Borussias Jugendinternat: Wohnen im Stadion
Mönchengladbach (RP). Zwölf Nachwuchsfußballer leben im Borussia-Internat in der neuen Arena. Es ist eine ganz besondere Gemeinschaft, in der alle das gleiche Ziel haben: sie wollen Profis werden. Doch bis dahin ist es ein langer Weg.
Es riecht noch nach Farbe. Und längst sind nicht alle Kartons ausgepackt. Doch seine Vorbilder hat Fabian Bäcker schon aufgehängt. Vielleicht als Ansporn. Oder einfach nur, weil jeder 14-Jährige Fotos von Weltklasse-Fußballern an der Wand hat. Van Nistelrooy, Ailton und Edgar Davids, allesamt Männer, die da sind, wo Fabian Bäcker gern hin will: Sie spielen mit im großen Fußballzirkus. „Es ist noch weit weg, aber es ist mein Ziel, Profi zu werden“, sagt er. Darum ist der Junge aus dem nordhessischen Willingen umgezogen in das Fußballinternat von Borussia Mönchengladbach.
Zwölf Jugendliche leben hier. Schräg rechts hinter der Nordkurve des neuen Stadions gibt es auf drei Etagen zehn Apartments und zwei Wohnungen, die längst ausgebucht sind. Fabian teilt sich mit Darius Baumgartner die größte Wohnung des Internats, zumindest so lange, bis die kleinere nebenan fertig ist. Wenn die beiden aus dem Fenster schauen, sehen sie Borussias Trainingsgelände. „Wir können hier den Profis beim Training zugucken“, sagt Darius Baumgartner.
Als Borussia anfragte, ob er kommen wolle, „musste ich nicht lange nachdenken. Auch meine Eltern haben gesagt, ich soll es machen“, berichtet Fabian Bäcker. Daheim in Willingen gab es keine Möglichkeit für einen wie ihn, der in seiner Mannschaft immer herausragte, sich weiter zu entwickeln. Borussia wurde auf ihn aufmerksam bei einem Freundschaftsspiel. Fabian spielte als D-Jugendlicher schon in der C-Jugend. Er ging zum Probetraining und Borussia gab ihm einen Platz im Internat.
Schlafen in Borussia-Bettwäsche
Nun lebt er fast drei Autostunden von seiner Familie entfernt. „Am Anfang war es schwierig, aber ich habe mich schnell eingelebt“, sagt Fabian. Dass er als Fan des 1. FC Köln in der internatseigenen Borussia-Bettwäsche schläft, gehört zum Job. Und auch, dass er gegen den 1. FC Köln Tore schießt. Wie zuletzt im Meisterschaftsspiel. Das ist schließlich seine Aufgabe als Stürmer. Dass er das normale Leben eines 14-Jährigen nicht führen kann, „ist eben so, wenn man es schaffen will“. Ab und an gehen auch die Fußballschüler ins Kino oder in die Kneipe, fast jeder hat seine Playstation installiert.
Doch vieles ist anders, wenn man hier im Stadion lebt und Fußballstar werden will. Nach Schule und Hausaufgaben steht Training auf dem Lehrplan; wenn Besuch kommt, muss er sich anmelden; die Jungkicker stellen ihre schmutzige Wäsche vor die Tür, dann wird sie gewaschen. Das gehört zum Service, schließlich sollen sich die Jünglinge ganz auf den Fußball konzentrieren.
„Es ist etwas Besonderes im Stadion zu leben“, sagt Steven Jacobs. Der 17-Jährige kam vom belgischen Top-Klub RSC Anderlecht nach Gladbach. Er wohnt gleich hinter der ersten Tür auf Ebene 1 des Internats. Der lange Gang gleicht einem Hotelflur, an der Tür seines neuen Appartements ist ein Schild mit seinem Namen angebracht. Die Einrichtung ist in grün-schwarz-weiß gehalten, den Farben Borussias; an der Wand hängt sein Trikot der belgischen U18-Nationalmannschaft.
An einem Ort wie diesem bekommt der Liedtext „Fußball ist unser Leben“ eine ganz neue Bedeutung. Über Weihnachten sind die Internatsschüler bei ihren Familien. Am 4. Januar geht die Fußball-Ausbildung weiter. „Die Voraussetzungen hier sind optimal, um sich gut zu entwickeln, wir müssen nur spielen“, sagt Steven Jacobs. Und schaut aus dem Fenster hinunter zum Trainingsplatz. In einer Stunde werden hier die Profis üben. Die jungen Männer schauen oft beim Training zu. Vielleicht kann man ja etwas lernen von den Profis. Das Ziel ist in Blickweite - und doch so weit entfernt, hier im Borussen-Internat hinter der Nordkurve.
