation. Am schwersten dürfte hier wohl der Leistungsnachweis sein, da bis zu den Spielen nur noch 4 Wettkämpfe stattfinden werden (3x Slopestyle, 1x Big Air).
 

Mecki83

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Als nächster Disziplin widme ich mich im Bereich Snowboard den Wettbewerben im Snowboardcross.

Männer-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Bei den Männern hat der Doppel-Olympiasieger von 2014 und 2018, Pierre Vaultier aus Frankreich, nach den letzten Spielen seinen Rücktritt erklärt. Während man den Weltmeister von 2019, den US-Amerikaner Mick Dierdorff, wohl eher als Eintagsfliege bezeichnen könnte, wäre ein Medaillenrang für den Spanier Lucas Eguibar keine große Überraschung. Doch trotz seines WM-Siegs von 2021 geht die Rolle des Favoriten dann doch an den Österreicher Alessandro Hämmerle, der in den letzten drei Jahren jeweils den Gesamtweltcup gewonnen hat. Auf dem Schirm haben sollte man auch den erst 20-jährigen Kanadier Éliot Grondin, der neben dem dritten WM-Rang 2021 auch einen zweiten Platz im Gesamtweltcup der Vorsaison vorweisen kann.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Bei den letzten Großevents konnten sich die deutschen Männer immer in sehr guter Position platzieren ohne aber, dass es für den ganz großen Wurf gereicht hätte. Bei den WM 2019 belegten Paul Berg und Leon Beckhaus die Plätze 7 und 8. Zwei Jahre später steigerte sich Paul Berg bei der WM auf Platz 6 und lag somit nur einen Platz hinter Martin Nörl. Zumindest in der Breite können wir also deutsche Teilnehmer in dieser Disziplin erwarten
Update:
Gleich beim ersten Wettkampf im Olympiawinter konnte Martin Nörl mit Platz 7 im chinesischen Secret Garden die Olympia-Norm abhaken :ger:
 

Mecki83

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Als nächstes widme ich mich im Bereich Snowboard den Wettbewerben im Slopestyle und Big Air.

Frauen-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Vier Jahre nach ihren beiden Medaillen in Pyeongchang (Gold im Slopestyle, Silber im Big Air) dürfte die US-Amerikanerin Jamie Anderson auch bei diesen Spielen wieder ein heißer Anwärter auf die Medaillen sein. Ein bisschen den Rang abgelaufen hat ihr in den letzten Jahren allerdings die (immer noch) erst 20-jährige Neuseeländerin Zoi Sadowski-Synnott, die sowohl 2019 als auch 2021 den Weltmeistertitel im Slopestyle gewann und zusätzlich 2021 noch Silber im Big Air erreichte. Den Sieg im Big Air sicherte sich damals die Kanadierin Laurie Blouin, die auch die 2017 die letzte Slopestyle Weltmeisterin vor Sadowski-Synnott war. Weitere Medaillenanwärterinnen sind die Österreicherin Anna Gasser, die Australierin Tess Coady, die Finnin Enni Rukajärvi sowie gleich drei Japanerinnen: Miyabi Onitsuka, Kokomo Murase und Reira Iwabuchi.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmerinnen?
Hier gab es bereits am 23.10.2021 ein positives Ergebnis: Die 19-jährige Annika Morgan holte beim Weltcup Auftakt im Big Air einen sehr achtbaren 6ten Platz. Da sie auch in den letzten Jahren immer wieder mit Top10 Ergebnissen aufwarten konnte (Platz 7 im Slopestyle und Platz 9 im Big Air bei der WM 2021), hat sie damit nicht nur den ersten deutschen Quotenplatz gesichert, sondern hat auch gleich den geforderten Leistungsnachweis (mind. 1x Platz 1-8 oder 2x Platz 9-16) erbracht. :ger: Nach Lage der Dinge dürfte sie allerdings die einzige deutsche Starterin sein.
Update:

Und am letzten Wochenende legte Annika Morgan gleich noch eine Schippe drauf und holte sich beim Big Air Event in Steamboat Springs gleich noch ihre erste Podestplatzierung auf Platz 3. Auch wenn viele der Top Athletinnen nicht am Start waren, gelang es ihr aber zumindest zwei der o.g. starken Japanerinnen hinter sich zu lassen. (y)
 

Mecki83

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Als nächstes widme ich mich im Bereich Snowboard den Wettbewerben im Parallelriesenslalom.

