Präses Erwin oder die Staudviews

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zariz

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regelbert schrieb:
Gerade auf S1 gelesen, dass KK einen unterschriftsreifen Vertrag vorliegen haben soll - er soll angeblich am Montag bekannt geben, ob er bleibt oder nicht.

Tendenz: :hand: und 6,5 Mio. Ablöse
ähm... montag wird ja auch seine austiegsoption hinfällig. kuranyis abgang ist doch schon beschlossene sache. mal will nur möglichst lange die ruhe haben.
 

jokie

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zariz schrieb:
ähm... montag wird ja auch seine austiegsoption hinfällig. kuranyis abgang ist doch schon beschlossene sache. mal will nur möglichst lange die ruhe haben.

Also um seine Ruhe haben zu können, müsste man den Wechsel sobald als möglich bestätigen. Dann hören diese täglichen Spekulationen auf.
 

zariz

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für den verein... aber kuranyi würde in stuttgart (bei seinem nachtleben) gefahr ein langwierigen gesichtsmassage laufen :zwinker3:

glaubt mir... KK ist weg... am 13ten verfällt seine option, und heuer am diesen tag wird er seinen wechsel, welcher ihm so unglaublich schwer gefallen ist und nichts mit geld zu tun hat, bekanntgeben :zwinker3:
 

jokie

Bekanntes Mitglied
zariz schrieb:
für den verein... aber kuranyi würde in stuttgart (bei seinem nachtleben) gefahr ein langwierigen gesichtsmassage laufen :zwinker3:

glaubt mir... KK ist weg... am 13ten verfällt seine option, und heuer am diesen tag wird er seinen wechsel, welcher ihm so unglaublich schwer gefallen ist und nichts mit geld zu tun hat, bekanntgeben :zwinker3:

Ich dachte der ist mit der nati unterwegs :gruebel:

Ich geh auch davon aus das er geht, aber ich versteh halt nicht warum ers dann nicht gleich sagt :zucken:
 

zariz

Bekanntes Mitglied
wir drifften vom ursprungsthema "staudt" ab ... ich kopiere regelberts kuranyi-post mal in den entsprechenden thread. diskussion bitte dort fortführen!
 
Mal unabhängig davon das Zariz mal wieder Recht hatte:

Herr Staudt, Herr Briem, heute wurde vermeldet, dass Kevin Kuranyi zu Schalke 04 wechseln wird. Kann der VfB diesen Transfer bestätigen?
Erwin Staudt: "Diesen Wechsel können wir erst bestätigen, wenn die Verträge unterschrieben sind und vor allem bei uns das Geld auf dem Konto ist."

Wie viel Geld wird das denn sein?
Erwin Staudt: "Eine ganze Menge. Eine so hohe Transfereinnahme hat der VfB in seiner Geschichte noch nie erhalten."

Ende letzter Woche kam vom VfB noch die Aussage, dass auch Kevin Kuranyi gehalten werden soll und sich beim VfB kein Verein gemeldet hat. Jetzt scheint doch alles ziemlich schnell gegangen zu sein.
Herbert Briem: "Das ist richtig. Sogar sehr schnell. Am Samstagmittag hat sich Schalke bei uns gemeldet, dass sie mit Kevin Kontakt aufgenommen haben. Ein paar Stunden später hat Kevin unseren Präsidenten telefonisch informiert, dass er zu Schalke wechseln wird."

Also kam der Wechsel auch für Sie überraschend?
Erwin Staudt: "Überraschen kann mich in diesem Geschäft langsam gar nichts mehr. Ich nenne das eher rationelles arbeiten ... Aber es ist schon bemerkenswert, dass in ein paar Stunden so ein umfangreiches Vertragswerk ausgehandelt werden kann."

Sind Sie als Verantwortliche des Vereins über die Art des Abgangs von Kevin Kuranyi enttäuscht?
Herbert Briem: "Es ist jetzt nicht die Zeit, um über Stilfragen zu reden. Jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht und in den letzten Monaten zwischen den Zeilen las, konnte sich ausrechnen, wohin die Reise geht. Aber das brauchen wir nicht beweinen. Wir haben immer gesagt, dass wir Kevin behalten wollen, deswegen haben wir auch einen langfristigen Vertrag mit ihm unterschrieben."

Aber einen Vertrag mit Ausstiegsklausel.
Herbert Briem: "Nur unter diesen Voraussetzungen war Kevin damals bereit zu verlängern. Jetzt hat er diese Klausel genutzt und das ist legitim. Der Verein bekommt nun eine festgeschriebene Ablösesumme. Hätte Kevin damals nicht bei uns verlängert, dann wäre er ablösefrei von uns weggegangen."

Aus dem Umfeld der Nationalmannschaft war zuletzt zu hören, dass sich der VfB nicht intensiv genug um Kevins Bleiben bemüht hätte.
Herbert Briem: "Ich kann dieses Gerede nicht mehr hören. Wir haben immer gesagt, dass wir ihn behalten wollen. Kevin hatte bei uns einen sehr guten Vertrag und wir haben die Mannschaft auch in diesem Jahr weiter verstärkt. Von daher waren aus meiner Sicht alle Voraussetzungen geschaffen, um in Stuttgart zu bleiben."

