Warum Kant lesen?

Kafkaesk

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MarcZellweger

Fragwürdiger Altuser
"Kritik der reinen Vernunft" lesenswert (den kategorischen Imperativ sollte man als aufgeklärter Mensch kennen). Die "Metaphysik der Sitten" kann man sich sparen, das fand ich grässlich.

"Gefühlskalt" finde ich jetzt eine sehr lustige Kritik für einen Philosophen, das würde Kant als zwingend notwendig sehen. :)
 

Crazyyyy

SechzigOida
Teammitglied
"Kritik der reinen Vernunft" lesenswert (den kategorischen Imperativ sollte man als aufgeklärter Mensch kennen). Die "Metaphysik der Sitten" kann man sich sparen, das fand ich grässlich.

"Gefühlskalt" finde ich jetzt eine sehr lustige Kritik für einen Philosophen, das würde Kant als zwingend notwendig sehen. :)
Die Metaphysik der Sitten hat Kant doch nur eingeführt um keinen Stress mit der Kirche zu haben :zwinker3:
 

Crazyyyy

SechzigOida
Teammitglied
Ansonsten ist Kant natürlich einer der wichtigsten Vertreter der Aufklärung..ich finde Kant sowohl aufgrund seiner Lebensweise als auch seiner konsequenten Art des Vernunftdenkens sehr beeindruckend. Er hat sich schon einen Wertekompass überlegt, der sehr einleuchtend ist - natürlich nicht frei von Schwächen.
 

MarcZellweger

Fragwürdiger Altuser
Gibt es Hegelianer hier? Ich habe vor etwa 30 Jahren mal ein übles Pamphlet gegen Hegelianer geschrieben, mal kucken ob ich das noch irgendwo finde.
 

Blue2021

Bekanntes Mitglied
Ansonsten ist Kant natürlich einer der wichtigsten Vertreter der Aufklärung..ich finde Kant sowohl aufgrund seiner Lebensweise als auch seiner konsequenten Art des Vernunftdenkens sehr beeindruckend. Er hat sich schon einen Wertekompass überlegt, der sehr einleuchtend ist - natürlich nicht frei von Schwächen.
Aus der Hüfte geschossen:

Kant wuchs in einer Handwerkerfamilie auf, seine Kindheit war geprägt von Sparsamkeit und Disziplin. Bekannt ist uns heute seine fast belustigende Art, pedantisch seinen Tag durchstrukturiert zu haben: Er stand jeden Tag 4:45 auf, bat seinen Diener, ihn auf jeden Fall zu wecken, selbst, wenn er weiterschlafen wollte – sein Tag war bis auf die letzte Minute klar verplant. Kant war in vielerlei Hinsicht diszipliniert und selbstbeherrscht, aß nur einmal am Tag richtig und das bei seinen mittäglichen „Tischgesellschaften“. Hier versammelte er seine Gesprächspartner um sich, aber auch hier nicht ohne klares Regelwerk (z.B. keine Frauen zugelassen). Berühmt sind auch seine abendlichen Spaziergänge um 19 Uhr, bei denen er stets denselben Weg nahm, so dass man ihn ansprechen konnte. Er war überzeugter Single.

Er hat Selbstdisziplin als grundlegend für moralisches Handeln und persönliche Entwicklung erdacht: In einer Welt, in der wir heute umgeben sind von Überempfindlichkeit an jeder Ecke, Pflicht und Verbindlichkeit abgelehnt wird zugunsten eines vermeintlich hedonistischen Lustprinzips, erinnert uns Kant daran, wie wichtig es ist, produktiv zu bleiben und Zeit nutzbar zu machen.

Runter gebrochen: Kant geht davon aus, dass der Mensch ein animal rationabile ist, also ein zur Vernunft fähiges Wesen, d.h. Vernunft ist hier keine Tatsache, sondern eher eine Forderung. Weil der Mensch eben leider nicht automatisch vernünftig handelt bzw. moralische Prinzipien verfolgt, braucht es nicht nur eine klare Gesetzgebung, die über Instinkte hinaus geht, sondern auch eine Verpflichtung sich selbst gegenüber, sein Handeln an moralischen Grundsätzen auszurichten (siehe kategorischer Imperativ). Hieraus erwächst Autonomie und Selbstbestimmung.
 

