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Olympia 2022 - Favoriten und Chancen - Bob, Rodeln, Skeleton

atreiju

Bekanntes Mitglied
Teammitglied
Unzweifelhaft wohl der Bereich mit den meisten und chancenreichsten Medaillenaussichten für deutsche Sportler, doch Vorsicht ist geboten, wie unsere Asse auf der neuen Olympiabahn zurecht kommen, ist weitgehend unsicher und völlig offen.

BOBSPORT:

Erstmals gibt es bei Olympia je zwei Bobwettbewerbe für die Männer und die Frauen, bei den Männern wie gewohnt der Zweier- und Viererbob, bei den Frauen wird es neben dem Zweierbob, der schon bekannt ist, erstmals noch den Monobob-Wettbewerb geben. Dieser ist nicht unumstritten und ehrlicherweise auch nicht sonderlich beliebt, zumindest bei den Europäerinnen.

Frauen:

Ladies First, also schauen wir uns die Favoritinnen bei den Frauen genau in diesem Monobob-Bewerb kurz an. In der Monobob-Weltserie gingen alle Siege an Damen aus Übersee, dabei war Elana Meyers Taylor aus den USA mit 4 Siegen klar die erfolgreichste, zwei Siege gingen an die Kanadierin Christine de Bruin und je einen Sieg konnten sich die US-Amerikanerin Kaillie Humphries und die Australierin Breeana Walker sichern. Von den Deutschen Fahrerinnen war Laura Nolte mit zumeist Plätzen zwischen 2 und 6 die Beste, Mariama Jamanka verpasste dagegen zumeist das Podium, wurde aber überraschenderweise jüngst Europameisterin.

Wahrscheinlich wird Taylor nur schwer zu schlagen sein, wenn es für eine der beiden Deutschen zu Silber oder Bronze reicht, wäre das schon ein schöner Erfolg.

Im Zweierbob muss man im Prinzip die gleichen Namen auf der Rechnung haben, hinzu kommen noch die Deutsche Kim Kalicki als dritte Starterin (im Monobob sind es nur zwei) und mit Abstrichen die Russin Nadeshda Sergejewa, die jedoch nicht einen Podiumsplatz in der Weltcupsaison erzielen konnte. Durch einen Wechsel in der Position der Anschieberin hatten sich die Ergebnisse von Jamanka in der zweiten Weltcuphälfte deutlich verbessert, in 3 von 4 Bewerben schaffte sie es auf das Podium, somit sind alle 3 Deutschen Medaillenkandidatinnen. Trotzdem kann es sein, dass am Ende nur eine über eine Medaille jubeln können wird, denn auch hier sind Elena Meyers Taylor als Weltcupsiegerin, Christine de Bruin und Kaillie Humphries harte Konkurrentinnen. Favoritin dürfte trotzdem Nolte sein, die einen Weltcups ausließ, aber 4 Bewerbe der Serie gewann.

Mein optimistischer Tipp: 1xGold; 2xBronze



Männer:

Sigulda im Zweierbob und St. Moritz im Viererbob verhinderten die perfekte Saison von Francesco Friedrich in diesem Jahr, alle anderen Weltcuprennen hat er gewonnen. Somit kann der Sieg bei Olympia in beiden Bewerben nur über ihn und seine Teams gehen. Doch genau da lauert natürlich auch die Gefahr, fast jeder sieht es als selbstverständlich an, dass diese beiden möglichen Goldmedaillen an ihn gehen. Nicht weniger als je 7 andere Piloten schafften bei den Weltcups ebenfalls Podiumsplätze, realistisch gesehen sollten die anderen Medaillengewinner sich aus diesen 5 Fahrern generieren:

Justin Kripps, CAN
Rotislaw Gaitjukewitsch, RUS
Johannes Lochner, GER
Brad Hall, GBR

Oskars Kibermanis, LET


Außenseiterchancen gibt es für Christoph Hafer, GER und Michael Vogt, SUI.

Die Reihenfolge ist von mir so bewusst gewählt, weil ich die so als Konkurrenten abgestuft sehe.

Im Viererbob finden sich aus meiner Sicht genau die gleichen 6 Namen in der ersten Reihe, nur nach Friedrich in etwas anderer Reihenfolge, hoer rutscht Hall, der dreimal Zweiter wurde, für mich auf Platz 3 nach vorne.

Mein Tipp: 2x Gold, 1x Bronze



RODELN:


Die Domäne der Deutschen in den letzten Jahren und auf den ersten Blick sieht es auch toll aus, denn alle vier Weltcups gingen diese Saison an deutsche Sportler, doch dieses Bild verzerrt, die Dominanz ist längst nicht mehr so da wie vorher, vor allem bei den Herren und Doppelsitzern und auch bei den Damen gab es viel mehr Podestplätze und Siege, die an andere Nationen gingen als in vielen Jahren zuvor. Tatsächlich hätten ohne den Sprint-Weltcup weder Taubitz bei den Frauen noch Eggert/Bennecken bei den Doppelsitzern die Weltcupgesamtwertung gewonnen, sondern die Österreicherin Egle und die Letten Sics/Sics.

