Borussia fegt Alemannia vom Platz
U23 bleibt souveräner Spitzenreiter
(16.10.2004 - 21:16 Uhr) Gute alte Bökelbergstimmung – vor knapp 800 Zuschauern besiegte die Gladbacher Borussia unter wechselhaften Witterungsbedingungen die Alemannia aus Aachen deutlich mit 4:1 (2:0) und bleibt weiterhin Spitzenreiter in der Oberliga Nordrhein. Die Tore für den VfL schossen Mario Schwarz (2), Marcell Jansen und Ferdi Celik.
Wenig Profiunterstützung gab es vor dem Spitzenspiel für die Elf von Trainer Horst Köppel. Lediglich auf Igor Demo durfte der Ex-Dortmunder zurückgreifen, bei gleichzeitigem Verzicht seines etatmäßigen Stürmers René Schnitzler. Der 19-Jährige laboriert noch immer an einer Leistenverletzung, die er sich in den Schlussminuten des Spiels bei Fortuna Köln in der letzen Woche zuzog. Ebenfalls nicht mit von der Partie war Ersatzkeeper Christoph Semmler. Zwar probierte es Semmler noch einmal beim Warmmachen, verschwand allerdings schnell wieder in der Kabine und überließ A-Jugendkeeper Berger den Platz auf der Bank.
Die Borussia machte gleich zu Beginn der Partie deutlich, wer Herr im Hause war. Schon in der siebten Spielminute brannte es vor dem Gästetor. Dennis Puhl schlug einen Freistoß hoch in den Aachener Strafraum, Stephan Schulz-Winge bugsierte das Leder vor die Füße von Bekim Kastrati, doch im letzten Moment klärte Aachens Libero Thomas Hengen zur Ecke. Diese trat Sebastian Plate an den Rand des 16ers hinein, fand Kastrati, der per Direktabnahme den Ball knapp über den Querbalken drosch.
In der zehnten Minute passte Igor Demo auf Marcell Jansen und schickte ihn in Richtung Aachener Gehäuse. Am Strafraumeck angekommen, ließ Jansen seinen Gegenspieler Henseler ins Leere grätschen, um mit dem schwächeren rechten Fuß den Ball auf Kastrati zu flanken. Der Gladbacher Angreifer scheiterte allerdings am herausstürzenden Keeper Hesse.
Eine Minute später leitete Demo die nächste Großchance ein – wieder über die linke Seite, erneut über Jansen. Diesmal spielte der U20-Nationalspieler aber nicht ab und hämmerte aus vollem Lauf das Leder halbhoch ins kurze Eck. Damit stand es nach elf Minuten 1:0 für die Borussia.
Praktisch im Gegenzug wurde Torhüter Michael Melka zum ersten Mal an diesem Samstagnachmittag geprüft. Den 20-Meter-Schuss von André Lehnen hielt der baumlange Keeper zum Leidwesen der Alemannen sicher fest (12.).
Die Partie verflachte nun ein wenig und die Schaulustigen mussten bis zur 24. Minute auf die nächste nennenswerte Torchance warten. Erneut war es eine Möglichkeit für die Gäste aus der Kaiserstadt. André Lehnen spielte in die Gasse auf Yunus Balaban, dieser wiederum entwischte seinen Gegenspielern Stephan Schulz-Winge und Marcell Jansen, scheiterte allerdings an Michael Melka, der durch sein rasches Herausstürzen geschickt den Winkel verkürzte.
In der 31. Minute zeigte die Gladbacher Elf, wie Fohlen technisch brillieren können. Per Hacke brachte Schuchardt seinen Stürmer Schwarz ins Spiel, dieser wiederum legte quer zu Demo. Der Slowake lief nun links raus, legte das Leder einmal kurz um und flankte mit rechts auf den langen Pfosten. Dort stand Mario Schwarz und köpfte den Ball zur 2:0-Führung ins Tornetz.
Da der Trick mit der Hacke so gut funktionierte, probierte es Kastrati in der 34. Minute auf die gleiche Art und Weise. So stand Schuchardt plötzlich mit dem Ball frei vor dem Tor, scheiterte aber etwas kläglich.
Eine Minute drauf flankte Kastrati von der rechten Seite hoch in den Strafraum. Es folgte ein Kopfballwischer von Schuchardt, den Schwarz kurz vor der Torauslinie aufnahm und zurück auf Demo legte. Der heute mit der Nummer 5 aufgelaufene slowakische Nationalspieler hatte leider zuwenig Zielwasser getrunken und setzte das Leder knapp neben den Torpfosten.
Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel gab es dann noch ein letztes Mal Aufregung vor dem Tor von Marcus Hesse. Jansen hatte Kastrati in Szene gesetzt und Letzterer schoss knapp neben das Gehäuse. Kastrati brauchte sich jedoch nicht lange über seine Unfähigkeit aufzuregen, schließlich wurde das Jansen-Zuspiel aufgrund einer Abseitsstellung abgepfiffen.