Nachdem 1998 noch ein klassischer Riesenslalom (analog zum Ski Alpin) ausgetragen wurde, wurde dieser für Olympia 2002 in einen Parallelriesenslalom umgewandelt und blieb dann auch seitdem in dieser Form bestehen. Dabei werden zwei parallele Riesenslalomkurse im Abstand von weniger als 10 Metern gesteckt, die möglichst identisch vom Schwierigkeitsgrad sind. Nachdem alle Athleten beide Kurse ein Mal gefahren sind, qualifizieren sich die besten 16 Teilnehmer für das Achtelfinale, ab dem es dann im klassischen KO-System weiter geht, wobei jedes Duell doppelt stattfindet mit Bahntausch im zweiten Lauf.

Für die Spiele qualifizieren sich bei Damen und Herren jeweils 32 Athletinnen und Athleten, die im Zeitraum vom 01.07.2020 - 16.01.2022 die meisten FIS Punkte gewonnen haben. Dabei gibt es allerdings ein Maximum von 4 Startplätzen pro NOK. Auch hier gibt es diverse Länder, bei denen ohne dieses Limit weitere Athleten an den Start gehen könnten. Bei den Frauen sind das neben Deutschland auch Russland und die Schweiz. Bei den Männern wären nach aktuellem Stand erneut Russland, Italien und Österreich durch diesen Cap beschränkt.

Frauen-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Der Tschechin Ester Ledecká war bei Olympia 2018 das Kunststück gelungen, neben dem Sieg im Snowboard Parallelriesenslalom auch noch die Goldmedaille beim Super-G im Ski Alpin zu holen. Seitdem pendelt sie zwischen den Weltcups im Ski Alpin und im Snowboard, wobei sie in den letzten Jahren bei den Weltmeisterschaften dem Ski Alpin den Vorzug gegeben hat. Wenn sie aber doch mal wieder im Snowboard antrat, war sie fast immer auf Platz 1 zu finden. Auf Augenhöhe mit Ledecka könnte am ehesten die Deutsche Snowboarderin Ramona Theresia Hofmeister sein. In der letzten Saison gelangen ihr bei 5 ausgetragenen Parallel-Riesenslaloms insgesamt 3 Siege, ein zweiter und ein dritter Platz. Das einzige direkte Duell mit Ledecká verlor sie jedoch. Neben Hofmeister und Ledecka gelang es überhaupt nur der Russin Sofija Nadyrschina einen Sieg zu erringen. Immer nahe am Podium ist auch die Schweizerin Julie Zogg unterwegs. Leider nicht mehr unter den Favoriten taucht die Deutsche Selina Jörg auf die nach ihrer Silber-Medaille bei Olympia 2018 die beiden folgenden Weltmeistertitel 2019 und 2021 gewann, allerdings dann nach der Saison 2020/21 ihre Karriere beendete.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmerinnen?
Wenn man auf das aktuelle Olympic Ranking schaut, dann könnte man beinahe schon von einer deutschen Dominanz reden. Hinter Ramona Theresia Hofmeister auf Platz 1, liegen noch Selina Jörg auf Platz 3, Cheyenne Loch auf Platz 5 und Carolin Langenhorst auf Platz 10. Leider hat neben Selina Jörg auch Cheyenne Loch nach der letzten Saison ihre Karriere (verletzungsbedingt) beendet. Insofern dürften sich die Medaillenhoffnungen auf Ramona Hofmeister fokussieren. Im hinteren Teil des Teilnehmerfeldes dürfte Melanie Hochreiter noch einen Quotenplatz für Deutschland erreichen.