Frauen Einsitzer:

Deutsche Starterinnen: Natalie Geisenberger, Julia Taubitz, Anna Berreiter

Für mich sind nur Geisenberger und Taubitz echte Medaillenkandidatinnen und klar könnte es da Gold und Silber geben, ich fürchte jedoch Gold geht an Madeleine Egle, die auch die Generalprobe recht überlegen gewonnen hat und im Laufe der Saison immer besser wurde. Neben Egle sind auch die Russin Tatjana Iwanowa und die Lettin Kendija Aparjode gefährliche Kandidatinnen für die Medaillen.

Herren Einsitzer:

Deutsche Starter: Johannes Ludwig; Felix Loch; Max Langenhan

Hier gilt sicher, dass alle 3 deutschen Sportler auch Medaillenchancen haben, die größten natürlich Johannes Ludwig, der 5 der 9 Weltcuprennen, darunter die Generalprobe in Peking gewann. Felix Loch war immer in den Top dabei und ist ein wenig ein Spezialist für Großereignisse, Max Langenhan hat den geringsten Druck und kann überraschen. Die stärksten Gegner dürften Wolfgang Kindl und Krister Aparjods, beide zweifache Saisonsieger, sowie der Russe Roman Repilov und der Italiener Dominik Fischnaller sein.
Ich bin ehrlich, die Goldchancen sehe ich bei den Herren am höchsten, hier sollte einer der 3 doch durchkommen und sie sich holen.

Doppelsitzer:

Deutsche Starter: Eggert/Benecken und Wendl/Arlt


Wie schon geschrieben, zwar wurden Eggert/Benecken auch diese Saison Weltcupsieger, aber nur weil sie zum Schluss sehr stark waren und die beiden Sprint-WC gewannen, sonst wären es die Gebrüder Sics gewesen. Die eigentlich besten der Saison waren jedoch die Österreicher Steu/Koller, die nur sechsmal antraten, dabei aber zwei Siege, zwei 2. Plätze, einen 3. und einen 4. holten. Diese Konstanz zeigte sonst kein Doppel. Neben diesen beiden haben aber auch die Russen Bogdanov/Prokhorov und die Italiener Rieder/Kainzwaldner , die beide je dreimal auf dem Podium waren, leichte Medaillenchancen.

Möglich, dass Eggert/Benecken zum Ende der Saison ihre Topform gefunden haben und es durchziehen, ich bin jedoch skeptisch und glaube, dass unsere Goldserie reißt. Eine Medaille gibt es trotzdem sicher.

Teambewerb:


Normalerweise sollte dieser Bewerb wie gemacht für das durchgängig qualitativ am besten besetzte deutsche Team sein, doch in den letzten Saisons gab es etliche überraschende Niederlagen, bei der Generalprobe langte es nicht einmal zu einem Platz auf dem Podium. Seltsamerweise zeigt sich oft, dass die Deutschen im Vergleich zu anderen Nationen bei der Übergabe oft Zeit auf diese verlieren und 1,2 Zehntel langsamere Reaktionszeiten beim Start sind im Rodeln eben zu viel. 4 der 6 Bewerbe gewann Team Deutschland nicht, in zweien wurde man Dritter in zweien war man nicht auf dem Podium.

Ich fürchte, das wird maximal Silber.


Skeleton:

Deutsche Starter: Tina Herrmann, Jaqueline Lölling, Hannah Neise; Alexander Gassner; Christopher Grotheer, Axel Jungk


Auch die deutschen Skeletonis gehören zur näheren Weltspitze, wenn sie auch nie die Disziplin in einer Art und Weise dominierten wie die Rodler oder die Bobpiloten. Goldfavorit ist sicher keine(r) von ihnen, aber wenn alles passt, könnten sie überraschen und sich die Goldmedaille schnappen, bei den Männern wohl am ehesten Axel Jungk, bei den Damen Tina Herrmann. Doch die Konkurrenz ist in beiden Disziplinen stark und sehr gross, bei den Damen vor allem die Weltcupsiegerin Kimberly Bos aus den Niederlanden, die beiden Russinnen Jelena Nikitina und Julija Kanakina und die Österreicherin Janine Flock.

Bei den Herren natürlich die lettischen Brüder Dukurs (Martins und Tomass), alle drei Russen, vor allem Trebukov und Tretjakov, vielleicht auch der koreanische Sieger von Pyeong-Chang Jung Seung-gi.


