Pletsch verklagt Hochstätter

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Quelle: spiegel.de


Pletsch verklagt Hochstätter

Nach dem Trainerwechsel sollte beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach eigentlich Ruhe einkehren. Doch das Gegenteil ist der Fall: Der ausgemusterte Abwehrspieler Marcelo Pletsch will Christian Hochstätter verklagen. Er wirft dem Sportdirektor Rufschädigung vor und nennt ihn eine "linke Bazille".

Mönchengladbach - "Was Christian Hochstätter über mich gesagt hat, ist eine Frechheit. Der ist eine linke Bazille und lügt, wenn er nur den Mund aufmacht. Aber das lasse ich nicht auf mir sitzen. Jetzt geht die Sache vor Gericht", wird Pletsch im "Express" zitiert. Heute legte Pletsch nach: "Der Typ (Hochstätter, d.Red.) hat keinen Charakter. Jeder weiß Bescheid, dass er sämtliche Spieler geholt hat, die alle nicht eingeschlagen haben. Jetzt geht er auf die alten Spieler los."

Der Brasilianer mit dem deutschen Pass bezieht sich bei der Kritik an Hochstätter auf ein Zitat des Sportdirektors im ZDF, als er die Verbannung des Abwehrspielers zu den Gladbacher Amateuren mit den Worten begründete: "Wenn ich höre, dass ein Spieler draußen sagt: Hoffentlich verlieren wir 4:0, dann ist der Trainer und der Sportdirektor weg. Und ich sehe dann, dass er in dem Spiel gegen Bochum auch noch an zwei Gegentoren beteiligt ist, dann muss man den Verein vor solchen Leuten schützen." Trotz der Klage auf Weiterbeschäftigung steht Pletschs Urteil über die Borussia fest: "Das ist ein beschissener Verein geworden und bei mir abgehakt."

Ausschluss unrechtmäßig?

Pletsch will angeblich auch eine Klage auf Weiterbeschäftigung und Schadenersatz einreichen. Aus Sicht von Frank Rybak, Justitiar der Spielergewerkschaft VdV und anwaltlicher Vertreter von Pletsch, sei der Ausschluss aus dem Bundesligateam unrechtmäßig, da ein Lizenzspieler grundsätzlich Anspruch auf Teilnahme am Spiel- und Trainingsbetrieb der Lizenzmannschaft habe und Pletsch kein Fehlverhalten vorzuwerfen sei.

Rybak hat deshalb beim Arbeitsgericht Mönchengladbach einen Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gestellt, wonach die Borussia verpflichtet werden soll, Pletsch umgehend wieder in die Bundesligamannschaft zu integrieren. Ebenso wurde eine Hamburger Kanzlei beauftragt, mit Blick auf die öffentlichen Äußerungen Hochstätters unverzüglich rechtliche Schritte einzuleiten.

Pletsch-Berater Hans Lamberz wirft Hochstätter im "Express" auch falsche Aussagen in Bezug auf eine Operation im Jahre 2002 vor, die die Borussia nach Angaben des Sportdirektors komplett bezahlt habe. "Eine glatte Lüge. Daran sieht man den Charakter dieses Mannes. Wir können belegen, dass Marcelo an die 20.000 Euro selbst aufgebracht hat. Desweiteren habe ich persönlich auch meinen Obolus dazu beigetragen. Der Club hat lediglich ein Drittel der Kosten übernommen", so Lambertz.

Lamberz' abschließendes Urteil: "Marcelo Pletsch hat weder den Hund von Dick Advocaat gefressen, noch war er mit der Tochter des Präsidenten im Bett. Hier wird einfach nur ein Opferlamm gesucht. Aber wir lassen uns das Image von Marcelo nicht kaputt machen. Vor Gericht wird Hochstätter Farbe bekennen müssen."

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