Männer-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Das Herren-Feld ist deutlich ausgeglichener besetzt als das Frauen-Feld. In den 5 Rennen der Saison 2020/2021 gab es genau 5 unterschiedliche Sieger und keinem der Athleten gelangen mehr als zwei Podiumsplatzierungen. Unabhängig vom letzten Weltcup ist der Russe Dmitry Loginow als Doppelweltmeister von 2019 und 2021 der große Favorit bei diesen Spielen. Weitere Kandidaten auf Edelmetall sind seine Landsleute Andrey Sobolev und Igor Sluev. Hinzu kommen die Österreicher Benjamin Karl und Andreas Prommegger, sowie die Italiener Aaron March und Roland Fischnaller. Auch die Slowenen Zan Kosir und Tim Mastnak werden um die Medaillen kämpfen.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Trotz seiner Bronze-Medaille bei der WM 2019 sehe ich Stefan Baumeister nicht unter den Favoriten für Olympia, seine Stärke liegt leider eher im (nicht olympischen) Parallelslalom. Knapp wird es für Olympia bei Yannick Angenend (21 Jahre) und Elias Huber (22 Jahre), die noch ein paar gute Platzierungen in der anstehenden Saison benötigen um sich zu qualifizieren.
Update Parallelriesenslalom:
Der erste Weltcup in diesem Winter fand an diesem Wochenende in Bannoje (RUS) statt und die deutschen SnowboarderInnen erlebten einen Auftakt nach Maß. Bei den Männer holte Stefan Baumeister mit Platz 2 ein absolutes Spitzenergebnis und ließ dabei die versammelte Weltelite hinter sich. :ger: Nur der Süd-Koreaner Lee Sang-ho war am Ende etwas stärker .

Bei den Damen lief es sogar noch besser. Ramona Theresia Hofmeister, Carolin Langenhorst und Melanie Hochreiter holten die Plätze 2,3 und 5 und damit gleich drei Startplätze für Olympia.:ger::ger::ger: Nur die Russin Sofija Nadyrschina konnte einen deutschen Sieg zum Saisonauftakt verhindern.
 
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Mecki83

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Nach der Geburt meines zweiten Sohnes und den ersten unruhigen Wochen habe ich nun hoffentlich wieder ein bisschen mehr Zeit und Muße mich der Olympia-Vorbereitung zu widmen. Als nächster Disziplin widme ich mich im Bereich Snowboard den Wettbewerben im Snowboardcross.

Seit Olympia 2006 bereichert mit dem Snowboardcross eine dritte Snowboard-Disziplin den olympischen Kanon. Dabei treten immer 4 Sportler im direkten Duell auf einer Abfahrtsstrecke gegeneinander an und die beiden Besten eines jeden Laufs qualifizieren sich für die nächste Runde.

Für die Spiele qualifizieren sich bei Damen und Herren jeweils 32 Athletinnen und Athleten, die im Zeitraum vom 01.07.2019 - 16.01.2022 die meisten FIS Punkte gewonnen haben. Dabei gibt es ebenfalls ein Maximum von 4 Startplätzen pro NOK. Eine Besonderheit im Vergleich zu den anderen Snowboard-Wettbewerben ist, dass es im Snowboardcross bei diesen Spielen auch einen Mixedwettbewerb geben wird. Um sicherzustellen, dass im Teamwettbewerb 16 Teams (je ein Mann und eine Frau) an den Start gehen können, qualifizieren sich zunächst nur die besten 24 in den Einzelwettbewerben; danach erhalten die Nationen einen Quotenplatz, die bis dorthin nur einen Quotenplatz in einer der beiden Einzeldisziplinen gewonnen haben. Erst wenn dann alle 16 Teams komplett sind, werden die verbleibenden Quotenplätze wieder über die FIS Rangliste vergeben.

