Starke Liga, schwache Liga?

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AIRwin

The boss keeps rockin´
Acht Spieltage sind gespielt und so langsam aber sicher zeichnen sich die ersten Tendenzen ab. Auffällig vor allem, dass, vor den heutigen Sonntagsspielen, zwischen einem UEFA-Cup Platz und den Abstiegsrängen gerade mal sechs Zähler liegen. Demnach reichen zwei starke/schwache Spiele um völlig vom Kurs abzukommen.
Ob dieser Aspekt ein Pluspunkt für die Bundesliga ist oder doch eher ein Zeichen von Schwäche darauf möchte ich am Ende des Postings eingehen.

Vorab wird eine kurze Analyse aller Bundesligavereine kommen.

VfB Stuttgart:
Was diese Mannschaft seit nunmehr drei Jahren zeigt, ist aller Ehren wert. Konstanz auf allerhöchstem Niveau und größtenteils sehr schöner Fußball. Momentan befindet man sich unter Neu-Trainer Sammer an der Spitze der Bundesliga. Der Verlust von Bordon und die Verletzungspause wurden sehr gut kompensiert. Von daher gehört Martin Stranzl zusammen mit Cacau zu den Gewinnern der noch jungen Saison.
Sein Soll hat der VfB mehr als erfüllt.

VfL Wolfsburg:
Bis dato eines der Überraschungsteams. Mit dem zweiten Tabellenplatz hätten selbst die kühnsten Optimisten nicht gerechnet. Großer Pluspunkt der Wölfe sind vor allem die Abwehrspezialisten Hofland und Quiroga. Thomas Brdaric ist nach gutem Beginn derzeit in ein kleines Loch gefallen. Dafür verleihen sowohl der argentinische Olympiasieger D´Alessandro als auch Thiam dem Spiel Kreativität und Stabilität.
Wer in Bremen und Dortmund gewinnt, daheim die Schalker schlägt, steht zurecht auf Platz zwei!

FSV Mainz:
Als Jürgen Klopp vor der Saison davon sprach, dass der Aufsteiger die Liga aufmischen wolle, dachte man an "Hurra-Fußball" welcher eine Pleite nach der anderen nach sich ziehen würde. Klassischer Fall von "denkste"...
Die Spaß-Gemeinschaft vom Bruchweg wirbelt die Bundesliga tatsächlich durcheinander. Die Mannschaft versteckt sich in keinem Spiel und wird immer noch von einer enormen Euphoriewelle getragen. Heimsiege gegen den amtierenden deutschen Meister aus Bremen, den HSV und die Leverkusener sind gar nicht hoch genug einzuschätzen.
Das nächste Spiel bestreitet der FSV bei den wiedererstarkten Schalker. Auf Dauer wird es jedoch interessant zu sehen wie mit eintretenden Mißerfolgen umgegangen wird.
Das Kollektiv der Mainzer funktioniert! Phänomenal!

Bayern München:
Das Ziel war auch vor dieser Saison, wie jedes Jahr, die deutsche Meisterschaft. Um diese Zielvorgabe zu erfüllen und auch international wieder konkurrenzfähig zu werden, wurde ordentlich investiert. Mit Frings, Lucio, Görlitz und Hashemian sollte der Kader qualitativ als auch quantitativ verstärkt werden. Dazu kam auch der Wechsel von Hitzfeld zu Magath.
Die ersten Wochen gestalten sich schwerer als es sich die meisten erhofft hatten. Mit nunmehr sechs Punkten Rückstand auf Tabellenführer Stuttgart und der gestrigen Heimpleite gegen den S04 könnte es unter der Woche (wo das CL-Spiel gegen Juve ansteht) recht ungemütlich werden.
Die Neuverpflichtungen konnten die Erwartungen keineswegs erfüllen und auch der Spaß-Fußball Magaths ist nicht zu erkennen.
Bis jetzt enttäuschen die Münchener!

SV Werder Bremen:
Der deutsche Meister kommt in dieser Saison schwer in Tritt. Wenig überzeugende Spiele bedeuten z.Zt. einen acht Punkte-Rückstand auf die Tabellenspitze. Auch wenn Klose und Valdez ob ihrer Torquote scheinbar überzeugen, so ist offensichtlich, dass die Abgänge von Ailton und Krastajic schwer wiegen als angenommen. Weit unter Form auch der große Regisseur der vergangenen Spielzeit: Johan Micoud.
Es wird eine sehr schwere Spielzeit für die Bremer. Bis jetzt ebenso wie der FCB enttäuschend!