Es bleibt also ein bitterer Beigeschmack.
Erwin Staudt: "Das würde ich so nicht sagen. Wir hätten es begrüßt, wenn Kevin beim VfB geblieben wäre. Aber es ist immer so, dass sich die Wege auch mal trennen können. Ich denke, dass wir sauber auseinander gehen werden. Kevin weiß, was er dem VfB zu verdanken hat und der Verein weiß auch, was er an ihm hatte."

In einigen Medien ist nun zu lesen, dass beim VfB Zerfallserscheinungen auszumachen sind. Wie sehen Sie die Situation?
Herbert Briem: "Außer Philipp Lahm, bei dem klar war, dass er nach dem Ende seines Leihvertrages zu den Bayern zurückkehren wird, ist Kevin der einzige Stammspieler, der den VfB definitiv verlassen wird. Alle übrigen Akteure, die uns verlassen haben, waren Ergänzungsspieler. Es ist klar, dass wir für Kevin einen adäquaten Ersatz holen werden. Das wird sicher nicht einfach. Aber wir haben uns auf den Fall der Fälle entsprechend vorbereitet."

Also kann man davon ausgehen, dass in den nächsten Tagen ein neuer Stürmer präsentiert werden wird?
Herbert Briem: "Als erstes werden wir einen Trainer präsentieren. Langsam ist das Ende unserer Gespräche erreicht. Die abschließenden Verhandlungen werden in den nächsten Tagen stattfinden. Mit dem neuen Trainer werden wir unsere Optionen im Transferbereich durchgehen und danach die Entscheidungen fällen. Aber eines kann ich schon jetzt klar sagen: Wir wollen unseren Kader auch trotz des Abgangs von Kevin Kuranyi weiter verstärken. Das bedeutet, dass wir mindestens einen Stürmer internationaler Klasse verpflichten werden."

Können Sie schon Namen nennen?
Herbert Briem: "Genauso wie im Trainerbereich werde ich auch bei den Spielern in der Öffentlichkeit keine Namen diskutieren. Die Spekulationen schießen auch so ins Kraut. Das können wir nicht verhindern. Aber wir sind es der Mannschaft und natürlich unseren Fans schuldig, dass wir entsprechenden Ersatz holen und mit einer starken Mannschaft in die neue Saison starten."
 

die bunte Kuh

unbefleckte Erkenntnis
Also kann man davon ausgehen, dass in den nächsten Tagen ein neuer Stürmer präsentiert werden wird?
Herbert Briem: "Als erstes werden wir einen Trainer präsentieren. Langsam ist das Ende unserer Gespräche erreicht. Die abschließenden Verhandlungen werden in den nächsten Tagen stattfinden. Mit dem neuen Trainer werden wir unsere Optionen im Transferbereich durchgehen und danach die Entscheidungen fällen. Aber eines kann ich schon jetzt klar sagen: Wir wollen unseren Kader auch trotz des Abgangs von Kevin Kuranyi weiter verstärken. Das bedeutet, dass wir mindestens einen Stürmer internationaler Klasse verpflichten werden."
Jetzt bin ich aber echt gespannt!
 

regelbert

Der, wo ebbes woiß
Trainersuche in der entscheidenden Phase - Club-Führung sieht Kuranyis Wechsel zum FC Schalke 04 gelassen
Staudt verspricht Topstürmer für den VfB

Stuttgart - Kevin Kuranyi ist weg, der neue Trainer noch nicht verpflichtet. Für VfB-Präsident Erwin Staudt kein Grund zur Panik: "Jetzt greift Plan B." Und darauf steht ganz oben der Name des Schweizer Nationalstürmers Alexander Frei. :spitze:

VON GUNTER BARNER

Das schnelle Ende konnte niemanden mehr wirklich überraschen. Am Samstagmittag gegen 13 Uhr informierten Verantwortliche des FC Schalke 04 VfB-Präsident Erwin Staudt, dass sie offiziell mit Kevin Kuranyi Kontakt aufnehmen werden. Um 18 Uhr klingelte Staudts Handy. Am anderen Ende: Kevin Kuranyi. "Herr Staudt, ich habe mich entschieden - ich gehe nach Schalke." Der VfB-Chef staunte: "Das nenne ich produktives Arbeiten. Vom ersten Gespräch bis zum fix und fertigen Vertrag brauchen die gerade mal fünf Stunden." :lachtot:

Was der VfB-Präsident damit andeuten will: Der Transfer war von langer Hand vorbereitet. Weshalb Sportdirektor Herbert Briem "das Gerede" von Kevin Kuranyi über mangelnde Wertschätzung beim VfB auch nicht mehr hören will. "Wir haben immer betont, dass wir wissen, was wir an ihm haben. Und wir haben ihm mehrfach klar gemacht, dass wir die Zukunft mit ihm planen."