Frauen-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Auf jeden Fall auf dem Schirm haben sollte man die Titelverteidigerin Michela Moioli aus Italien, die bei den letzten beiden Weltmeisterschaften 2019 und 2021 immer auf dem Podest stand. Auch beachten sollte man die Britin Charlotte Bankes, die 2018 noch für Frankreich an den Start ging und damals den 7. Platz belegte. Bei der WM 2019 steigerte sie sich jedoch auf den Silber-Rang und krönte ihre Entwicklung dann 2021 mit dem Weltmeistertitel. In der Spitze dabei war auch immer die Tschechin Eva Samková, die neben zwei dritten Plätzen 2018 und 2021 dann bei der WM 2019 mit dem Weltmeistertitel ihren größten Erfolg feiern konnte.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmerinnen?
Die deutschen Snowboarderinnen konnten sich in den letzten Jahren nicht im Vorderfeld der Weltcups und Großevents bewegen, insofern geht es bei ihnen primär um die Qualifikation für Olympia und vielleicht ein bisschen Hoffnung auf das Teamevent. Gute Chancen auf eine Olympiateilnahme hat auf jeden Fall die 22-jährige Junioren-Weltmeisterin von 2019 Jana Fischer. Über konstante Ergebnisse im Weltcup könnte es aber auch für Hanna Ihedioha noch für die Qualifikation reichen.


Männer-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Bei den Männern hat der Doppel-Olympiasieger von 2014 und 2018, Pierre Vaultier aus Frankreich, nach den letzten Spielen seinen Rücktritt erklärt. Während man den Weltmeister von 2019, den US-Amerikaner Mick Dierdorff, wohl eher als Eintagsfliege bezeichnen könnte, wäre ein Medaillenrang für den Spanier Lucas Eguibar keine große Überraschung. Doch trotz seines WM-Siegs von 2021 geht die Rolle des Favoriten dann doch an den Österreicher Alessandro Hämmerle, der in den letzten drei Jahren jeweils den Gesamtweltcup gewonnen hat. Auf dem Schirm haben sollte man auch den erst 20-jährigen Kanadier Éliot Grondin, der neben dem dritten WM-Rang 2021 auch einen zweiten Platz im Gesamtweltcup der Vorsaison vorweisen kann.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Bei den letzten Großevents konnten sich die deutschen Männer immer in sehr guter Position platzieren ohne aber, dass es für den ganz großen Wurf gereicht hätte. Bei den WM 2019 belegten Paul Berg und Leon Beckhaus die Plätze 7 und 8. Zwei Jahre später steigerte sich Paul Berg bei der WM auf Platz 6 und lag somit nur einen Platz hinter Martin Nörl. Zumindest in der Breite können wir also deutsche Teilnehmer in dieser Disziplin erwarten

Mixed-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Die starken Nationen im Snowboardcross-Mixed ergeben sich logischerweise aus der Summe der Einzelwettbewerbe. Die einen Nationen sind vielleicht etwas ausgeglichener besetzt, dafür können andere Nationen durch ihre Spitzenathleten schlechtere Ergebnisse in der anderen Disziplin kompensieren. Insofern sollte man hier die "üblichen Verdächtigen" auf dem Schirm haben: Italien, Frankreich, USA, Schweiz und Österreich.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Da sich bei den Männern auf jeden Fall ein deutscher Teilnehmer qualifizieren wird, ist ein deutsches Mixed fast sicher bei Olympia dabei. Die konkreten deutschen Starter ergeben sich voraussichtlich aus den Ergebnissen in den Einzelwettbewerben, die vor der Mixed-Konkurrenz stattfinden.
Update Snowboardcross:
Auch hier gab es ein erfolgreiches Weltcupwochenende. Bei den Männern fuhren Umito Kirchwehm und Martin Nörl bis ins Finale und belegten dort die Plätze 3 und 4. Mit seinem ersten Podestplatz im Weltcup sichert sich Umito Kirchwehm somit die Olympia-Qualifikation. :ger:

Weniger erfolgreich lief es bei den Damen und im Team. Bei den Damen schied Hanna Ihedioha im Achtelfinale aus und im Mixed mit Martin Nörl reichte es am Ende nur zu Platz 9.
 