FC Schalke 04:
Nach dem Trainerwechsel von Heynckes zu Rangnick scheint es aufwärts zu gehen. Ein knapper Heimerfolg gegen den Nachbarn aus Bochum und der Auswärtssieg bei den Bayern bestärken den Aufwärtstrend der letzten Wochen. Die Innenverteidigung mit Krastajic und Bordon dürfte nominell die stärkste in der Bundesliga sein. Mit Ailton holte man den Torschützenkönig der vergangenen Saison ins Revier. Überragender Mann ist jedoch Gerald Asamoah der durch seine starken Auftritte auch wieder in die Nationalmannschaft gerutscht ist.
Die Knappen mausern sich langsam aber sicher zum Geheimtipp für diese Saison.

Hertha BSC Berlin:
Die "alte Dame" hat sich ob zwei Siegen in Folge in die Nähe der UEFA-Cup Plätze gespielt. Nachdem die Saison mit einer schleppenden Remis-Serie began, wird die Mannschaft durch die Rückkehr von Bastürk stärker werden. Mit Neuzugang Gilberto hat man zu Saisonbeginn ebenso einen Spieler verpflichtet der den Dreh- und Angelpunkt der letzten Jahre, Marcelinho, entlasten kann.
Ein ordentlicher Start der Hertha. Dennoch schwer einzuschätzen wohin der Weg auf lange Sicht gehen wird.

Bayer 04 Leverkusen:
Heute hü, morgen hott. Durch Konstanz überzeugen die Leverkusener in dieser Saison wahrlich nicht. Fußball-Festen gegen die Bayern und Real stehen ebenso enttäuschende Auftritte in Mainz und Berlin gegenüber. Das Sturmduo mit Berbatov, aber allen voran Franca weiss momentan nicht zu überzeugen. Gewinner im Team der Leverkusener ist der Pole Jacek Krzynowek.
Beim Werksclub ist noch eine Menge Platz noch oben. Sowohl fußballerisch als auch tabellarisch.

Arminia Bielefeld:
Der Aufsteiger aus Ostwestfalen darf mehr als zufrieden sein mit dem bisherigen Saisonverlauf. Mit elf Punkten aus acht Spieltagen befindet man sich auf dem neunten Tabellenplatz. Überraschend vor allem, dass der Liga-Neuling auswärts sehr beherzt und mit großem Selbstvertrauen auftritt. Überragender Mann ist der aus Bochum gekommene Südafrikaner Delron Buckley. Jahrelang als Chancentod verschrien, befindet sich der Mann mit der Nummer 7 auf einem sehr guten Weg.

1. FC Nürnberg:
Auch der dritte Aufsteiger spielt bis dato eine gute Runde. Die "Clubberer" befinden sich auf einer Linie mit den Arminen aus Bielefeld. Auch hier sind die Auswärtsauftritte sowohl ansehnlich als auch überzeugend. Allen voran das Slowaken-Duo mit Marek Mintal und Robert Vittek spielt überragend. Man wird sich im Frankenland wohl damit abfinden müssen, dass diese beiden nicht mehr allzu lange das rote Trikot des FCN tragen werden.
Die "Clubberer" liegen im Soll.

Borussia Dortmund:
Der BVB beherrscht vor allem die Schlagzeilen in den Wirtschaftsblättern. 118 Mio. EUR Verbindlichkeiten und absolutes Führungs-Chaos haben auch die Mannschaft heruntergewirtschaftet.
Unter Neu-Trainer Bert van Marwijk war die ersten Spiele vor allem ein spielerischer Fortschritt zu erkennen. Nun scheint die Mannschaft wieder in den gewohnten Trott zu verfallen. Vor allem die miserable Abwehr und eine nicht für möglich gehaltene Heimschwäche bedeuten momentan einen enttäuschenden aber dennoch gerechten elften Tabellenplatz.
An diese Regionen wird man sich in Dortmund gewöhnen müssen...

Hannover 96:
Die Niedersachsen präsentierten zu Saisonbeginn eine Menge neuer Spieler. Zu Wallner, Enke und Barnetta gesellte sich kurz vor Saisonbeginn der Portugiese Ricardo Sousa. Dieser hat jedoch noch mit Eingewöhnungsproblem zu kämpfen und findet sich öfter als ihm lieb sein kann auf der Ersatzbank wieder. Verwunderlich die Entwicklung von Jiri Stajner. Eigentlich schon abgeschrieben, hat er sich wieder in die Mannschaft zurückgekämpft und glänzt auch wieder als Torschütze.
Die Niedersachsen stehen vor einer sehr schwierigen Saison. Zu unkonstant präsentiert sich die Mannschaft unter Ewald Lienen.

Hansa Rostock:
Die Mannen von der Ostsee geben ihren Fans einige Rätsel auf. War das Ostseestadion lange Zeit der Garant für frühzeitige Klassenerhalte so wird man in der Saison 2004/05 nicht gerade verwöhnt. Größtenteils desolat gestalten sich die Auftritte vor heimischer Kulisse.
Demgegenüber stehen aber auch zwei überraschende Siege in Bochum und beim FC Schalke.
Auch die Hanseaten werden große Probleme bekommen wenn die Heimschwäche nicht abgestellt werden kann. Auf Juri Schlünz wartet noch viel Arbeit.

