Wirr, wirrer, Motzki... - Analysen zum Deutschen Fußball, wie von früher (aus der Guten Alten Zeit)...

C.M.B.

Becherwerferbesieger
Es gibt zwar nicht viele, aber einige Spieler, die keinen externen Berater haben. Kimmich führt seine Vertragsgespräche selbst und Wirtz hat es bis jetzt sicher auch nicht geschadet, von seinem Vater beraten zu werden. Zur Not holt man sich bezüglich der Vertragsgestaltung noch juristischen Beistand. Also ist dieser Teil seiner Aussage schonmal widerlegt. Und leider verdienen sich in dieser Branche ein paar Berater eine richtige goldene Nase. Wittmann ist ein Teil davon. Es geht sehr oft nur um das schnelle Geld bzw. die Provision und nicht um das Beste für die weitere Karriere vom Spieler. Dafür gibt es unzählige Beispiele.
Sammer ist ein Schwätzer … btw. als „Berater“ des BVB für viel Geld tätig.
 

Spielmacher_10

Bekanntes Mitglied
ich denke nicht, dass man Nationalspieler und absolute Ausnahmetalente wie Kimmich und Wirtz als Beispiel für den Regelfall ansetzen kann. Wer Angebote von Topclubs hat, braucht im Zweifel keinen Berater.
Aber für die breite Masse an Spielern, die mehr oder weniger austauschbar sind, sind Berater sicher nicht von Nachteil. Was soll denn ein Spieler machen, der z.B. in Augsburg auf der Bank sitzt und mehr Spielzeit möchte? Soll der anfangen die Vereine drumrum oder in der 2. Liga abzutelefonieren, ob da ggf was möglich wäre?
Das heißt im Umkehrschluss natürlich nicht, dass Berater automatisch gut sind, da sind viel zu viele schwarze Schafe dabei, die nur auf den schnellen eigenen Euro schauen. Aber ganz ohne Berater kann ein Spieler halt auch mal ganz schnell im Abseits verschwinden oder über den Tisch gezogen werden, weil ihm Vergleiche fehlen, was ansonsten üblicherweise vereinbart wird.
Ich wollte eigentlich nur darauf hinaus das es auch Beispiele dafür gibt wo Spieler zumindest lange von ihren Eltern oder einem anderen Familienmitglied beraten wurden. Wittmann tut so als wäre das überhaupt nicht möglich und das stimmt nicht. Also das kann im Einzelfall sehr wohl eine Option sein bzw. funktionieren. Natürlich kommt das auch auf den Einzefall an. Es gab auch schon Eltern, die auf den schnellen Euro aus waren und ihr Kind nicht gut geraten haben. So ist es nun auch wieder nicht. Eine Abschaffung der Berater wird es sowieso nicht geben, das war natürlich sehr populistisch von Sammer. Auch wenn er hier natürlich einen wichtigen Punkt anspricht.
 

GutenAbendAllerseits

Formerly known as G.O.T.T.
Ich wollte eigentlich nur darauf hinaus das es auch Beispiele dafür gibt wo Spieler zumindest lange von ihren Eltern oder einem anderen Familienmitglied beraten wurden. Wittmann tut so als wäre das überhaupt nicht möglich und das stimmt nicht. Also das kann im Einzelfall sehr wohl eine Option sein bzw. funktionieren. Natürlich kommt das auch auf den Einzefall an. Es gab auch schon Eltern, die auf den schnellen Euro aus waren und ihr Kind nicht gut geraten haben. So ist es nun auch wieder nicht. Eine Abschaffung der Berater wird es sowieso nicht geben, das war natürlich sehr populistisch von Sammer. Auch wenn er hier natürlich einen wichtigen Punkt anspricht.
Morali hat natürlich insofern recht, dass der vertraglose minderbegabte Viertligakicker ohne einen Berater, der seinen Mandanten über sein Netzwerk wild bei allen Vereinen überall anbietet, höchstwahrscheinlich keinen neuen Verein finden wird.

Jedenfalls wird er definitiv eher einen finden, als wenn er das seinen Maurer-Cousin machen lässt.

Bei Spitzenfußballern, und darunter zähle ich alle Bundesligaspieler mit mindestens 50 Erstligaeinsätzen, sehe ich das anders. Ab einer gewissen Bekanntheit kann man sicherlich auf einen dezidierten Spielerberater verzichten und nur mit Anwälten für die rechtlichen Themen arbeiten.
 
Zuletzt bearbeitet:

derMoralapostel

Bekanntes Mitglied
Ich wollte eigentlich nur darauf hinaus das es auch Beispiele dafür gibt wo Spieler zumindest lange von ihren Eltern oder einem anderen Familienmitglied beraten wurden.
Icke Häßler wäre im Nachhinein wahrscheinlich froh gewesen einen herkömmlichen Berater gehabt zu haben. :zwinker3:
Insgesamt liegt die Wahrheit halt irgendwo in der Mitte und die Wahl des Beraters ist für Spieler fast genau so wichtig wie den richtigen Verein zu wählen.
 