Mecki83

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Nachdem ich nun mit dem Bereich Snowboard durch bin, widme ich mich im Folgenden dem Bereich Freestyle-Skiing und dabei zunächst der ältesten olympischen Teildisziplin, der Buckelpiste.

Bereits bei Olympischen Spielen 1988 in Calgary feierte die Buckelpiste, zunächst als Demonstrationswettbewerb, seine Olympische Premiere. Ab 1992 waren die Wettbewerbe auf der Buckelpiste dann ein erster und seitdem fester Bestandteil der Freestyle Wettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen. Die Sportler durchfahren dabei eine künstlich angelegte Buckelpiste, es sind zwei Sprünge vorgeschrieben. Punkte gibt es für die Fahrgeschwindigkeit (25 %), die gefahrene Technik (50 %) und für die Ausführung der Sprünge (25 %).

Für die Spiele qualifizieren sich bei Damen und Herren jeweils 30 Athletinnen und Athleten, die im Zeitraum vom 01.07.2020 - 16.01.2022 die meisten FIS Punkte gewonnen haben. Dabei gibt es allerdings ein Maximum von 4 Startplätzen pro NOK.

Frauen-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Auf jeden Fall muss man die Französin Perrine Laffont auf dem Schirm haben. Neben ihrem Olympiasieg vor 4 Jahren, holte sie sich außerdem noch zwei Weltmeistertitel und drei Mal den Disziplinweltcup. Der Kasachin Julija Galyschewa gelang nach ihrem Bronze-Rang in Pyeongchang im Folgejahr ihr größter Erfolg mit dem Weltmeistertitel in Park City. Weitere starke Kandidatinnen sind die US-Amerikanerin Jaelin Kauf, die Kanadierin Justine Dufour-Lapointe und die erst 17-jährige Japanerin Anri Kawamura.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmerinnen?
Nach aktuellem Stand wären nur die Schwestern Sophie und Hanna Weese mögliche deutsche Starterinnen. Allerdings dürfte es schwer für sie sein, die härtere deutsche Norm zu erfüllen.


Männer-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Absoluter Top-Favorit ist wieder der Kanadier Mikaël Kingsbury. In dieser Disziplin ist er der erfolgreichste Athlet der Geschichte. Sowohl die Gesamtwertung des Freestyle-Skiing-Weltcups als auch die Moguls-Disziplinenwertung konnte er zwischen 2012 und 2020 neunmal in Folge für sich entscheiden. Hinzu kommen sechs Weltmeistertitel, fünf weitere WM-Medaillen sowie die Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen 2018 und die Silbermedaille 2014. Heiße Kandidaten für Medaillen sind auch der Australier Matt Graham, der Japaner Daichi Hara und der Fanzose Benjamin Cavet.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Bei den Männern gibt es leider derzeit keine deutschen Starter auf Weltcup-Niveau.
 

Mecki83

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Langsam muss ich mich sputen, damit ich bis zum Beginn der Spiele mit meiner Analyse durch bin. ;) Daher widme ich mich nun im Bereich Freestyle-Skiing dem Springen (bzw. Aerials auf englisch).

Zwei Jahre nach der Buckelpiste feierte das Springen seine offizielle Olympiapremiere in Lillehammer. Dabei zeigen alle Sportler auf einer fast senkrechten Sprungschanze zwei aus Saltos, Drehungen und Grätschen kombinierte Kunstsprünge. Die Punktzahl für einen Sprung ergibt sich durch die Multiplikation der Punkte für die Schwierigkeit mit den Punkten für die Ausführung. Die Punkte für beide Sprünge werden addiert.