VfL Bochum:
Die Bochumer schoben sich in der letzten Saison mit berauschendem Fußball auf den fünften Tabellenplatz vor und wurden somit "B1-Meister". Mit den Lauteren Knavs und Lokvenc sowie dem Dänen Bechmann sollte die Mannschaft verstärkt werden.
Doch momentan scheint es so als wenn das unglückliche Ausscheiden im UEFA-Cup den Bochumern mehr Probleme bereitet als angenommen.
Neururers "Moonwalk" ward schon lange nicht mehr gesehen...
Fazit:
Der VfL steckt in einer Krise welche den eigenen Ansprüchen keinesfalls gerecht wird.

SC Freiburg:
Alles andere als Abstiegskampf vom ersten Spieltag an wäre bei den Breisgau-Brasilianern eine Überraschung gewesen. Nach dem achten Spieltag befindet sich der SCF (vor den Sonntags-Partien) einen Platz vor den Abstiegsrängen wieder. Während man im heimischen badenova-Stadion noch nicht zu alter Stärke gefunden hat, reichte es auswärts schon zu dem einen oder anderen Achtungserfolg.
Für die sympathischen Breisgauer wird es wieder mal bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt gehen. Man hat zwar keine Stütze des Teams verloren, sich aber auch nicht wirklich verstärkt.

Borussia Mönchengladbach:
Mit dem neuen Stadion sollte es aufwärts gehen. So zumindest der Tenor vieler Anhänger der Niederrhein-Borussia. Auch der Verein übernahm diese ambitionierte Haltung und verstärkte die Borussia nominell sehr gut. Mit Oliver Neuville und Marek Heinz hat man zum einen einen der besten Torschützen der Liga als auch den bei der EM überzeugenden Tschechen in seinen Reihen. Dennoch läuft das Kollektiv "Borussia" noch nicht wirklich rund und es darf bereits jetzt wieder gezittert werden.
Die Borussia muss aufpassen, dass nicht allwöchentlich über das vermeintliche Potential gesprochen wird; die Punkte aber ausbleiben.
Dennoch sollten die Gladbacher den Klassenerhalt schaffen!

1.FC Kaiserslautern:
Die Leidensjahre sollten endlich ein Ende nehmen. Mit Carsten Jancker, Ioannis Amanatidis, Christian Nerlinger, Jochen Seitz als auch Marco Engelhardt wollte man das Abstiegsgespenst vom Betze vertreiben. Im Grunde haben sich die "roten Teufel" auch gar nicht schlecht verstärkt. Dennoch hinterlassen Klose, Lokvenc und auch Knavs zu große Lücken als dass diese sofort gestopft werden könnten.
Die ewigen Diskussionen um Kurt Jara tragen ebenso nicht zur Beruhigung des Vereins bei.
Auch diese Saison heisst die Devise "Zittern bis zum letzten Spieltag". Ob der Trainer dann noch Kurt Jara heisst, dürfte bereits jetzt verneint werden.

Hamburger SV:
Man erfüllte dem mittlerweile entlassenen Klaus Toppmöller etliche Spielerwünsche. Mit Benjamin Lauth holte man eine der deutschen Sturmhoffnungen nach Hamburg. In Emile Mpenza betrat ein alter Bekannter wieder die Bundesliga-Bühne. Nach etlichen Eskapaden in seiner Schalker Zeit versprach er nun einen "geläuterten und besseren Mpenza". Diesen Beweis ist er bis jetzt jedoch schuldig geblieben. Nur ein Saisontor steht bei ihm zu Buche.
Mit Daniel van Buyten angelte sich der HSV einen bulligen Abwehr-Organisator den man bis jetzt auch als den Gewinner der Hamburger bezeichnen könnte; insofern dies bei einem enttäuschenden 18. Tabellenplatz möglich ist.
Es ist müßg darüber zu diskutieren ob die Saison mit Ujfalusi besser verlaufen wäre. Nun liegt es an Thomas Doll die Hamburger wieder nach oben zu führen.
Von den Einzelspielern her, ist der letzte Tabellenplatz zumindest unerklärlich.

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Nochmal zur Ausgangsfrage:
Für mich bedeutet das derzeitige Tabellenbild, dass die Liga wieder einmal schwächer geworden ist. Zuviele ambitionierte Mannschaften spielen viel zu unkonstant als dass man davon ausgehen könnte, dass diese Mannschafte das Niveau der Bundesliga anheben könnten/würden.

Andersrum wird natürlich ein Schuh draus...; jeder kann jeden schlagen...

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