The Butterfly Effect

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

BvMarcio09

Der mit dem Ball tanzt
Ein kleiner Einstieg, für die , die den Film noch nicht gesehen haben :

Phantastischer Science-Fiction-Thriller über einen Mann, der in seine eigene Vergangenheit reist, um ein traumatisches Ereignis in seiner Kindheit zu verändern.

Evan hat die Fähigkeit, in der Zeit zu reisen. Nachdem der Student diese Begabung erkannt hat, versucht er ein traumatisches Ereignis in seiner Kindheit, unter dem er und seine einstigen Spielgefährten jahrelang gelitten haben, zu korrigieren. Doch damit beschwört er nur neues Unheil und rettungslose Verwirrung zwischen den Zeitebenen herauf, der Schmetterlingseffekt der Chaostheorie beginnt zu wirken. "Butterfly Effect" ist ein aufregendes Beispiel des phantastischen Kinos: Voller hanebüchener Wendungen entfaltet der mit hoffnungsvollen Jungschauspielern gespickte Film doch einen Sog, der über alle logischen Schwächen der Story mit Leichtigkeit hinweghilft.

Ein Mann in offener Panik, gejagt von Wachleuten. Man sieht ihn wie er sich in einem Büro verbarrikadiert, unter den Möbeln verkriecht, und beginnt in ein Heft zu kritzeln. "Ich muss sie retten", murmelt er halblaut - offenbar ein Verrückter auf dem Gipfel der Nervenkrise...

Ein abrupter Schnitt, "13 Jahre früher" lesen wir Zuschauer. Der junge Mann, er heißt Evan, ist jetzt wieder ein Kind, die Mutter allein erziehend. Irgendwo in der US-amerikanischen Provinz. Man erfährt schnell, dass Evan kleine Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legt, kurze Blackouts, "Filmrisse" erlebt und seine Mutter Angst um ihn hat. Denn schon sein Vater litt an einer mysteriösen Krankheit, jetzt sitzt er in der Nervenklinik. Und Evan hat aus dem Nichts ein langes Küchenmesser in der Hand, seine Augen blitzen bedrohlich-dämonisch. Offenbar handelt es sich um einen weiteren Beitrag zum Filmgenre der "klugen, bösen kleinen Kinder." Doch nein: Dies ist nur eines von vielen Genres, die "Butterfly Effect" anzitiert. Der Film ist ein wilder Parforceritt durch die Filmgattungen, als ganzer wohl am ehesten den Zeitreise-Geschichten und dem Horror-Mystery-Film zuzuordnen.

Vier Kinder, irgendwo in Middlewest. Sie leben den amerikanischen Alptraum, das ist schnell offensichtlich. Durch schreckliche, nur zum Teil selbstverschuldete Kindheitserlebnisse ist ihr Schicksal für immer aneinander gekettet. Eines Tages, schockiert vom Selbstmord seiner Jugendfreundin, entdeckt der inzwischen erwachsene Evan, dass er die Fähigkeit zu Zeitreisen besitzt. Indem er in die Vergangenheit eingreift, will er eigene Traumata und die seiner einstigen Freunde korrigieren. Doch das Ändern der Vergangenheit ändert die Vergangenheit - seine Handlungen wandeln alles, was seitdem in seiner näheren Umgebung geschah. Und plötzlich lebt Evan ein neues Leben, sieht sich mit neuen Chancen, aber auch ungeahnten Gefahren konfrontiert. Wieder muss er in die Vergangenheit reisen.

Ein Schmetterlingseffekt - man kennt das Spiel, "kleine Dinge haben große Wirkungen." Die Vorstellungen, dass ein Weltkrieg nur ausgebrochen ist, weil im brasilianischen Dschungel eine Libelle gegen eine Palme flog, ist verführerisch faszinierend. Die Idee des Schmetterlingseffekts ist ein Teil der Chaostheorie. Danach lassen sich Dinge nicht in jedem Fall endgültig berechnen - die ideale Theorie für das Zeitalter des "Anything Goes".

Die Story von Eric Bress und J. Mackye Grubers Film "Butterfly Effect" ist völlig unlogisch und an den Haaren herbeigezogen. Aber als Film funktioniert es. "Butterfly Effect" ist ein aufregendes Beispiel für phantastisches Kino, das zwischen Horror, Mystery und Psychothriller angesiedelt ist, spannend und vor allem nicht gleich durchschaubar ist. Gespickt ist der Film mit einigen hoffnungsvollen Jungschauspielern. Neben Ashton Kutcher in der Hauptrolle gefällt Amy Smart als Evans Jugendliebe, die - je nach Schmetterlingseffekt - mal farblose Serviererin, mal College-Barbie, mal straighte Studentin, mal drogenabhängige Hure ist. Melora Walters und Eric Stoltz runden das Ensemble ab.

Im Rahmen eines Unterhaltungsfilms zeigt "Butterfly Effect" zudem ein beklemmendes Bild US-amerikanischer White-Trash-Normalität: Missbrauch, Drogen, massivste Gewalt sind hier an der Tagesordnung. Für die Hauptfiguren steht das puritanisch-fromme Motiv des sich-selber-kennen-wollens zunächst in einer Weise im Zentrum, die aufs "Alte Europa" mitunter irritierend wirkt. Die Moral des Ganzen dementiert den Puritanismus dann wieder, ist überraschend demütig und postmodern: "Es gibt kein Richtiges" erfährt man, ohne dass der Film widerspricht; alles sei relativ, unser Leben ein "Butterfly Effect" - und der Held, der erst Biologie, dann Psychologie studiert, gibt am Ende die Idee der großen Liebe auf, seine Tagebücher verbrennt er. Zerstörung des Subjekts und Abschied vom Ich im Gewande des Populärkinos.

Hier gehts zur Quelle

Wer von euch hat diesen Film schon gesehen ? ich war letzten Samstag drin und muss sagen, der Film hat mich echt von den Socken gehauen ! Eine Klasse Story , die super erzählt wurde und verwirrt macht um dann am Ende alles aufzuklären. Dazu junge aufstrebene Schauspieler ( Aston Kutcher mal in einer ernsten Rolle ) die dem Film den nötigen Pep geben...ein durch und durch gelungener Streifen, den ich wirklich nur empfehlen kann!

mfg
marcio09
 
Oben