So oder so: Kuranyi unterschreibt beim Ligakonkurrenten einen Vertrag bis 2010 und will mit den Königsblauen "möglichst viele Titel gewinnen". Sein Gehalt auf Schalke dürfte bei drei Millionen Euro liegen. Der VfB Stuttgart bekommt knapp sieben Millionen Euro Ablöse. Es ist der größte Transfer in der Club-Geschichte. Verkaufen ist das eine, gut einkaufen das andere. "Keine Frage", sagt Briem, "wir werden Kevin gleichwertig ersetzen." Seine Vorstellung: Marco Streller übernimmt im Angriff die Rolle Kuranyis - mit seinem Landsmann Alexander Frei als spielerischem Stürmer an seiner Seite. "Keine Sorge, wir werden wieder einen Topstürmer holen", verspricht Staudt.

"Stuttgart wäre eine Überlegung wert", sagt Frei, der seine Tore für den französischen Erstligisten Stades Rennes schießt. Der Vertrag des Torschützenkönigs in Frankreich läuft bis 2006. Drei Millionen Euro Ablöse wären wohl fällig. Fürs Schweizer Nationalteam traf der 26-Jährige in 35 Länderspielen 19-mal. Allerdings hat der wendige Angreifer noch immer an der Spuckaffäre während der Euro 2004 zu knabbern. Seine Attacke gegen den Engländer Steven Gerrard und die darauf folgenden Lügengeschichten verfolgen ihn bis heute. "Alex ist nicht abgeneigt, nach Stuttgart zu kommen", schätzt Marco Streller.

Und so wie die Dinge derzeit liegen, wäre Alexander Hleb nicht abgeneigt, zu Arsenal London zu wechseln. Die Engländer bieten nach Informationen unserer Zeitung zwölf Millionen Euro für den dribbelstarken Weißrussen. Plus Zusatzzahlungen, die an die Zahl der Einsätze Hlebs gekoppelt werden. Das ist dem VfB Stuttgart zu wenig. Erwin Staudt will 15 Millionen Euro plus x. Gut möglich, dass die Engländer noch einschwenken. "Wir wollen Alexander Hleb nicht abgeben, aber im Fußball kann man nie etwas ausschließen", sagt Briem vorsichtig. Hlebs Wechsel wäre nach dem Makaay-Transfer der Bayern (18 Millionen Euro) der teuerste Vereinswechsel der BundesligaGeschichte.

Und für den neuen Trainer würden sich die Voraussetzungen schlagartig ändern. "Jetzt gehen wir in die Runden der Wahrheit", sagt Erwin Staudt. Wenn nicht alles täuscht, sind folgende Namen noch im Rennen: Trond Sollied (FC Brügge), Giovanni Trapattoni (zuletzt Benfica Lissabon) :schimpf: und Walter Schachner (Grazer AK). Sollied feierte in der vergangenen Saison die belgische Meisterschaft mit dem FC Brügge. Der Norweger spricht einigermaßen Deutsch und fließend Englisch. "Das ist kein Problem", sagt der VfB-Präsident. Das könnte es dagegen bei den finanziellen Vorstellungen der Kandidaten geben. Staudt will nach Möglichkeit erfolgsorientierte Verträge. Kaum anzunehmen, dass sich Trapattoni darauf einlassen würde. Der Trend geht in Richtung Sollied. Der 46-Jährige gilt als ein Verfechter modernen Angriffsfußballs :hammer: und als gewiefter Taktiker. Von 1996 bis 1999 erarbeitete er sich mit Rosenborg Trondheim einen exzellenten Ruf. Die norwegischen Außenseiter ärgerten in der Champions League regelmäßig die Favoriten. Wie einst der VfB.
 

die bunte Kuh

unbefleckte Erkenntnis
In der neuen Sendung "Dropkick" auf Eurosport wurde Staudt heute ja ganz schön rangenommen. Was geht er auch in so einer bewegten Zeit zu einem Fußball-Talk :lachtot: . Ich glaube, viel hat nicht gefehlt, und er hätte dem Sport-Blöd-Reporter Schimpfwörter wegen seiner dämlichen Fragen an den Kopf geworfen (Gesichtsausdruck war über längere Zeit so: :schimpf: ).
 
die bunte Kuh schrieb:
In der neuen Sendung "Dropkick" auf Eurosport wurde Staudt heute ja ganz schön rangenommen. Was geht er auch in so einer bewegten Zeit zu einem Fußball-Talk :lachtot: . Ich glaube, viel hat nicht gefehlt, und er hätte dem Sport-Blöd-Reporter Schimpfwörter wegen seiner dämlichen Fragen an den Kopf geworfen (Gesichtsausdruck war über längere Zeit so: :schimpf: ).
war aber geil, der is voll dabei und da merkt man auch dass ihm was am verein liegt. klasse staudt. :spitze:
 

die bunte Kuh

unbefleckte Erkenntnis
"Soldo wird nicht aufs Abstellgleis geschoben"

"Das Pokalspiel bei der TSG Hoffenheim ist nicht der erhoffte sportliche Befreiungsschlag gewesen. Im Gegenteil: der 4:3-Zittersieg gegen den Regionalligisten war ein weiterer Beweis dafür, dass der VfB derzeit eine große Baustelle ist. Wo führt das hin? Felix Bingesser hat dazu den VfB-Präsidenten Erwin Staudt befragt.

Wo steht der VfB am Ende dieser Spielzeit?
Erwin Staudt: Entsprechend unserem Saisonziel unter den ersten fünf.