Eine Generalprobe auf der Bahn in Peking gab es nicht, so dass hier vieles möglich erscheint und sich die Frage stellt, wer mit den Bedingungen vor Ort am besten klar kommt.
 

Mecki83

Moderator
Teammitglied
@atreiju

Du hattest ja heute die nicht wirklich vielversprechenden Ergebnisse aus den ersten beiden Trainingsläufen im Einer der Männer gepostet.
Ich habe mir jetzt mal die Ergebnisse vom Weltcup-Auftakt dort angeschaut (dort lagen tatsächlich Johannes Ludwig vor Felix Loch und Max Langenhan auf den ersten drei Plätzen).

Was mir dabei aufgefallen ist:
-> Johannes Ludwig hatte Ende November in beiden Läufen die Bestzeit und zwar quasi identische Laufzeit: 57.299s und 57.298s. Heute waren sein beiden Läufe bei 58.000s und 58.116s
-> Der heute dominierende Mann, der Österreicher Wolfgang Kindl erzielte heute Zeiten von 57.760s und 57.724s. Im November war sein bester Lauf bei 57.706s (der zweite Lauf war damals komplett verpatzt)

Offensichtlich ist Johannes Ludwig deutlich langsamer unterwegs als noch im November, obwohl die Bahn nicht wirklich viel langsamer ist. Ich habe mal die Differenz bei den Top-Fahrern ausgerechnet (Bester Lauf heute - Bester Lauf im November), d.h. ein positiver Wert heißt der Fahrer ist langsamer als im November und ein negativer Wert heißt der Athlet ist schneller:

Johannes Ludwig (GER) +0,702
Felix Loch (GER) +0,917
Max Langenhan (GER) +0,803
Wolfgang Kindl (AUT) +0,018
Nico Gleirscher (AUT) +0,132
David Gleirscher (AUT) +0,237
Dominik Fischnaller (ITA) +0,076
Kevin Fischnaller (ITA) -0,05
Roman Repilov (RUS) +0,371

Ich finde diesen deutschen Abfall im Vergleich zum Weltcup im November bemerkenswert. Alle anderen kommen auf 1-2 Zehntel an ihre damalige Bestzeit ran und die Deutschen verlieren 7-9 Zehntel. Mal sehen wie sich die Zeiten in den nächsten Trainingsläufen entwickeln aber sollte dies so bleiben und am Ende tatsächlich kein Deutscher eine Medaille gewinnen, dann bin ich auf eine Erklärung gespannt. Am Start sind die Deutschen im Übrigen sogar etwas schneller als im November (Ludwig und Loch) bzw. nur minimal langsamer (Langenhan).
 

StrolchoDulle

"Fanlager-Auszeit" - Gesperrt
Ich finde diesen deutschen Abfall im Vergleich zum Weltcup im November bemerkenswert. Alle anderen kommen auf 1-2 Zehntel an ihre damalige Bestzeit ran und die Deutschen verlieren 7-9 Zehntel. Mal sehen wie sich die Zeiten in den nächsten Trainingsläufen entwickeln aber sollte dies so bleiben und am Ende tatsächlich kein Deutscher eine Medaille gewinnen, dann bin ich auf eine Erklärung gespannt. Am Start sind die Deutschen im Übrigen sogar etwas schneller als im November (Ludwig und Loch) bzw. nur minimal langsamer (Langenhan).
Bleibt nur die Hoffnung, dass man am Material noch was machen kann.
 

Mecki83

Moderator
Teammitglied
Weil er die Wahrheit sagte? Was für eine Mimose.
Ich finde eine Goldmedaille dann doch wichtiger als die Toiletten-Geschichte und kann sie da ein stückweit verstehen.
Da gewinnt sie Gold und macht sich schick für die Party (und bei Frauen ist das mit Haaren ja auch in der Regel etwas aufwändiger als bei den Männern) und dann kommt ihr Manschaftskollege und kippt ihr da Sekt über die Haare.

Ich kenne so einige Damen, die auf eine ähnliche Aktion mit einem veritablen Wutanfall reagiert hätten. :schimpf:
 

Saraya!

Serena Williams forever
Ich finde eine Goldmedaille dann doch wichtiger als die Toiletten-Geschichte und kann sie da ein stückweit verstehen.
Da gewinnt sie Gold und macht sich schick für die Party (und bei Frauen ist das mit Haaren ja auch in der Regel etwas aufwändiger als bei den Männern) und dann kommt ihr Manschaftskollege und kippt ihr da Sekt über die Haare.

Ich kenne so einige Damen, die auf eine ähnliche Aktion mit einem veritablen Wutanfall reagiert hätten. :schimpf:
Ich würde auch abdrehen...
 
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