Blue2021

Bekanntes Mitglied
"Kritik der reinen Vernunft" lesenswert (den kategorischen Imperativ sollte man als aufgeklärter Mensch kennen).
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Blue2021

Bekanntes Mitglied
"Kritik der reinen Vernunft" lesenswert (den kategorischen Imperativ sollte man als aufgeklärter Mensch kennen). Die "Metaphysik der Sitten" kann man sich sparen, das fand ich grässlich.
Kant ist grundsätzlich schwer zu lesen. Hegel ist aber noch schlimmer.

"Gefühlskalt" finde ich jetzt eine sehr lustige Kritik für einen Philosophen, das würde Kant als zwingend notwendig sehen. :)
Der oben genannte Artikel wirkt auch auf mich eher befremdlich. Es wirkt so, als habe jemand einfach nur Textpassagen zusammengestellt, damit ein Artikel entsteht. Inhaltlich passt da nichts wirklich zusammen, denn die Begriffe sind wahllos herausgefischt worden.
 

Blue2021

Bekanntes Mitglied
Gibt es Hegelianer hier? Ich habe vor etwa 30 Jahren mal ein übles Pamphlet gegen Hegelianer geschrieben, mal kucken ob ich das noch irgendwo finde.
Kennst du die "Phänomenologie des Geistes"? :schwitzen Hat mich zum Hegel-Hasser werden lassen. :schimpf:Hegel hat Kant ja auch in mehrerlei Hinsicht sehr scharf kritisiert, ähnlich wie Herder.
 

Crazyyyy

SechzigOida
Teammitglied
Der oben genannte Artikel wirkt auch auf mich eher befremdlich. Es wirkt so, als habe jemand einfach nur Textpassagen zusammengestellt, damit ein Artikel entsteht. Inhaltlich passt da nichts wirklich zusammen, denn die Begriffe sind wahllos herausgefischt worden.
Im Artikel hat ja jemand ja "nur" Statements von Politikern etc. zusammengestellt
 

Leonidensucher

staatlich geprüfte Grenzenaufzeigerin
Aus der Hüfte geschossen:

Kant wuchs in einer Handwerkerfamilie auf, seine Kindheit war geprägt von Sparsamkeit und Disziplin. Bekannt ist uns heute seine fast belustigende Art, pedantisch seinen Tag durchstrukturiert zu haben: Er stand jeden Tag 4:45 auf, bat seinen Diener, ihn auf jeden Fall zu wecken, selbst, wenn er weiterschlafen wollte – sein Tag war bis auf die letzte Minute klar verplant. Kant war in vielerlei Hinsicht diszipliniert und selbstbeherrscht, aß nur einmal am Tag richtig und das bei seinen mittäglichen „Tischgesellschaften“. Hier versammelte er seine Gesprächspartner um sich, aber auch hier nicht ohne klares Regelwerk (z.B. keine Frauen zugelassen). Berühmt sind auch seine abendlichen Spaziergänge um 19 Uhr, bei denen er stets denselben Weg nahm, so dass man ihn ansprechen konnte. Er war überzeugter Single.

Er hat Selbstdisziplin als grundlegend für moralisches Handeln und persönliche Entwicklung erdacht: In einer Welt, in der wir heute umgeben sind von Überempfindlichkeit an jeder Ecke, Pflicht und Verbindlichkeit abgelehnt wird zugunsten eines vermeintlich hedonistischen Lustprinzips, erinnert uns Kant daran, wie wichtig es ist, produktiv zu bleiben und Zeit nutzbar zu machen.

Runter gebrochen: Kant geht davon aus, dass der Mensch ein animal rationabile ist, also ein zur Vernunft fähiges Wesen, d.h. Vernunft ist hier keine Tatsache, sondern eher eine Forderung. Weil der Mensch eben leider nicht automatisch vernünftig handelt bzw. moralische Prinzipien verfolgt, braucht es nicht nur eine klare Gesetzgebung, die über Instinkte hinaus geht, sondern auch eine Verpflichtung sich selbst gegenüber, sein Handeln an moralischen Grundsätzen auszurichten (siehe kategorischer Imperativ). Hieraus erwächst Autonomie und Selbstbestimmung.
kannste nicht öfter aus der Hüfte schießen? Das war toll, danke!
 
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