Der Trainer Giovanni Trapattoni hat aber bereits angedeutet, dass man nochmals über diese Zielsetzung reden und sie allenfalls nach unten anpassen müsse. Hat dieses Gespräch schon stattgefunden?
Erwin Staudt: Nein. Und ich habe von ihm auch nie persönlich gehört, dass er über diese gemeinsam formulierte Zielsetzung zum heutigen Zeitpunkt nochmals reden will.

Auch Sie persönlich sehen nach den ersten drei Pflichtspielen keine Veranlassung, sich darüber nochmals Gedanken zu machen.
Erwin Staudt: Es gibt doch immer eine kurzfristige und eine langfristige Betrachtungsweise. Wir sind mit dem Trainer einig, dass wir den Saisonverlauf nicht kurzfristig bewerten dürfen. Herr Trapattoni hat immer gesagt, dass wir eine Findungs- und eine Reifephase brauchen. Und dann kommt die Phase, wo wir das ernten, was wir gesät haben.

Kann man diese so genannte "Findungsphase" zeitlich eingrenzen?
Erwin Staudt: Die Mannschaft hat sich in den letzten beiden Spielzeiten relativ schnell gefunden und ist gut in die Saison gestartet, und am Schluss haben wir die Champions-League-Teilnahme verspielt. Das gibt uns zu denken. Das wollen wir ändern.

Ein verschlafener Auftakt garantiert aber kein erfolgreiches Saisonfinale.
Erwin Staudt: Verschlafen ist die falsche Formulierung. Es geht um den kontinuierlichen Aufbau eines neuen Teams. Wir haben zum Ende der letzten Saison ja glasklar gesagt, dass sich das Gesicht der Mannschaft verändern muss. Jetzt haben wir neue Gesichter. Der Trainer bringt ja immer das Bild des Hausbaus. Wir bauen Stein auf Stein und bauen nicht einfach eine Hütte hin, die beim nächsten Windstoß wieder in sich zusammenfällt.

Stichwort Neuaufbau: gegen den Aufsteiger Köln und gegen den Regionalligisten Hoffenheim stand in Hildebrand, Hinkel, Babbel und Meira eine eingespielte Abwehr auf dem Platz. Einzig Magnin ist da neu dazugestoßen. Trotzdem kassiert man in zwei Spielen sechs Tore.
Erwin Staudt: Das ist ein wichtiger Punkt. An dieser Schwäche arbeitet jetzt das Trainerteam mit der Mannschaft. Wir geraten immer schnell in Rückstand und laufen dann dem Spiel hinterher. Das müssen wir abstellen.

Bleiben wir bei der VfB-Bildsprache vom Bau des neuen Hauses. Hat dann der Präsident eine Ahnung davon, wie dieses Haus am Ende aussehen könnte?
Erwin Staudt: Ja, das sehe ich. Der Plan liegt da, jetzt muss das auf dem Feld umgesetzt werden.

Es gibt also eine klare Strategie?
Erwin Staudt: Ja, die gibt es, und die hat mir der Trainer auch schon erläutert. Herr Trapattoni will einen attraktiven und erfolgreichen Angriffsfußball spielen.

Zvonimir Soldo war zehn Jahre lang, und auch in sämtlichen Vorbereitungsspielen vor dieser Saison, Dreh- und Angelpunkt im Spiel des VfB. Jetzt spielt er in den Überlegungen von Giovanni Trapattoni keine Rolle mehr. Wird hier eine Integrationsfigur ganz langsam demontiert?
Erwin Staudt: Zvonimir Soldo wird nicht aufs Abstellgleis geschoben. Der Trainer probiert jetzt einfach Varianten aus. Soldo gehört nach wie vor zum Führungskreis in dieser Mannschaft. Wenn ich Soldo im Training bei der Arbeit sehe, dann habe ich das Gefühl, dass er um seinen Platz kämpft.

Können Sie nachvollziehen, dass ein solches Experiment in sämtlichen Vorbereitungsspielen nie ein Thema war?
Erwin Staudt: Wenn man im Fußball neue Wege gehen will, muss man auch Dinge ausprobieren, die unpopulär und nicht für jedermann nachvollziehbar sind. Trapattoni weiß, was er in dieser Sache vorhat.

Wie ist der Kontakt zwischen dem VfB-Präsidium und dem Trainer?
Erwin Staudt: Erstklassig. Wir tauschen uns regelmäßig aus, da sind auch andere Entscheidungsträger des Vereins mit dabei. Da wird immer alles auf den Tisch gelegt.

Der VfB Stuttgart hat einen Trainer von Weltruf verpflichtet und hat mittlerweile eine der teuersten Mannschaften der Liga. Die Ansprüche in und um den Verein sind gewachsen. Haben Sie Verständnis dafür, dass die Fans ungeduldig werden?
Erwin Staudt: Meine Meinung ist die, dass der Druck nicht von unseren Fans kommt, sondern vor allem von den Medien aufgebaut wird. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in der Saison 2002/2003, eine der erfolgreichsten Spielzeiten, mit vier Punkten aus fünf Spielen begonnen haben. Es ist ja kein neues Phänomen, das eine Mannschaft mühsam in die Gänge kommt. Abgerechnet wird im nächsten Mai.