Nach dem Pausentee schien es für kurze Zeit so, als wären die Gladbacher mit den Gedanken noch in der Kabine. Völlig beteiligungslos sahen die VfL-Akteure mit an, wie Michael Rentmeister die linke Aachener Angriffsseite entlang spazierte, um im Anschluss mit einem wuchtigen Schuss ins lange Eck auf 1:2 zu verkürzen (46.).
Keine sechzig Sekunden später nahm sich Rentmeister erneut ein Herz, fand diesmal in Melka seinen Meister, denn Borussias Schlussmann spurtete entschlossen aus seinem Gehäuse heraus und klärte zur Ecke.
Glücklicherweise erholten sich die Köppel-Männer schnell von dem Schock und machten endlich wieder das Spiel. In der 49. Minute zum Beispiel über Bekim Kastrati, der mit einem feinen Pass auf Demo die erste Gladbacher Torchance im zweiten Spielabschnitt einleitete. Aachens Torsteher Marcus Hesse hatte aufgepasst und entschärfte Demos Distanzschuss, indem er den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenkte.
In der 53. Minute kombinierten Benjamin Knoche und Mario Schwarz miteinander, der Ball kam zu Bekim Kastrati, dieser ließ Rachid El Hammouchi eiskalt aussteigen und schoss im Anschluss den generischen Keeper an.
Nachdem Jansen (Alleingang / 62.) und Schuchardt (Kopfball / 68.) zwei weitere Großchancen ausließen, fiel eine knappe Viertelstunde vor dem Abpfiff dann doch das erlösende 3:1. Peter Wynhoff, wenige Minuten zuvor für Igor Demo in die Partie gekommen, bediente mit einem Zuckerpass Mario Schwarz, Gladbachs Nummer 10 lief allein auf das gegnerische Gehäuse zu und markierte seinen zweiten Treffer in diesem Spiel (74.).
Aachen machte nun auf und es ergaben sich gute Kontermöglichkeiten für den VfL. Die erste verpuffte jedoch, Jansens Hereingabe köpfte Kastrati über die Latte (76.).
In der 79. Minute startete der eingewechselte Ferdi Celik auf der rechten Angriffsseite durch, schüttelte Michael Henseler und Thomas Hengen wie lästige Fliegen ab und verfehlte im 5-Meter-Raum angekommen das Gehäuse nur um wenige Zentimeter.
Vier Minuten später war es ebenfalls Celik, der die nächste Einschussmöglichkeit einleitete, aber auch hier standen sich die Gladbacher einmal mehr selbst im Wege – diesmal Spann und Kastrati, die sich beim Einschießen gegenseitig umrannten und so vergaben.
Als dann 90 Minuten um waren und die Zuschauer schon dem Schlusspfiff entgegenfieberten, sorgte Aachens Sebahi Onal für Aufregung vor dem Gladbacher Tor. Nachdem er Stephan Schulz-Winge aussteigen ließ, zog er aus kurzer Distanz ab, doch Michael Melka tauchte blitzschnell ab und vereitelte damit diese Chance.
In der Nachspielzeit jubelte der VfL ein viertes Mal. Benjamin Knoche flitzte an der rechten Außenlinie entlang in die Aachener Hälfte, flankte hoch in den Strafraum und fand Ferdi Celik, der per Kopf den 4:1-Enstand markierte.
Damit bleibt die U23 vorerst Tabellenführer der Oberliga Nordrhein. Schon am nächsten Spieltag steigt ein weiteres Spitzenspiel, diesmal beim Wuppertaler SV Borussia.
Die Kurzstatistik:
Borussia M’gladbach U23: Melka – Knoche, Plate, Schulz-Winge, Jansen – Puhl (76. Celik), Camdali, Demo (63. Wynhoff), Schuchardt (80. Spann) – Schwarz, Kastrati
Alemannia Aachen (Am.): Hesse – Hengen – Henseler, Manga – Hacker (67. Putzier), Lehnen, El Hammouchi – Addai (75. Soemantri), Balaban – Rentmeister, Marotta (46. Onal)
Reserve: Berger (Tor), Radtke, Compper, Weniger / Maaßen (Tor), Memic, Wulf, Schneider
Tore: 1:0 Jansen (11./Vorarbeit Demo), 2:0 Schwarz (31./Demo), 2:1 Rentmeister (46.), 3:1 Schwarz (74./Wynhoff), 4:1 Celik (90./Knoche)
Gelbe Karten: Camdali, Spann / Lehnen
Schiedsrichter: Martin Wytelus (Hagen)
Zuschauer: ca. 800