Für die Spiele qualifizieren sich bei Damen und Herren jeweils 25 Athletinnen und Athleten, die im Zeitraum vom 01.07.2020 - 16.01.2022 die meisten FIS Punkte gewonnen haben. Dabei gibt es allerdings ein Maximum von 4 Startplätzen pro NOK. Eine Besonderheit im Vergleich zu den anderen Freestyle-Wettbewerben ist, dass es im Snowboardcross bei diesen Spielen auch einen Mixedwettbewerb geben wird. Um sicherzustellen, dass im Teamwettbewerb mindestens 8 Teams (3 Teilnehmer, mind. ein Mann und eine Frau) an den Start gehen können, qualifizieren sich zunächst nur die besten 22 in den Einzelwettbewerben; danach erhalten die Nationen einen Quotenplatz, denen nur noch ein Starterplatz für ein volles Team fehlt. Erst wenn dann alle 8 Teams komplett sind, werden die verbleibenden Quotenplätze wieder über die FIS Rangliste vergeben.

Frauen-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Eine Kandidatin ist auf jeden Fall die Australierin Laura Peel, die 2015 und 2021 Weltmeisterin in dieser Disziplin war. Traditionell stark in dieser Disziplin sind auch die Chinesinnen, in der aktuellen Saison liegen Xu Mengtao und Kong Fanyu im Weltcup nach zusammen 3 Siegen in 5 Wettbewerben vorne. Neben der Ukrainerin Anastassija Nowosad ist es nur der Australierin Danielle Scott gelungen, den Chinesinnen einen Einzelsieg zu entreißen.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmerinnen?
Der 21-jährigen Emma Weiß ist es in der vergangenen Saison gelungen sich in der erweiterten Weltspitze zu etablieren und regelmäßig unter die Top 15 zu fahren. Somit ist es auch nicht überraschend, dass sie schon frühzeitig in dieser Saison das Olympiaticket lösen konnte. :ger:


Männer-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Eigentlich kann sich der Russe Maxim Burow nur selber schlagen: Weltmeister 2019 und 2021, Weltcupsieger 2020/21 und in dieser Saison alle 4 Wettbewerbe gewonnen an denen er teilgenommen hat. Die Plätze hinter ihm gehen üblicherweise an die Schweizer Noé Roth und Pirmin Werner, sowie gleich vier starke Chinesen die im Weltcup derzeit auf den Plätzen 2,4,6 und 7 liegen.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Bei den Männern gibt es leider derzeit keine deutschen Starter auf Weltcup-Niveau.


Mixed-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Aufgrund ihrer Ausgeglichenheit in der Spitze sowohl bei den Damen als auch bei den Herren kann der Sieg hier eigentlich nur an China gehen. Für die Medaillen kommen aber auch Russland, Weißrussland, die Schweiz und ggf. die USA in Frage

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Es gibt leider mit Emma Weiß nur eine deutsche Teilnehmerin an Olympia und somit wird es kein deutsches Mixed-Team bei diesen Spielen geben.
 

Realistnix

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geb dir mal nen Tipp,


Dies gilt auch für Freeskier Matej Svancer, der mit 17 Jahren der jüngste Teilnehmer im ÖOC-Team sein könnte. Der Jugend-Olympiasieger 2020 und Junioren-Weltmeister 2021 nahm seine Dominanz in die Welt der Großen mit und entschied gleich die beiden bisherigen Big-Air-Bewerbe für sich.


Weitaus mehr Erfahrung bringt Anna Gasser im Freestyle-Snowboard mit. Die Olympiasiegerin von 2018 wurde in zwei Big-Air-Contests jeweils Zweite und lässt momentan die Übersee-Stationen für Trainingszwecke aus.