Vor einem Jahr haben Sie gesagt, Sie danken jeden Abend dem lieben Gott, dass Sie Matthias Sammer verpflichtet haben. Bedanken Sie sich jetzt in Ihrem Abendgebet beim lieben Gott, dass Sie Giovanni Trapattoni geholt haben?
Erwin Staudt: Sagen wir es so: Ich bin sehr froh, dass wir mit Herrn Trapattoni eine Kapazität aus dem internationalen Fußballgeschäft verpflichten konnten. Und ich habe volles Vertrauen, dass das, was er tut, uns zu unserem Ziel führt."

Stuttgarter Zeitung 23. August 2005
Ich hab's mal reingestellt, obwohl nichts wirklich Neues drinsteht und er bei den kritischen Fragen ausweicht (->Soldo).

MfG
 

die bunte Kuh

unbefleckte Erkenntnis
Interview mit Staudt aus den StN:

"Wir brauchen einen sturmfesten Baum"

"Die Spiele in Rennes und Leverkusen geben Anlass zur Zuversicht. Aber VfB-Präsident Erwin Staudt lässt nicht locker. Er möchte weitere Erfolge sehen und will "keine weiteren Drahtseilakte".


Herr Staudt, gestatten Sie sich nach den Spielen in Rennes und Leverkusen ein gelindes Maß an Erleichterung?
Erwin Staudt: Um ehrlich zu sein - ja. Mit einer Niederlage in Leverkusen hätten wir den mühsam erworbenen Kredit von Rennes wieder komplett verspielt. Unser Auftritt in Leverkusen war gut - und dort einen Punkt zu holen ist schließlich kein Kinderspiel.

Warum waren die VfB-Verantwortlichen nach der Partie so zurückhaltend? Wenn der FC Bayern vom Schiri so verschaukelt worden wäre, hätte es Theater gegeben.
Erwin Staudt: Zunächst waren wir nach dem Abpfiff einfach erleichtert. Außerdem ist es immer schwierig, sofort nach dem Spiel kompetent über gewisse Situationen zu urteilen. Wir sind nicht die Lautsprecher der Liga, das würde auch nicht zu uns passen. Aber seien Sie versichert: Wir werden unser Unbehagen an geeigneter Stelle zum richtigen Zeitpunkt anbringen.

Einen regulären Treffer für den VfB hat der Unparteiische Günter Perl aus München nicht anerkannt, dem Tor für Leverkusen ging eine Abseitsstellung voraus.
Erwin Staudt: Ganz klar, am Fernseher lässt sich das belegen. Aber im Stadion gibt es keine Zeitlupe - die hat auch der Schiedsrichter nicht. Deshalb gilt für den VfB Stuttgart: Wir bleiben fair.

Ihre Ruckrede vor dem Spiel in Rennes zeigte Wirkung. Sie lässt sich aber nicht beliebig wiederholen. Mit welchen Methoden erhalten Sie die Spannung?
Erwin Staudt: Natürlich muss ich den Gebrauch solcher Mittel auf ein Mindestmaß beschränken. Es gibt noch viele Möglichkeiten, um unsere Zusammenarbeit und Organisation im Verein zu verbessern. Genau daran arbeiten wir Tag für Tag.

Ihre jüngsten Aussagen vermittelten den Eindruck eines Ultimatums - auch für Trainer Giovanni Trapattoni. Haben die letzten beiden Spiele ihre Geduldsschwelle wieder angehoben?
Erwin Staudt: Ich will mich so ausdrücken: Was jetzt im Wachsen ist, sehe ich als zartes Pflänzlein. Was wir brauchen, ist ein sturmfester Baum. Wir müssen weiter wahnsinnig vorsichtig sein.

Andere Trainer hätten getobt, wenn der Präsident und sein Sportdirektor öffentlich Gegenpositionen bezogen hätten. Haben Sie dem Mister Baldrian gegeben?
Erwin Staudt: Nein, ich habe das mit ihm abgesprochen. Er wusste ganz genau, was kommt ...

... und er hat sich überzeugen lassen?
Erwin Staudt (nach einer Pause): Die Trainer mögen so etwas natürlich nicht besonders. Aber ich habe die Vereinsinteressen zu wahren und muss deshalb den Bogen manchmal etwas weiter spannen.

Was haben Sie aus den letzten Wochen im Hinblick auf die Zukunft gelernt?
Erwin Staudt: Wir wollen nicht weiter den Drahtseilakt. Wir streben mit sicherem Tritt nach oben. Ich habe gelernt, dass dieser Weg sehr mühsam ist. Mit neuen Leuten ein neues System zu entwickeln, das mit einer gewissen Selbstverständlichkeit funktioniert, ist unglaublich schwierig.

Wird sich der VfB in der Winterpause noch verstärken?
Erwin Staudt: Das ist zurzeit schwer zu sagen. Wir beobachten weiter, wie jeder einzelne Spieler seine Rolle ausfüllt. Vor Weihnachten setzen wir uns mit der sportlichen Leitung zusammen, um weitere Strategien zu entwickeln. Klar ist aber, dass wir in der heutigen Zeit unseren Kader nicht ohne weiteres aufstocken wollen.