Quelle: http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/fussball/gladbach/72112
Mönchengladbach (RP). Zwölf Nachwuchsfußballer leben im Borussia-Internat in der neuen Arena. Es ist eine ganz besondere Gemeinschaft, in der alle das gleiche Ziel haben: sie wollen Profis werden. Doch bis dahin ist es ein langer Weg.
Es riecht noch nach Farbe. Und längst sind nicht alle Kartons ausgepackt. Doch seine Vorbilder hat Fabian Bäcker schon aufgehängt. Vielleicht als Ansporn. Oder einfach nur, weil jeder 14-Jährige Fotos von Weltklasse-Fußballern an der Wand hat. Van Nistelrooy, Ailton und Edgar Davids, allesamt Männer, die da sind, wo Fabian Bäcker gern hin will: Sie spielen mit im großen Fußballzirkus. „Es ist noch weit weg, aber es ist mein Ziel, Profi zu werden“, sagt er. Darum ist der Junge aus dem nordhessischen Willingen umgezogen in das Fußballinternat von Borussia Mönchengladbach.
Zwölf Jugendliche leben hier. Schräg rechts hinter der Nordkurve des neuen Stadions gibt es auf drei Etagen zehn Apartments und zwei Wohnungen, die längst ausgebucht sind. Fabian teilt sich mit Darius Baumgartner die größte Wohnung des Internats, zumindest so lange, bis die kleinere nebenan fertig ist. Wenn die beiden aus dem Fenster schauen, sehen sie Borussias Trainingsgelände. „Wir können hier den Profis beim Training zugucken“, sagt Darius Baumgartner.
Als Borussia anfragte, ob er kommen wolle, „musste ich nicht lange nachdenken. Auch meine Eltern haben gesagt, ich soll es machen“, berichtet Fabian Bäcker. Daheim in Willingen gab es keine Möglichkeit für einen wie ihn, der in seiner Mannschaft immer herausragte, sich weiter zu entwickeln. Borussia wurde auf ihn aufmerksam bei einem Freundschaftsspiel. Fabian spielte als D-Jugendlicher schon in der C-Jugend. Er ging zum Probetraining und Borussia gab ihm einen Platz im Internat.
Schlafen in Borussia-Bettwäsche
Nun lebt er fast drei Autostunden von seiner Familie entfernt. „Am Anfang war es schwierig, aber ich habe mich schnell eingelebt“, sagt Fabian. Dass er als Fan des 1. FC Köln in der internatseigenen Borussia-Bettwäsche schläft, gehört zum Job. Und auch, dass er gegen den 1. FC Köln Tore schießt. Wie zuletzt im Meisterschaftsspiel. Das ist schließlich seine Aufgabe als Stürmer. Dass er das normale Leben eines 14-Jährigen nicht führen kann, „ist eben so, wenn man es schaffen will“. Ab und an gehen auch die Fußballschüler ins Kino oder in die Kneipe, fast jeder hat seine Playstation installiert.
Doch vieles ist anders, wenn man hier im Stadion lebt und Fußballstar werden will. Nach Schule und Hausaufgaben steht Training auf dem Lehrplan; wenn Besuch kommt, muss er sich anmelden; die Jungkicker stellen ihre schmutzige Wäsche vor die Tür, dann wird sie gewaschen. Das gehört zum Service, schließlich sollen sich die Jünglinge ganz auf den Fußball konzentrieren.
„Es ist etwas Besonderes im Stadion zu leben“, sagt Steven Jacobs. Der 17-Jährige kam vom belgischen Top-Klub RSC Anderlecht nach Gladbach. Er wohnt gleich hinter der ersten Tür auf Ebene 1 des Internats. Der lange Gang gleicht einem Hotelflur, an der Tür seines neuen Appartements ist ein Schild mit seinem Namen angebracht. Die Einrichtung ist in grün-schwarz-weiß gehalten, den Farben Borussias; an der Wand hängt sein Trikot der belgischen U18-Nationalmannschaft.
An einem Ort wie diesem bekommt der Liedtext „Fußball ist unser Leben“ eine ganz neue Bedeutung. Über Weihnachten sind die Internatsschüler bei ihren Familien. Am 4. Januar geht die Fußball-Ausbildung weiter. „Die Voraussetzungen hier sind optimal, um sich gut zu entwickeln, wir müssen nur spielen“, sagt Steven Jacobs. Und schaut aus dem Fenster hinunter zum Trainingsplatz. In einer Stunde werden hier die Profis üben. Die jungen Männer schauen oft beim Training zu. Vielleicht kann man ja etwas lernen von den Profis. Das Ziel ist in Blickweite - und doch so weit entfernt, hier im Borussen-Internat hinter der Nordkurve.
Quelle: http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/fussball/gladbach/72112
oder schaffen es die Borussen in MG das Stadion zu retten ?