Im Ski Cross verpassten Katrin Ofner, Tristan Takats und Johannes Rohrweck (2x) als Vierte das Stockerl knapp.

wird wohl eher in der D-Presse untergegangen sein,
 

Mecki83

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geb dir mal nen Tipp,

Weitaus mehr Erfahrung bringt Anna Gasser im Freestyle-Snowboard mit. Die Olympiasiegerin von 2018 wurde in zwei Big-Air-Contests jeweils Zweite und lässt momentan die Übersee-Stationen für Trainingszwecke aus.
Tatsächlich habe ich Anna Gasser oben als eine der Medaillenkandidatinnen genannt. ;)

In meiner Analyse fehlen jetzt nur noch Half Pipe, Ski Cross und Big Air/Slopestyle, mal sehen ob ich mich dann deinen Tipps anschließen kann. (y)
 

Mecki83

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Kommen wir nun zur nächsten Disziplin im Bereich Freestyle-Skiing: dem Skicross.

16 Jahrte dauerte es bis in Vancouver mit dem Skicross eine weitere Disziplin im Freestyle-Skiing hinzugefügt wurde. Dabei treten in einem KO-System mit sog. Heats jeweils vier Sportler auf einem Kurs gegeneinander an. Die beiden ersten eines jeden Laufs qualifizieren sich für die nächste Runde

Für die Spiele qualifizieren sich bei Damen und Herren jeweils 32 Athletinnen und Athleten, die im Zeitraum vom 01.07.2020 - 16.01.2022 die meisten FIS Punkte gewonnen haben. Dabei gibt es allerdings ein Maximum von 4 Startplätzen pro NOK.

Frauen-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Wenn man die aktuelle Saison zugrunde legt, dann könnte man die Medaillen fast schon im Vorfeld verteilen. Wer sollte denn ernsthaft die Schwedin Sandra Näslund auf ihrer Jagd nach Gold gefährlich werden? Die Weltmeisterin von 2021 gewann in dieser Saison 5 von 6 Weltcups. Auch Silber ist fast schon auf die Schweizerin Fanny Smith gebucht. Die Vize-Weltmeisterin von 2021 stand in dieser Saison tatsächlich in 5 von 6 Rennen auf Platz 2. Hinter diesen beiden gibt es neben der Französin Marielle Berger Sabbatel gleich drei Kanadierinnen, die in den Medaillenkampf eingreifen können: Brittany Phelan, Marielle Thompson und Zoe Chore.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmerinnen?
Bei den Damen wird voraussichtlich nur Daniela Maier die deutschen Farben vertreten. Nachdem sie in den ersten 6 Weltcups fünf Mal zwischen Platz 6-13 landete gelang ihr gerade heute mit ihrem dritten Rang im kanadischen Nakiska or bestes Saisonergebnis. :ger:


Männer-Wettbewerb:
a) Wer sind die Favoriten?
Bei den Männern sieht die Favoritenlage komplett anders aus, als bei den Frauen. In den bisherigen 6 Weltcups gab 6 verschieden Sieger und 12 verschiedene Sportler auf dem Podium. Kandidaten auf Edelmetall sind z.B. der Weltmeister von 2021, der Schweizer Alex Fiva. Mit durchgängig starken Platzierungen in der aktuellen Saison konnten auch die beiden Franzosen Terence Tchiknavorian und Bastien Midol, die zusammengenommen in dieser Saison schon 7 Podiumsbeteiligungen (davon 2 Siege) einsammeln konnten. Ein weiterer Kandidat ist der Kanadier Reece Howden, der nach seinem souveränen Sieg im Gesamtweltcup im letzten Jahr in diesem Jahr noch nicht wieder an die alte Form anknüpfen konnte.

b) Wer sind die potentiellen deutschen Teilnehmer?
Fix qualifiziert ist auf jeden Fall Florian Wilmsmann, der in dieser Saison auch bereits einen dritten Platz zu Buche stehen hat. Für Daniel Bohnacker, Tim Hronek und Niklas Bachsleitner geht es aktuell bei den letzten Wettbewerben erst noch um die sichere Qualifikation.
 
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Mecki83

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