Danijel Ljuboja ist eine Leihgabe von Paris St. Germain. Hat er Chancen auf einen langfristigen Vertrag beim VfB Stuttgart?
Erwin Staudt: Die Antworten gibt er am besten auf dem Platz. Und die waren zuletzt positiv.

Gibt es innerhalb der Mannschaft einen Stimmungswandel im Hinblick auf Trapattonis Methoden?
Erwin Staudt: Das hängt natürlich mit den Erfolgen zusammen. Je besser es läuft, umso größer die Überzeugung.

Es wäre wohl vermessen, jetzt keine Rückschläge mehr zu erwarten. Geht dann das Theater wieder von vorne los?
Erwin Staudt: Das hoffe ich nicht. Wir haben uns aus guten und wohl überlegten Gründen für den Weg mit Giovanni Trapattoni entschieden. Und den wollen wir weitergehen."

Stuttgarter Nachrichten 25. Oktober 2005
 
B

beribert

Guest
Ihre jüngsten Aussagen vermittelten den Eindruck eines Ultimatums - auch für Trainer Giovanni Trapattoni. Haben die letzten beiden Spiele ihre Geduldsschwelle wieder angehoben?
Erwin Staudt: Ich will mich so ausdrücken: Was jetzt im Wachsen ist, sehe ich als zartes Pflänzlein. Was wir brauchen, ist ein sturmfester Baum. Wir müssen weiter wahnsinnig vorsichtig sein.

Aus dem einen sturmfesten Baum sollte dann nach und nach ein sturmfester Wald werden....... :floet: :floet:
Und dann führt der Weg nur noch nach oben!! :spitze:
 

die bunte Kuh

unbefleckte Erkenntnis
Interview mit Staudt vom 10.11.:

Boss Staudt: "In diesem Geschäft gibt es keine Garantien"


"Herr Staudt, Ihr erstes Fazit nach zwölf Spieltagen?
Erwin Staudt: Wir haben die von uns allen erwartete schwierige Integrationsphase hoffentlich soweit durchschritten, dass wir jetzt in Phase zwei kommen. Dass wir gewisse Ergebnissteigerungen sehen, um dann in der Schlussphase der Saison zu ernten, was wir gesät haben.

Müsste sich das Team nicht längst gefunden haben?
Erwin Staudt: Es wäre schön gewesen, wenn es schnell gegangen wäre und wir überrascht davon gewesen wären, wie reibungslos alles funktioniert.

Ist nach dem Sieg in Nürnberg Trapattonis Arbeitsplatz wenigstens bis zum Winter gesichert?
Erwin Staudt: Im Fußball ist es leider so, dass wir jede Woche auf dem Prüfstand stehen. Das ist der Unterschied zur freien Wirtschaft, wo Sie von Quartals- oder Jahresergebnissen abhängig sind. In diesem Geschäft gibt es keine Garantien.

Also droht nach einer Niederlage gegen Hannover wieder Druck auf Trapattoni?
Erwin Staudt: Vom Verein mit Sicherheit nicht. Aber wenn schlechte Ergebnisse erzielt werden, spürt man sofort die Unzufriedenheit des Publikums. Die wird auch über die Medien entfacht.

Behindert dieses Tagesgeschäft Ihre Arbeit?
Erwin Staudt: Es behindert nicht, aber es erzeugt einen unheimlichen Druck. Den kann sich ein Mensch aus der freien Wirtschaft kaum vorstellen.

Vor drei Wochen stellten Sie eine Art Ultimatum nach dem Motto: Nun wollen wir Ergebnisse sehen. Wo steht der VfB heute?
Erwin Staudt: Wir haben nie ein Ultimatum gestellt. Ich sprach damals nur von drei sehr intensiven Wochen, die vor uns liegen. Da müssen wir einen Aufwärtstrend erkennen.

Erkennen Sie den?
Erwin Staudt: In dieser Zeit haben wir immerhin in Rennes gewonnen und zuletzt in Nürnberg. Wir sind auswärts noch immer ungeschlagen. Zu Hause haben wir die Erwartungen aber bei weitem nicht erfüllt. Das müssen wir jetzt ändern.

Manche Spieler scheinen Herrn Trapattoni noch immer nicht zu verstehen. Verstehen Sie ihn?
Erwin Staudt: Ich habe ihn von Anfang an verstanden. Wir reden hier nicht über die italienische Oper, sondern über Fußball.

Zuletzt gingen Sie etwas auf Distanz zu Ihrem Trainer.
Erwin Staudt: Ihr Eindruck ist falsch.

Herr Trapattoni setzt auf junge Spieler. Delpierre, Gomez, Gentner. Ist das eine Vorgabe?
Erwin Staudt: Er sieht eben, dass wir in strategischen Positionen Spieler haben, die auf Sicht irgendwann Nachfolger brauchen. Die muss man systematisch aufbauen.

Wieso ziehen Sie das Ding nicht durch, egal ob der VfB Achter oder Zwölfter wird und ernten nächste Saison die Früchte?
Erwin Staudt: Das werden wir in den nächsten Wochen sehen, welche Vorgehensweise wir wählen. Wir haben nach wie vor das Ziel, international zu spielen.

War es ein Fehler anfangs Euphorie zu schüren?
Erwin Staudt: Wir haben bewusst keine Euphorie geschürt. Wir haben nur einen neuen Trainer verpflichtet.