Spielmacher_10

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Apropos:

Die Zahlen sind da, und sie erzählen eine Geschichte, die niemanden überraschen kann, der den Profifußball in den vergangenen Jahren beobachtet hat. 140 Millionen Euro haben deutsche Klubs 2025 an Spielervermittler überwiesen. Weltweit reicht das für Platz zwei, nur England liegt mit 320 Millionen Euro deutlich vorn. Was sagt das über den Zustand des Geschäfts?

Zunächst einmal: Der deutsche Fußball spielt finanziell in einer Liga, die er sich eigentlich nicht leisten kann. Die Bundesliga inszeniert sich gern als wirtschaftlich solide, als Gegenentwurf zum entfesselten Kapitalismus der Premier League.

Doch wenn es um die Honorare für Berater geht, steht Deutschland auf dem Treppchen der Verschwender. 140 Millionen Euro fließen nicht in Nachwuchsarbeit, nicht in Stadioninfrastruktur, nicht in Fanprojekte. Sie fließen an Mittelsmänner, deren Wertschöpfung sich auf das Vermitteln von Verträgen beschränkt.

Der globale Kontext macht die Dimension erst richtig deutlich. 1,17 Milliarden Euro wurden 2025 weltweit im Männerfußball an Vermittler gezahlt. Das entspricht einer Steigerung um 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2023 lag bei 759 Millionen Euro. Innerhalb von zwei Jahren hat sich das Volumen also mehr als verdoppelt. Das ist keine Entwicklung, das ist eine Explosion.



Das hier etwas gewaltig aus dem Ruder gelaufen ist sollte klar sein.
 

derMoralapostel

Bekanntes Mitglied
Morali hat natürlich insofern recht, dass der vertraglose minderbegabte Viertligakicker ohne einen Berater, der seinen Mandanten über sein Netzwerk wild bei allen Vereinen überall anbietet, höchstwahrscheinlich keinen neuen Verein finden wird.

Jedenfalls definitiv eher, als wenn er das seinen Maurer-Cousin machen lässt.

Bei Spitzenfußballern, und darunter zähle ich alle Bundesligaspieler mit mindestens 50 Erstligaeinsätzen sehe ich das anders. Ab einer gewissen Bekanntheit kann man sicherlich auf einen dezidierten Spielerberater verzichten und nur mit Anwälten für die rechtlichen Themen arbeiten.
Nein, das fängt schon bei durchschnittlichen Bundesligaspielern an. Im Fußball basiert so viel auf Zufall zur rechten Zeit am richtigen Ort zu sein, da wird der Trainer gewechselt und auf einmal ist ein Spieler komplett auf dem Abstellgleis, hat aber noch 1 1/2 Jahre Vertrag. Oder nach den ersten 3 guten Spielen trudeln reihenweise mal mehr mal weniger Lose oder ernsthafte Anfragen ein... das kann jemand, der nicht in der Branche vernetzt ist und Vergleichswerte und Erfahrungen hat, kaum sortieren und einordnen. Da ist ein guter (!!!!) Berater verdammt wertvoll.
 

GutenAbendAllerseits

Formerly known as G.O.T.T.
Nein, das fängt schon bei durchschnittlichen Bundesligaspielern an. Im Fußball basiert so viel auf Zufall zur rechten Zeit am richtigen Ort zu sein, da wird der Trainer gewechselt und auf einmal ist ein Spieler komplett auf dem Abstellgleis, hat aber noch 1 1/2 Jahre Vertrag. Oder nach den ersten 3 guten Spielen trudeln reihenweise mal mehr mal weniger Lose oder ernsthafte Anfragen ein... das kann jemand, der nicht in der Branche vernetzt ist und Vergleichswerte und Erfahrungen hat, kaum sortieren und einordnen. Da ist ein guter (!!!!) Berater verdammt wertvoll.
Man braucht einen Berater, der einem einen guten Spielerberater vermittelt...
 

Spielmacher_10

Bekanntes Mitglied

Da ist er wieder. Seine Platte hängt...
Das Problem bei Sammer ist, dass er durchaus den ein oder anderen Punkt hat, dem man auch zustimmen kann, aber das immer so übertrieben verpackt. Man kennt ja seinen Gestus. Ich finde auch, dass der deutschen Nationalmannschaft ein bisschen der Fokus auf die defensive Stabilität abhanden gekommen ist und man kann sicher auch über Defizite in der Ausbildung diskutieren, aber er kommt dann gleich wieder mit "das man sich fast für diese Tugenden schämt.'' Das ist mir einfach zu viel Stammtisch. Nur mit Kampf und Wille geht es heute natürlich auch nicht mehr. Ich würde dann eher über die taktische Ausrichtung der letzten Bundestrainer diskutieren. Muss man auch gegen die Topteams immer so hoch stehen usw...
 
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