Das sagt der Kicker:
Regionalliga
kicker-Test: VfB Stuttgart Amat. - 13.01.2005 12:45
Rückt Mario Gomez hoch, geht es oft den Bach runter
Durch Verletzungen und großen Erfahrungsverlust tat sich der VfB auswärts sehr schwer.
DIE NEUEN
Von den fünf "echten Neuen", die erst seit dieser Saison bei den Amateuren eingesetzt werden, überzeugte vor allem U-20-Nationalspieler Christian Gentner durch seine Vielseitigkeit und seinen unermüdlichen Einsatz im zentralen Mittelfeld. U-20-Auswahlspieler Raphael Schaschko musste sich seinen Platz in der Innenverteidigung hart erkämpfen. Auch der vom FC Sochaux gekommene Verteidiger Virgile Boumelaha hatte sehr große Anfangsschwierigkeiten. Der von den A-Junioren aufgerückte Ersatzkeeper Marco Langer blieb ohne Einsatz, ebenso wie der aus Jena gekommene Joachim Schabe, der verletzungsbedingt die gesamte Vorrunde ausfiel. "Offiziell" zum Kader stießen von den eigenen A-Junioren Mario Gomez, Tobias Weis und Marcel Schuon, die allerdings schon in der letzten Saison zum Zug gekommen waren. Der von Hoffenheim zurückgekehrte Felix Luz bekam ebenfalls regelmäßige Einsätze.
SYSTEM & TAKTIK
Rainer Adrion setzt auf das allseits bewährte 4-4-2-System, lässt aber manchmal 4-3-3 spielen.
STÄRKEN & SCHWÄCHEN
Durch großen Einsatz, hohes Tempo und spielerisches Können lieferte man zu Hause einige Klassepartien ab. Dabei verliehen bisher Heiko Butscher, Christian Gentner und Mario Gomez dem Spiel eine gewisse Konstanz. Wenn allerdings Mario Gomez als Torschütze vom Dienst bei den Profis weilt, tun sich die anderen schwer, in die Bresche zu springen. Einige grobe Schnitzer im Defensivverhalten trüben das insgesamt zufrieden stellende Bild.
TRAINER & UMFELD
Die Spieler loben die Geduld und Lockerheit ihres Coaches Rainer Adrion. Weil viele erfahrene Spieler verletzungsbedingt ausfielen und Talente zu den Profis aufrückten, fiel die Zusammenstellung der Mannschaft nicht immer einfach aus. Unter diesen Umständen fällt das Hinrunden-Fazit bisher sicherlich eingeschränkt positiv aus.
FAZIT & PROGNOSE
Mit der jungen Mannschaft geht es sportlich in erster Linie um den Klassenerhalt. Sollte die bisherige Auswärtsschwäche abgelegt werden und ein weiterer Leistungsschub der jungen Talente eintreten, hätte der VfB noch Steigerungspotenzial. Auch durch die Tatsache, dass über ein Dutzend Verträge auslaufen und die Spieler sich empfehlen wollen. Doch weil weitere Abstellungen oder andere Ausfälle zu erwarten sind, wird das Ziel, schnell einen gesicherten Mittelfeldplatz zu erreichen, kein Selbstläufer.
Gerd Piffath