Den erfolgreichsten der Welt.
Erwin Staudt: Das war mir bis dahin nicht so bewusst. Ich weiß nicht, ob in Argentinien einer mit mehr Titeln sitzt. Ich weiß nur, dass der Name Trapattoni Programm ist.

Wird´s Nachkäufe geben?
Erwin Staudt: Da ist unsere sportliche Abteilung stark unterwegs. Meine Forderung ist, dass wir strategische Überlegungen über den Tag hinaus machen."

Kicker-Sportmagazin
Nix Weltbewegendes drin:zucken: , hab's trotzdem mal reingestellt, vielleicht findet ja ein Anderer irgendwas von Relevanz.
 
War es ein Fehler anfangs Euphorie zu schüren?
Erwin Staudt: Wir haben bewusst keine Euphorie geschürt. Wir haben nur einen neuen Trainer verpflichtet.
Kann ich so nicht 100% akzeptieren. Das Präsidium inkl. Managment hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass das Umbruchsdenken eher zweitrangig bedacht wurden. Außerdem wurde die utopische Zielsetzung der bösen Presse mit keinem Wort dementiert. :mahnen:

Wird´s Nachkäufe geben?
Erwin Staudt: Da ist unsere sportliche Abteilung stark unterwegs. Meine Forderung ist, dass wir strategische Überlegungen über den Tag hinaus machen."
Über den Tag hinaus? Was soll das bedeuten? Evtl. unabhängig vom Teamtrainer!? :floet:
 

die bunte Kuh

unbefleckte Erkenntnis
Interview mit der StZ vom 05.12.05:
"Uns ist es nicht gelungen, Euphorie zu erzeugen"

"Das 0:0 gegen den FC Bayern München ist für Erwin Staudt so etwas wie ein kleiner Lichtblick gewesen - auch was die Arbeit seines Trainers betrifft. "Das Problem ist nur, dass das System Trapattoni jetzt ein paar Siege braucht", sagt der VfB-Präsident im Gespräch mit Thomas Haid.

Herr Staudt, unmittelbar nach dem Schlusspfiff haben Sie das 0:0 gegen die Bayern als schönes Spiel bezeichnet. Stehen Sie dazu auch noch einen Tag später?
Erwin Staudt: Ja, die meisten Leute, mit denen ich hinterher gesprochen habe, hatten den gleichen Eindruck. Es war ein interessantes Südderby.

Der Torwart Timo Hildebrand meint jedoch, dass man gegen nur zehn Bayern auch mal hätte gewinnen können.
Erwin Staudt: Kein Einspruch, da hat er Recht. Auch ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Aber man muss wissen, dass die Bayern nicht irgendwer sind. Es ist schon beeindruckend, wie stabil sie in der Abwehr stehen. Außerdem bedeuten zehn Mann nicht, dass der Gegner automatisch resigniert. Im Gegenteil, das setzt oft zusätzliche Kräfte frei.

Dem VfB fehlte jedoch auch die Risikobereitschaft - was angesichts des von Giovanni Trapattoni bevorzugten Sicherheitsfußballs nicht verwunderlich ist.
Erwin Staudt: Das ist doch ein Vorurteil. Unser Trainer verbietet es bestimmt keinem Spieler, nach vorne zu stürmen und Tore zu schießen. Das Problem liegt vielmehr darin, dass das System Trapattoni jetzt ein paar Siege braucht. Nur dadurch können wir die Menschen überzeugen und allen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Die paar von Ihnen geforderten Siege bleiben schon sehr lange aus.
Erwin Staudt: Stimmt, aber das kann nur die Mannschaft ändern. Wir brauchen eben Geduld.

Entschuldigung, auch diese Aussage ist nicht gerade neu. Trotzdem werden die Fans allmählich ungeduldig. Oder wie erklären Sie es sich, dass das Daimlerstadion erstmals seit ewigen Zeiten gegen die Bayern nicht ausverkauft war?
Erwin Staudt: Es war sicher etwas unglücklich, dass wir die Karten für den freien Verkauf erst ziemlich spät herausgeben konnten.

Ist der Grund für das nachlassende Interesse nicht auch, dass der Spielweise des VfB seit Monaten die Attraktivität fehlt?
Erwin Staudt: Wir haben bisher keine schlechteren Zuschauerzahlen als im vergangenen Jahr. Aber es ist uns leider noch nicht gelungen, eine Euphorie im Umfeld zu erzeugen.

Die Bayern-Chefs Hoeneß und Rummenigge behaupten, dass der VfB seinen Trainer nicht richtig stützen würde. Haben Sie die Herren aus München vor dem Spiel mal gefragt, warum sie sich einst zweimal vorzeitig von Trapattoni getrennt haben?
Erwin Staudt: Nein, denn das, was die Bayern da vorgebracht haben, ist völlig unwesentlich für mich. Sollen sie ihre Ansichten doch verkünden. Entscheidend ist sowieso nur eines: die Wahrheit - und die kennen wir.

Wir hören.
Erwin Staudt: Unser Verhältnis zu Giovanni Trapattoni ist tadellos. Wir diskutieren offen und auch kontrovers miteinander - ob ihm das nun immer gefällt oder nicht. Wir stützen ihn nicht über die Zeitung, sondern im täglichen Umgang. So stelle ich mir übrigens eine faire Partnerschaft vor - und das wird hier beim VfB mit Sicherheit auch so bleiben.

Wie lange?
Erwin Staudt: Ich verstehe die ganze Aufgeregtheit überhaupt nicht. Erstens gibt es doch keinen Grund, an der Leistungsfähigkeit unseres Trainers zu zweifeln. Und zweitens haben wir mit Giovanni Trapattoni ja noch einen Vertrag bis Juni 2007. Das ist Fakt.

Ihr Sportdirektor Herbert Briem hat am Samstag bereits angekündigt, dass der Maestro den VfB definitiv auch noch nach der Winterpause und zum Auftakt der Rückrunde betreuen wird.
Erwin Staudt: Davon gehe ich natürlich auch aus. Wir werden nach den letzten Spielen vor Weihnachten gegen Wolfsburg, Schalke und im Uefa-Pokal gegen Bukarest wie angekündigt ein Zwischenfazit ziehen. Vielleicht werden wir auch auf dem Transfermarkt noch mal aktiv, aber dem Resultat will ich nicht vorgreifen. Unabhängig davon darf der Trainer doch nicht Samstag für Samstag in Frage gestellt werden. Ich kann nur wiederholen: der Vertrag von Giovanni Trapattoni läuft bis 2007. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen."
 

die bunte Kuh

unbefleckte Erkenntnis
"Wir sind gemeinsam auf einem sehr guten Weg"

Herr Staudt, seit gestern sind Sie in Dubai im Trainingslager des VfB. Wie ist Ihr erster Eindruck?
Erwin Staudt: "Unterbringung und Trainingsplätze sind hervorragend. Die klimatischen Bedingungen geradezu ideal. Wir hätten es nicht besser erwischen können."

Haben Sie schon eine Trainingeinheit verfolgen können?
Erwin Staudt: "Ich habe das gestrige Testspiel gegen den Dubai Sports Club gesehen und hatte einen sehr guten Eindruck. Die Spieler haben trotz der anstrengenden Trainingsarbeit eine gute Stimmung und man spürt, dass alles auf eine positive Rückrunde ausgerichtet ist."

Wie nehmen Sie die kritischen Töne aus der Heimat auf? VfB-Ehrenspielerführer Guido Buchwald wirft dem Verein "mangelnde Philosophie" vor.
Erwin Staudt: "Ich habe großen Respekt vor Guido Buchwalds sportlicher Leistung, ich schätze ihn als Mensch sehr, aber mit dem Thema Philosophie ist er deutlich überfordert."

Können Sie uns dies bitte etwas näher erläutern?
Erwin Staudt: "Die Frage nach der Philosophie ist doch die Frage, was die Dinge im Kern zusammenhält; worauf es uns ankommt. Man muss schon einen sehr großen Abstand zum Verein haben, um nicht zu erkennen, dass wir uns in den Grundlinien mit Riesenschritten vorwärts bewegen. Entwicklung der eigenen Jugend, finanzielle Handlungsfreiheit, Seriosität, Verankerung in der Region, Optimierung der Vermarktung, Aufbau einer Heimat für die Fans, Etablierung im internationalen Geschäft. Dies ließe sich noch weiter fortsetzen, alles die Ergebnisse einer konsequenten Umsetzung unserer Strategien, unsere Philosophie."

Aber Guido Buchwald hat doch recht, wenn er sagt, dass der VfB 19 Punkte hinter den Bayern liegt.
Erwin Staudt: "Das ist in dieser Saison nicht nur ein Problem des VfB, sondern eines der gesamten Liga."

Erhoffen Sie sich durch die jüngste personelle Umstrukturierung, nämlich die Einsetzung von Horst Heldt als Teammanager, diesen Abstand in der nahen Zukunft verkürzen zu können?
Erwin Staudt: "Mit 14 Siegen aus 17 Spielen ist den Bayern eine extrem gute Vorrunde gelungen. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir die richtige Entwicklung eingeleitet haben und mit Horst Heldt weitere Sportkompetenz im Führungskreis des VfB angesiedelt haben. Horst Heldt ist einer von uns, voll identifiziert mit dem Verein, er kennt das Innenleben der Mannschaft, ist trotz seiner umgänglichen Art eine Respektsperson für die Spieler, er hat 359 Bundesligaspiele absolviert, ist Ex-Nationalspieler und seit sechzehn Jahren im Geschäft; mit Sicherheit die richtige sportliche Kompetenz."

Wie sehen Sie die ersten Arbeitstage von Horst Heldt?
Erwin Staudt: "Wir stecken im Moment mitten in der Transferperiode. Er hat von der ersten Sekunde an mit Jochen Schneider die Aufgaben angenommen, hat die notwendigen Gespräche mit den Spielern geführt; gemeinsam sind wir auf einem sehr guten Weg."

Und wo führt dieser Weg letztlich hin?
Erwin Staudt: "Unser Ziel ist und bleibt ein Platz im internationalen Geschäft. Die Zielrichtung in der Bundesliga heißt möglichst weit oben und im UEFA-Cup mitnehmen was irgendwie geht."
von der VfB-HP
 
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